<
 
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)

81 Beiträge mit Schlagwort 'Schnitzel'

Farbe wechseln und Essen fassen

War wie eine Mutter zu uns: Wirt Carsten Hübner mit original Flaneur-Siegel

War wie eine Mutter zu uns: Wirt Carsten Hübner mit original Flaneur-Siegel

Das Tagwerk ist vollbracht und wir sind ins Chamäleon eingefahren. Cirka 500 Jahre hieß die Gaststube Tangente, nun hat sie ihren Namen zu Chamäleon gewechselt. Also wollen wir nachprüfen, ob wir hier die Farbe wechseln können. Daher lassen wir uns redliches Zapfpils aus Hamburg zuführen, das den Abend, in Kombination mit Branntwein, wunderbar eröffnet. Wir schauen uns um und sind uns schnell einig, dass Wirt Carsten Hübner viel Arbeit in die Renovierung seiner Gaststube gesteckt hat. Mit Erfolg, denn nun ist alles frisch und bunt. Dann erörtern wir die Frage, ob das Chamäleon eine Trinkstube ist. Immerhin ist Carsten Hübner offensichtlich ein trainierter Blitzzapfer. Oder handelt es sich beim Chamäleon doch eher um eine Futterkrippe? Die Speisekarte bietet jedenfalls Verlockendes an. Da wir mutig sind, lassen wir es auf einen Versuch ankommen und erhalten alsbald Toast Hawaii mit Leckerfaktor. Außerdem Pfefferschnitzel sowie Zigeunerschnitzel im Bündnis mit erfrischenden Salaten. Wer zu den Pommes extra Mayo und Ketchup wünscht, wird reich beschenkt. Auch der Leberkäse mit schönen Bratkartoffeln bzw. die Bratkartoffeln mit Spiegeleiern sind wohltuend. Zufrieden stellen wir fest, dass das Chamäleon auch Mantaplatte kann, was man niemals unterschätzen darf.

Nach diesem schönen Abendmahl freuen wir uns über eine gemischte Getränkelatte, die Carsten Hübner ganz lieb für uns arrangiert hat. Dankbar erklingt unser Prosit auf den Wirt, der übrigens unter dem Pseudonym Nobse zu stadtweitem Bekanntheitsgrad gelangt ist. Wie es sich für eine Gaststube mit Tradition gehört, gibt es hier ein Speibecken, das an den alltäglichen Alkoholmissbrauch vergangener Zeiten erinnert. Ebenfalls selten geworden, ist der liebe Flipper, der hier einen Ehrenplatz hat. Und in gleich zwei Ecken finden wir stolze und spielbereite Dartmaschinen, die, so erklärt Carsten Hübner, regelmäßig von erfolgreichen Mannschaften bespielt werden. Unter den zahlreichen Gästen fällt uns Sabine Klein auf, eine Anhängerin des stark verkabelten elektrischen Nikotingenusses, den sie im Biergarten praktiziert. So fließt der Abend dahin, immer wieder angereichert durch fürsorgliche Überraschungen von Carsten Hübner, wie den entzückenden Trinkblock, so dass wir gern ein Lob auf ihn und sein Chamäleon aussprechen.

—> Chamäleon, Mühlenstraße 2, 33607 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Besuch in Klein-Manhattan

Eingerahmt: Wirt Antonio Fiorentino mit Patryk Mikulski und Valerio Fiorentino

Eingerahmt: Wirt Antonio Fiorentino mit Patryk Mikulski und Valerio Fiorentino

Die von Natur aus eher unscheinbare Gadderbaumer Straße nimmt in den letzten Jahren Anlauf zu einem Klein-Manhattan-Ähnlichkeitswettbewerb. Im Schatten ostwestfälischer Wolkenkratzer hat sich hier ein besonders kleines italienisches Restaurant niedergelassen, das San Rocco. Sein schlanker Gastraum ist mit modernem Interieur ausgestattet, aber es gibt auch historische Tupfer. Aber nun lassen wir uns verwöhnen, und zwar mit einer edlen Kalbsschnitzelvariante, dem Scaloppine vitello in sahniger Pilzsoße und mit schönen Kartoffeln. Außerdem testen wir für Sie eine herzhafte Salamipizza sowie eine gediegene Lasagne, zu der knackige Pizzabrötchen gereicht werden. Sehr zu loben ist auch der freundlich und fleißige Bierbeibringer Patryk Mikulski. Wer mag, lässt sich nach dem Abendmahl Espresso zuführen, die anderen erhalten Ramazzotti, und zwar vom Koch und Wirt persönlich, von Antonio Fiorentino. Diese Gelegenheit nutzen wir natürlich, um den netten Mann auszufragen. Im Alter von 18 Jahren kam er aus Bari in Apulien nach Bielefeld und arbeitete zunächst im Rosenhof. Später führte er mit seinem Bruder 15 Jahre lang das La Perla in Brake. Nun bewirtet er hier oftmals Feiern, denen mit 30 San-Rocco-Sitzplätzen eine gute Atmosphäre garantiert ist. Aber auch Angestellte aus den ostwestfälischen Wolkenkratzern kehren tagsüber gelegentlich zum Mittagstisch ein. Aber denen fehlt vermutlich die Muße zu langem Geplauder, was uns hingegegen einen schönen langen San-Rocco-Abend beschert.

—> Ristorante San Rocco, Gadderbaumer Straße 7, 33602 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Idylle im Grünen

Bei ihr fühlen wir uns wohl: Silvia Wenzelmann mit frisch Gezapftem

Bei ihr fühlen wir uns wohl: Silvia Wenzelmann mit frisch Gezapftem

Mit gut geölten Fahrrädern bahnen wir uns den Weg durch’s abendliche Bielefeld. Start in der Kernstadt, und nun rollen wir Richtung Heepen. Immer den Grüngürtel entlang. Plötzlich rät uns ein nettes Schild, die Gaststube des Kleingärtnervereins “Im Heeper Felde” aufzusuchen.

In dem niedlichen Gasthaus sind zwei Tische belegt – ein Esstisch und ein Trinktisch. Mit ruhiger Hand agiert hier Silvia Wenzelmann. Schnell zapft die sympathische Frau das Pils, zügig liefert sie den Schnitzelteller. Alle Gäste sind zufrieden. Offensichtlich kennt sich hier jeder. Aber auch wir werden gastfreundlich aufgenommen und begutachten nun sorgfältig die Speisekarte. Nur solide Ware – ob lecker Pommes mit Salbe oder ein herzhaftes Kotelett mit Sättigungsbeilage oder, für den ganz kleinen Hunger, der kleine Salat extra.

Die Zierde einer jeden guten Gaststube ist bekanntlich ein intakter Sparschrank. Hier ist er vorhanden. Und wenn es draußen kalt und nass ist, dann gibt es hier für die Kleinen sogar eine schöne Kinderecke. Silvia Wenzelmann führt die Gaststube spürbar mit Herzblut. Kein Wunder, immerhin hat sie ihr ganzes Berufsleben in der Gastronomie verbracht. Viele altbekannte Gaststätten zählt sie uns auf, wo sie schon gezapft hat. Dass sie nun hier tätig ist, scheint vom Schicksal vorbestimmt zu sein, denn ihr Vater ist Vorsitzender des Kleingartenvereins und schon als Kind hat sie hier viel erlebt. Nun sorgt sie dafür, dass die Gäste viel erleben. Jeden Tag gibt es eine kleine Überraschung – die Ankündigungstafel verrät es. Kein Wunder, dass hier immer viel los ist. Demnächst steht eine Taufe mit 40 Gästen an und eine Hochzeit mit 60 Gästen. Das große Plus ist hier, betont Silvia Wenzelmann, dass es keine Nachbarn gibt, die man stören könnte. Das nennen wir eine gelungene Idylle im Grünen. Am 30. April wird der Biergarten zünftig mit Live-Musik eröffnet. Um 18 Uhr geht’s los. Das werden wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

—> Im Heeper Felde, beschilderter Zugang von der Heeper Straße, Höhe Radrennbahn, 33607 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Hoher Besuch aus Mallorca

Mallorcas Meisterkoch Blas Soto hat schon die spanische Königsfamilie bekocht. Nun sind er und seine Frau Coloma zu Gast in Bielefeld. Besuch im Café Mallorca: Koch Fernando Calderon wird sehr gelobt und Wirtin Jesica Picornell freut sich, endlich wieder Mallorquinisch zu sprechen.

Wochenmarkt auf dem Kesselbrink. Blas Soto besucht alle Stände und studiert das breite Angebot. Immer wieder äußert er sich sehr zufrieden. Am Ende entdeckt er Grünkohl. Sowas gibt es auf Mallorca nicht – alles klar: Zum Abendmahl bereiten wir ihm und seiner Frau deftigen Grünkohl.


Auf der Suche nach dem besten Sushi landen Blas Soto und seine Frau Coloma im Meiwei. Sushi-Künstler Guoan Li und Wirtin Jinmei Liu freuen sich über Blas Sotos Laudatio und erweisen sich auch nach 23 Uhr als vorbildliche Gastgeber (12 Jahre alter japanischer Single-Malt-Whisky).


Kein Bielefeld-Besuch ohne Pickert-Diplom! Also auf zum Seekrug, wo Pickert-Professorin Marianne Heppner und Wirt Christian Schulz alle Geheimnisse dieser seltenen Speiseart enthüllen. Blas Soto staunt über Pickert mit Butter, Leberwurst und Rübenkraut – und verlangt nach mehr.


Zum Abschluss des Besuchs in Bielefeld verbreiten herzliche Schnitzel nach Jägerart sowie goldene Bratkartoffeln große Glücksgefühle. Blas Soto teilt Bestnoten aus. Chefkellner David Wittau und Wirtin Susanne Bartsch freuen sich über den mallorquinischen Besuch im Restaurant Bartsch.

—> Meisterkoch Blas Soto in der Villa Lorenzo, Calle de Magallanes 11, 07659 Cala Figuera – Santanyi, Mallorca, España

Einen Kommentar schreiben

Geschichtsträchtiges Dornberg

Hüten einen historischen Ort: Servierfee Nadine Iwer und Wirt Zafer Atmaca

Hüten einen historischen Ort: Servierfee Nadine Iwer und Wirt Zafer Atmaca

Als er noch neckisch “Zappelkrug” genannt wurde, pilgerte die studentische Jugend aus ganz Bielefeld hierher. Bloß keine Pappelkrug-Disco verpassen, lautete eine Grundregel der 1980er und 90er Jahre. Aber auch mit Live-Musik und Kleinkunst wurde hier die Stadt verwöhnt. Entsprechend viele schöne Erinnerungen keimen in uns auf, als wir nach vielen Jahren endlich wieder vor der Tür stehen – und die scheint fast unverändert zu sein. Doch die Geschichte des Hauses reicht noch viel weiter zurück. 1894 erhielt Louis Pleitner die amtliche Schankkonzession für seinen Pappelkrug. Allerdings unter der Bedingung, so ist überliefert, dass hier weder Unsittlichkeit noch Völlerei gefördert würden. Die Shariah Police lässt grüßen. Nachdem ein Großbrand 1917 ganze Arbeit geleistet hatte, ließ Wirt Heinrich Bokermann das Haus neu erblühen, mit doppeltem Schankraum, Saal, Veranda und einem feinen Biergarten. Kein Wunder also, dass daraus ein beliebter Ausflugsort entstand.

Heute kommen zwar auch Ausflügler, die sich über den prächtigen Biergarten freuen, aber viele Gäste stammen aus der weitläufigen Nachbarschaft, verrät uns Zafer Atmaca, der erst nach dem Studium des Sportmanagements zum Pappelkrug-Wirt heranwuchs. Mit Fleiß und Freundlichkeit sowie einem breiten Kulturprogramm, das den alten Zeiten seine Referenz erweist, hält er den Pappelkrug auf der Erfolgsspur. Erfolg bescheinigen wir auch seinen Schnitzeln, die nicht nur wohlschmecken, sondern durch eine Besonderheit auffallen – die Soße ist unten: ob beim schmackhaften Zigeunerschnitzel oder beim würzigen Schnitzel “Pappelkrug”. Auch erweist sich die Küche als flexibel. Auf Wunsch wird das Schnitzel “Pappelkrug” ebenfalls in der Salat-mit-Reis-Variante geliefert. Als wir zu später Stunde mit Wirt Zafer Atmaca plaudern und Servierfee Nadine Iwer eiskalten Ouzo anliefert, wissen wir, dass sich zu der bemerkenswerten Tradition des Hauses eine ebensolche Zukunft gesellen wird.

—> Pappelkrug, Werther Straße 311, 3319 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Die Bielefelder Flaneure freuen sich über die Hilfe von:


netzperfekt, Internetagentur in Bielefeld


 π