12 Beiträge mit Schlagwort 'Vorspeisen'
Wie wir zu Thalis-Männern wurden
Sollten wir Zweifel haben, wo wir heute eingekehrt sind – der indische Wandschmuck mit den fröhlichen Göttern ist eindeutig. Kaum haben wir dankbar das erste Abendpils angetrunken, steht auch schon ein Knusperteller mit 3-Farben-Tunken vor uns. Mutig wenden wir uns ihm zu und lernen dies Ensemble als nettes Unterhaltungsprogramm kennen. Als wir dann die Vorspeisenteller erhalten, bestaunen wir sogleich die symbolträchtigen Formen dieser fremden Speise. Die Kernmasse besteht aus verschiedenen Gemüsen, die im Teigmantel gesotten wurden und uns effektiv sättigen. Bis der Auftritt der Thalis-Platten erfolgt.
Selbstverständlich ist Ihnen bekannt, dass “Thali” in der indischen Gastronomie eine Mahlzeit bezeichnet, die aus verschiedenen Bestandteilen zusammengestellt ist. Thalis werden meist mit kleinen Metallschälchen serviert, die Fleisch, Gemüse und allerlei Beilagen enthalten. Daher erhalten wir unsere Thalis-Varianten auf einer edelstahlblitzenden Metallplatte, die verschiedene Auffangbecken besitzt. Unser heutiges Hauptgericht setzt sich zusammen aus den drei Abteilungen Fleisch-Thalis (herzhaft gewürzt), Fisch-Thalis (freundlich gewürzt) sowie Vege-Thalis (auch gewürzt). Alle Speisen munden uns sehr und verwandeln uns in zufriedene Thalis-Männer mit prall gefüllten Bäuchen. Gibt es einen schöneren Zustand? Zum Abschied erhalten wir einen goldgelben Mangolikör, mit dem wir auf eine gute Zukunft von ganz Bombay anstoßen.
—> Bombay, Herforder Straße 42, 33602 Bielefeld
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Die Wahrheit über Cook-Mahl
In Bielefeld haben TV-Kochshows à la Lanz & Co. keine Chance, denn Bielefeld hat Björn Sassenroth. Schon seit Jahren beschenkt der agile Mann unsere Stadt mit Live-Kochshows, bei denen man nicht nur hübsch was auf die Ohren bekommt (eloquente Gäste), sondern auch lecker was auf die Gabel (kochbegabte Gäste). Und weil er seine Veranstaltungen “Cook-Mahl” nennt, haben wir uns gedacht, (Obacht, dicker Wortwitz:) wir cooken mahl rein, und zwar in seine 45. Show – denn diesmal hat er ganz besondere Gäste eingeladen: Das Dream Team Marcus Langer und Henner Zimmat!
Als hätten die drei sympathischen Herren nie etwas anderes gemacht, begeben sie sich sogleich an die Arbeit, und so ganz nebenher bezaubern sie uns Zuschauer mit ihrer guten Laune. Wie im Handumdrehn ist auch schon die Vorspeise fertig. Artig futtern wir auf, was uns die Herren liefern. Einstimmiges Urteil: Astrein! Die Begeisterung im Publikum über das gelungene Mahl ist so groß, dass es zu einem spontanen Handstand auf offener Bühne kommt. Wir halten diese Reaktion für angemessen und applaudieren frenetisch.
Doch die drei Herren gönnen sich keine Atempause, schon wird weiter geschnitten (Finger unverletzt!) und gewürzt (mit Schwarzbier!), so dass schon nach kurzer Plauderzeit ein sensationelles Hauptgericht vor uns steht. Sorgfältig lecken wir die Teller blank, so göttlich ist die Speise. Und in der gleichen Liga spielt der Nachtisch, der uns endgültig den Rest gibt. Glatt und rund sind unsere Bäuche. Glück und Seligkeit strahlen unsere Gesichter ab. Ein gelungener Abend. Von ganzen Herzen danken wir unseren Gastgebern. Übrigens ist die ganze Veranstaltung filmisch dokumentiert worden. Gewiss wird der Film bald im Cinemaxx laufen. Dafür bekommt jetzt schon ein ganz großes Lob: Kamerakind Tobi!
Für Sie notiert: Die Speisen des Abends
Vorspeise: Pastarouladen auf Blattspinat mit Käse und Parmaschinken
Hauptgericht: Schweinebäckchen in Schwarzbiersoße mit Vanille-Karotten und Polenta
Nachtisch: Apfeltörtchen auf Calvados-Zabaglione mit Walnusseis
Dazu gab es Weine, Biere und für Herrn Sölter gelegentlich eine Interimszigarette.
—> Björn Sassenroth ist COOK-MAHL
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Persisch futtern? Natürlich in Bielefeld!
Beim Berliner Platz, hoch über dem stadtbekannten Cheers, verstaubte zwei Jahre lang die ehemalige Gaststube einer vergessenen Glutamatausgabe. Doch endlich haben kluge Gastronomen zugegriffen und die prima Räumlichkeiten komplett durchrenoviert. Daher präsentiert uns nunmehr eine riesige Fensterfront einen relaxten 180°-Blick auf den hochurbanen Kern Bielefelds. Zu verdanken haben wir das der sympathischen Familie Sadeghi. Sie stammt aus Persien (genauer: aus der Stadt Shiraz), hat jedoch bei der Gastraumgestaltung fast vollständig auf persisches Ambiente verzichtet. Motto: Modern und aufgeräumt, statt Folkloreoverload. Lediglich ein Gemälde weist unzweifelhaft auf den lukullischen Schwerpunkt hin. Vermutlicher Titel dieses Wandschmucks: “Die Kellnerin reicht dem durstigen Gast ein nettes Gläschen“.
Großes Ahh! und Ohh! löst der attraktiv gestaltete Vorspeisenteller aus. Was so hübsch sortiert ist, löst außerdem eine kleine Diskussionen aus, wem denn nun was besser mundet – die Gürkchen, die Würzsalbe, der Fleisch-Pflanzen-Fladen? Man kann sich nicht einigen und isst alles hübsch auf. Und dann geht’s nahtlos weiter mit dem Hauptgericht. Als Erstes wird ein dermaßen luftig-lockerer Reis gereicht, wie er uns bisher noch nicht untergekommen ist (mit niedlichem Safran-Top). Aber dann wuchtet Servierer Nima Sadeghi die Pers-Grill-Platte auf unseren Tisch. Was die Pers-Grill-Platte beinhaltet? Ganz einfach: Vier Kubideh, ein Bakhtiary sowie einen Barg. Noch Fragen? Am Ende haben wir alles schmatzend aufgefuttert und sind glücklich & satt.
Doch das Sättigungsgefühl vergessen wir gleich wieder, denn Fahimeh Gharmani beschenkt uns mit einem köstlichen Dessert. Datteln, gefüllt mit Walnüssen und veredelt mit Rosenöl – schmeckt nicht nur super, sieht auch edel aus. Dazu reicht Shima Sadeghi feinen Tee, der mit Blütenblättern aus Shiraz veredelt wurde. Als überraschend geschmeidig offenbart sich übrigens das von Shima Sadeghi zu späterer Stunde empfohlene Maisgetränk aus Kentucky. Weil es mit Zitrönchen und Salz gereicht wird, sehen wir uns zu fröhlichen Experimenten veranlasst, die unser heutiger Begleiter Dr. Michael Neu mit einem ebenso fröhlichen Prösterchen gekonnt sekundiert.
—> Pers, Herforder Straße 29, 33602 Bielefeld
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Unsere Lieblings-Azubine serviert im Kuyu

Hat guten Grund zur Freude: Das Kuyu-Team (von rechts) Wirt Erdogan Teker, Koch Yusuf Ateş (mit unserem begehrten Siegel), Azubine Buket Ansin und Azubi Deniz-Can Teker
Gefühlte 100 Jahre residierte der Paulaner Keller in der Bielefelder Altstadt, bis er sich für immer verabschiedet hat. Sein Nachfolger ist – so wird uns gemailt – das türkische Spezialitätenrestaurant Kuyu. Also schauen wir da mal rein. Und tatsächlich, hier weht ein anderer, ein anatolischer Wind. Die Deko lässt keine Zweifel aufkommen, wo wir uns befinden und darf in der Summe als zeitgemäß und gelungen bezeichnet werden. Besonders schön: Der Innenausstatter litt augenscheinlich nicht unter einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.
Ruckzuck beliefert uns Buket Ansin mit freundlichem Efes, so dass wir mit Hilfe erstaunlich sportlicher Efes-Biergläser eine hübsche Tischdeko zusammenstellen können. Und dann geht’s auch schon los: Exellente Vorspeisenteller betören uns elegant. Das lässt ahnen, wozu Koch Yusuf Ateş möglicherweise noch in der Lage ist. Und er enttäuscht uns wirklich nicht. Ein wunderbares Speisensortiment transportiert Buket Ansin an unsere Tafel. Beyti heißt der sehr spezielle Hackspieß mit Knoblauchjoghurt, und er ist zweifellos sehr gelungen. Dann stellen wir fest: Kuyus Köfte schmecken einfach töfte! Wohltuend gebärdet sich auch ein sehr schöner Mischteller, dessen Namen wir im Futterrausch leider vergessen haben. In einem Topf treffen wir ein Lamm an, das sich in dem bestens arrangierten Gemüsemix außerordentlich wohl fühlt. Ähnlich geht es unserem lieben Henner. Sein Topf lässt ihn zufrieden schnalzen. Abgerundet wird das üppige Mahl schließlich mit einem türkischen Mokka und dem Raki-Nachschenken durch Deniz-Can Teker. Als uns Buket Ansin eine halbe Portion Nachtisch aufnötigt, sind wir endgültig geschafft.
Abschließend überreichen wir Wirt Erdogan Teker ein dickes Lob, weil er die traditionsreiche Kegelbahn erhalten hat. Und Azubine Buket Ansin müssen wir am Ende zu unserer Lieblings-Azubine erklären, denn auf ihre hochsympathische Art den ganzen Abend das letzte Wort zu haben – das ist einfach klasse!
—> Kuyu, Welle 10, 33602 Bielefeld
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Mexiko beginnt an der Jöllenbecker Straße (inzwischen Geschichte)
Bielefelder, die gern mal was Mexikanisches essen möchten, aber grad keine Zeit haben, dafür extra nach Mexiko zu reisen, wissen genau, dass Ihnen in der Jöllenbecker Straße geholfen wird. Seit sechs Jahren schon bewirtet hier das La Cucaracha die Gäste stilecht und zufriedenstellend. Das Interieur ist gelungen, Sitzplätze gibt es genug und Heike Wilker-Söffker findet freundliche Worte, so dass wir uns gut aufgenommen fühlen. Also lassen wir uns erstmal frische Zapfbierchen zuführen, was hier erfreulich schnell geht. Und nun der Blick in die Speisekarte. Wer all die mexikanischen Wörter nicht kennt, die hier eingestreut sind, wird von Heike Wilker-Söffker freundlich geschult, so dass die Auswahl autonom getroffen werden kann.
Nach vollzogener Bestellung erhalten wir Knusperblätter mit warmer Würzstunke, was unsere sturzleeren Mägen freut. Um die fremdländischen Speisen richtig goutieren zu können, raten wir zu einer breiten Auswahlstreuung. Start mit Weizentortilla con Carne, da kann man gar nichts falsch machen. Dann greifen wir zum Steak “Gaucho” mit scharfen Bohnen, was allerdings einen großen leeren Magen erfordert. Anschließend erfrischen uns liebliche Borritos gefüllt mit Käse und Bohnenmus, so dass die Spare Ribs mit süßer Soße eine schöne Abrundung darstellen. Als recht gaumenfreundlich erweisen sich übrigens die Kartoffelspalten. Wer sich nicht entscheiden kann, welche Speise wohl die richtige für ihn sei, dem weist Heike Wilker-Söffker mit freundlicher Bestimmtheit den Vorspeisenteller “Tijuana” zu – und erntet dafür anschließend großen Dank. Zum Bild des Tages erklären wir schließlich dies Foto: Unser Resteteller. Alles fein abgenagt. Mehr Kommentar ist nicht nötig.
Und wenn Heike Wilker-Soeffker dann noch in vorbildlicher Weise als Gold-Tequila-Serviererin fungiert, dann fehlt dem Abend wirklich nichts mehr. Also trinken wir auch diese schöne Lage auf das Wohlsein von Diana Hildebrandt, denn sie war es, die uns diese prima Futterkrippe empfohlen hatte.
—> La Cucaracha, Jöllenbecker Straße 141, 33613 Bielefeld
P.S.:
Wer mit dem Kfz zum La Cucaracha reist, findet in der Drögestraße gute Parkmöglichkeiten. Außerdem kann man in dem kleinen Straßenstück gleich drei Häuser bewundern, die bei Google Street View verpixelt sind. Sensationell! Staunend verharren wir vor den Häusern und schauen uns jeden Quadratzentimeter Häuserfront ganz genau an. Dabei erwacht in uns eine interessante Idee. Vielleicht sollten wir Stadtführungen organisieren, Titel: “Bielefelds verpixelte Häuser – ein echter Hingucker”.





