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48 Beiträge mit Schlagwort 'Salat'

Zum Essen in den Knast

Küchenchef Jürgen Richter, Küchenbeamtin Doris Schnitker, Azubi Max Mustermann

Küchenchef Jürgen Richter, Küchenbeamtin Doris Schnitker, Azubi Max Mustermann

Ein freundliches Gesicht hinter Panzerglas lächelt uns an: “Ihre Ausweise bitte.” Brav übergeben wir unsere Flaneur-Ausweise, dann öffnen sich Schleusentüren und es begrüßt uns Peter Beckmann. Der vertrauenerweckende Mann ist Leiter des Sozialdienstes der JVA Bielefeld-Brackwede und heute unser Reiseleiter. Vorsichtshalber haben wir die Vierte Gewalt mitgebracht, und zwar in Form von Bettina Wittemeier von Radio Bielefeld. Falls wir hier nicht rauskommen, soll die toughe Frau Bielefeld darüber informieren. Peter Beckmann führt uns durch endlose Gänge, lautstark fallen Stahltüren hinter uns ins Schloss, wir fühlen uns wie in einem Labyrinth aus Beton und Neonlicht. Doch unser keimendes Unbehagen nivelliert der Reiseleiter erfolgreich durch geduldige Erläuterungen. Dann betreten wir eine Zelle, die hier Haftraum heißt, blicken aus dem Zellenfenster und einer von uns murmelt: “Hier riecht’s wie Bundeswehr.” Auch führt uns Peter Beckmann nach draußen, wo wir einen Sportplatz sehen, gesäumt von hohen Mauern und einem Wachturm klingonischer Bauart. Links erstreckt sich ein Hafthaus, aus dem Stimmen zu uns herüberwehen.

Wer inhaftiert ist, hat Glück, wenn er die Zeit für eine solide Berufsausbildung nutzen kann. Das passiert derzeit drei Inhaftierten, die Auszubildende in der Lehrküche der JVA sind. Hier üben sie das Basteln filigraner Köstlichkeiten, die anschließend probeweise an Mitarbeiter oder Gäste verfüttert werden. Genau deshalb sind wir hier. Peter Beckmann öffnet uns die Tür zum Speiseraum der Lehrküche. Hier lächeln uns sogleich zufriedene Gesichter an: Besuch von der Fernuniversität Hagen. Als Starter erwartet uns schmackhafte Würzbutter mit hausgemachtem Brot. Und ruckzuck stehen herzlich dekorierte Miesmuscheln vor unseren Augen, lecker überbacken. Sofort aktiviert Bettina Wittemeier ihr Mikro und zeichnet unser Schmatzen auf. Als Hauptgericht fungiert Elsässer Flammkuchen mit Mischsalat. Ebenfalls sehr gelungen. Zum Nachtisch lässt uns köstlicher Blaubeerquark lustvoll aufstöhnen. Abgerundet wird die Völlerei durch einen finalen Espresso. Wir sind uns einig: Diese Lehrküche hat unser Flaneur-Siegel verdient. Hernach schenkt uns Küchenchef Jürgen Richter, ein Mann mit vorbildlichem Elan, eine beeindruckende Führung durch seine große Knastküche. Jeden Tag erschaffen hier unter seiner Leitung neun Bedienstete und 30 Inhaftierte Futter in diversen Varianten für 1.000 Menschen. Eine Herkulesaufgabe, wie wir anhand seiner Detailschilderungen staunend erkennen müssen.

—> JVA Bielefeld-Brackwede, Umlostraße 100, 33649 Bielefeld

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Griechenland – mitten in Bielefeld (inzwischen Geschichte)

Sind die Taverne: Wirt Evanggelos mit Necirvan, Athanasios und Pangiotis

Sind die Taverne: Wirt Evanggelos mit Necirvan, Athanasios und Pangiotis

Sie haben dieses Jahr einen schönen Urlaub in Griechenland verbracht und erinnern sich gern an die kleinen hellenischen Tavernen? Dann sollten Sie die Taverne an der Ravensberger Straße aufsuchen. Hier findet kein Schnellimbiss statt, hier schmeckt man, dass das Souvlaki tatsächlich in einer Oregano-Zitronen-Marinade gereift ist. Auch werden dem Gast keine üppigen Platten aufgedrängt, sondern er stellt sich die Speisemodule selbst zusammen. So greifen wir zum erfreulich sahnigen Tzaziki und loben den schmackhaften Salat auf Raukebasis. Als Gedicht entpuppen sich die Pommes, selbstredend hausgemacht. Auch das gegrillte Gemüse ist von seltener Güte. Mit Bravour bietet man hier schmackhafte Bifteki samt Zwiebeln und Zitrone an sowie astreine Lammkoteletts. Auch ein jung verstorbener Oktopus findet den Weg auf unsere Tafel.

Sehr zu loben ist bei all dem Blitzkellner Necirvan, der die guten Trinktabletts mit leichter Hand herbeischleppt. So freuen wir uns über feines Mythos-Bier, allerdings in Gläsern einer Bierfabrik, deren Namen wir sofort vergessen haben. Schließlich steigt unser Wohlfühlpegel dermaßen an, dass unser Herr Sölter auf ein Erinnerungsfoto besteht, das er, wenn wir uns recht erinnern, seinen Eltern zum Hochzeitstag schenken möchte. Vollendet abgerundet wird der Abend durch das Fortbildungsprogramm unseres heutigen Gastes Hanno. Der sympathische Tabakexperte hat kubanische Zigarren mitgebracht, die jeden Gaumen verwöhnen – und somit bestens zur Taverne passen.

—> Taverne, August-Bebel-Straße 126, 33602 Bielefeld

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Einkehr im Denkmal des Monats

Arbeiten in historischem Gemäuer: Can Dar, Katharina Itterbeck, Wirtin Yurdan Güldiken

Arbeiten in historischem Gemäuer: Can Dar, Katharina Itterbeck, Wirtin Yurdan Güldiken

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat das Gebäude des Nordpark-Restaurants zum Denkmal des Monats August 2013 erklärt. Ein stolzer Titel, der uns zu einer Zeitreise einlädt. Unsere Reise beginnt 1830. Bielefeld hat grad mal 10.000 Einwohner, als an der Detmolder Straße die Osthoff´sche Villa einen wuchtigen Park erhält. Darin entsteht ein Teehaus, das der städtischen High Society zur kultivierten Plauderei dienen soll. Der Baumeister, so wird heute gemunkelt, sei ein Schüler des preußischen Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel gewesen. Zweifellos lassen die vier dorischen Säulen, der freistehende Portikus mit Flachgiebel und das Triglyphenfries auf Schinkels klassizistische Handschrift schließen. Aber wie kam dies Kleinod in den schönen Nordpark? Erste Pläne für den Park finden sich in der Weimarer Republik, doch im Krieg wurde er als Kartoffelacker missbraucht. Erst Anfang der 1950er Jahre machte man sich daran, den Park wieder herzurichten. Die Idee, hier eine “Milchstube” zu eröffnen, kulminierte 1953 in dem Ratsbeschluss, das vom Abriss bedrohte Teehaus von der Detmolder Straße in den Nordpark zu transferieren. So wanderte der Osning-Sandstein unter großen Mühen in den schönen Landschaftspark, wo ihn heute ein prächtiger Baumbestand sowie zahllose Rosen, Rhododendren und Dahlien kongenial umrahmen.

Haargenau das richtige Ambiente für uns. Im entzückenden Biergarten des Nordpark-Restaurants verspeisen wir ein deftiges Baguette mit gutem Sättingungspotential sowie köstliche Tortellini mit feiner Soße. Auch finden wir hier Salat, den die Küche Caesar Salad nennt. Von der netten Besatzung erhält Katharina Itterbeck ein Extralob, denn zuverlässig trägt sie alles auf, was wir wünschen, so dass uns eine chronisch gut geschmückte Abendtafel zum dauerhaften Verweilen überredet. Gesamturteil: Wer Geschichte und Gegenwart des Nordparks nicht kennt, ist sehr zu bedauern.

—> Nordpark-Restaurant, Bünderstraße 25b, 33613 Bielefeld

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Picknick am Wegesrand

Ein hervorragender Bierrausbringer: Krümel-Wirt Vasili Kalabatos

Ein hervorragender Bierrausbringer: Krümel-Wirt Vasili Kalabatos

Zu Bielefelds Schmuckstücken zählt bekanntlich die Ravensberger Straße. Wo sie die geschäftige August-Bebel-Straße touchiert, da wohnt Krümel, die kleinste Kneipe der Welt. Bequeme Stühle und freundliche Tische laden ein, den Abend im Krümel-Biergarten zu verbringen. Während wir hier entspannt das Leben genießen dürfen, ist Wirt Vasili Kalabatos in seinem Krümel fleißig und bastelt uns in sanfter Folge ein Pils-Tablett nach dem anderen. Als akustisch kraftvoll fällt uns alsbald ein gediegener Nachbarschaftsservice auf. Das Ravensberger Musikhaus (ein spontan von uns verliehener Ehrentitel) beschallt kompetent die halbe Straße. Und als sich die Abendsonne endgültig verkriecht, erstrahlt pünktlich das elektrische Abendlicht. Geht’s noch besser? Wohl kaum.

Das Einzige, was uns jetzt noch fehlt, sind prall gefüllte Teller mit Leckereien, doch die gibt es im Krümel natürlich nicht. Da wir uns hier so schön festgetrunken haben, möchten wir den gastlichen Ort nicht verlassen, also zetteln wir gastronomische Synergieeffekte dieses wunderbaren Stadtviertels an. Gleich um die Ecke wohnt nämlich der Flaneur-geprüfte Larissa-Grill, hier ordern wir hübsche Fleischteller mit prima Sättigungsbeilagen. Ruckzuck bringt uns der fleißige Sirvan Ari Teller mit gefüllten Steaks (ja, da lacht das Herz) sowie pralle Grillteller (und da lacht der Magen). Dazu gibt es Salatteller der Spitzenklasse. Wir sind begeistert, der Tisch ist gefüllt, das Bankett kann beginnen.

Wohlig und ohne Eile schlagen wir uns die Bäuche voll bis unser Tisch fachkundig leergefuttert ist. Als danach Vasili Kalabatos frisches Pils und eine feine Runde Verdauungsbranntwein liefert, überrascht uns zusätzlich ein schönes Ouzo-Tablett vom Larissa-Grill, so dass wir zum Abschluss einen prima Drei-Getränke-Tisch haben, der uns jubeln lässt: Bielefelder Abendgemütlichkeit hat einen Namen – Krümel in der Ravensberger Straße.

—> Krümel, Ravensberger Straße 46, 33602 Bielefeld

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Ein Stern erstrahlt am Burger-Himmel

Eine fleißige und fröhliche Herde: Das ganze Team der Wilden Kuh

Eine fleißige und fröhliche Herde: Das ganze Team der Wilden Kuh

In Bielefeld gibt es eine Wilde Kuh. Sie wohnt nicht weit vom Kesselbrink entfernt, gleich gegenüber der alten Hauptpost lockt sie mit einer schmucken Außengastronomie. Hier lassen wir uns nieder und bewundern das urbane Bielefeld wie es unablässig vorbeiströmt. Leider müssen wir erfahren, dass die Wilde Kuh keine alkoholhaltigen Erfrischungsgetränke ausschenkt, was spontan zu großer Trauer führt. Doch als die Wilde Kuh ihre schönen Speisen auftischt, sind wir sogleich wieder versöhnt. Als erstes vernaschen wir einen entzückenden Cheesycheese Burger mit schmackhaften Kartoffelspalten. Das Fleisch schmeckt astrein und zu den Spalten werden freundliche Salben gereicht. Dann ergehen wir uns lustvoll an einem BBQ Burger mit üppigem Frischsalat. Ebenfalls kompetent tritt der Bacon Burger mit Pommes auf, den man wahlweise auch mit Rosmarinkartoffeln verputzen kann. Die Speisen sorgen für große Zufriedenheit, und wir verstehen endlich, warum um uns herum nur glückliche Gäste zu sehen sind.

Schließlich runden wir das schöne Abendmahl mit einem soliden Espresso ab. Der tut gut und man kann dabei bestens mit den sympathischen Wirtsleuten Sibel Yilmaz und Erbil Temel plaudern. Darüber, wie sie den Namen & das Logo der Wilden Kuh entwickelt haben. Warum sie die schwarzen Fliesen extra in Italien bestellen mussten. Dass sie Brot und Brötchen selbst backen. Oder darüber, was Kuruma ist. Das bietet die Wilde Kuh nämlich auch an – als einzige Gaststätte weit und breit. Zum Abschied gratulieren wir den Wirtleuten Sibel Yilmaz und Erbil Temel dankbar zu der schönen Idee, eine Wilde Kuh in Bielefeld zu etablieren.

—> Wilde Kuh, Herforder Straße 12, 33602 Bielefeld

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