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42 Beiträge mit Schlagwort 'Salat'

Im Biotop der Zufriedenheit

Gute Laune in Heepen: Wirt Guido Schoppengerd (2.v.r.) im Kreise zufriedener Gäste

Gute Laune in Heepen: Wirt Guido Schoppengerd (2.v.r.) im Kreise zufriedener Gäste

Wer Heepen kennt, kennt auch den Gasthof Wedding. Schon seit 1743 wacht er treu über Hunger und Durst in dem lauschigen Suburb am östlichen Bielefelder Rand. Die Gaststube ist gut besucht. Entspannt sitzt man beim Schnitzelteller mit Pilsbier und lässt den Tag gesellig ausklingen. Unterschiedliche Gruppen und Vereine nutzen das Wedding als Lebensmittelpunkt. Ob Knobel- oder Skatrunden, ob Fußballer oder Gesangsverein, alle fühlen sich hier wohl. Heute tagt in einem Nebenraum die – Obacht, korrekte Bezeichnung – Schützengesellschaft des Amtes Heepen e.V., allerdings ohne Waffen (schade), aber mit dem amtierenden Schützenkönig (immerhin). Im anderen Nebenraum begrüßen wir den Wedding-eigenen Platzhirsch, der über die ordnungsgemäße Nutzung des Veranstaltungssaals wacht.

Als Indiz ehrlicher Fürsorge bewerten wir die Tatsache, dass Wirt Guido Schoppengerd Gläser mit gesalzenen Erdnüsschen aufgestellt hat. Doch nun widmen wir uns den Gaben der Küche. Solide ist das Zwiebelschnitzel mit schönen Bratkartoffeln. Nicht weniger harmonisch ist das Jägerschnitzel mit bewährten Kroketten. Dazu werden erfrischende Salatteller gereicht. Auch das Pizza-Speisesegment beherrscht die Wedding-Küche. Als bunt, frech und guter Sattmacher stellt sich uns die Pizza Arlecchino vor.

Nach erfolgreicher Vollsättigung bitten wir Wirt Guido Schoppengerd zum Spätbiergespräch. Bereitwillig gibt uns der nette Mann Auskunft über sein Wirtsleben im Speziellen (“Meine Eltern waren Gastronomen im Kreis Gütersloh”) und im Allgemeinen (“Als Wirt ist man Seelentröster. Ich könnte einen Beichtstuhl aufstellen”). Zufrieden verlassen wir zu später Stunde den gastlichen Ort und wissen: Um Heepen muss es uns nicht bang sein – so lang Guido Schoppengerd den Gasthof Wedding führt. Und im Juli kommen wir wieder, denn dann lodert in Heepen das 181. Heeper Schützen- und Volksfest.

—> Gasthof Wedding, Vogteistraße 2, 33719 Bielefeld

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Pizza New York – natürlich in Bielefeld

Wissen wie gute Pizza geht: Hayrettin Sansar und Schahab Qasim

Wissen wie gute Pizza geht: Hayrettin Sansar und Schahab Qasim

An der Heeper Straße ist uns ein buntes Haus aufgefallen, in dem sich eine Pizzeria niedergelassen hat. Also besuchen wir heute die lieblich eingerichtete Futterkrippe und lassen uns vom freundlichen Hayrettin Sansar eine schöne Rutsche Bierchen auftischen. Sodann widmen wir uns entspannt dem Studium der umfangreichen Speisekarte. Hier gibt’s nicht nur Pizza, hier gibt’s auch Pasta, Aufläufe, Schnitzel, Fisch, Riesenburger, Spare Rips, Döner, Salat und natürlich Caprisonne – mit anderen Worten: Hier gibt’s alles. Somit stehen wir vor dem Problem, womit wir starten sollen. Wir entscheiden uns einstimmig für den Bauernsalat. Und bereuen es nicht. Gut portioniert, gut abgeschmeckt, gut für die Seele. Danach erklären wir den Tag zum Pizzatag. Und schon wieder stehen wir vor einem Problem, denn die Pizza wird hier in den Varianten “Steinofen” und “Classic” angeboten. Mutig entscheiden wir uns für den Doppeltest: Thunfisch-Pizza gebraten in der Steinofen-Version und Thunfisch-Pizza gebraten in der Klässik-Version. Bei der Bewertung können wir uns nicht auf einen Liebling festlegen. Beide Varianten finden ihre Fürsprecher. Gut an kommt auch die Pizza Quattro Stagioni. Auch die Pizza New York erweist sich als gutes Ding. Als wir sie andächtig verspeisen, drängt sich uns die Frage auf, ob es in New York eine Pizza Heeper Straße gibt. Kann das mal jemand für uns googeln? Mit berechtigtem Stolz in der Stimme weist uns Hayrettin Sansar auf eine Urkunde hin, die seine Pizzeria auf Platz 3 in der Kundenzufriedenheit zertifiziert. Das hat gewiss auch mit der grundsoliden Ausstrahlung der flotten Pizzataxi-Männer Maher und Alaa zu tun, die top gekleidet den Bringedienst absichern. Ob sie auch nach New York ausliefern, haben wir leider vergessen zu fragen.

—> Pizzeria Taormina, Heeper Straße 220, 33607 Bielefeld

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Brennpunkt Altstadt

Flaneur-geprüftes Ambiente: Wirt Rade Zimonjic hat es als einziger

Flaneur-geprüftes Ambiente: Wirt Rade Zimonjic hat es als einziger

Im großstädtischen Abendlicht der Bielefelder Altstadt lockt das Restaurant Ambiente. Sein Gastraum beherbergt eine gemischtgeschlechtliche Gruppe mit Abenddurst und Plauderfreude. Am Tresen sitz ein solitärer Trinker mit zufriedener Körperhaltung und bestellt sein zweites Pils. Die Plauderer sind offenbar Arbeitskollegen. Gemeinsam spülen sie den Bürostaub eines langen Arbeitstages hinunter und verabschieden sich gegen 21 Uhr Richtung Wohnsitz. Wir hingegen legen jetzt erst richtig los.

Als guten Start gönnen wir uns einen ehrlichen Salat mit saftigen Tunfischsegmenten. Danach widmen wir uns mit zwei Testeinheiten dem Pizzaangebot. Zuerst muss die Pizza Salami dran glauben, einstimmiges Urteil: Ein gelungenes Ding. Ebenso gut schneidet die Pizza Parma ab. Spätestens hier wird klar, dass der Koch ein Italiener sein muss (leider geht er uns beim Fototermin durch die Lappen). Grundsolide sind alsdann die Spaghetti bolognese einzustufen, vergoldet mit mundigem Parmesan. Zum Abschluss erfreut uns eine sahnige Lasagne mit milder Würze. Danach offeriert uns Wirt Rade Zimonjic punktgenau eine feine Grappa, so dass es uns heute an nichts mangelt.

Sehr interessant ist außerdem, was Rade Zimonjic aus seinem gastronomischen Leben zu berichten hat. Seit 2008 leitet er sein Ambiente, aber schon seit Jahrzehnten ist der Absolvent einer Hotelfachschule in der ostwestfälischen Gastronomie tätig. So hat er seinerzeit die Hochzeitsfeier von Karl-Heinz Rummenigge ausgerichtet, was ihm noch heute ein kleines Leuchten in die Augen treibt. Stolz darf er auch auf den Sparschrank in seinem Gastraum sein, bezeugen doch die vielen Namensschildchen wie zahlreich seine Stammgäste sind. Später entdecken wir weiter hinten einen großen Saal. Er wird, so erklärt uns Rade Zimonjic, für Fußballübertragungen genutzt. Allerdings sei der nur richtig voll, wenn Arminia in der Bundesliga spielt. Ein weiterer guter Grund für einen Aufstieg der Almmannschaft.

—> Ambiente, Hagenbruchstraße 3, 33602 Bielefeld

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Hochgenuss dank Knossos-Schnitzel (inzwischen Geschichte)

Unser großer Dank gilt Koch Epaminondas Melabiotis und Serviererin Beata Milberg

Unser großer Dank gilt Koch Epaminondas Melabiotis und Serviererin Beata Milberg

Schwarze Nacht liegt über der Jöllenbecker Straße und wir sind auf der Suche nach Nahrung. Soeben haben wir die Apfelstraße passiert, da leuchtet uns ein guter Stern. Knossos heißt die Futterkrippe, die uns aufnimmt. Wir platzieren uns an der geräumigen Theke, wo Beata Milberg vorzügliche Freundlichkeit und schönes Pilsbier austeilt. Der musikalische Raumklang pendelt zwischen griechischer Freude am Leben und ehrlichem WDR-4-Menü: “Gutes bleibt”. Für das Abendmahl wechseln wir zu einem prächtigen Hochtisch, der von zwei topaktuellen Spielautomaten flankiert wird, die einzelne Gäste gelegentlich versonnen bespielen.

Nun aber trägt Beata Milberg auf. Sie startet mit einem astreinen Vorspeisenteller, der uns schmatzen lässt. Alsdann serviert die charmante Frau seriöse Schnitzel mit würzigen Champignons. Die Schnitzel sind erstaunlich üppig und schmecken großartig. Dazu gesellen sich einwandfreier Bauernsalat sowie ausgezeichnete griechische Kartoffeln. Nun gestaltet sich jeder sein Schnitzel individuell: ob mit Pommes oder mit Bauernsalat oder mit griechischen Kartoffeln – immer sind sie ein Genuss! Am Ende dieser wunderbaren Völlerei bitten wir den Koch an unseren Tisch. Sein Name ist Epaminondas Melabiotis, und wir danken ihm sehr für das, was er uns angetan hat. Bei der folgenden Plauderei erfahren wir, dass er einst als so genannter Gastarbeiter nach Bielefeld gekommen ist. Bei Dürkopp hat er damals gearbeitet, aber schon 1983 wechselte er zur Gastronomie, der er seither die Treue gehalten hat. Am Ende lässt uns Herr Melabiotis von seinem vielsternigen griechischen Weinbrand naschen – einen extraweichen Metaxa, an dem man sich gut festtrinken kann.

Auf dem Weg zum Abort entdeckt unser Herr Sölter, der stadtbekannte Genussraucher, voller Glück einen historischen Zigarettenautomaten. Grundsolide Automatentechnik in geradlinigem Retro-Look, lautet seine Einschätzung und wir beratschlagen, ob wir den Automaten für ein noch zu gründendes Bielefelder Flaneurmuseum sichern sollten. Doch das fragen wir Herrn Melabiotis erst bei unserem nächsten Besuch. Zum Beispiel an einem der Wochenenden, wenn hier griechische Livemusik aufspielt. Wer wollte sich das entgehen lassen!

—> Knossos, Jöllenbecker Straße 141, 33613 Bielefeld

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Bielefeld im Glück: Larissa 2.0

Haben viele treue Stammgäste: Die sympathischen Wirtsleute Azis und Maki Ari

Haben viele treue Stammgäste: Die sympathischen Wirtsleute Azis und Maki Ari

Ein Raunen geht durch Bielefeld: “Larissa hat wieder eröffnet”, so mailt uns voller Freude Larissa-Fan Burkhard Schweighöfer. Bekanntlich hatte der beliebte Grill 2009 durch eine schwere Gebäudeinsuffizienz Totalschaden erlitten. Aber die fleißigen Wirtsleute Ari haben in jahrelanger Klein- und Heimarbeit alles wieder instandgesetzt, so dass wir heute dankbar Herrn Schweighöfers Tipp folgen und Larissa 2.0 begutachten werden.

Herr und Frau Ari haben sich gar nicht verändert, nur die beiden Söhne sind groß geworden und packen schon fleißig mit an. Brav. Nun lassen wir unsere Blicke schweifen. Alles ist fein hergerichtet, alles erstrahlt frisch renoviert. Je länger wir schauen, desto philosopischer wird uns zumute. Kein Wunder, denn an den Wänden finden sich 3-D-Sinnbilder der Topografie klassischer europäischer Philosophie. Scherzbolde behaupten, es handele sich dabei um Allegorien des Larissa-Unfalls, aber das ist natürlich Quatsch.

Aaah, unsere schönen Beilagensalate sind angerichtet! Dann wird es also langsam ernst. Der Getränkeschrank beherbergt erfreulich viele Sorten Erfrischungsgetränke. Wir entscheiden uns schnell für das liebliche Efes und sind nun aufgeregt wie sonstwas, ob die Speisen noch so schmackhaft sind wie damals. Und sie sind es. Wir starten mit dem Hausteller, den wir dankbar loben. Als unverändert klasse stellen sich auch die gefüllten Steaks dar. Astrein ist die Riesenfrikadelle, saftig gefüllt mit Schafskäse. Erfreut notieren wir, dass auch die Larissa-Pizza weiterhin prima mundet. Wie zum Beipspiel die Pizza Olympia. Aber auch im Kleinen erfahren wir viel Freude. So ist unser verehrter Herr Sölter von der seltenen Güte der Larissa-Mayonnaise begeistert und lässt sich daher gern eine Extraportion Mayo zuführen. Und das alles weiterhin zu Preisen, die erschreckend niedrig sind. Die ganze Zeit sorgt Wirtin Maki Ari wie eine Mutter für uns. Am Ende lässt uns nur gehen, wenn wir eine schöne Rutsche Abschlussouzo genossen haben. Damit stoßen wir gern auf das Glück des neuen Grill Larissa an: Hipp, hipp, hurra! Auf einen guten Neustart!

Übrigens: Die Interviews unseres ersten Flaneur-Films wurden 2007 im Larissa aufgezeichnet.

—> Larissa, August-Bebel-Straße 130, 33602 Bielefeld

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