13 Beiträge mit Schlagwort 'Sölter'
In der Mottenkiste brennt noch Licht
Bielefeld bereitet sich auf die Nachtruhe vor. Wir hingegen stromern noch durch die Heeper Straße, denn wir brauchen einen Schlürschluck, um den Heimweg zu finden. Welche treue Gaststube mag uns jetzt noch aufnehmen? Siehe da, in der Mottenkiste brennt noch Licht! Seit 2004 wird sie von Wirt Peter Köcher geführt. Der alte Gastro-Hase hat schon viel gemacht, wie zum Beispiel seinerzeit die Bayernlandhalle im Safaripark Stukenbrock. Nun glänzt seine Mottenkiste mit einem wunderbaren Branntweinsortiment und daraus serviert uns Peter Köcher heute alles, was wir wollen.
Schon beim Betreten der Mottenkiste gibt es ein ganz großes Hallo, denn unser verehrter Herr Sölter trifft nach langen Jahren genau die Frau wieder, die ihn in seiner Jugend maßgeblich mit wohlschmeckenden Nahrungsmitteln versorgt hat. Nein, wir sprechen nicht von seiner Mutter, sondern von Christa Bartsch. Die grundsympathische Frau war von 1983 bis 1996 Chefserviererin im Grilltiegel, einem Imbiss, der damals in den heutigen Mottenkisten-Räumlichkeiten wohnte. Dort fütterte Christa Bartsch den juvenilen Herrn Sölter regelmäßig mit guten Pommes plus dänischer Remouladensoße. Noch heute schwärmt er davon in den höchsten Tönen. Inhaberin des Grilltiegels war übrigens die Imbissveteranin Roswitha Böse, die bis heute jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt (rechts auf unserem Archivbild) ein köstliches Zwiebel-Schaschlik austeilt. Während sich Christa Bartsch und Herr Sölter fulminant über ihr unerwartetes Wiedersehen freuen, begrüßen wir Thomas Kaiser, den Wirt der unvergessenen Trinkstube Zum wilden Mann. Alsdann lernen wir die zufriedenen Gäste Jura und Luba kennen und stoßen schließlich mit solidem Branntwein aus Lemgo auf den gelungenen Abend an. Unser Herr Sölter ist vom Verlauf des entzückenden Abends dermaßen begeistert, dass er seine lieben Eltern fernmündlich über jedes Detail informiert. Schön, gell?
—> Mottenkiste, Heeper Straße 186, 33607 Bielefeld
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Hochgenuss dank Knossos-Schnitzel (inzwischen Geschichte)
Schwarze Nacht liegt über der Jöllenbecker Straße und wir sind auf der Suche nach Nahrung. Soeben haben wir die Apfelstraße passiert, da leuchtet uns ein guter Stern. Knossos heißt die Futterkrippe, die uns aufnimmt. Wir platzieren uns an der geräumigen Theke, wo Beata Milberg vorzügliche Freundlichkeit und schönes Pilsbier austeilt. Der musikalische Raumklang pendelt zwischen griechischer Freude am Leben und ehrlichem WDR-4-Menü: “Gutes bleibt”. Für das Abendmahl wechseln wir zu einem prächtigen Hochtisch, der von zwei topaktuellen Spielautomaten flankiert wird, die einzelne Gäste gelegentlich versonnen bespielen.
Nun aber trägt Beata Milberg auf. Sie startet mit einem astreinen Vorspeisenteller, der uns schmatzen lässt. Alsdann serviert die charmante Frau seriöse Schnitzel mit würzigen Champignons. Die Schnitzel sind erstaunlich üppig und schmecken großartig. Dazu gesellen sich einwandfreier Bauernsalat sowie ausgezeichnete griechische Kartoffeln. Nun gestaltet sich jeder sein Schnitzel individuell: ob mit Pommes oder mit Bauernsalat oder mit griechischen Kartoffeln – immer sind sie ein Genuss! Am Ende dieser wunderbaren Völlerei bitten wir den Koch an unseren Tisch. Sein Name ist Epaminondas Melabiotis, und wir danken ihm sehr für das, was er uns angetan hat. Bei der folgenden Plauderei erfahren wir, dass er einst als so genannter Gastarbeiter nach Bielefeld gekommen ist. Bei Dürkopp hat er damals gearbeitet, aber schon 1983 wechselte er zur Gastronomie, der er seither die Treue gehalten hat. Am Ende lässt uns Herr Melabiotis von seinem vielsternigen griechischen Weinbrand naschen – einen extraweichen Metaxa, an dem man sich gut festtrinken kann.
Auf dem Weg zum Abort entdeckt unser Herr Sölter, der stadtbekannte Genussraucher, voller Glück einen historischen Zigarettenautomaten. Grundsolide Automatentechnik in geradlinigem Retro-Look, lautet seine Einschätzung und wir beratschlagen, ob wir den Automaten für ein noch zu gründendes Bielefelder Flaneurmuseum sichern sollten. Doch das fragen wir Herrn Melabiotis erst bei unserem nächsten Besuch. Zum Beispiel an einem der Wochenenden, wenn hier griechische Livemusik aufspielt. Wer wollte sich das entgehen lassen!
—> Knossos, Jöllenbecker Straße 141, 33613 Bielefeld
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Sechs Jahre Bielefelder Flaneure
Aus Anlass unseres sechsten Dienstjubiläums werden wieder prima Flaneurkarten in Bielefelder Gaststuben verteilt. Natürlich gratis, und mit Informationen ausgestattet, die beweisen: Flaneur-Karten machen klüger.
—> Unser Gruß des Tages gilt dem wunderbaren Movin Verlag und Frau Diana Hildebrandt.
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Bielefeld im Glück: Larissa 2.0
Ein Raunen geht durch Bielefeld: “Larissa hat wieder eröffnet”, so mailt uns voller Freude Larissa-Fan Burkhard Schweighöfer. Bekanntlich hatte der beliebte Grill 2009 durch eine schwere Gebäudeinsuffizienz Totalschaden erlitten. Aber die fleißigen Wirtsleute Ari haben in jahrelanger Klein- und Heimarbeit alles wieder instandgesetzt, so dass wir heute dankbar Herrn Schweighöfers Tipp folgen und Larissa 2.0 begutachten werden.
Herr und Frau Ari haben sich gar nicht verändert, nur die beiden Söhne sind groß geworden und packen schon fleißig mit an. Brav. Nun lassen wir unsere Blicke schweifen. Alles ist fein hergerichtet, alles erstrahlt frisch renoviert. Je länger wir schauen, desto philosopischer wird uns zumute. Kein Wunder, denn an den Wänden finden sich 3-D-Sinnbilder der Topografie klassischer europäischer Philosophie. Scherzbolde behaupten, es handele sich dabei um Allegorien des Larissa-Unfalls, aber das ist natürlich Quatsch.
Aaah, unsere schönen Beilagensalate sind angerichtet! Dann wird es also langsam ernst. Der Getränkeschrank beherbergt erfreulich viele Sorten Erfrischungsgetränke. Wir entscheiden uns schnell für das liebliche Efes und sind nun aufgeregt wie sonstwas, ob die Speisen noch so schmackhaft sind wie damals. Und sie sind es. Wir starten mit dem Hausteller, den wir dankbar loben. Als unverändert klasse stellen sich auch die gefüllten Steaks dar. Astrein ist die Riesenfrikadelle, saftig gefüllt mit Schafskäse. Erfreut notieren wir, dass auch die Larissa-Pizza weiterhin prima mundet. Wie zum Beipspiel die Pizza Olympia. Aber auch im Kleinen erfahren wir viel Freude. So ist unser verehrter Herr Sölter von der seltenen Güte der Larissa-Mayonnaise begeistert und lässt sich daher gern eine Extraportion Mayo zuführen. Und das alles weiterhin zu Preisen, die erschreckend niedrig sind. Die ganze Zeit sorgt Wirtin Maki Ari wie eine Mutter für uns. Am Ende lässt uns nur gehen, wenn wir eine schöne Rutsche Abschlussouzo genossen haben. Damit stoßen wir gern auf das Glück des neuen Grill Larissa an: Hipp, hipp, hurra! Auf einen guten Neustart!
Übrigens: Die Interviews unseres ersten Flaneur-Films wurden 2007 im Larissa aufgezeichnet.
—> Larissa, August-Bebel-Straße 130, 33602 Bielefeld
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Goldene Grappa unter rotem Neon
Jeder kennt die Freitzeitmeile, die seit 2001 rund um den Emil-Groß-Platz entstanden ist. Heute besuchen wir genau das Gasthaus, was sich hier als erstes niedergelassen hat und somit zur Initialzündung dieses gastronomischen Epizentrums wurde: Das Mellow Gold. Die kleine Gaststube ist fast komplett besetzt. Wir beziehen den letzten Hochtisch und lassen und von der freundlichen Bedienung Bierchen bringen. Ganz klar: Hier herrscht Wohnzimmeratmosphäre. Man trifft sich, man kennt sich, man verbringt den Abend hier. Obwohl fast alle Gäste ein Abendmahl ordern, lässt unsere Speise nicht lange auf sich warten. Als guter Start begüßt uns ein viellagiges Sandwich mit Schafskäse. Note: Saftig und vollmundig. Der süffige Steckrübeneintopf wärmt die Seele, und die Gemüse-Lasagne erhält als Sozius einen kleinen Salat. Beide erfüllen bestens ihre Schmeck- und Sättigungsaufgaben. Und als sich die Pasta mit Austernpilzen als üppig und nicht von schlechten Eltern entpuppt, sind wir endgültig gesättigt und loben den Koch.
Langsam wird der Abend älter und plötzlich erscheint ein neonrotes Abendleuchten am Mellow Gold-Abendhimmel. Gleichzeitig überrascht uns Geschäftsführer Goran Tomić mit einer feinen goldfarbenen Grappa, so dass unser Prosit doppelt froh erklingt. Am Ende schwärmt uns Herr Sölter dermaßen begeistert die Ohren voll, wie gut das Frühstück im Mellow Gold sei, dass wir erwägen, einfach bis zum Frühstück zu bleiben. Ob wir uns so entschieden haben, können Sie ja dann bei Goran Tomić erfragen.
—> Mellow Gold, Karl-Eilers-Straße 22, 33602 Bielefeld






