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05. Aug 2010

Jetzt kommt Verve in die Bielefelder Gastronomie (inzwischen Geschichte)

Verve-Bielefeld

Sympathische Trendsetter: Wirtsduo Michael Klein & Dennis Wehking

Der chronisch verwaiste Klosterplatz hat einen neuen Bewohner bekommen. Vor kurzem hat hier eine Schänke namens Verve eröffnet und unsere Aufmerksamkeit erregt. Nun rücken wir in die entzückende Außengastronomie des Verve ein und bewundern die gestalterisch gut gemachte Speisekarte, genauer: das Speisebuch. (Hinweis: Kluge Gäste nehmen sich Zeit, um in der Speisekarte das Tucholsky-Gedicht zu genießen) Das Verve bietet eine moderne Angebotspalette, jedoch ohne Kokolores. Die Preise sind angemessen und ohne Hipness-Zuschlag.

Selbstlos testen wir für Sie aus der Serie „Wir lieben amerikanischen Kulturimperialismus“ einen herzhaften Baconburger sowie einen vollmundigen Chiliburger. Beide Probanden erweisen sich quantitativ und qualitativ als sehr ergiebig und werden unsere Freunde. Aus der Serie „Wir lieben Omas Küche“ verspeisen wir eine süffige Linsensuppe mit Mettenden sowie eine liebe Forelle mit ehrlichen Pilzen und zufriedenen Salzkartoffeln. Bei beiden Gerichten bleibt rein gar nichts übrig. Jedenfalls fast nichts. Im Gedenken an Bielefelds englische Partnerstadt (äh, wie heißt die noch gleich?) ordern wir außerdem Fish & Chips, und wir bereuen es nicht. Am Ende sind wir alle sehr zufrieden – nur unser lieber Stahlbaron noch nicht so ganz. Er drängt auf ein Testessen der Käse- und Wurstplatte. Für diesen Eifer danken wir ihm sehr, denn die Platte sieht nicht nur bezaubernd aus, sondern schmeckt auch so. Sehr wichtig bei dieser Speisenfolge ist die zuverlässige Bierbringerin Rahel. Keinen Moment lässt uns die freundliche Dame dursten. Und mit fortschreitendem Abend schmeckt das bekömmliche Staropramen immer besser.

Als das kreative Wirtsduo Michael Klein & Dennis Wehking an unserem Tisch platz nimmt und all unsere Fragen beantwortet, erfreuen uns die Herren mit Stichpimpuli, einem erstaunlichen Lecker-Likör, den unsere heutige Lieblingsserviererin Rahel ebenfalls gekonnt aufträgt. Dann lädt uns Michael Klein zu einer Führung durch’s ganze Haus ein. Dabei begrüßen wir zuerst den süßen hauseigenen Schwanzlurch (mit dem Michael Klein übrigens schon vor der literarischen Furore von „Axolotl Roadkill“ einen stillen Lebensbund eingegangen ist). Zu jedem Stuhl, zu jedem Mauerstück hat Michael Klein anregende und interessante Geschichten zu erzählen. Das Haus ist hundert Jahre alt (ehemals „Klostertube“ und „Papillion“), das Mobiliar stammt aus alten Bielefelder Gastrobeständen (hier finden Sie keinen Stuhl zweimal), und die Lampen über dem Tresen sind Waschglocken (historische Fundstücke aus dem Keller des Hauses). Uns wird klar: Wir befinden uns eigentlich in einem Museum. Eine Etage höher (Alternativeingang Oberntorwall) steht ein prima Raum mit bis zu 80 Plätzen bereit, der alsbald für Musik und Lesungen herhalten soll.

Als wir das gastliche Verve verlassen, liegt eine tiefe Nacht über der Stadt, und wir sind uns sicher, dass das Verve neuen Schwung an den Klosterplatz bringen wird.

—> Verve, Klosterplatz 13, 33602 Bielefeld

15 Comments

  1. rosmarin

    hm…. das liest und schaut sich sehr sympathisch 🙂
    (und warum sind zwei bilderlinks für die öffentlichkeit nicht zugänglich???)

  2. Bielefelder Flaneure

    REPLY:
    Oh, Verzeihung! Das wird sofort behoben: Nun sind Linsensuppe mit Mettenden sowie Fish and Chips frei zugänglich.

  3. Janna (Gast)

    Liebe Flaneure, ich stimme euch zu, das Verve hat das Zeug, dem Klosterplatz neues Leben einzuhauchen.

  4. Roxanna (Gast)

    und alle sind so supernett dort! Also wirklich, sollte man unbedingt gesehen haben! Ich bin schwer begeistert!

  5. Czarnikau

    Endlich mal nicht so ein Schicki-Micki-Schuppen! Haben „oben“ gesessen. war überrascht, dass man hier rauchen kann. Find ich gut, auch wenn ich selbst nicht rauche – aber da musste meine Begleitung nicht alle Nase lang vor die Tür… Neugierig, wie ich war, musste ich das Ingwer-Bier testen. Und ich kann sagen: Lecker! Wohl nix für die Kerle, aber dafür gibt hier ja auch Staro und Guinness. mmmh jammjamm. Einziger Minuspunkt, den ich vergeben muss: die Damentoilette – sorry, aber das geht gar nicht – viel zu eng!

  6. Horst321

    Ich hab grade die Online-Speisekarte auf der Verve-HP gelesen. Die Burger mit dem angemessenen, hipnesszuschlagslosen Preis kosten 8, 50 Euro ohne Beilagen. Meiner Meinung nach müssten die da schon tellergroß sein, damit der Preis in irgendeiner Weise angemessen ist. Sind die Preise sind seit dem Besuch der Flaneure explodiert, oder wie ist das zu erklären?

    1. Bielefelder Flaneure

      Diese Verve-Burger waren schon recht groß, aber an solche Preise können wir uns tatsächlich nicht erinnern.

      Hallo Verve, hört uns jemand? Bitte ein Wort der Klärung!

  7. Verve

    Hallo erstmal

    wir müssen leider zugeben, dass der besagte Burger-Preis stimmt.
    Unsere Burger-Preise erstrecken sich von 6,50 – 9,50€ je nach Variation.
    Ist das teuer? Vielleicht, wenn man das mit industriell hergestellter Ware großer Ketten oder manchem TK-Bruger unserer Kollegen vergleicht. (Obwohl ich auch Läden in BI kenne, die letzteres zu ähnlichen Preisen wie wir anbieten)

    Jedenfalls haben wir keinen „hippnesszuschlag“ einkalkuliert, da die Preise seit unserer Eröffnung gleich geblieben sind.

    Der Preis kommt dadurch Zustande, dass wir bei den Burger, wie auch bei dem Rest unserer Speisen, fast alles selbst produzieren.
    Das betrifft bei den Burgern hauptsächlich die Pellets und die Soßen, ist aber deutlich aufwendiger, als fertige TiefKühl-Pellets zu verwenden. Des Weiteren kaufen wir das Hackfleisch für die Burger nicht im günstigen Großmarkt, sondern zu einem deutlich höheren Preis bei der Fleischerei unseres Vertrauens.(Fa. Strunk, Detmold)
    Und das machen wir nicht, weil wir so schlecht rechnen können, sondern weil wir wert darauf legen, unseren Gästen eine größtmögliche Qualität zu bieten, zu wissen was in unseren Produkten ist und wo sie herkommen und weil wir kleinere Partner aus der Region unterstützen wollen.

    Ich hoffe die Erklärung macht den Preis unserer Burger ein bisschen verständlicher.

    Am besten einfach mal vorbeikommen und den Burger samt Ambiente testen 😉

    Liebe Grüße

    Euer

    Verve-Team

  8. Horst321

    Vom Ambiente und vom Geschmack der Burger im Verve hab ich gutes gehört und hatte mich sogar schon ein bisschen darauf gefreut. Trotzdem werde ich die Burger sicherlich nicht zu diesem Preis testen. Ich finde es zwar sehr lobenswert, dass ihr direkt Stellung nehmt, aber die Erklärung ist für mich nicht schlüssig. Selbst bei einem teuren Metzger liegt der Preis für 200g Hackfleisch unter 2 Euro. Wo rechtfertigt da bitte der Hackfleischpreis die 8,50 oder noch mehr für einen Burger ohne Beilagen??

    Abgesehen davon kenne ich verschiedene Läden, bei denen man für ein paar Euro weniger hervoragende Burger bekommt (leider nur nicht in Bielefeld). Und die kaufen ihr Hackfleisch sicherlich auch nicht beim Discounter.

    Tut mir leid, aber trotz der Mühe in eurer Erklärung sind die Burger in meinen Augen trotzdem überteuert und der Satz „Die Preise sind angemessen und ohne Hipness-Zuschlag“ in dieser Beschreibung schlichtweg falsch.

  9. anonym

    ich hab einen burger testen dürfen, weil ich zuerst immer die burger teste. ich muss meinen vorredner da zustimmen, der preis ist leider nicht gerechtfertigt. vor allem wenn ihr schon so viel wert auf auf eigene herstellung legt, dann gebt euch doch bitte auch die mühe und macht das brötchen selber, dann könnte ich mich mit dem preis eher anfreunden. ansonsten geh ich lieber ins black rose, ess dortn anständigen burger für 6,50, da hab ich auch nicht höchste erwartungen an die küche und werde trotzdem lecker satt!

  10. D.

    Liebes Verve Team,
    Bei Euch ist es wirklich schön!
    Ganz ungezwungen,tolles,freundliches Team!! Die Speisen-Karte ist gut!
    War schon ein paar mal bei Euch und habe es auch schon vielen gesagt, alle die da waren, waren meiner Meinung!!
    Werde es für Euch weiter sagen! Mich interessiert auch nicht, ob der Burger ein Euro mehr oder weniger kostet, für mich spielt das Ambiente,das Essen und das Team die Rolle!
    Ich bin nach jedem Besuch zufrieden nach Hause gegangen!
    Macht weiter so!!
    D.

  11. DH

    Also, eins muss ich leider auch anmerken, so sehr ich das Verve schätze: Seit Eröffnung ist die Portion der Chili Cheese Fries deutlich kleiner geworden. Zugegeben, in den ersten Monaten nach Eröffnung war sie für den Preis exorbitant groß 😉 But, alas, das war einmal…

  12. PollyEsther

    Anscheinend ist dort seit gestern geschlossen – steht auf deren facebook Seite.

    1. Bielefelder Flaneure

      Oh, das ist schade.

      1. DH

        Allerdings, ein herber Verlust angesichts des sonstigen gesichtslosen Einheitsbreis der jungen Gastroszene :(((

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