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50 Beiträge mit Schlagwort 'Salat'

Am Lagerfeuer in Quelle

Füllen Tradition mit neuem Leben: Evangelia Koukotsika und Antonios Papatriantafyllou

Füllen Tradition mit neuem Leben: Evangelia Koukotsika und Antonios Papatriantafyllou

Seit 1952 ist die Gaststätte Sprungmann eine bedeutende Nahrungsquelle im beliebten Stadtteil Quelle. Verkehrsgünstig gelegen und mit reichlich Parkplätzen ausgestattet, lädt Sprungmann auch Nicht-Queller ein – so wie uns. Als Erstes stellen wir fest, dass aus der Gaststätte Sprungmann die Taverne Sprungmann geworden ist. Die vormaligen Wirtsleute Schulz sind in den verdienten Ruhestand getreten und haben das Koch-Zepter an Evangelia Koukotsika und Antonios Papatriantafyllou übergeben. Und die werden, wie sie uns erklären, die alte Tradition erhalten (Grünkohl, Spargel, Ochsen), jedoch nicht ohne sie durch wesentliche Elemente der griechischen Küche zu bereichern (Lamm, Drehspieß, Bifteki). Unsere Vorfreude wächst.

In wochenlanger Eigenarbeit haben die neuen Wirtsleute ihre Gaststube komplett durchrenoviert. Gern nimmt man hier Platz und wartet auf das Lagerfeuer. Denn die Taverne Sprungmann ist das einzige uns bekannte Gasthaus, in dem ein Lagerfeuer auf dem Tisch entzündet wird. Sorgsam angebratenes Schweinefilet wird hier durch eine fröhliche Flamme von unten befeuert. Ein rustikales Ereignis, das bestens zu uns alten Präriewölfen passt. Das Lagerfeuer ist von Familie Schulz übernommen worden, allerdings wird es heute durch wohlschmeckende griechische Salate ergänzt. Außerdem werden zwei fein abgeschmeckte Soßen gereicht. Als Sättigungsbeilagen kann man zwischen Pommes und Kroketten wählen. Und so sieht dann ein individulell zusammengestellter Lagerfeuer-Teller aus. Köstlich. Ebenfalls köstlich ist der Bifteki-Teller, zum dem ein feiner Salat still lächelt. So wie wir, denn die Taverne Sprungmann macht uns glücklich.

Von der langen Tradition des Gasthauses zeugen die immer noch aktiven Sparschränke. Das Sparen des kleinen Talers hat seine hohe Zeit zwar lange hinter sich, aber in der Taverne Sprungmann lebt die alte Zeit noch weiter. Dafür sorgen die herzlichen Wirtsleute Evangelia Koukotsika und Antonios Papatriantafyllou, und dabei wünschen wir ihnen immer ganz viel Glück.

—> Taverne Sprungmann, Osnabrücker Straße 65, 33649 Bielefeld

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Unsere Reise nach Vietnam

Wissen auch Rémy Martin bestens zu servieren: Die Wirtsleute Duong

Wissen auch Rémy Martin bestens zu servieren: Die Wirtsleute Duong

Sie sind Chinesen und stammen aus Vietnam. Vor Jahrzehnten schon sind sie nach Deutschland gekommen. Kieunga und Thuong Nhi Duong heißen die Wirtsleute, die uns heute herzlich zum vietnamesichen Abendschmaus begrüßen. Sanfte Klänge schweben durch die große Gaststube als wir vietnamesische Frühlingsrollen kennenlernen. Sie sind nicht nur ganz was anderes als die uns bisher bekannten Frühlingsrollen, nein, sie müssen außerdem getunkt werden. Allerdings, so lernen wir willig, im Salat- und Minzblattmantel. Die Dinger sind lecker, und das Tunken gefällt uns. Bald schon erscheint Wirt Duong Thuong Nhi erneut an unserem großen Rundtisch und serviert Huhnfleischspieße. Prima, dass die mundige Erdnusssoße auch so schmeckt wie sie ausschaut. Als letztes exotisches Abenteuer im Vorspeisenreigen begegnet uns schließlich ein köstlicher vietnamesischer Salat.

Nun schnallen wir die Gürtel weiter, denn nun folgen die Hauptspeisen. Wieder treffen wir auf Unbekanntes und Wohlschmeckendes. Uns fehlen die Worte, daher lassen wir ein stilles Beweisfoto von unserem Glück erzählen. Wichtig ist dabei, so betont Duong Kieunga, dass in der Küche kein Glutamat zum Einsatz kommt. Beim Versuch, die Köstlichkeiten mittels Stäbchen zu verzehren, bekennt unser heutiger lieber Gast Matthias, dass er zum ersten Mal im Leben dazu veranlasst worden sei, langsam zu essen. Zum Ende der großen Schlemmerei serviert uns Wirt Duong Thuong Nhi schöne Schnäpse. Sofort bedanken wir uns mit einem kleinen Kulturprogramm, indem wir die Fotos unserer alten Führerscheine herzeigen und damit große Freude auslösen. Anschließend präsentiert Matthias erstaunliche Weisen auf einer vietnamesischen Maultrommel.

Als wir gegen Mitternacht das gastliche Haus verlassen, schwebt eine Wolke der Zufriedenheit über uns. Freundlich lächelt das Zen-Chi-Schild. Wir halten inne, denn es spricht zu uns. “Hier ist der Grenzübergang ins gastfreundliche Vietnam”, ist es laut und deutlich zu vernehmen. Aber wer einmal dort war, wird es nie vergessen.

—> Zen Chi, Otto-Brenner-Straße 112, 3307 Bielefeld

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Zum Essen in den Knast

Küchenchef Jürgen Richter, Küchenbeamtin Doris Schnitker, Azubi Max Mustermann

Küchenchef Jürgen Richter, Küchenbeamtin Doris Schnitker, Azubi Max Mustermann

Ein freundliches Gesicht hinter Panzerglas lächelt uns an: “Ihre Ausweise bitte.” Brav übergeben wir unsere Flaneur-Ausweise, dann öffnen sich Schleusentüren und es begrüßt uns Peter Beckmann. Der vertrauenerweckende Mann ist Leiter des Sozialdienstes der JVA Bielefeld-Brackwede und heute unser Reiseleiter. Vorsichtshalber haben wir die Vierte Gewalt mitgebracht, und zwar in Form von Bettina Wittemeier von Radio Bielefeld. Falls wir hier nicht rauskommen, soll die toughe Frau Bielefeld darüber informieren. Peter Beckmann führt uns durch endlose Gänge, lautstark fallen Stahltüren hinter uns ins Schloss, wir fühlen uns wie in einem Labyrinth aus Beton und Neonlicht. Doch unser keimendes Unbehagen nivelliert der Reiseleiter erfolgreich durch geduldige Erläuterungen. Dann betreten wir eine Zelle, die hier Haftraum heißt, blicken aus dem Zellenfenster und einer von uns murmelt: “Hier riecht’s wie Bundeswehr.” Auch führt uns Peter Beckmann nach draußen, wo wir einen Sportplatz sehen, gesäumt von hohen Mauern und einem Wachturm klingonischer Bauart. Links erstreckt sich ein Hafthaus, aus dem Stimmen zu uns herüberwehen.

Wer inhaftiert ist, hat Glück, wenn er die Zeit für eine solide Berufsausbildung nutzen kann. Das passiert derzeit drei Inhaftierten, die Auszubildende in der Lehrküche der JVA sind. Hier üben sie das Basteln filigraner Köstlichkeiten, die anschließend probeweise an Mitarbeiter oder Gäste verfüttert werden. Genau deshalb sind wir hier. Peter Beckmann öffnet uns die Tür zum Speiseraum der Lehrküche. Hier lächeln uns sogleich zufriedene Gesichter an: Besuch von der Fernuniversität Hagen. Als Starter erwartet uns schmackhafte Würzbutter mit hausgemachtem Brot. Und ruckzuck stehen herzlich dekorierte Miesmuscheln vor unseren Augen, lecker überbacken. Sofort aktiviert Bettina Wittemeier ihr Mikro und zeichnet unser Schmatzen auf. Als Hauptgericht fungiert Elsässer Flammkuchen mit Mischsalat. Ebenfalls sehr gelungen. Zum Nachtisch lässt uns köstlicher Blaubeerquark lustvoll aufstöhnen. Abgerundet wird die Völlerei durch einen finalen Espresso. Wir sind uns einig: Diese Lehrküche hat unser Flaneur-Siegel verdient. Hernach schenkt uns Küchenchef Jürgen Richter, ein Mann mit vorbildlichem Elan, eine beeindruckende Führung durch seine große Knastküche. Jeden Tag erschaffen hier unter seiner Leitung neun Bedienstete und 30 Inhaftierte Futter in diversen Varianten für 1.000 Menschen. Eine Herkulesaufgabe, wie wir anhand seiner Detailschilderungen staunend erkennen müssen.

—> JVA Bielefeld-Brackwede, Umlostraße 100, 33649 Bielefeld

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Griechenland – mitten in Bielefeld (inzwischen Geschichte)

Sind die Taverne: Wirt Evanggelos mit Necirvan, Athanasios und Pangiotis

Sind die Taverne: Wirt Evanggelos mit Necirvan, Athanasios und Pangiotis

Sie haben dieses Jahr einen schönen Urlaub in Griechenland verbracht und erinnern sich gern an die kleinen hellenischen Tavernen? Dann sollten Sie die Taverne an der Ravensberger Straße aufsuchen. Hier findet kein Schnellimbiss statt, hier schmeckt man, dass das Souvlaki tatsächlich in einer Oregano-Zitronen-Marinade gereift ist. Auch werden dem Gast keine üppigen Platten aufgedrängt, sondern er stellt sich die Speisemodule selbst zusammen. So greifen wir zum erfreulich sahnigen Tzaziki und loben den schmackhaften Salat auf Raukebasis. Als Gedicht entpuppen sich die Pommes, selbstredend hausgemacht. Auch das gegrillte Gemüse ist von seltener Güte. Mit Bravour bietet man hier schmackhafte Bifteki samt Zwiebeln und Zitrone an sowie astreine Lammkoteletts. Auch ein jung verstorbener Oktopus findet den Weg auf unsere Tafel.

Sehr zu loben ist bei all dem Blitzkellner Necirvan, der die guten Trinktabletts mit leichter Hand herbeischleppt. So freuen wir uns über feines Mythos-Bier, allerdings in Gläsern einer Bierfabrik, deren Namen wir sofort vergessen haben. Schließlich steigt unser Wohlfühlpegel dermaßen an, dass unser Herr Sölter auf ein Erinnerungsfoto besteht, das er, wenn wir uns recht erinnern, seinen Eltern zum Hochzeitstag schenken möchte. Vollendet abgerundet wird der Abend durch das Fortbildungsprogramm unseres heutigen Gastes Hanno. Der sympathische Tabakexperte hat kubanische Zigarren mitgebracht, die jeden Gaumen verwöhnen – und somit bestens zur Taverne passen.

—> Taverne, August-Bebel-Straße 126, 33602 Bielefeld

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Einkehr im Denkmal des Monats

Arbeiten in historischem Gemäuer: Can Dar, Katharina Itterbeck, Wirtin Yurdan Güldiken

Arbeiten in historischem Gemäuer: Can Dar, Katharina Itterbeck, Wirtin Yurdan Güldiken

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat das Gebäude des Nordpark-Restaurants zum Denkmal des Monats August 2013 erklärt. Ein stolzer Titel, der uns zu einer Zeitreise einlädt. Unsere Reise beginnt 1830. Bielefeld hat grad mal 10.000 Einwohner, als an der Detmolder Straße die Osthoff´sche Villa einen wuchtigen Park erhält. Darin entsteht ein Teehaus, das der städtischen High Society zur kultivierten Plauderei dienen soll. Der Baumeister, so wird heute gemunkelt, sei ein Schüler des preußischen Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel gewesen. Zweifellos lassen die vier dorischen Säulen, der freistehende Portikus mit Flachgiebel und das Triglyphenfries auf Schinkels klassizistische Handschrift schließen. Aber wie kam dies Kleinod in den schönen Nordpark? Erste Pläne für den Park finden sich in der Weimarer Republik, doch im Krieg wurde er als Kartoffelacker missbraucht. Erst Anfang der 1950er Jahre machte man sich daran, den Park wieder herzurichten. Die Idee, hier eine “Milchstube” zu eröffnen, kulminierte 1953 in dem Ratsbeschluss, das vom Abriss bedrohte Teehaus von der Detmolder Straße in den Nordpark zu transferieren. So wanderte der Osning-Sandstein unter großen Mühen in den schönen Landschaftspark, wo ihn heute ein prächtiger Baumbestand sowie zahllose Rosen, Rhododendren und Dahlien kongenial umrahmen.

Haargenau das richtige Ambiente für uns. Im entzückenden Biergarten des Nordpark-Restaurants verspeisen wir ein deftiges Baguette mit gutem Sättingungspotential sowie köstliche Tortellini mit feiner Soße. Auch finden wir hier Salat, den die Küche Caesar Salad nennt. Von der netten Besatzung erhält Katharina Itterbeck ein Extralob, denn zuverlässig trägt sie alles auf, was wir wünschen, so dass uns eine chronisch gut geschmückte Abendtafel zum dauerhaften Verweilen überredet. Gesamturteil: Wer Geschichte und Gegenwart des Nordparks nicht kennt, ist sehr zu bedauern.

—> Nordpark-Restaurant, Bünderstraße 25b, 33613 Bielefeld

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