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15 Beiträge mit Schlagwort 'Sölter'

Brennpunkt Klosterplatz

So sehen Klosterplatz-Eroberer aus: Nicolas Geipel und Jonas Wittenborn

So sehen Klosterplatz-Eroberer aus: Nicolas Geipel und Jonas Wittenborn

Prima Atmosphäre auf zwei Etagen und Zapfbier aus Tschechien – das fängt ja gut an. “Zwanzig Dreizehn” heißt die Gaststube, die Leben in die Problemzone Klosterplatz bringt. Wir sind gespannt, wie hier das Abendmahl aussieht. Unser heutiger Gast ist Christian Schulz, und der fühlt sich sichtbar wohl, denn der Start mit drei Würzsalben zum fröhlichen Tunken erfreut sein Herz. Ein gütiges Lammcurry mit filigraner Deko in floraler Optik und die dicken Burger mit Speck, Zwiebeln und einer Salbe namens Guacamole sind einwandfrei. Es folgen ein gutes Schnitzelstück mit wertvollen Bratkartoffeln sowie eine sehr sahnig Pasta mit Scampi. Wir dürfen also notieren: Hier lässt sich gut leben.

Aber was macht unser verehrter Herr Sölter? Hochkonzentriert löffelt er ein Süppchen thailändischer Bauart, das ihm als Tom Kha Gai serviert wurde. Nun hat er den Teller geleert und schlägt dreimal mit dem Löffel an sein Glas. Alsdann erhebt er sich, räuspert in die Vorderpfote und spricht wie folgt: “Männer!” Kurze Pause. “Diese Suppe wird in der Speisekarte als ‘Tom Kha Gai’ bezeichnet, meint also Hühnersuppe mit Kokosmilch, Pilzen, Tomaten und – wichtig! – Zitronengras. Serviert wurde jedoch ‘Tom Kha Gung’. Was im Prinzip natürlich das gleiche Grundsüppchen ist, allerdings im Original nur mit Garnelen, sprich: kein Hühnerfleisch. In Europa beides. Ich sag immer: eingedeutscht. Im Original gehört etwas mehr Zitronengras und Ingwer rein, aber für ein deutsches Lokal: tiptop!” Konziliant lächelnd setzt er sich nieder und nimmt entspannt unseren dankbaren Applaus entgegen.

Plötzlich erscheint die freundliche Bedienung mit amerikanischem Mais-Whiskey, in den ein Hieb Honig eingeklemmt wurde. Portioniert im Goldbecher. Nach dem Prosit brummen die einen zufrieden, doch die anderen fürchten sich vor Karies. Danach notieren wir, dass rauchende Gäste nicht genötigt werden, wie Hunde vor einer Metzgerei zu lagern, sondern durch einen Lichthof behütet werden. Hier stöbern wir die “Zwanzig Dreizehn”-Wirte Nicolas Geipel und Jonas Wittenborn auf. Beim Tabaksplausch lassen wir sie von den Erfahrungen mit ihrer Disco in Steinhagen erzählen und von den Ideen, die sie ins “Zwanzig Dreizehn” gesteckt haben: Freundlichkeit, Leckerkeit, Bezahlbarkeit. Eine der Ideen kann man sogar trinken: Eine gelungene Mirabellenflüssigkeit, die unser Lob erntet. Sie entpuppt sich als handgemachter Likör aus Steinhagen. In diesem Gemütlichkeitsmodus lassen wir den Abend gern lang werden. Die freundliche Bedienung hat inzwischen Feierabend, macht aber nix, denn die Jungwirte servieren halt weiter bis alles gesagt und getrunken ist. Ja, so geht es gewiss gut voran mit dem Kosterplatz.

—> Zwanzig Dreizehn, Klosterplatz 13, 33602 Bielefeld

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Bielefelds erste Pizzastube

Nette Geister in Ferdis Pizza-Pinte: Service Julia Buchmann und Koch Kai Cornelissen

Nette Geister in Ferdis Pizza-Pinte: Service Julia Buchmann und Koch Kai Cornelissen

In memoriam Ferdinand Bobenhausen, 1945 – 2013

Ein historisch bedeutsamer Ort der Bielefelder Gastronomie ist Ferdis Pizza-Pinte. 1899 eröffnete hier erstmals eine Schankwirtschaft. Ihr Name lautete Zur Neuen Zeit, doch in Wirklichkeit zog die neue Zeit erst 1971 hier ein. Ferdinand Bobenhausen, ein aus Lippe eingewanderter junger Mann war es, der die Gaststätte in einen ultramodernen Treffpunkt für junge Leute verwandelte – denn Ferdis Pizza-Pinte war Bielefelds erste Studentenkneipe sowie erste Pizzakneipe in einem. Die Pizza war damals ein Novum in Deutschland. Vor allem die Jugend begeisterte sich für diese ebenso fremde wie preisgünstige Speise. Durch Ferdi war sie somit endlich in Bielefeld angekommen. Berühmt wurde der Trendsetter auch durch sein singuläres Live-Musik-Programm. Ob Hamish Imlach, Hannes Wader oder Klaus der Geiger – bei Ferdi wurden Tonträger aufgezeichnet und auch das WDR-Fernsehen kam schon mal hinzu.

“Lieber ein billiges Vergnügen als ein teures Abenteuer” urteilte Dora Hartmann 1993 in dem Gastrobrevier Zwischen Sekt und Selters über Ferdis Pizza-Pinte und zählte die Jahresringe, die Gäste und Gaststube inzwischen angesetzt hatten. Ferdi hatte sich 1987 als Wirt verabschiedet und anderen Ideen zugewandt (z.B. hausgemachte Pasta zum Mitnehmen, womit er seiner Zeit aber leider voraus war), doch als Gast blieb er seiner Pizza-Pinte treu. Und heute? Im Frühjahr 2013 verstarb Ferdi (die NW berichtete mit schönem Foto), und wir besuchen endlich die Pizza-Pinte, um nach Ferdis Geist zu suchen.

Statt wie früher schnodderiges DAB gibt es heute goldenes Rotingdorfer aus dem gleichnamigen Weiler bei Werther. Wenn Ferdi in der Küche arbeitete, deponierte er seine Filterlose im Ascher beim Durchgang zum Tresen. Heute wird unser Herr Sölter, Bielefelds großes Rauchervorbild, zum leisen Rauchen vor die Tür geschickt. Den Vorspeisenteller erwähnen wir nicht, denn den hätte der junge Ferdi nicht verstanden. Auch Tassensoße zum genormten Jägerschnitzel hätten ihn befremdet. Aber was ist mit der Pizza? Sie trumpft bunt und sättingungspotent auf, steht aber mutmaßlich in keiner verwandschaftlichen Beziehung zu Ferdis Urpizza. Wie auch? Allein der Teig, ihn lieferte damals täglich frisch der Bäcker von der Ecke unten an der Bremer Straße. So wandeln sich die Zeiten. Doch eines ist gleich geblieben: nette junge Leute in der Küche und im Service! Schön, so lebt Ferdis Geist weiter.

—> Ferdis Pizza-Pinte, Schmiedestraße 9, 33613 Bielefeld

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In der Mottenkiste brennt noch Licht (inzwischen Geschichte)

War uns einen schönen Abend lang ein treusorgender Vater: Wirt Peter Köcher

War uns einen schönen Abend lang ein treusorgender Vater: Wirt Peter Köcher

Bielefeld bereitet sich auf die Nachtruhe vor. Wir hingegen stromern noch durch die Heeper Straße, denn wir brauchen einen Schlürschluck, um den Heimweg zu finden. Welche treue Gaststube mag uns jetzt noch aufnehmen? Siehe da, in der Mottenkiste brennt noch Licht! Seit 2004 wird sie von Wirt Peter Köcher geführt. Der alte Gastro-Hase hat schon viel gemacht, wie zum Beispiel seinerzeit die Bayernlandhalle im Safaripark Stukenbrock. Nun glänzt seine Mottenkiste mit einem wunderbaren Branntweinsortiment und daraus serviert uns Peter Köcher heute alles, was wir wollen.

Schon beim Betreten der Mottenkiste gibt es ein ganz großes Hallo, denn unser verehrter Herr Sölter trifft nach langen Jahren genau die Frau wieder, die ihn in seiner Jugend maßgeblich mit wohlschmeckenden Nahrungsmitteln versorgt hat. Nein, wir sprechen nicht von seiner Mutter, sondern von Christa Bartsch. Die grundsympathische Frau war von 1983 bis 1996 Chefserviererin im Grilltiegel, einem Imbiss, der damals in den heutigen Mottenkisten-Räumlichkeiten wohnte. Dort fütterte Christa Bartsch den juvenilen Herrn Sölter regelmäßig mit guten Pommes plus dänischer Remouladensoße. Noch heute schwärmt er davon in den höchsten Tönen. Inhaberin des Grilltiegels war übrigens die Imbissveteranin Roswitha Böse, die bis heute jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt (rechts auf unserem Archivbild) ein köstliches Zwiebel-Schaschlik austeilt. Während sich Christa Bartsch und Herr Sölter fulminant über ihr unerwartetes Wiedersehen freuen, begrüßen wir Thomas Kaiser, den Wirt der unvergessenen Trinkstube Zum wilden Mann. Alsdann lernen wir die zufriedenen Gäste Jura und Luba kennen und stoßen schließlich mit solidem Branntwein aus Lemgo auf den gelungenen Abend an. Unser Herr Sölter ist vom Verlauf des entzückenden Abends dermaßen begeistert, dass er seine lieben Eltern fernmündlich über jedes Detail informiert. Schön, gell?

—> Mottenkiste, Heeper Straße 186, 33607 Bielefeld

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Hochgenuss dank Knossos-Schnitzel (inzwischen Geschichte)

Unser großer Dank gilt Koch Epaminondas Melabiotis und Serviererin Beata Milberg

Unser großer Dank gilt Koch Epaminondas Melabiotis und Serviererin Beata Milberg

Schwarze Nacht liegt über der Jöllenbecker Straße und wir sind auf der Suche nach Nahrung. Soeben haben wir die Apfelstraße passiert, da leuchtet uns ein guter Stern. Knossos heißt die Futterkrippe, die uns aufnimmt. Wir platzieren uns an der geräumigen Theke, wo Beata Milberg vorzügliche Freundlichkeit und schönes Pilsbier austeilt. Der musikalische Raumklang pendelt zwischen griechischer Freude am Leben und ehrlichem WDR-4-Menü: “Gutes bleibt”. Für das Abendmahl wechseln wir zu einem prächtigen Hochtisch, der von zwei topaktuellen Spielautomaten flankiert wird, die einzelne Gäste gelegentlich versonnen bespielen.

Nun aber trägt Beata Milberg auf. Sie startet mit einem astreinen Vorspeisenteller, der uns schmatzen lässt. Alsdann serviert die charmante Frau seriöse Schnitzel mit würzigen Champignons. Die Schnitzel sind erstaunlich üppig und schmecken großartig. Dazu gesellen sich einwandfreier Bauernsalat sowie ausgezeichnete griechische Kartoffeln. Nun gestaltet sich jeder sein Schnitzel individuell: ob mit Pommes oder mit Bauernsalat oder mit griechischen Kartoffeln – immer sind sie ein Genuss! Am Ende dieser wunderbaren Völlerei bitten wir den Koch an unseren Tisch. Sein Name ist Epaminondas Melabiotis, und wir danken ihm sehr für das, was er uns angetan hat. Bei der folgenden Plauderei erfahren wir, dass er einst als so genannter Gastarbeiter nach Bielefeld gekommen ist. Bei Dürkopp hat er damals gearbeitet, aber schon 1983 wechselte er zur Gastronomie, der er seither die Treue gehalten hat. Am Ende lässt uns Herr Melabiotis von seinem vielsternigen griechischen Weinbrand naschen – einen extraweichen Metaxa, an dem man sich gut festtrinken kann.

Auf dem Weg zum Abort entdeckt unser Herr Sölter, der stadtbekannte Genussraucher, voller Glück einen historischen Zigarettenautomaten. Grundsolide Automatentechnik in geradlinigem Retro-Look, lautet seine Einschätzung und wir beratschlagen, ob wir den Automaten für ein noch zu gründendes Bielefelder Flaneurmuseum sichern sollten. Doch das fragen wir Herrn Melabiotis erst bei unserem nächsten Besuch. Zum Beispiel an einem der Wochenenden, wenn hier griechische Livemusik aufspielt. Wer wollte sich das entgehen lassen!

—> Knossos, Jöllenbecker Straße 141, 33613 Bielefeld

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Sechs Jahre Bielefelder Flaneure

Extra schön: Unsere diesjährige Geburtstagskarte für Bielefeld

Extra schön: Unsere diesjährige Geburtstagskarte für Bielefeld

Aus Anlass unseres sechsten Dienstjubiläums werden wieder prima Flaneurkarten in Bielefelder Gaststuben verteilt. Natürlich gratis, und mit Informationen ausgestattet, die beweisen: Flaneur-Karten machen klüger.

—> Unser Gruß des Tages gilt dem wunderbaren Movin Verlag und Frau Diana Hildebrandt.

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