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71 Beiträge mit Schlagwort 'Schnitzel'

Nie vergessen wir Antep III

Schmieden schöne Grillplatten: Die Wirtsleute Gülten und Memet Türkan

Schmieden schöne Grillplatten: Die Wirtsleute Gülten und Memet Türkan

Die Flaneure sind hungrig, und dunkel ist die Heeper Straße, doch voller Verheißung leuchtet das Öz Antep in die Bielefelder Nacht. Es empfängt uns eine umfangreiche Gaststube mit erstaunlichem Wandschmuck. Nach Durchsicht der gehaltvollen Speisekarte entscheiden wir uns zum Start mit Antep III, dem Koloss unter den Grilltellern. Dazu eine Portion Pommes Schranke für Erwachsene und ein fetter Salatteller. Diese Kombi schafft gute Stimmung am Tisch. Dann greifen wir zum Iskender Kebab, das ebenfalls überraschend wohlschmeckend ist. Dazu ein kleiner Salatteller und das Ding ist rund. Den allerletzten Resthunger kämpft dann das üppige Zigeunerschnitzel nieder. Im Rausch der Völlerei nuckeln wir versehentlich die kompletten Efes-Bestände weg. Am Ende verabschiedet uns Wirt Memet Türkan ganz lieb mit tiefgekühltem Wodka. Das nennen wir vorbildliche Gastfreundschaft.

—> Öz Antep, Heeper Straße 181, 33607 Bielefeld

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Brennpunkt Klosterplatz (2)

Bielefelder Wohltäter: Wirt und Koch Patrik Mowwe (rechts) und Chefzapfer Guido

Bielefelder Wohltäter: Wirt und Koch Patrik Mowwe (rechts) und Chefzapfer Guido

Nach erfolgreichem Tagwerk queren wir den Klosterplatz. Stumm macht sich ein bräsiger Abend auf dem beschaulichen Flecken breit. Die einzigen Geräusche, die man hier hören kann, stammen von den Gebrüdern Fleischhunger und Pilsdurst, denn sie rumoren seit einiger Zeit in uns. Da trifft es sich gut, dass wir das Lächeln einer Gaststube entdecken. Irishrock heißt die Oase für Abendwanderer. Uns empfängt ein geräumiger Hafen mit zwei Etagen. Junges Volk sitzt an den Tischen und futtert begeistert großformatige Speisen in sich rein. Andere stehen am Tresen und beplauderen sich engagiert.

Mit flotter Hand liefert uns Chefserviererin Verena liebe Biere, so dass der Abend unser Freund wird. Alsdann erklären wir den Abend zum Schnitzelabend. Das Irishrock, so erfahren wir interessiert, lässt sich Schnitzelfleisch von der Landfleischerei Beermann in Bad Laer liefern. Das will möglichst umfangreich überprüft werden. Ein wienerisches Schnitzel lächelt uns an, und wir lächeln lüstern zurück. Die Pommes sind XXL, was die Schnitzel auf den ersten Blick harmloser erscheinen lässt, als sie tatsächlich sind. Das Schnitzel Westfalen besteht ebenfalls die Geschmacksprobe und korrespondiert bestens sowhl mit Bratkartoffeln als auch mit Leckerpommes. Ebenfalls gute Laune verbreitet das Schnitzel Holstein, so dass wir uns schließlich zufrieden zurücklehnen, um auf Schnapsbringer Guido zu warten, der uns einen karamellisierten Wodkatropfen reicht. Dieser wohlgeratene Tropfen, so erfahren wir von Wirt und Koch Patrik Mowwe, ist ein hausgemachtes Getränk, das in langwierigen Selbstversuchen entwickelt wurde.

Neben allerlei Live-Musikveranstaltungen, von denen Patrik Mowwe mit leuchtenden Augen berichtet, soll es hier donnerstags zu Karaoke-Exzessen kommen. Interessant. Sowas hatten wir noch nicht. Vielleicht schleusen wir uns dort mal unangemeldet ein? Bis dahin können wir aber festhalten: Patrik Mowwe, den wir natürlich aus dem alten Rock Café kennen, und sein Ko-Wirt Dave Doherty, den wir natürlich aus dem alten Rathaus-Irishpub kennen, haben hier eine 1a Gaststube etabliert. Sie ist bestens dafür geeignet, der alten Problemzone Klosterplatz zu mehr Blutdruck und Herzklopfen zu verhelfen. Dazu wünschen wir ganz viel Glück.

—> Irishrock, Klosterplatz 9, 33602 Bielefeld

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Futtern an historischer Stätte

Sympathische Brenner-Kohorte: Irina Hemsen, Marcel Becker, Ronahi

Sympathische Brenner-Kohorte: Irina Hemsen, Marcel Becker, Ronahi Mutlu, Frank Kroll

Gern tauchen wir in die Geschichte der Bielefelder Gastronomie ein, daher bewundern wir mit Stauneaugen den gepflegten 1980er-Saal des Brenner Hotels. Passende Musik von Benny Hill oder Ricky King erfüllt den Raum, entzückender Raumschmuck flankiert unseren Tisch und wir beschließen begeistert, die Wirtsleute um eine Hausführung zu bitten – allerdings erst nach vollzogener Sättigung. Denn merke: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Bevor wir das Buffet mit einem kleinen Salatteller eröffnen, notieren wir dankbar, was es bedeutet, von Profiwirtsleuten betreut zu werden. Sowas trifft man für gewöhnlich nur in kleinen, rein familiär geführten Futterkrippen. Doch nun ans Werk. Wir stellen Buffet-Teller Numero 1 zusammen, der sogleich mit Buffet-Teller Numero 2 konkurrieren muss, um aus der Flanke von Buffet-Teller Numero 3 hart angegangen zu werden. Am Ende erhalten sie aber eine Siegermedaille. Dann geht’s à la carte weiter. Als äußerst schmackhaft und bekömmlich umgarnt uns der Grünkohl mit Doppelwurst. und das schöne Schnitzel wird von schönen Bratkartoffeln und einem schönen Spiegelei sekundiert. Als wir uns schließlich zum Nachtisch durchgearbeitet haben, sind wir satt, glatt und rund.

Als Wiederbelebungsmaßnahme lassen wir uns ein prima Abschlussschnäpschen zuführen, um hernach Irina Hemsen und Frank Kroll um eine Hausführung anzubetteln. Unser Wunsch wird erfüllt und in den Brenner Kellergewölben sehen wir variantenreichen Wandschmuck wie ein stolzes Tier oder langläufige Waffen. In Vitrinen werden historische Schätze bewahrt, die Devotionalien eines Gesangsvereins hergezeigt oder einem echten Schützenadler – zerschossen und zerzaust – Unterkunft geboten. Als wir annehmen, dass die ausgedehnten Wanddekorationen kein Ende mehr nehmen wollen, stehen wir vor einer der drei Doppel-Bundeskegelbahnen des Hauses und beschließen: Hier müssen wir noch einmal hin, zum Kegeln. Denn eine ruhige Kugel zu schieben, das war doch immer schon unsere Sache.

—> Brenner Hotel, Otto-Brenner-Straße 135, 33607 Bielefeld

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Im Grenzgebiet nach Lippe

Wirtin Rita Smart (Mitte) mit Chefkellnerin Jenny und Stammgast Franzisco

Wirtin Rita Smart (Mitte) mit Chefkellnerin Jenny und Stammgast Franzisco

Wo Bielefeld im Osten ans Lipperland stößt, im Niemandsland zwischen den Kulturen, da finden wir den Meerkotten. Seine gemütliche Gaststube bietet Platz für viele hungrige Gäste, und jeden zweiten Donnerstag im Monat, so erfahren wir erstaunt, ist hier sogar Hundestammtisch. Die Grenznähe zu Lippe demonstriert eine Vier-Wappen-Wand, sie zeigt die Wappen von Preußen und Lippe, aber auch die von Frischluft und Weltzeit. Wir beziehen einen rustikalen Tisch mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und lassen uns anfüttern. Als Starter gibt’s Thunfischsalat sowie delikate Fish and Chips. Alsdann bewundern wir das Bauernfrühstück à la Meerkotten, um uns schließlich einem schönen Schnitzelsortiment zu widmen. Mit Freuden verfuttern wir das Zwiebel-Schnitzel und das Puszta-Schnitzel sowie das Schnitzel mit Spiegelei und stöhnen dabei lustvoll auf. Auch die Bratkartoffeln sind sehr zu loben. Dazu wird Salat gereicht, der allerdings so lecker ist, dass er den Fototermin nicht erlebt.

Nach dem Essen wird uns die agile Wirtin Rita Smart noch sympathischer, denn sie stellt das Getränkesortiment des Hauses vor. Ein Branntwein lächelt lieblicher als der andere, so dass wir uns kurzerhand entschließen, alle zu genießen. Selbstverständlich unterziehen wir dem Branntwein einer Feuerprobe – und er besteht sie mit Bestnote. Dann lassen wir uns von Rita Smart durch den Kotten führen. Das historische Haus (errichtet 1755) verfügt über einen veritablen Lesesaal sowie gemütliche Nebenräume unterschiedlicher Größe. Rita Smart hat die Renovierung des Hauses mit eigener und Freundeskraft geleistet und dabei Hinterlassenschaften von Menschen gefunden, die einst hier gelebt haben. Einige dieser Fundstücke kann man in einer historischen Vitrine bewundern. Zu später Nachtstunde sagen wir dem Meerkotten Lebewohl und danken für die vorzügliche Gastfreundschaft am Rande des Bielefelder Universums.

—> Meerkotten, Bechterdisser Straße 147, 33699 Bielefeld

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Brennpunkt Klosterplatz

So sehen Klosterplatz-Eroberer aus: Nicolas Geipel und Jonas Wittenborn

So sehen Klosterplatz-Eroberer aus: Nicolas Geipel und Jonas Wittenborn

Prima Atmosphäre auf zwei Etagen und Zapfbier aus Tschechien – das fängt ja gut an. “Zwanzig Dreizehn” heißt die Gaststube, die Leben in die Problemzone Klosterplatz bringt. Wir sind gespannt, wie hier das Abendmahl aussieht. Unser heutiger Gast ist Christian Schulz, und der fühlt sich sichtbar wohl, denn der Start mit drei Würzsalben zum fröhlichen Tunken erfreut sein Herz. Ein gütiges Lammcurry mit filigraner Deko in floraler Optik und die dicken Burger mit Speck, Zwiebeln und einer Salbe namens Guacamole sind einwandfrei. Es folgen ein gutes Schnitzelstück mit wertvollen Bratkartoffeln sowie eine sehr sahnig Pasta mit Scampi. Wir dürfen also notieren: Hier lässt sich gut leben.

Aber was macht unser verehrter Herr Sölter? Hochkonzentriert löffelt er ein Süppchen thailändischer Bauart, das ihm als Tom Kha Gai serviert wurde. Nun hat er den Teller geleert und schlägt dreimal mit dem Löffel an sein Glas. Alsdann erhebt er sich, räuspert in die Vorderpfote und spricht wie folgt: “Männer!” Kurze Pause. “Diese Suppe wird in der Speisekarte als ‘Tom Kha Gai’ bezeichnet, meint also Hühnersuppe mit Kokosmilch, Pilzen, Tomaten und – wichtig! – Zitronengras. Serviert wurde jedoch ‘Tom Kha Gung’. Was im Prinzip natürlich das gleiche Grundsüppchen ist, allerdings im Original nur mit Garnelen, sprich: kein Hühnerfleisch. In Europa beides. Ich sag immer: eingedeutscht. Im Original gehört etwas mehr Zitronengras und Ingwer rein, aber für ein deutsches Lokal: tiptop!” Konziliant lächelnd setzt er sich nieder und nimmt entspannt unseren dankbaren Applaus entgegen.

Plötzlich erscheint die freundliche Bedienung mit amerikanischem Mais-Whiskey, in den ein Hieb Honig eingeklemmt wurde. Portioniert im Goldbecher. Nach dem Prosit brummen die einen zufrieden, doch die anderen fürchten sich vor Karies. Danach notieren wir, dass rauchende Gäste nicht genötigt werden, wie Hunde vor einer Metzgerei zu lagern, sondern durch einen Lichthof behütet werden. Hier stöbern wir die “Zwanzig Dreizehn”-Wirte Nicolas Geipel und Jonas Wittenborn auf. Beim Tabaksplausch lassen wir sie von den Erfahrungen mit ihrer Disco in Steinhagen erzählen und von den Ideen, die sie ins “Zwanzig Dreizehn” gesteckt haben: Freundlichkeit, Leckerkeit, Bezahlbarkeit. Eine der Ideen kann man sogar trinken: Eine gelungene Mirabellenflüssigkeit, die unser Lob erntet. Sie entpuppt sich als handgemachter Likör aus Steinhagen. In diesem Gemütlichkeitsmodus lassen wir den Abend gern lang werden. Die freundliche Bedienung hat inzwischen Feierabend, macht aber nix, denn die Jungwirte servieren halt weiter bis alles gesagt und getrunken ist. Ja, so geht es gewiss gut voran mit dem Kosterplatz.

—> Zwanzig Dreizehn, Klosterplatz 13, 33602 Bielefeld

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