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16 Beiträge mit Schlagwort 'Ramazzotti'

Simone Santoro ist auferstanden

Machen Brake glücklich: Dino Grasso, Carmelina Scarlis, Valentina und Simone Santoro

Machen Brake glücklich: Dino Grasso, Carmelina Scarlis, Valentina und Simone Santoro

Wir sind auf dem Weg nach Brake. In dem niedlichen Suburb soll Simone Santoro vor kurzem eine Pizzastube eröffnet haben. Unvergessen sind seine Pizzen, die er einst in der Bielefelder Kernstadt ausgeteilt hat, bis ihn die Großbaustelle an der Detmolder Straße vertrieb. Nun also die Auferstehung seiner Backkunst in Brake. Als wir seine Backstube erreichen, stellen wir fest, dass er zumindest der Pizzabäcker mit dem schönsten Auto von Brake ist. Das Auto gehört, so erfahren wir alsbald, seinem Onkel, der den pfeilschnellen Bringedienst für die Köstlichkeiten seines Neffen betreibt. Aber nicht nur das Pizzataxi sieht super aus, auch die Hocker sind liebevoll auf’s italienische Ambiente eingestimmt.

Simone Santoro freut sich, uns wiederzusehen und bereitet sogleich unsere Wunschpizzen zu. Gekonnt lässt er jeden Pizzaboden durch die Luft sausen, um die perfekte Nanotechnik zu erzeugen. Ruckzuck sind die Böden fertig belegt – und zack verschwinden sie im Ofen. Während sie dort braten, beweist uns Simone Santoro, dass er nicht nur Pizza kann, er kann auch Salate, zum Beispiel Meeresfruchtsalat – beeindruckend! Und dann ist es auch schon soweit, wir können die Pizzaparade abnehmen. Süffig: Pizza Salami. Vorbildlich: Pizza Frutti di Mare. Saftig: Pizza Siciliana. Ja, da räkelt sich die Sardelle wohlig im würzigen Sud. Und als Bonusträck reicht uns Premiumbäcker Simone Santoro eine kleine Lage Pizzabrötchen mit variablen Füllungen.

Nach dieser fulminanten Pizzaschlacht spülen wir mit Ramazzotti nach und stellen fest, dass Brake ein Schweineglück hat, nunmehr Simone Santoros Pizzabackkunst beherbergen zu düfen. Brake hat das offenbar schon bemerkt, denn bis 21 Uhr klingelt das Telefon ohne Unterlass und Onkel Dino Grasso muss immer wieder losdüsen, um den Braker Hunger zu besiegen. Wir wünschen Simone Santoro und seiner sympathischen Familie viel Glück mit dem Neustart in Brake. Und – versprochen – wir kommen wieder!

—> Pizza Service da’ Carmela, Braker Straße 55, 33729 Bielefeld
—> Die Hungernummer: 0521 – 98 62 22 33

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Vom Spanferkel und das Bett zum Alkohol

Im Winkel lässt es sich gut leben: Wirt Mario Mungianu mit begeisterten Gästen

Im Winkel lässt es sich gut leben: Wirt Mario Mungianu mit begeisterten Gästen

Gegenüber der Gaststätte Im Winkel lockt ein Parkplatz. Er ist allerdings nur für Friedhofsbesucher gedacht und keinesfalls für Winkel-Gäste. Also benutzen wir ihn auch nicht – wenn auf dem Winkel-eigenen Parkplatz noch was frei ist. (Soweit unser Parkhinweis für Gäste, die mit eigenem PKW anreisen.) Im Winkel selbst ist gut was los. Nicht nur Hotelgäste sind hier, auch Stammgäste und eine geschlossene Gesellschaft, die ordentlich was wegfuttert, so dass der Koch heute Großes leisten muss. Aber schon bald bekommen auch wir unser Abendmahl.

Es ist doch immer wieder ein göttliches Bild, das Schnitzel in Begleitung von Bratkartoffeln sehen zu dürfen. Und dann schmeckt es auch noch wunderbar. Es folgt der Auftritt des Spanferkels, das in einer hervoragenden Pürree-Sauerkraut-Kombination glänzt. Als nächstes kommt es zum herzzerreißend schönen Spargel-Schauspiel. Er wird, meingott wie schön!, mit flüssiger Butter geadelt. Aber natürlich gehören zu gutem Spargel auch schmackhafte Kartoffeln – dann ist das Leben des Menschen Freund. Als bemerkenswert erscheint uns außerdem, dass sich auch die Maultasche als guter Freund des feinen Spargelgemüses erweist.

Nach all den Wohltaten schließen wir das Abendmahl mit einem kulturellen Höhepunkt ab. Und zwar geben wir Hello-Kitty-Schaumküsse aus, die vor allem unseren lieben Henner enorm verzaubern. Im Verlauf des gesamten Abends, auch das muss vermerkt werden, macht uns Wirt Mario Mungianu den ausgezeichneten Bierbeibringer. Die ersten 24 Jahre seines Lebens hat er übrigens auf Sardinen gelebt, danach hat er lange in Berlin gearbeitet, und erst die Liebe lockte ihn nach Bielefeld. Auch Mischgetränketabletts bringt der fröhliche Mensch mit derart leichter Hand, dass wir den ganzen langen Trinkeabend bestens versorgt sind und erst am späten Ende das Bett zum Alkohol bestellen.

—> Im Winkel, Otto-Brenner-Straße 156, 33604 Bielefeld

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Einer der letzten Italiener Bielefelds

Symathische Gastroprofis: Michele und Belma backen allerlei Leckereien, aber keine Hasen

Symathische Gastroprofis: Michele und Belma backen allerlei Leckereien, aber keine Hasen

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass Bielefeld langsam die echten italienischen Gastronomen ausgehen? Wir könnten da einige Beispiele aufzählen. Aber egal, heute suchen wir einen der letzten echten Italiener auf. Er heißt Michele und wohnt mit seiner fleißigen Frau Belma in der Gaststätte “Zum Hasenbäcker”. Übrigens umgeben von einer gemeinhin viel zu wenig beachteten architektonisch interessanten Nachbarschaft. Hinweis für Autofahrer: Parkplätze findet man hier leicht.

Als wir die Gaststube betreten, fühlen wir uns intuitiv wohl. Aus den Lautsprechern jaulen keine klebrigen Schreihälse, sondern der große Stan Getz lässt sein Saxophon ganz sanft durch den Raum wehen. Und daran ändert sich auch den ganzen Abend nichts. Wunderbar, da lässt man sich doch gern mit erfrischendem Abendpils beliefern. Mittwochs ist im Hasenbäcker Pizzatag (ehrlich: viel zu preisgünstig!), also greifen wir zur Pizza. Wunderbar würzig: Die brave Sardellenpizza mit Kapern und schwarzen Oliven. Dann folgt der Klassiker: Die ewige Salamipizza, sie tut der hungrigen Seele wirklich gut. Natürlich greifen wir auch zu Henners Liebling: Pizza Hawaii macht eine aufwändige Reise auf die ferne Inselkette überflüssig. Als erfrischend scharfe Sache entpuppt sich Pizza Vendetta. Auch ohne aktuelle Blutrache eine bemerkenswertes Ereignis. Und als Krönung unseres heutigen Abendmahls lassen wir uns von Michele eine Pizza Chef zusammenstellen.

Nach getaner Arbeit plaudert Michele mit uns. Er erzählt von seiner Erfahrung in der Bielefelder Gastronomie (20 Jahre), von seinem Sohn (top Fußballer) und dass er eines Tages die italienischen Schlager leid geworden sie (alle CDs in den Müll). Belma bringt uns noch einen Ramazzotti und erzählt dann von einem Straßenfest, das die Nachbarschaft jedes Jahr im Juni hier in der Straße veranstaltet. Eine schöne Sitte, die auf eine intakte Community schließen lässt.

—> Zum Hasenbäcker da Michele, Althoffstrasse 1, 33609 Bielefeld

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Freitag ist Jordantag

Zwei, die super zusammenpassen: Jordan-Chef Ecki und unser seriöses Flaneurlogo

Zwei, die super zusammenpassen: Jordan-Chef Ecki und unser seriöses Flaneurlogo

Eine der großen Bielefelder Traditionsgaststuben ist fraglos das Jordan. Diese schöne Bierschwemme wohnt an der munteren Stapenhorststraße (Ecke Siechenmarschstraße) und kann auf eine lange Bewirtungsgeschichte zurückblicken. Bereitwillig gibt Rolf Morchner, der weise Hobbybiertrinker vom Siegfriedplatz, sein historisches Wissen preis. Vom Brüderschafttrinken mit westfälischem Kornbrand, das die Wirtin jedem neuen Gast bescherte, weiß er amüsant zu erzählen. Oder von den Außenlampen, die in den Werkstätten eines Bielefelder Metallbetriebes gefertigt wurden. Allerdings habe die Werksleitung, ergänzt Morchner mit ernster Mine, nichts von dem Engagement ihrer Mitarbeiter geahnt, doch offenbare diese handwerkliche Hilfe eine tiefe Verbundenheit der Gäste mit ihrer Trinkstube. Und was macht das Jordan heute?

Schon 2003 hat ein Inhaber- und Generationswechsel stattgefunden. Der neue Wirt ist Ecki und der schildert auf Wunsch gern, wie er hier damals alles durchrenoviert hat. Sogar der rustikale Holzfußboden (kein Laminatscheiß!) ist sein mühsames Werk. Dabei hat er innenarchitektonische Umsicht bewiesen und der alten Wirtsstube die gute Seele erhalten. Seit einigen Jahren öffnet er das Jordan nur noch freitags. Während der Woche verkauft Ecki Profi-Espressomaschinen, aber der Freitag gehört dem Jordan. Flott und zielsicher serviert uns Ecki eine hübsche Lage Rheder Bier (nein, nicht Rheda Bier!). Die schlanken braunen Flaschen haben unsere volle Sympathie, denn sie enthalten ein schmackhaftes regionales Produkt und außerdem kann man am nächsten Morgen damit vielsagend kalauern (“Bin gestern unter die Rheder gekommen” – haha). Erdnüsse, die vollkommene Bierergänzung, ziehen wir mit kleiner Münze aus einem wunderschönen uralten Automaten, der die Gaststube schmückt und sogar meistens funktioniert. Defekte behebt Ecki sofort, und zwar unter beherztem Einsatz seines Korkenziehers.

An der Theke haben es sich Frau Barbara und der Bielefelder Volksschriftsteller Volker Backes bequem gemacht. Zufrieden schauen sie in die Welt und bestätigen uns, dass sie “immer wieder gerne” im Jordan einkehren. Gegen 23 Uhr trifft eine Schar junger Menschen ein, die unter fröhlichem Geplauder grüne Bierflaschen leert, um dann im Kickerraum ein engagiertes Turnier zu eröffnen. Und dann lernen wir Eckis „Leslie Nielsen“ kennen. Ein Minicocktail auf Jägermeister-Basis, von dem Herrr Backes weiß, dass er vor Erkältungskrankheiten schützt – und tatsächlich, wir fühlen auch Stunden später noch keine Erkältungsanzeichen. Zu fortgeschrittener Stunde testen wir den Espresso. Dazu bitten wir Rolf Grotegut um ein Fachvotum. Der stadtbekannte Erfinder des Miner’s Coffee (jetzt M Kaffee) hat keine Zweifel: “Sehr gut!” urteilt er begeistert und ordert sogleich weitere Tässchen Leckerespresso. So rundet sich ein schöner Abend bestens ab, und wir freuen uns schon auf den nächsten Freitag, wenn es heißt: Freitag ist Jordantag.

—> Jordan, Siechenmarschstraße 2, 33615 Bielefeld

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Moccaburger? Natürlich von Freddy!

Das Team vom MoccaklatschKoch Freddy umringt von der fröhlichen Servicecrew Jana, Lena und Meike

Gemütliche Sofas, moderne Lampen und nachdenkliche Gemälde schmücken eine gut gefüllte Gaststube. Die bestens ausgestattete Bar taucht ihre Getränkebatterie in großstädtisches Rotlicht und macht Lust auf Aperitifs. Junges, buntes Volk ist gekommen, um hier in bester Laune eine Vesper einzunehmen. Die Musik ist exakt so austrariert, dass man seiner Begleitung bedenkenlos die PIN-Nummer anvertrauen oder Sexabenteuer schildern kann. Unbefugte Ohren vom Nebentisch werden garantiert nichts aufschnappen. Klasse Service.

Nun wenden wir uns interessiert dem Abendhunger zu. Mit bezauberndem Esprit reichen uns Lena und Meike zwei ausgesprochen hübsche Moccaburger. Aber auch die Pasta mit Spinat und Schafkäse sowie das Risotto können sich bedenkenlos sehen lassen. Tja, und schmecken tut das alles auch noch. Also geht unser freundliches Lob an Freddy, den netten Koch. Einen weiteren Höhepunkt erhält der Abend zweifellos, als Meike eine Lage Ramazzotti serviert - so fröhlich können das nur wenig Servierinnen. Das muss ansteckend sein, denn wir sehen um uns herum fröhliche Gäste, die sich zufrieden über das Moccaklatsch äußern. David ist gar voll des Lobes über das Moccaklatsch-Frühstück mit Milchkaffee. Kein Wunder, denn auch dabei wird Freddy seine Finger im Spiel haben.

—> Moccaklatsch, Arndtstraße 11, 33602 Bielefeld

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