Flaneure untersuchen Weihnachtsmarktfieber
Im ganzen Land grassiert ein schlimmes Weihnachtsmarktfieber. Furchtlos begeben wir uns ins Bielefelder Epizentrum des Geschehens, denn nur so können wir uns ein präzises Bild vom Zustand der Erkrankten machen. Wichtig: Gleich bei der Ankunft immunisieren wir uns, indem wir ausreichend Glühwein in uns hineinträufeln. Außerdem gönnen wir uns zur Stärkung der Abwehrkräfte eine solide Currywurst mit Brötchen. Dann schreiten wir zur Anamnese der Fieberopfer.

Ein schwerer Fall von Gruppeninfektion liegt offenkundig beim weiblichen Teil der Belegschaft einer pharmazeutischen Firma aus Brackwede vor (s. Beweismittelfoto oben). Die sympathischen Damen sind auffällig gut gelaunt, greifen scheinbar freiwillig zu Glühwein oder Eierpunsch und müssen morgens um 6 Uhr wieder zum Dienst erscheinen. Ihr Chef soll sich auch auf dem Weihnachtsmarkt aufhalten, sei aber, so behaupten die netten Damen, zum Zeitpunkt unserer Befragung auf dem Weg zur Toilette. Dass er den Weg zurück gefunden hat, können wir jedoch auch nach längerem Warten nicht bestätigen.

Eine häufige Begleiterscheinung des Weihnachtsmarktfiebers treffen wir bei Jürgen und Natalie an. Großes Bratwurstglück in den Augen beißen sie hemmungslos in alles rein, was Bratwurst heißt und mit Senf serviert wird. Fast glaubwürdig erscheint ihre wiederholte Behauptung, dass die Wurst außerordentlich lecker sei. Wir gehen jedoch von einem massiven Abhängigkeitsproblem aus, zu dem man gratulieren kann.

Wohingegen Rebecca und Alexa dem Glüchwein mit Rum zusprechen. Sie deklarieren ihn als mild, nicht so süß und reinen Gaumengenuss. Wir wollen den netten Damen glauben, zweifeln jedoch, ob das Weihnachtsmarktfieber sie noch objektiv analysieren lässt. Also bestellen wir uns ebenfalls eine Runde dieses Heißgetränkes und verstehen sie anschließend viel besser.

Und dann begegnen wir unseren eindeutigen Grillköniginnen des Abends: Mona Faschinger und Roswitha Kohrt-Böse servieren uns nicht nur ein köstliches Zwiebel-Schaschlik, sondern auch ein derart humorvolles und angenehmes Gespräch, dass wir es sehr bedauern, als der Weihnachtsmarkt schließen muss. Als lieben Trost schenkt uns Roswitha Kohrt-Böse einen leckeren Nachtisch – mit dem schmeichelhaften Kommentar: “Den kriegt nicht jeder von mir.”


Die Altherrenriege 16. Dez 2010 18:42
Was müssen die Flaneure doch für Charmeure sein,
wenn ihnen an der Bude Damen ihre Namen verraten!
(Oder behaupten sie einfach, sie kämen von der EnnWeh und die Damen anschließend ins Fernsehen?)