65 Beiträge mit Schlagwort 'Schnitzel'
Im Biotop der Zufriedenheit
Wer Heepen kennt, kennt auch den Gasthof Wedding. Schon seit 1743 wacht er treu über Hunger und Durst in dem lauschigen Suburb am östlichen Bielefelder Rand. Die Gaststube ist gut besucht. Entspannt sitzt man beim Schnitzelteller mit Pilsbier und lässt den Tag gesellig ausklingen. Unterschiedliche Gruppen und Vereine nutzen das Wedding als Lebensmittelpunkt. Ob Knobel- oder Skatrunden, ob Fußballer oder Gesangsverein, alle fühlen sich hier wohl. Heute tagt in einem Nebenraum die – Obacht, korrekte Bezeichnung – Schützengesellschaft des Amtes Heepen e.V., allerdings ohne Waffen (schade), aber mit dem amtierenden Schützenkönig (immerhin). Im anderen Nebenraum begrüßen wir den Wedding-eigenen Platzhirsch, der über die ordnungsgemäße Nutzung des Veranstaltungssaals wacht.
Als Indiz ehrlicher Fürsorge bewerten wir die Tatsache, dass Wirt Guido Schoppengerd Gläser mit gesalzenen Erdnüsschen aufgestellt hat. Doch nun widmen wir uns den Gaben der Küche. Solide ist das Zwiebelschnitzel mit schönen Bratkartoffeln. Nicht weniger harmonisch ist das Jägerschnitzel mit bewährten Kroketten. Dazu werden erfrischende Salatteller gereicht. Auch das Pizza-Speisesegment beherrscht die Wedding-Küche. Als bunt, frech und guter Sattmacher stellt sich uns die Pizza Arlecchino vor.
Nach erfolgreicher Vollsättigung bitten wir Wirt Guido Schoppengerd zum Spätbiergespräch. Bereitwillig gibt uns der nette Mann Auskunft über sein Wirtsleben im Speziellen (“Meine Eltern waren Gastronomen im Kreis Gütersloh”) und im Allgemeinen (“Als Wirt ist man Seelentröster. Ich könnte einen Beichtstuhl aufstellen”). Zufrieden verlassen wir zu später Stunde den gastlichen Ort und wissen: Um Heepen muss es uns nicht bang sein – so lang Guido Schoppengerd den Gasthof Wedding führt. Und im Juli kommen wir wieder, denn dann lodert in Heepen das 181. Heeper Schützen- und Volksfest.
—> Gasthof Wedding, Vogteistraße 2, 33719 Bielefeld
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Siggis amtliche Schnitzel
Oho, der Laden brummt aber gut. Alle Tische sind mit Gästen belegt, die prall gefüllte Teller in Arbeit haben. Nur an der Theke finden wir noch letzte freie Plätze. Hier lassen wir uns strategisch günstig nieder. Die netten Stammgäste Susanne und Pia versichern uns glaubwürdig, dass man sich hier 1a wohlfühlen kann. Interessiert erfahren wir außerdem, dass Susanne eigentlich Ziara heißt und eine Meisterin des orientalischen Tanzes ist. Im Hintergrund knistert hübsch ein Wohnzimmerlagerfeuer, und als eindeutiger Beweis für die Funktionstüchtigkeit dieser Gastronomie hängt ein guter alter Sparschrank an der Wand.
Aber nun kommt auch schon unsere Lieferung. Erstaunlich groß und erfreulich deftig tritt das Zigeunerschnitzel mit Bratkartoffeln auf. Einen nicht weniger imposanten Eindruck hinterlässt das Jägerschnitzel. Gelobt werden muss außerdem das Schnitzel mit Schmorpilzen sowie das Schnitzel mit Pfifferlingen. Am Ende verputzen wir noch das Schnitzel namens Siggi, eine käsegedeckelte Kreation aus Fleisch und Spargel. Keine Zweifel: Alle Schnitzel sind amtliche Schnitzel. Wer danach noch Hunger hat, dessen Magen ist perforiert. Nun rülpsen wir andächtig in die Vorderpfoten und lassen uns alsdann von der sympathischen Zapfqueen Mareike eine schöne Trinkreihe servieren. Danach erzählt sie uns abenteuerliche Geschichten aus ihrer langen Gastroerfahrung. Und wir dachten, wir würden schon alles wissen …
Zu vorgerückter Stunde mischt sich Koch Siggi unter die Gäste. Endlich hat er Zeit, selbst etwas zu essen. Heute genehmigt er sich einen fetten Garnelenburger, der liebreizend dreinschaut. Wirtin Anke hat heute ihren freien Tag, ist aber trotzdem kurz auf ein Hallo reingekommen. Gern gratulieren wir ihr zu ihrer feinen Wirtsstube. Gesittete Preise, gute Laune, Wohnzimmeratmosphäre – was will man mehr! Übrigens kann man sich Siggis Schnitzel auch nach Hause liefern lassen. Bis 24 Uhr. Das nennen wir wahre Menschenliebe.
—> Dart Pub, Bleichstraße 197, 33607 Bielefeld
—> Lieferservice: 0521 – 38689
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Hochgenuss dank Knossos-Schnitzel (inzwischen Geschichte)
Schwarze Nacht liegt über der Jöllenbecker Straße und wir sind auf der Suche nach Nahrung. Soeben haben wir die Apfelstraße passiert, da leuchtet uns ein guter Stern. Knossos heißt die Futterkrippe, die uns aufnimmt. Wir platzieren uns an der geräumigen Theke, wo Beata Milberg vorzügliche Freundlichkeit und schönes Pilsbier austeilt. Der musikalische Raumklang pendelt zwischen griechischer Freude am Leben und ehrlichem WDR-4-Menü: “Gutes bleibt”. Für das Abendmahl wechseln wir zu einem prächtigen Hochtisch, der von zwei topaktuellen Spielautomaten flankiert wird, die einzelne Gäste gelegentlich versonnen bespielen.
Nun aber trägt Beata Milberg auf. Sie startet mit einem astreinen Vorspeisenteller, der uns schmatzen lässt. Alsdann serviert die charmante Frau seriöse Schnitzel mit würzigen Champignons. Die Schnitzel sind erstaunlich üppig und schmecken großartig. Dazu gesellen sich einwandfreier Bauernsalat sowie ausgezeichnete griechische Kartoffeln. Nun gestaltet sich jeder sein Schnitzel individuell: ob mit Pommes oder mit Bauernsalat oder mit griechischen Kartoffeln – immer sind sie ein Genuss! Am Ende dieser wunderbaren Völlerei bitten wir den Koch an unseren Tisch. Sein Name ist Epaminondas Melabiotis, und wir danken ihm sehr für das, was er uns angetan hat. Bei der folgenden Plauderei erfahren wir, dass er einst als so genannter Gastarbeiter nach Bielefeld gekommen ist. Bei Dürkopp hat er damals gearbeitet, aber schon 1983 wechselte er zur Gastronomie, der er seither die Treue gehalten hat. Am Ende lässt uns Herr Melabiotis von seinem vielsternigen griechischen Weinbrand naschen – einen extraweichen Metaxa, an dem man sich gut festtrinken kann.
Auf dem Weg zum Abort entdeckt unser Herr Sölter, der stadtbekannte Genussraucher, voller Glück einen historischen Zigarettenautomaten. Grundsolide Automatentechnik in geradlinigem Retro-Look, lautet seine Einschätzung und wir beratschlagen, ob wir den Automaten für ein noch zu gründendes Bielefelder Flaneurmuseum sichern sollten. Doch das fragen wir Herrn Melabiotis erst bei unserem nächsten Besuch. Zum Beispiel an einem der Wochenenden, wenn hier griechische Livemusik aufspielt. Wer wollte sich das entgehen lassen!
—> Knossos, Jöllenbecker Straße 141, 33613 Bielefeld
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Quelle und seine Oase
Heute sind wir nach Quelle gereist. In einen Stadtteil also, von dem die Sage geht, er sei nur gegründet worden, damit genügsame Menschen einen Platz zum Schlafen finden. Doch das stimmt nicht, denn: Quelle hat sein Restraurant Büscher. 1884 wurde das Gasthaus Büscher gegründet und sogleich hat sich, so unsere sternklare Intuition, Quelle um seinen Gasthof herum gebildet. Genauso wie sich eine Oase um eine Quelle in der Wüste bildet. In vierter Generation führen die Wirtsleute Andreas und Petra Büscher ihr Haus und pflegen diese Vergangenheit durch ausschweifende Retrodeko mit Liebe zum Detail. Und das Licht wird noch mit der Hand angemacht.
Aber auch auf den Tellern findet sich nur Handarbeit. Als Vorspiel räckelt sich ein Gruß aus der Lachsterrine auf unseren Tellern. Dem folgt ein schönes Schäufele vom Uckermärker Bio-Rind mit Erbsencreme und Kartoffelchips. Das schmackhafte Schnitzel mit Rahmchampignons wird gleich im Doppelpack geliefert. Dazu gibt es astreine Bratkartoffeln, von denen man nicht genug bekommen kann. In der gleichen Liga spielt das Schnitzel auf geschmorten Zwiebeln. Hierzu gibt es Pommes, und zwar hausgemachte Pommes, die uns schwelgen lassen. Wir nennen es das große Pommesglück von Quelle. Sinnvoll flankiert von hausgemachtem Ketchup. Darauf folgt das Flank-Steak. In Frankreich ist es als Bavette bekannt und in Deutschland fast gar nicht, aber in Quelle wird es vom Wagyū-Rind serviert, von einer Rinderrasse japanischen Ursprungs also. Mit anderen Worten: Ein wunderbares Stück vom, wie man so hört, teuersten Hausrind der Welt liegt auf unserem Teller. Und es scheckt herzzerreißend gut. Aber nicht nur uns gefällt es hier gut. Wohin man auch schaut, lächeln uns zufriedene Gäste zu. Zum Abschied überrascht uns Andreas Büscher mit einem schönen Absacker (bitte den Namen wörtlich nehmen). Die kulturelle Bedeutung eines Absackers kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn was wäre der Abschluss eines schönen Abends ohne das letzte Prosit für den Heimweg? Genau.
—> Restaurant Büscher, Carl-Severing-Straße 136, 33649 Bielefeld
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Famose Qualität in vierter Generation
Das Restaurant Bartsch besteht seit 1897 und wird in vierter Generation von den Geschwistern Susanne und Thomas Bartsch betrieben. Die Küche, die Kegelbahn, die Zapfgeschwindigkeit – alles hat einen derart guten Ruf in Bielefeld, dass die Gaststube immer bestens gefüllt ist. Mit Glück haben wir heute den letzten freien Tisch erobert und eröffnen die Tafel mit einem Wurstebrei der Meisterklasse. Astrein abgerundet durch sauer eingelegte Gemüseschätze. Nun testen wir die Göttergabe Grünkohl, und zwar in der Variante 1 mit Blutwurst sowie in der Variante 2 ohne Blutwurst. Beide Varianten lösen Glücksgefühle aus, die nicht enden wollen. Herrlich auch die dazu bestens passenden Röstkartoffeln. Große Verzückung erzeugt außerdem das mit Schinken und Käse gefüllte Schnitzel, kurz: Cordon bleu. Auf unseren Wunsch werden dazu schöne Pommes serviert. Und ein hübsch lächelnder Mischsalat steht plötzlich auch noch vor uns. Weil er mit Sellerie angereichert ist, vergeben wir Extrapunkte. Zum menschenfreundlichen Schnitzel „Jäger-Art” mit frischer Champignonrahmsauce lassen wir uns erneut eine Portion von den feinen Bratkartöffelchen reichen. Einfach zu lecker sind die Dinger. Am Nachbartisch hören wir wiederholt ebenso sanfte wie zufriedene Kaugeräusche, so dass wir abschließend notieren: Bartsch macht alle glücklich.
Doch im Hause Bartsch wird das Glück noch weiter gesteigert. Chefkellnerin Petra Berg fährt ein famoses Nachtischsortiment auf, bei dem unsere Knie weich werden. Kaum haben wir auch das bewältigt, erscheint Wirtin Susanne Bartsch mit einer wunderbaren Trage Bommi mit Pflaume. Spätestens jetzt wissen wir: Genau so muss es im Schlaraffenland zugehen. Allerdings trifft uns das Glück nicht ganz unvorbereitet. Immerhin sind wir 2008 schon einmal hier gewesen. Unvergessen unser fröhliches Kegeln, das wir damals im Bartsch-Keller mit Inbrust betrieben haben. Schön zu sehen, dass hier alles beim Alten geblieben ist. Danke für den herrlichen Abend!
—> Restaurant Bartsch, Viktoriastraße 54, 33602 Bielefeld






