48 Beiträge mit Schlagwort 'Schnitzel'
Mezzomix und Schnitzelglück
Die berühmte Bielefelder Apfelstraße liegt versonnen im Abendlicht. Die berühmten Bielefelder Flaneure rollen mit ihrer Limousine diese nette Straße entlang und kämpfen mit einem veritablen Abendhunger. Wo kann er besiegt werden? Plötzlich lächelt ein netter Grill am Wegesrand. Au fein, nix wie rein!
Schon der Empfang ist bestens, denn Wirt Dennis Ak verfügt über ein differenziertes Biersortiment. Also trinken wir ihm erstmal den kompletten Efes-Vorrat weg, übrigens im schicken Detmolder-Glas, also ganz im Sinne Lippisch-Türkischer-Freundschaft. Und im weiteren Verlauf des Abends widmen wir uns dem Detmolder Landbier sowie einer naturtrüben bayerischen Weizenflüssigkeit. Doch den Vogel schießt unser lieber Henner ab. Seine Wahl unter dem Motto Mezzomix macht glücklich belohnen wir mit großem Applaus.
Aber nun werden auch schon die Speisen geliefert. Start mit dem großen Klassiker, der guten alten Mantaplatte. Sie wird hier in erfreulichen Dimensionen aufgetischt und schmeckt ausgezeichnet. Die Pommes sind bestens abgewürzt und die Mayo ist angenehm dominant. Als überraschend schmackhaft entpuppt sich alsdann das Schnitzel Hawaii. Versunken in einem soliden Käse-Ananas-Sud gewinnt es sofort unsere Freundschaft. Bei besonders gierigem Hunger raten wir zu Schnitzel Hawaii plus Pommes. Dann wenden wir uns den Pizzen zu. Die Pizza Tutti Gusti gibt mit ihrem Namen vor, für alle Geschmäcker geeignet zu sein. Und tatsächlich, wir können es in diesem Fall eindeutig bestätigen. Kein Wunder, dass wir am Nebentisch beobachten dürfen, dass auch die Apfelstraßen-Jugend die guten Speisen zu schätzen weiß.
Nach unserer prima Speisefolge wird Wirtsbruder Fikri Ak sogleich als sympathischer Ouzo-Beibringer tätig, und im weiteren Verlauf des Abends tritt Wirt Dennis Ak als ebenso sympathischer Ouzo-Nachschenker in Aktion, womit die Gemütlichkeit des Abends erfolgreich abgerundet wird.
—> Grill-Pizzeria by Dennis, Apfelstraße 148, 33611 Bielefeld
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Seltene Gemültlichkeit verflossener Zeiten
Ein fieser Dauerregen peitscht durch die abendliche Arndtstraße. Fluchend retten wir uns in die Gaststätte Kochsiek – und schon geht die Sonne auf! Jedenfalls mental. Denn in der schmucken Gaststube ist es muckelig (Heizung auf volle Kanone), gemütlich (Stammgäste bei legerer Freizeitlektüre) und menschenfreundlich (Pilslieferung in Nullkommanix). Wohlgestimmt schauen wir uns um. Die Gaststube verströmt die seltene Gemültlichkeit verflossener Zeiten. In solchem Ambiente zechten einst unseren Großväter. An den Wänden bewundern wir die Werke alter Meister, und an Theke und Tischen sehen wir ausschließlich männliche Gäste. Besteht da ein Zusammenhang? Bevor wir dies Rätsel lösen können, liefert uns die grundsympathische Kerstin Geßler (Migrationshintergrund: Saarland) die Köstlichkeiten der Küche.
Gleich doppelt müsssen wir die Note “lecker” vergeben, sowohl für das Schnitzel mit einseitig gebratenem Spiegelei als auch für das Schnitzel mit doppelseitig gebratenem Spiegelei. Als erfreulich erfrischend erweisen sich die hierzu gereichten lieben Beilagensalate. Und auch der Grühnkohl ist so, wie er sein muss: abgrundtief schmackhaft. Außerdem ist das Kotelett mit Kräuterbutter und Bratkartoffeln zu loben. Und dann widerfährt uns auch noch das ganz große Kochsiek-Filetglück. Am Ende ist die logische Folge alldessen, dass unsere Teller alle hübsch blankgeleckt sind. Dafür belohnt uns Kerstin Geßler mit einer astreinen Getränkemischung, bei der ein heimischer Wacholderbrand eine bedeutende, um nicht zu sagen: nachhaltige Rolle spielt. Am frohen Ende stellen wir einstimmig fest: Bielefeld hat Glück, dass es das Kochsiek gibt!
Übrigens verlässt man das Kochsiek nicht, ohne bemerkenswertes Zusatzwissen erworben zu haben, als da wäre:
Stammgäste, die die Syllogismen des rumänischen Aphoristikers Emil Cioran mögen, bevorzugen solche Bierdeckel.
—> Gaststätte Kochsiek, Arndtstraße 45, 33615 Bielefeld
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Unter notarieller Aufsicht: Flaneure in Sieker
Heute betreten wir Neuland, heute lassen wir unseren Prüfgang erstmals notariell begleiten. Hierzu begrüßen wir als Gast keinen Geringeren als den allgemein hochgeschätzen Notar Volker Küpperbusch (links, beim Prösterchen mit unserem lieben Henner). Extra für ihn haben wir eine gastro-historisch bedeutsame Lokalität ausgewählt: Das Restaurant Hollmann! Jahrzehnte hat hier Heinrich Hollmann ganz Sieker glücklich gemacht. Inzwischen hat er das Wirtszepter an Zejlko Facko weitergereicht – und wie wir alsbald feststellen dürfen: Der neue Wirt wacht erfolgreich über die gute Hollmann-Qualität.
Üppig, süffig, große Sache, so deklarieren wir das Schweineschnitzel Teutoburg. Hierbei gilt natürlich die ostwestfälische Volksweisheit: Wer die Bratkartoffel nicht ehrt, ist des Schnitzels nicht wert. Das Bauernschnitzel erfreut nicht nur den Landmann, sondern auch uns hungrige Stadtstrolche. Nett, erfrischend und belebend macht sich dabei der Hollmann-Beilagensalat. Extra großes Seelenglück verursacht der extra schöne Grünkohl mit Fleisch und Wurst. Vollbeladen und bester Stimmung präsentiert sich daher schon bald unsere Tafel im wunderbaren Restaurant Hollmann.
Zur weiteren Stimmungseskaltion trägt der fürsorgliche Wirt bei, weil er keinen Mangel an lieben Getränken aufkommen lässt. Viel Anklang findet dabei der Alte Dessauer, immer ein schöner Gruß aus Rietberg. Auch gefällt uns die Führung durch die verschiedenen Räumlichkeiten, die uns Wirt Zejlko Facko zu später Stunde spendiert. Enorme Raumkapazitäten werden uns dabei offenbart sowie Trophäen erfolgreicher Taubenzucht, ein Hobby, das Heinrich Hollmann noch heute liebevoll pflegt. Am Ende kürt unser treuer Herr Sölter seine eindeutige Lieblingstrophäe: Eine goldene Zapfanlage. So findet ein goldener Abend seinen goldenen Abschluss.
—> Restaurant Hollmann, Otto-Brenner-Straße 77, 33607 Bielefeld
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Kolossale Bielefelder Gastro-Tradition
Durch die gezielte Auswahl unserer Abendgetränke würdigen wir heute ein großes Jubiläum: “80 Jahre Vitamalz!” lautet unser munterer Trinkgruß. Mit so viel Geschichtsbewusstsein sind wir hier genau richtig. Wirt Helmut Bültmann ist 82 Jahre alt und hat sein Leben in dieser Gaststube verbracht. In der dritten Generation führt er das Gasthaus, und das sind inzwischen 135 Jahre Familiengeschichte. Bis 1970 war dem Wirtshaus, so erzählt er uns mit wachen Augen, ein Kolonialwarenladen angeschlossen. Doch dessen Räumlichkeiten sind dann Teil der ausgedehnten Gaststube geworden. Schmuck ist hier alles eingerichtet und blütenrein sind die Tischdecken. An der Theke haben sich einige seriöse Herren zum geselligen Abendpils eingefunden, doch ab 20 Uhr zieht es sie wieder heim. Früher, so weiß Helmut Bültmann zu berichten, standen die durstigen Gäste in Dreierreihen an der Theke. Aber das sei lange her. Heute trinke man mehr daheim, allein vor dem TV. Helmut Bültmann zuckt mit den Schultern: Ja, so ändern sich die Zeiten. Sein Sohn wolle kein Gastronom werden, bedauert er leise, daher stehe das schmucke Gasthaus nun für zuverlässige Pächter zur Verfügung.
Immer wieder veranlasst uns Helmut Bültmanns überraschende Musikauswahl, kontemplative Momente einzulegen. Anfangs umhüllt uns ein buntes Schlagerprogramm aus den Archiven des WDR 4 (“Schönes bleibt”). Doch schon bald switcht unser netter Wirt zu wunderbaren Klassikern der Soulmusik. Weil wir parallel aus der Küche hören dürfen, dass unsere Schnitzel nun in der Pfanne gelandet sind, beschließen wir eine temporäre Umbenennung des menschenfreundlichen Wirtshauses in Soul Kitchen.
Aber nun startet die Speisefolge, und zwar mit einer ganz großen Sache. Für uns ist extra ein Hirsch angeschnitten worden, so dass wir ein prima Hirschgulasch mit frischen Pilzen und gefülltem Pfirsich naschen dürfen. Dazu werden Butterspätzle gereicht. Als nächstes folgt das Westfälische Schnitzel der Variante “üppig und schmackhaft“. Das astreine Jägerschnitzel ist ebenfalls mit gutem Salat und herzlichen Bratkartoffeln geschmückt. Erfreut dürfen wir feststellen, dass hierbei der alte Sinnspruch gilt: Edel sei die Bratkartoffel, würzig und lecker. Ebenfalls mit Bratkartoffeln wir ein seligmachender Westfälischer Grünkohl mit Burgunderbraten und Kohlwurst aufgetischt. Die Küche hat uns glücklich gemacht, ihr gehört unser großes Abendlob. Und Helmut Bültmann wünschen wir, dass er einen würdigen Nachfolger für sein gastfreundliches Wirtshaus findet.
—> Restaurant Bültmann, Herforder Straße 142, 33609 Bielefeld
P.S.: Dass es sich bei Vitamalz um ein echtes Männergetränk handelt,
beweist Ihnen Harald in dieser Dokumentation, Dauer: 20 Sekunden
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Prof. Brinkmann wohnt in Gellershagen
Wo die Schlosshofstraße an die Voltmannstraße stößt (also in Gellershagen), da wohnt die Gaststätte Prof. Brinkmann mit dem vorbildlichen Wachhund Drops. Viel Herzblut hat Wirt Frank Guionnet in die kreative Raumausstattung investiert, daher finden wir hier ein erstaunliches Multifunktionstier oder die internationale Uhrengalerie sowie eine heilige Dame mit Kräuterlikör und vieles mehr. Doch nun wird unsere Schau beendet, denn nun lässt es Serviererin Ilona Wick krachen. Unserem lieben Stahlbaron lacht das Glück, denn die Küche schickt Sülze mit Bratkartoffeln. Alsdann überrascht uns ein prima Kartoffelsalat zum lieben Kotelett. Bekanntlich ist es immer eine große Sache, wenn zum Jägerschnitzel seriöse Bratkartoffeln geliefert werden. Aber auch zum Heringsstipp machen sich die Bratkartoffeln heute gut. Weil wir feststellen durften, dass Prof. Brinkmann auch den ewigen Klassiker deutscher Wohnzimmerkunst beherbergt (Die Zigeunerin), haben wir ehrend ein Zigeunerschnitzel geordert und dabei erfahren, dass es hier Romaschnitzel heißt.
Ilona Wick überrascht uns nach dem Abendmahl mit dem Aufräumer “Maikäferflugbenzin”, einer hochprozentigen Flüssigkeit aus Bad Wünneberg. Anschließend lassen wir uns von Frank Guionnet durch’s ganze Haus führen und alle selbst gestalteten Kunstwerke erklären. Am Ende erfahren wir, dass Prof. Brinkmann auch noch einen Biergarten mit 100 Plätzen hat – also müssen wir noch einmal zu passender Jahreszeit hier einkehren. Sollten Sie sich zum Besuch von Prof. Brinkmann entschließen, so beachten Sie bitte, dass hier keine Haftung für Knöpfe, Schnallen, Reißverschlüsse und Schaumgummipolster übernommen wird. Aber ansonsten ist hier wirklich alles völlig problemlos.
—> Prof. Brinkmann, Voltmannstraße 138, 33613 Bielefeld






