28 Beiträge mit Schlagwort 'Salat'
Wir haben Da Enzos Pizzabrett eingeweiht

Schönes Zeigebild: Pizzabäcker Enzo Ventura mit Frau Maria und Vater Pietro sowie die Fahrer Mesut Ismail und Rauf Aba
Da Enzo ist eine vitale Pizzabäckerei, die seit 1999 erfolgreich hilft, Bielefeld satt zu machen. Zu diesem Zweck huschen Da Enzos tomatenrote Kleinwagen täglich durch die Stadt und bringen den Hungernden die Nahrung direkt an die Wohnungstür. Aber, was viele nicht wissen, man kann bei Da Enzo auch einkehren, um sich vor Ort den Magen zu füllen. Und genau das machen wir heute. Von unserem Tisch haben wir beste Sicht auf das quirlige Geschehen in der offenen Küche. Pizzawirt Enzo Ventura und seine Frau Maria arbeiten hochfrequent. Ofen auf – fertige Pizza raus – neue Pizza rein – Pizza verpacken – verpackte Pizza und Salat in Transportbox legen – dem Pizzafahrer ein paar kurze Kommandos schenken – so geht es hier zackzack und ohne Pause.
Nun nimmt Wirtsvater Pietro Ventura unsere Bestellung auf und gibt uns dabei einen sensationellen Tipp. Statt Einzelpizza für jeden sollen wir gemeinsam ein großformatiges Pizzablech in Auftrag geben. Gesagt – bestellt! Anschließend schaltet Pietro Ventura extra für uns eine schöne Musik ein: ’O sole mio erklingt und die Lebensfreude des ewigen Klassikers vereint sich wohltuend mit den olfaktorischen Geistern aus der Pizzaküche. Als Appetizer haben wir erfrischenden Salat geordert, den Pietro Ventura sogleich mit elastischer Geste überbringt.
Und dann – die Götter der Pizzazubereitung sind unsere Zeugen! – passiert es: Pietro Ventura serviert uns eine entzückende cirka tischtennisplattengroße Pizza – und zwar auf dem nagelneuen Da Enzo-Pizzabrett. Der Tischler, so erklärt uns Wirt Enzo Ventura nicht ohne Stolz, hat das Brett erst heute geliefert, und der gute Pizzabäcker ist verständlicherweise voller Glück, dass niemand Geringeres als die Bielefelder Flaneure sein neues Pizzabrett einweihen. Die Freude ist ganz auf unserer Seite und ebenso freuen wir uns, dass die Pizza astrein schmeckt. So astrein, dass wir das Brett am Ende brav leer gefuttert haben.
—> Da Enzo, Wilbrandstraße 71, 33604 Bielefeld
—> Blitzbestellung: 0521-5604141
Einen Kommentar schreiben
Solide Stadteilversorgung
Als Erster ergreift unser heutiger Gast, Bielefelds berühmter Steinmetz Lars Jauer, das Wort: “Damit hätte ich nicht gerechnet!” sagt er vollmundig kauend. Sofort stimmen wir in seinen Lobgesang ein: Feine Schweinelendchen mit freundlicher Sauce. Köstliches Schweinefilet mit herzlichen Bratkartoffeln. Ebenfalls klasse: Zwei schöne Grillspieße. Alsdann tritt der Balkanteller auf – und er überzeugt sofort. Zu all dem passt der Salat mit angemessenem Liebreiz. Und das alles, verehrte Leserinnen und Leser, wird zu einem erstaunlichen Preis-Leistungs-Verhältnis aufgefahren.
Nachdem Wirt Luka Simic unserem Tisch flüssige Leckerchen verabreicht hat, befragen wir ihn zur Geschichte seines Gasthauses. Nicht ohne Stolz berichtet er von fast 25 Jahren, die er das Adria nun schon führe. Und bei der Zubereitung der kroatischen Speisen, erklärt er fröhlich, assistiere ihm seine Frau. Nach unserem Gespräch setzt sich Luka Simic mit einigen Gästen zu einer gemütlichen Skatrunde zusammen. Diesen schönen Abendausklang hat er sich redlich verdient.
—> Adria, Heidsiekstraße 2, 33607 Bielefeld
Einen Kommentar schreiben
Seltene Gemültlichkeit verflossener Zeiten
Ein fieser Dauerregen peitscht durch die abendliche Arndtstraße. Fluchend retten wir uns in die Gaststätte Kochsiek – und schon geht die Sonne auf! Jedenfalls mental. Denn in der schmucken Gaststube ist es muckelig (Heizung auf volle Kanone), gemütlich (Stammgäste bei legerer Freizeitlektüre) und menschenfreundlich (Pilslieferung in Nullkommanix). Wohlgestimmt schauen wir uns um. Die Gaststube verströmt die seltene Gemültlichkeit verflossener Zeiten. In solchem Ambiente zechten einst unseren Großväter. An den Wänden bewundern wir die Werke alter Meister, und an Theke und Tischen sehen wir ausschließlich männliche Gäste. Besteht da ein Zusammenhang? Bevor wir dies Rätsel lösen können, liefert uns die grundsympathische Kerstin Geßler (Migrationshintergrund: Saarland) die Köstlichkeiten der Küche.
Gleich doppelt müsssen wir die Note “lecker” vergeben, sowohl für das Schnitzel mit einseitig gebratenem Spiegelei als auch für das Schnitzel mit doppelseitig gebratenem Spiegelei. Als erfreulich erfrischend erweisen sich die hierzu gereichten lieben Beilagensalate. Und auch der Grühnkohl ist so, wie er sein muss: abgrundtief schmackhaft. Außerdem ist das Kotelett mit Kräuterbutter und Bratkartoffeln zu loben. Und dann widerfährt uns auch noch das ganz große Kochsiek-Filetglück. Am Ende ist die logische Folge alldessen, dass unsere Teller alle hübsch blankgeleckt sind. Dafür belohnt uns Kerstin Geßler mit einer astreinen Getränkemischung, bei der ein heimischer Wacholderbrand eine bedeutende, um nicht zu sagen: nachhaltige Rolle spielt. Am frohen Ende stellen wir einstimmig fest: Bielefeld hat Glück, dass es das Kochsiek gibt!
Übrigens verlässt man das Kochsiek nicht, ohne bemerkenswertes Zusatzwissen erworben zu haben, als da wäre:
Stammgäste, die die Syllogismen des rumänischen Aphoristikers Emil Cioran mögen, bevorzugen solche Bierdeckel.
—> Gaststätte Kochsiek, Arndtstraße 45, 33615 Bielefeld
Einen Kommentar schreiben
Unter notarieller Aufsicht: Flaneure in Sieker
Heute betreten wir Neuland, heute lassen wir unseren Prüfgang erstmals notariell begleiten. Hierzu begrüßen wir als Gast keinen Geringeren als den allgemein hochgeschätzen Notar Volker Küpperbusch (links, beim Prösterchen mit unserem lieben Henner). Extra für ihn haben wir eine gastro-historisch bedeutsame Lokalität ausgewählt: Das Restaurant Hollmann! Jahrzehnte hat hier Heinrich Hollmann ganz Sieker glücklich gemacht. Inzwischen hat er das Wirtszepter an Zejlko Facko weitergereicht – und wie wir alsbald feststellen dürfen: Der neue Wirt wacht erfolgreich über die gute Hollmann-Qualität.
Üppig, süffig, große Sache, so deklarieren wir das Schweineschnitzel Teutoburg. Hierbei gilt natürlich die ostwestfälische Volksweisheit: Wer die Bratkartoffel nicht ehrt, ist des Schnitzels nicht wert. Das Bauernschnitzel erfreut nicht nur den Landmann, sondern auch uns hungrige Stadtstrolche. Nett, erfrischend und belebend macht sich dabei der Hollmann-Beilagensalat. Extra großes Seelenglück verursacht der extra schöne Grünkohl mit Fleisch und Wurst. Vollbeladen und bester Stimmung präsentiert sich daher schon bald unsere Tafel im wunderbaren Restaurant Hollmann.
Zur weiteren Stimmungseskaltion trägt der fürsorgliche Wirt bei, weil er keinen Mangel an lieben Getränken aufkommen lässt. Viel Anklang findet dabei der Alte Dessauer, immer ein schöner Gruß aus Rietberg. Auch gefällt uns die Führung durch die verschiedenen Räumlichkeiten, die uns Wirt Zejlko Facko zu später Stunde spendiert. Enorme Raumkapazitäten werden uns dabei offenbart sowie Trophäen erfolgreicher Taubenzucht, ein Hobby, das Heinrich Hollmann noch heute liebevoll pflegt. Am Ende kürt unser treuer Herr Sölter seine eindeutige Lieblingstrophäe: Eine goldene Zapfanlage. So findet ein goldener Abend seinen goldenen Abschluss.
—> Restaurant Hollmann, Otto-Brenner-Straße 77, 33607 Bielefeld
Einen Kommentar schreiben
Richtig gutes Essen? Gibt’s in Sieker!
Adrett und gepflegt empfängt uns die Familienrestauration Siekermitte. In ihrem Inneren klönt eine umfangreiche Rotte angeregt bei vollen Tellern und frischen Alkoholika und hat den ganzen Raum mit sich vollgemacht. Macht nix, Siekermitte ist zweiflügelig. Mit netter Geste leitet uns Wirt Mate Milardović in den Nordflügel, wo wir gern einen lauschigen Tisch beziehen. Zügig erhalten wir unser erstes Abendpils und lassen es dankbar in unsere staubigen Kehlen rinnen.
Nun studieren wir die Speisekarte. Solide Balkankost wird angeboten, und wir entscheiden uns für das Hackfleisch mit Schafskäsefüllung. Grandios, was uns geliefert wird: Eine göttliche Pljeskavica, die viel größer ist, als es unser Foto zu belegen vermag – und die vor allem nobelpreisverdächtig schmeckt. In nicht geringeren Sättigungs- und Verzückungszustand versetzen uns zwei erhabene Zigeunerspieße. Gutes Fleisch wurde gut behandelt – dann kommt sowas Gutes dabei heraus. Zu beiden Speisen wird ein grundanständiger Mischsalat gereicht, der frei ist von modischem Gemache und eine schöne Hausmachernote besitzt. Einfach nur gut und lecker. Wirt Mate Milardović überredet uns – glücklicherweise – zu einem köstlichen Abendsnack: Ein prächtiger Schinkenteller à la Siekermitte, Originalname: Dalmatinischer Schinkenteller. Hierzu entpuppt sich Mate Milardovic als profunder Weinkenner. Mit geübter Hand entkorkt er uns ein edles Fläschchen Postup, der Weinlegende von der süddalmatinischen Halbinsel Pelješac. Sogleich gehen Schinken und Wein eine bemerkenswerte Geschmackssymbiose ein, die uns dankbar aufstöhnen lässt.
Während der violette Postup mit seiner mineralischen Aura nach und nach in unsere Seelen sickert, plaudert es sich angenehm mit Mate Milardović. Wie er 1968 als Gastarbeiter nach Nürnberg kam. Wie er 1978 im Bielefelder Restaurant Split zu arbeiten begann. Und wie er nun seit vielen Jahren mit seiner Frau die Siekermitte führt. Als wir erfahren, dass seine Gattin die Köchin ist, danken wir ihr herzlich für die guten Gaben und bitten um ein Foto als Souvenir. Doch bescheiden lehnt die nette Dame den Fototermin ab. Die nicht minder nette Tochter ist gern bereit, unsere Plauderei mit ihrem Vater zu ergänzen, aber für ein Fotodokument fühlt auch sie sich nicht zuständig. So bleibt uns nur noch fotographisch festzuhalten, dass neben der zweiflügeligen Gaststube ein ausladender Saal zur Verfügung steht, den Sie, liebe Leser, bestens für Familienfestivitäten nutzen können. Wir garantieren: Ihre Gäste werden noch nach Jahren von den Speisen der Familie Milardović schwärmen.
—> Siekermitte, Otto-Brenner-Straße 123, 33607 Bielefeld





