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77 Beiträge mit Schlagwort 'Schnitzel'

Geschichtsträchtiges Dornberg

Hüten einen historischen Ort: Servierfee Nadine Iwer und Wirt Zafer Atmaca

Hüten einen historischen Ort: Servierfee Nadine Iwer und Wirt Zafer Atmaca

Als er noch neckisch “Zappelkrug” genannt wurde, pilgerte die studentische Jugend aus ganz Bielefeld hierher. Bloß keine Pappelkrug-Disco verpassen, lautete eine Grundregel der 1980er und 90er Jahre. Aber auch mit Live-Musik und Kleinkunst wurde hier die Stadt verwöhnt. Entsprechend viele schöne Erinnerungen keimen in uns auf, als wir nach vielen Jahren endlich wieder vor der Tür stehen – und die scheint fast unverändert zu sein. Doch die Geschichte des Hauses reicht noch viel weiter zurück. 1894 erhielt Louis Pleitner die amtliche Schankkonzession für seinen Pappelkrug. Allerdings unter der Bedingung, so ist überliefert, dass hier weder Unsittlichkeit noch Völlerei gefördert würden. Die Shariah Police lässt grüßen. Nachdem ein Großbrand 1917 ganze Arbeit geleistet hatte, ließ Wirt Heinrich Bokermann das Haus neu erblühen, mit doppeltem Schankraum, Saal, Veranda und einem feinen Biergarten. Kein Wunder also, dass daraus ein beliebter Ausflugsort entstand.

Heute kommen zwar auch Ausflügler, die sich über den prächtigen Biergarten freuen, aber viele Gäste stammen aus der weitläufigen Nachbarschaft, verrät uns Zafer Atmaca, der erst nach dem Studium des Sportmanagements zum Pappelkrug-Wirt heranwuchs. Mit Fleiß und Freundlichkeit sowie einem breiten Kulturprogramm, das den alten Zeiten seine Referenz erweist, hält er den Pappelkrug auf der Erfolgsspur. Erfolg bescheinigen wir auch seinen Schnitzeln, die nicht nur wohlschmecken, sondern durch eine Besonderheit auffallen – die Soße ist unten: ob beim schmackhaften Zigeunerschnitzel oder beim würzigen Schnitzel “Pappelkrug”. Auch erweist sich die Küche als flexibel. Auf Wunsch wird das Schnitzel “Pappelkrug” ebenfalls in der Salat-mit-Reis-Variante geliefert. Als wir zu später Stunde mit Wirt Zafer Atmaca plaudern und Servierfee Nadine Iwer eiskalten Ouzo anliefert, wissen wir, dass sich zu der bemerkenswerten Tradition des Hauses eine ebensolche Zukunft gesellen wird.

—> Pappelkrug, Werther Straße 311, 3319 Bielefeld

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Wie schön es doch in Brake ist

Machen Brake glücklich: Koch Patrik Mowwe und Stellwerk-Meister Aleks Venecani

Machen Brake glücklich: Koch Patrik Mowwe und Stellwerk-Meister Aleks Venecani

Dieser Beitrag ist Marcus Vogel gewidmet

Anreise mit der Eisenbahn. Ankunft 20 Uhr am Hauptbahnhof Brake. Freundlich grüßt Brakes gastronomischer Geheimtipp zum Bahnsteig herüber – das Stellwerk ist heute unser Ziel. Die Gasträume präsentieren sich erfolgreich durchrenoviert und sind bestens mit Freizeitwilligen gefüllt. Wir beziehen einen Hochtisch mit Thekenblick und lassen uns üppige Teller zuführen. Servicefee Tanja erfreut uns mit zauberhaften Filet-Pfannen. Auch erschallt von unserem Tisch der Ruf: “Ja, so geht Jägerschnitzel!” Dazu gibt es Salatteller mit Geschmack. Und dann ein Tusch! Denn es beliefert uns die Bielefelder Kochlegende Patrik Mowwe. Nun wissen wir, dass wir uns im 7. Speisehimmel befinden.

Wenn der Freundeskreis besonders nett und der Durst besonders groß ist, dann empfiehlt sich nach vollzogenem Abendmahl, Servicefee Tanja um einen Bierstiefel zu bitten. Im Stellwerk, so dürfen wir erfreut feststellen, erhält man beim Stiefeltrinken kompetente Unterstützung, und zwar von keinem Geringeren als vom Bielefelder Party-Ungeheuer Steven Murphy. Und plötzlich, wir trauen unseren Augen kaum, steht unser alter Freund Stavros Karakatsanis vor uns – mit einem Tablett Ramazzotti. Kaum haben wir das Getränk weggeprostet, tut es ihm Brakes Eiskönig Elias Lagoudis gleich. Und als uns Patrick Mowwe mit einem alarmgelben Getränk überrascht, das er liebevoll Mama nennt, wissen wir, dass Brake SEHR gastfreundlich ist. In Wirklichkeit ist Mama übrigens eine aromastarke Malibu-Maracuja-Mixflüssigkeit, durch die wir ins Fachsimpeln über Whiskygetränke geraten. Als wir das gastliche Stellwerk um Mitternacht verlassen, um dem Hauptbahnhof Brake zuzustreben, schwingt ein schöner Abend stimmungsvoll in uns nach. Auf der Rückfahrt begegnen uns sympathische Fahrgäste, denen wir sofort und ausführlich berichten, wie schön es doch in Brake ist.

—> Stellwerk, Naggertstraße 52, 33729 Bielefeld

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Und mittags zu Hebestadt

Ihr haben wir unser Prüfsiegel gern überreicht: Ingrid Graupeter vor dem Grillwagen

Ihr haben wir unser Prüfsiegel gern überreicht: Ingrid Graupeter vor dem Grillwagen

Wo gibt es ein richtig schönes Mittags-Schaschlik? Natürlich in der Spindelstraße bei Michael Hebestadt. So hat man es uns jedenfalls erzählt. Also machen wir uns in der Mittagspause lüstern auf den Weg. Auf der einen Straßenseite finden wir Michael Hebestadts stadtbekanntes Fleischerfachgeschäft. Und auf der anderen Seite lockt sein Grill, behütet von einer prächtigen Kastanie. In dem überdachten Minibiergarten empfängt uns eine Riege zufriedener Gäste. Mit Glück in den Augen berichten uns die fröhlichen Damen, dass sie gleich um die Ecke wohnen und hier täglich einkehren. Aha, hier trifft sich also die Nachbarschaft. Das lässt Gutes ahnen.

Und nun begeben wir uns vertrauensvoll in die Obhut von Ingrid Graupeter. Ohne Umschweife nimmt sie unsere Bestellung entgegen und verschwindet dann über die Straße im Metzgerladen. Zackzack kommt die nette Dame mit allerlei Tellern zurück und werkelt hernach im Grillwagen. Aber schon bald steht wunderschönes Schaschlik vor uns. Ein Knaller! Beste Fleischstücke, tapfer gegart, sanft im Anbiss, und zwischen den Fleischwürfeln finden wir, wie es sich gehört, Zwiebel- bzw. Paprikaüberraschungen. Wunderbar, dass wir sowas erleben dürfen! Aber wir beißen uns nicht allein am Schaschlik fest. Ebenfalls köstlich, fleischig und top sättigend ist das Zigeunerschnitzel. Die Pommes sind übrigens von gaumenfreundlicher Konsistenz und astrein durchgewürzt. Zauberhaft ergänzt durch flauschige Mayo.

Nun wollen wir uns beim Chef bedanken und treffen Metzgermeister Michael Hebestadt vor seiner Fleischerei an. Er lädt uns in seinen Verkaufsraum ein und verrät uns sein Erfolgsgeheimnis: “Hier läuft die Ware nicht vom Band …” – jawoll, das erklärt alles.

—> Spindelgrill, Spindelstraße 70, 33604 Bielefeld

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Auf vielfachen Wunsch

Nach sieben Jahren: Das Remake in ganz neuem Gewand

Nach sieben Jahren: Das Remake in ganz neuem Gewand

Bereits 2007 erschien unsere erste Flaneur-Karte. Genau dieses Motiv erfährt nun eine Neuauflage. Damit erfüllen wir vielen Bielefeldern einen oft geäußerten Herzenswunsch. Wie Sie sich erinnern, war die Karte von 2007 grafisch stark reduziert. Sie konzentrierte sich auf ein Bonmot, das wir bei einem beliebten Bielefelder Grill-Spezialisten aufgeschnappt hatten. Beim Remake haben wir uns nun für ein fröhliches Handwerkermotiv entschieden. Vielleicht gibt es in weiteren sieben Jahren eine dritte Variante?

—> Zu Bielefelds 800. Geburtstag gibt’s jeden Monat eine neue Flaneur-Karte in den beliebten City-Card-Aufstellern

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Das Herz von Ubbedissen

Lebt hier in 13. Generation: Wirt Gustav Frormann vor seinem Stammbaum

Lebt hier in 13. Generation: Wirt Gustav Frormann vor seinem Stammbaum

Sehr weit nach Osten führt uns die Detmolder Straße. Kurz vor der lippischen Staatsgrenze erreichen wir Ubbedissen. Hier leben gut 6.000 Menschen, die auf nichts verzichten müssen: Sportverein, Kirche, Friedhof – alles da. Und die Gastätte Frormann ist das Dorfzentrum. Genau hier kehren wir ein und werden von beherztem Gesang empfangen: “Freude, schöner Götterfunken!” Voller Inbrunst übt hier ein gemischter Chor mit dem traditionsreichen Namen “Liedertafel 03 Ubbedissen”. Nach erfolgreicher Gesangsübung versammeln sich die Durstigen unter den Aktivisten in der Gaststube und prosten uns fröhlich zu. Sehr gastfreundlich, dieses Ubbedissen!

Unseren Beschluss, dass heute Schnitzeltag sein soll, leitet Wirt Gustav Frormann mit einem lieben Vorsüppchen ein. Dergestalt gut eingestimmt fallen wir anschließend über die üppigen Schnitzelvarianten mit Leckerbeilagen her. Dazu gibt es köstliche Bratkartoffeln. Wirtin Renate Frormann hat solide Arbeit geleistet. Nach vollbrachter Sättigung überredet uns Wirt Gustav Frormann zu einem Kräuterlikörchen: “Alter Dessauer” aus dem Kreis Gütersloh – ein feiner Tropfen, an dem man sich prima festtrinken kann.

Ein Jubiläumsgeschenk der Herforder Brauerei berichtet von der langen Geschichte des Hauses. Kein Wunder, dass hier sogar mal ein Pferd vor der Theke gestanden hat, schwört jedenfalls Gustav Frormann. Er ist hier Wirt in fünfter Generation und lebt in 13. Generation auf diesem Grund und Boden. Noch immer hat sein Haus viel Zuspruch, doch früher, so weiß er zu berichten, war deutlich mehr los. Da fand im Gasthaus nach jedem Fußballspiel die dritte Halbzeit des heimschen Vereins statt. Ein alter Trinkspruch an der Wand lässt ahnen, was darunter zu verstehen ist. Freundlich führen uns die Eheleute Frormann durch’s Haus. Die hintere Gaststube ist modern renoviert und der geräumige Biergarten ist zugleich Renate Frormanns Kräutergarten: z.B. Zitronenmelisse wächst hier. Obwohl sie hier viel Arbeit hat, pflegt sie noch ein Hobby – Marmelade kochen. Zum Abschied schenkt uns Gustav Frormann eine etwa 30 Jahre alte Ansichtskarte. Super, die bekommt einen Sonderplatz in unserer Sammlung gastronomischer Ansichtskarten.

—> Gastätte Frormann, Detmolder Straße 687, 33699 Bielefeld-Ubbedissen

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