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02. Sep 2007

Beim Nordpark-Duo brennt noch Licht (inzwischen Geschichte)

silke-christian
Wirtsduo Silke Wegemann & Christian Treutler

Von der Jöllenbecker Straße stoßen wir zielstrebig in den Kamphof vor. Seltsam …, gibt’s hier wirklich keine Geselligkeitsstuben mit Pilszapfvorrichtungen? Rechts und links von uns dösen vollbesetzte Wohnhäuser vor sich hin, aber keine Durstlöschstation ist in Sicht. Nun stromern wir die Bremer Straße hinunter und sind immer noch nicht fündig geworden. Sollen wir heute etwa unbepilst bleiben? Doch da leuchtet uns endlich ein Schild durch die Nacht entgegen: „Zum Nordpark“ heißt die gute Stube, die da lockt. Und in ihr brennt noch ein Licht. Also wollen wir hier andocken.

Bunt & aufgeregt blinkt das Spielautomatenduo Victoria & Diego als wir das Haus von Wirtsduo Silke & Christian betreten. Für’s Gastohr, so stellen wir fest, wird hier verstärkt House geboten, z.B. in der Variante „Warsteiner in the Mix“. Wir fummeln uns guten Mutes in eine der hölzernen Sitzecken und lassen uns von Wirtin Silke (Hinkucker: hochinteressantes Fingernageldesign) erst begrüßen und dann mit kleinen Pilstulpen beliefern. Wir sind die einzigen Gäste und erfahren, dass Wirtin Silke den Laden gerade schließen wollte, denn der Stammgast-Dart-Verein ist vor wenigen Minuten abgesegelt. Aber Silke hat Verantwortungsgefühl. Sie lässt niemanden mit seinem Durst auf der Straße stehen. Wir werden wunschgemäß versorgt.

Nach einer Trinkstunde trifft auch Mitwirt Christian ein. Schon drei Jahre ist „Zum Nordpark“ beider Refugium. Treues Gastvolk rollt täglich aus verschiedenen Stadtteilen an, um genau hier die Dartpfeile zu bedienen und das Bierglas zu segnen. Bundesliga gibt’s per Beamer auf der Leinwand zu bestaunen, und freitags ist 1-Euro-Tag. Doch Trinkresonanz aus der Nachbarschaft zeigt sich kaum. Ganz im Gegenteil, die ruft sogar gelegentlich bei der Staatsmacht an, um sich über vermeintlich unzulässige Dezibelzahlen zu ereifern – statt mit Silke und Christian beim Pils über mögliche Schallschutzzeiten zu plaudern. Das ist also aus unserem wilden Kamphof der 1980er-Jahre geworden.

Bevor wir darüber ins schwere Grübeln kommen, beschließt unser freundliches Wirtsduo, dass es Ice-Cool-Wodka (schrillblau) und Waldmeister-Wodka (neongrün) auf’s Haus gibt. Prost Nordpark!

—> Zum Nordpark, Bremer Straße 33, 33613 Bielefeld

2 Comments

  1. Pilsken (Gast)

    Der Nordparkler geht also zum Trinken in den Keller … wie soll man da als Gastronom glücklich werden … na, zum Glück gibts ja tagtäglich 60.000 Touristen in der Stadt.
    Und 14.000 Menschen könnten ihren Lebensunterhalt vom Tourismus bestreiten!

    Die hoffungmachenden Fakten hier:
    http://
    bielefeld-blog.de/07.06.2007/unglaubliche-zahlen/

  2. Bielefelder Flaneure

    REPLY:
    Liebes Pilsken, du verweist uns da ja auf hochinteressante Zahlen. Doch uns fehlt der Glaube: 60.000 Touristen stromern täglich durch Bielefeld?! Hammer! Wo stecken die? Sparrenburg, Olderdissen und weg? Mmh …

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