8 Beiträge mit Schlagwort 'Tagesgericht'
Griechische Sättigung mit Zufriedenheitseffekt (inzwischen Geschichte)
Die liebe kleine Futterkrippe erstrahlt in akuratem griechischem Hellblau. Freundlich empfangen uns die Wirtsleute, und wir wählen aus der hübschen Vorspeisenauswahl einen artigen kleinen Salat und ein angenehm cremiges Tsaziki, dazu gibt’s frisch gebackenes Brot (Obacht, heiß!). Wir sind beim Griechen, also lassen wir pflichtgemäß einen Gyrosteller kommen (allerdings auf unseren Wunsch hin heute ohne Krautsalat).
Jeden Tag, so lesen wir in der Speisekarte, führt der Grill Hellas eine andere Tagesspezialität. Heute ist Pastizio dran, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Ein Riesenklotz wird uns geliefert, der auch durch längeres Bestaunen nicht kleiner wird. Ein stolzer Sattmacher. Wer nur einen mittelschweren Abendhunger spürt, kann auf den griechischen Bauernsalat zurückgreifen. Der ist ordentlich zusammengestellt und enthält sogar Oliven, die schmecken. Aus dem Pizzasortiment wählen wir die Nummer 65. Sie heißt Pizza Inferno, ist aber in Wirklichkeit sehr nett. Ein wohlmeinender Belag mit Sardellen, Zwiebeln und Paprika ruht auf einem fundierten Teigsockel, der ganz unten eine superdünne Knusperschicht hat. Sowas hat man gern im Anbiss. Ansonsten stellen wir fest: Diese Pizza macht nicht nur sehr satt, sie sieht auch sehr schön aus.
Wer im Grill Hellas Durst verspürt, muss sich nicht sorgen, es gibt ausreichende Vorräte. Außerdem kann es passieren, dass die nette Vasiliki Tsapalou unaufgefordert Ouzo serviert – eine schöne Geste. Freitag gibt’s hier übrigens Fisch. Dorade, Zander oder – wer’s mag – Lachs wird in interessanten Variationen angeboten. Ja, doch, freitags müssen wir unbedingt mal wiederkommen. Nach 22 Uhr, so will uns scheinen, sollte man die Wirtsleute in Ruhe lassen. Sie hatten einen langen Tag. Wer aber um diese Zeit erst so richtig nachtaktiv wird, muss nicht verzweifeln, gleich gegenüber findet sich eine Flaneur-geprüfte Trinkstube: die Teutonen-Schänke. Hier kann man auch noch nach Mitternacht nette Gäste treffen. Prösterchen!
—> Grill Hellas, Teutoburger Straße 32, 33604 Bielefeld
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Am Jahnplatz ist ein Stern aufgegangen

Zu Recht stolz: Wirtsehepaar Mehmet & Kudret Firat sowie Chefkoch Celil Kaya
Ein Staunen & ein Raunen geht durch Bielefeld. Die beliebte Grillstube Firat (s. unseren Bericht von 2008) ist vom Kesselbrink zum Jahnplatz umgezogen. Und schon auf den ersten Blick ahnt man: Es ist mehr als ein Umzug. Trendsetter Mehmet Firat (er installierte seinerzeit den ersten Holzkohlegrill in einer Bielefelder Dönerstube) ist auch hier wieder ein großer Wurf gelungen. Auf zwei Etagen empfängt uns ein gastronomischer Triptychon, der Grillstube, Café und Cocktailbar gekonnt vereint.
Wir lassen uns im Parterre nieder, genießen den Fensterblick auf die abendlich-urbane Wilhelmstraße und starten mit einem Erfrischungsgetränk. Zielgenau wählen wir aus der Angebotspalette Efes-Pilsener, das sogar aus Becks-Gläsern angenehm mundet. Souverän aufgetragen wird das süffige Abendgetränk von Asis Samuelles, ein Gastroprofi, der elf Jahre im stadtbekannten New Orleans gekellnert hat und nun seine Fachkompetenz dem Firat-Grill zur Verfügung stellt. Aber jetzt heißt es, eines der verlockenden Gerichte auszuwählen. Besonders hübsch lächelt das Paprika-Tagesgericht, und nicht minder freundlich schaut das Klösschen-Tagesgericht drein. Doch kurzentschlossen greifen wir alle zum Lammfleisch-Bohnen-Tagesgericht. Es ist enorm köstlich und wird mit reichlich Fladenbrot sowie mit reichlich Reis serviert. Nur unser verehrter Lieblingsgast Henner schert aus und fällt über den Thunfischsalat her. Hierzu erhält er eine schöne Portion locker zerbröselten Schafskäse, was ihm gut gefällt.
Nachdem wir wohlig gesättigt sind, zeigt sich Wirt Mehmet Firat als wahrer Menschenfreund und stellt uns ungefragt einen hübschen Teller mit Süßspeisen vor die Augen. Alsdann präsentiert uns der Wirt nicht ohne Stolz seinen sympathischen Chefkoch Celil Kaya. Der Meister hat diverse Berufsjahre damit verbracht, den türkischen Präsidenten zu bekochen. Und wie lässt sich sowas steigern? Klarer Fall, indem er die Bielefelder Flaneure bekocht, was ja heute mit Erfolg geschehen ist. In der ersten Etage wachen Wirtstochter Dicle Firat und Levent Kartal über Wohl und Wünsche der Gäste. Verlockend erstrahlt hier eine relaxte Baratmosphäre in den Bielefelder Abend, so dass wir uns vornehmen, unbedingt noch einmal für die angebotenen Cocktails einzukehren.
—> Firat, Wilhelmstraße 1b, 33602 Bielefeld
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Unser Imbiss im Viertel um den Ostmannturm (Inzwischen Geschichte)

Stets vorbildlicher Kundenkontakt: Die Wirtsleute Murat & Emel Eker
Vom Kesselbrink geht’s heute in das Stadtviertel, das im Schatten des Ostmannturms lebt. Wir schlendern die August-Bebel-Straße entlang und bewundern eine vorbildliche Ladenmischung: Zigaretten, Backwaren, Lautsprecher, Särge – alles kann man hier kaufen. Aber nun möchten wir ein ausführliches Abendmahl einnehmen, daher suchen wir den Gölbaşi-Imbiss auf. Eine frisch renovierte kleine Gaststube empfängt uns mit einem freundlichen Teetisch. Über diesen netten Kundenservice hinaus hat Wirt Murat Eker auch Handfestes zu bieten. Die erfreulich nett dreinblickenden Beilagen erweisen sich als schmackhaft und bekömmlich. Mit lecker gegarten Hahnbeinen und würzigem Gemüsemix lockt das Tagesgericht und muss deshalb rücksichtslos dran glauben. Außerdem machen wir uns erfolgreich über die Thunfischpizza (mit extra Zwiebeln) her. Und die Dönerteller befeuern wir noch extradick mit diesem roten Pulver (wie heißt das noch gleich?). Am Ende sind wir alle pappsatt und zufrieden. Allerdings haben wir auch Flöhe im Bauch von all der vielen Cola & Fanta, die wir (neben einem einsamen Ayran) in uns reingeschüttet haben.
Am Nebentisch beobachten wir jemanden, der gerade erst damit beginnt, seinen ganz großen Hunger zu bekämpfen. Der Sohn des Hauses ist es, er heißt Abdurrahman und isst andächtig die mächtige Dönertasche, die ihm sein Vater gegeben hat. Sein Vater Murat Eker ist kein Amateur, sondern ein gelernter Koch, der sein Handwerk versteht. Und so berichtet er uns von seinen strategischen Ideen, mit denen er die mannigfaltige Kundschaft begeistern will. Wir sind uns sicher, dass ihm das gelingen wird. Er betreibt seinen Grill erst seit wenigen Wochen, aber die Besucherzahl, die wir beobachten dürfen, lässt Gutes orakeln.
Als wir schließlich den gastlichen Ort mit herzlichem Gruß verlassen, stellen wir fest, dass wir einen tiefen Eindruck auf Abdurrahman gemacht haben müssen. Denn wir verschwinden schon draußen im Abenddunkel und sein Vater räumt unseren Tisch ab, aber Abdurrahman schaut uns noch lange hinterher.
—> Gölbaşi Imbiss, August-Bebel-Straße 28, 33602 Bielefeld
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Multiauswahl, multilecker und multisatt im Multigrill

Wissen wie man Bäuche überglücklich macht: Wirt Tümer Çak & sein versierter Chefkoch
Unser Tagwerk ist vollbracht, nun begeben wir uns auf die Suche nach Nahrung und Geselligkeit. Besonders erfolgreich eröffnet man einen solchen Abend offenbar mit der Einkehr im Multigrill nahe Endstation Babenhausen Süd. Wir sind begeistert, denn Profiwirt Tümer Çak verabreicht hier den zweifellos besten Vorspeisenteller von ganz OWL. Danach lassen wir uns das Tagesgericht mit einem lieben Brotkorb servieren, und auch hier werden wir rundum zufrieden gestellt. Am Ende testen wir noch die konfettibunte Multipizza, dann sind allerdings auch wir satt. Zwar hat Herr Çak zwischendurch damit gedroht, den doppelten Preis zu erheben, wenn wir nicht alles aufessen, doch er hat vergebens gedroht, denn dankbar lecken wir alle Teller blank.
Für soviel Gaumenglück hat der Multigrill natürlich unser Ehrengraffiti verdient. Und wir freuen uns sehr, dass wir anschließend gleich neben der Eingangstür den stolzen Wirt neben dem Graffiti fotografieren können.
—> Multigrill, Babenhauser Straße 15, 33613 Bielefeld
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Hier und heute gekührt: Das Tagesgericht der Woche!

Die Helden des Tagesgerichts am Arbeitsplatz: Wirt Aydin Gültekin und Koch Latif Yikici
Die Herforder Straße liegt im Abendlicht. Beständig pulsieren ihre Verkehrsströme in alle Himmelsrichtungen. Eine Großraum-Tankstelle lädt mit stoischer Mine zum Verweilen ein. Am Parkstreifen vor der Tanke bringen wir unsere Limousine zum Halten. Versteckt sich weiter rechts nicht eine Dönerstube? Ja genau. Also soll sie uns heute für die Nacht sättigen.
Ein gut besuchter Gastraum empfängt uns. Viele Leute sitzen an den Tischchen und speisen, trinken und plaudern. Ein Postmann sitzt in seiner Arbeitskleidung an einem kleinen Tisch und speist allein, er hat wohl endlich Feierabend und gönnt sich was Gutes. Nun gönnen wir uns auch was Gutes, und zwar vier Tagesgerichte für vier hungrige Männer. Dazu wird für jeden ein Schälchen Reis geliefert sowie ein Körbchen Knusperbrot. Wahrhaft köstlich, dieses Tagesgericht, wir können unser Verzücken kaum bändigen. Dazu gibt es alkoholfreie Getränke aus recht unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Am Ende loben wir Wirt Aydin Gültekin und Koch Latif Yikici sehr für ihre große Kunst.
Und dann sehen wir einen Post-LKW ungestüm an an unserem Fenster vorbeibrummen. Richtung Herford geht seine Fahrt, und am Steuer erkennen wir genau jenen Postmann, der noch vor fünf Minuten an unserem Nebentisch saß und aß.
—> Antep Sofrasi, Herforder Straße 108, 33602 Bielefeld


