33 Beiträge mit Schlagwort 'Pommes'
Mezzomix und Schnitzelglück
Die berühmte Bielefelder Apfelstraße liegt versonnen im Abendlicht. Die berühmten Bielefelder Flaneure rollen mit ihrer Limousine diese nette Straße entlang und kämpfen mit einem veritablen Abendhunger. Wo kann er besiegt werden? Plötzlich lächelt ein netter Grill am Wegesrand. Au fein, nix wie rein!
Schon der Empfang ist bestens, denn Wirt Dennis Ak verfügt über ein differenziertes Biersortiment. Also trinken wir ihm erstmal den kompletten Efes-Vorrat weg, übrigens im schicken Detmolder-Glas, also ganz im Sinne Lippisch-Türkischer-Freundschaft. Und im weiteren Verlauf des Abends widmen wir uns dem Detmolder Landbier sowie einer naturtrüben bayerischen Weizenflüssigkeit. Doch den Vogel schießt unser lieber Henner ab. Seine Wahl unter dem Motto Mezzomix macht glücklich belohnen wir mit großem Applaus.
Aber nun werden auch schon die Speisen geliefert. Start mit dem großen Klassiker, der guten alten Mantaplatte. Sie wird hier in erfreulichen Dimensionen aufgetischt und schmeckt ausgezeichnet. Die Pommes sind bestens abgewürzt und die Mayo ist angenehm dominant. Als überraschend schmackhaft entpuppt sich alsdann das Schnitzel Hawaii. Versunken in einem soliden Käse-Ananas-Sud gewinnt es sofort unsere Freundschaft. Bei besonders gierigem Hunger raten wir zu Schnitzel Hawaii plus Pommes. Dann wenden wir uns den Pizzen zu. Die Pizza Tutti Gusti gibt mit ihrem Namen vor, für alle Geschmäcker geeignet zu sein. Und tatsächlich, wir können es in diesem Fall eindeutig bestätigen. Kein Wunder, dass wir am Nebentisch beobachten dürfen, dass auch die Apfelstraßen-Jugend die guten Speisen zu schätzen weiß.
Nach unserer prima Speisefolge wird Wirtsbruder Fikri Ak sogleich als sympathischer Ouzo-Beibringer tätig, und im weiteren Verlauf des Abends tritt Wirt Dennis Ak als ebenso sympathischer Ouzo-Nachschenker in Aktion, womit die Gemütlichkeit des Abends erfolgreich abgerundet wird.
—> Grill-Pizzeria by Dennis, Apfelstraße 148, 33611 Bielefeld
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Unsere Imbissengel Lisa & Lisa
Ab sofort kümmern wir uns um den Nachwuchs: Flanieren als Lehrstelle – der Traum eines jeden jungen Burschen von Format. Nach ausführlichem Bewerbungsverfahren haben wir uns für Flaneur-Lehrling Leonard entschieden. Seine Ausbildung starten wir mit einem Besuch im Imbiss Fritz und sogleich ist unser Stift mit großer Freude bei der Sache. Flaneur-Lehrling Leonard serviert uns nicht nur auftragsgewmäß die Speisen, sondern beweist auch als Bierbeibringer echtes Naturtalent.
Hinter der Theke haben die hochsympathischen Imbissengel Lisa & Lisa derweil ernorm viel zu tun. Es ist ein ständiges Kommen (graue Gesichter) und Gehen (frohe Gesichter). Kein Wunder, dass Imbiss Fritz so stark heimgesucht wird, denn wohin man schaut, erblickt man solide Ware. Zum Beispiel Currywurst und Pommes mit der extra satten Portion Mayo (die Mayo wird, so verraten uns Lisa & Lisa, von der Chefin in Heimarbeit veredelt). Außerdem gibt es hier, zur großen Freude unseres lieben Stahlbarons, hausgemachte Frikadellen. Mit Applaus honorieren wir die Tatsache, dass Imbiss Fritz den guten alten Brathahn in Ehren hält. Ausdrücklich weisen wir Sie, verehrte Leser, auf die Tatsache hin, dass alle 15 Fritz-Salate hausgemacht sind. Von der Chefin persönlich. Nach alten überlieferten Fritz-Rezepturen. Wenn man, wie wir es sind, besonders lieb ist, geben Lisa & Lisa Probeprotionen aus, damit man sich von der Köstlichkeit aller Salate überzeugen kann.
Klar ist, dass wir noch einmal wiederkommen müssen, allein schon, um die arg verlockend angepriesenen Zigeunerschnitzel zu erleben. Unser vorbildlicher Flaneur-Lehrling räumt nun die Tische ab und bekommt als Lohn ein Tütchen Capri-Sonne extra. Dann fahren wir heim, um die Abendruhe zu genießen. Nur Lehrling Leonard hat noch zu tun, er muss das Berichtsheft führen. Und das kann dauern, denn viel hat er heute von uns gelernt.
—> Imbiss Fritz, Sudbrackstraße 98, 33611 Bielefeld
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Juwelen der Frittierkunst
Wo die Schelpsheide auf die Jöllenbecker Straße stößt, da wohnt der Belgier. Sein Pommeswagen (belgisch: Friterie) ist gar nicht zu übersehen, denn er ist signalgrün angemalt. Zur Begrüßung schenkt uns der Belgier eine kluge philosophische Beweisführung, warum Cola light kein geeignetes Fast Food-Begleitgetränk sein kann. Alsdann absolvieren wir einen Soßenlehrgang, denn hier gibt es eine bestens sortierte Soßenbar. Von allen Sößchen – eine aufregender als die andere – reicht er uns liebe Kostproben über den Tresen. Diese Leckereien, so erfahren wir interessiert, kauft er regelmäßig selbst in Belgien ein.
Schließlich gönnen wir uns schöne Gedecke: Pommes mit individueller Soße plus Frikandel spezial – und sofort vergeben wir Bestnoten. Dabei fallen Sätze wie “So müssen Pommes schmecken” oder “Dass ich sowas noch erleben darf”. Spontan knien wir für einen stillen Moment nieder und danken dem Meister für das große Glück. Beim Belgier sind Pommes reine Handarbeit. Vor unseren Augen packt er eine Kartoffel in die Pommesmaschine und ratsch! – fällt die Pommesrohware in seine Hand. Nach eigenen Berechnungen hat Daniel Mobers auf diese Weise schon 10 t Kartoffeln verarbeitet.
Wenn Sie beim Belgier die köstliche Frikandel spezial ordern, dann scheuen Sie sich bitte nicht, nach der artgerechten Essweise zu fragen. Nur soviel sei verraten: Messer sind überflüssig, man isst sie völlig unfallfrei nur mit der Gabel. Anerkennend beobachten wir, wie eine fürsorgliche Mutter ihr liebes Kindchen mit belgischen Nahrungsmitteln füttert. Gern öffnet Madeleine ihr Schnäbelchen, um die guten Pommes-Goldstückchen verabreicht zu bekommen. Kein Wunder, denn das Kindchen spürt: Cuisine belge – très bon!
—> Friterie vom Belgier, Jöllenbecker Straße 220, 33613 Bielefeld
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Seltene Gemültlichkeit verflossener Zeiten
Ein fieser Dauerregen peitscht durch die abendliche Arndtstraße. Fluchend retten wir uns in die Gaststätte Kochsiek – und schon geht die Sonne auf! Jedenfalls mental. Denn in der schmucken Gaststube ist es muckelig (Heizung auf volle Kanone), gemütlich (Stammgäste bei legerer Freizeitlektüre) und menschenfreundlich (Pilslieferung in Nullkommanix). Wohlgestimmt schauen wir uns um. Die Gaststube verströmt die seltene Gemültlichkeit verflossener Zeiten. In solchem Ambiente zechten einst unseren Großväter. An den Wänden bewundern wir die Werke alter Meister, und an Theke und Tischen sehen wir ausschließlich männliche Gäste. Besteht da ein Zusammenhang? Bevor wir dies Rätsel lösen können, liefert uns die grundsympathische Kerstin Geßler (Migrationshintergrund: Saarland) die Köstlichkeiten der Küche.
Gleich doppelt müsssen wir die Note “lecker” vergeben, sowohl für das Schnitzel mit einseitig gebratenem Spiegelei als auch für das Schnitzel mit doppelseitig gebratenem Spiegelei. Als erfreulich erfrischend erweisen sich die hierzu gereichten lieben Beilagensalate. Und auch der Grühnkohl ist so, wie er sein muss: abgrundtief schmackhaft. Außerdem ist das Kotelett mit Kräuterbutter und Bratkartoffeln zu loben. Und dann widerfährt uns auch noch das ganz große Kochsiek-Filetglück. Am Ende ist die logische Folge alldessen, dass unsere Teller alle hübsch blankgeleckt sind. Dafür belohnt uns Kerstin Geßler mit einer astreinen Getränkemischung, bei der ein heimischer Wacholderbrand eine bedeutende, um nicht zu sagen: nachhaltige Rolle spielt. Am frohen Ende stellen wir einstimmig fest: Bielefeld hat Glück, dass es das Kochsiek gibt!
Übrigens verlässt man das Kochsiek nicht, ohne bemerkenswertes Zusatzwissen erworben zu haben, als da wäre:
Stammgäste, die die Syllogismen des rumänischen Aphoristikers Emil Cioran mögen, bevorzugen solche Bierdeckel.
—> Gaststätte Kochsiek, Arndtstraße 45, 33615 Bielefeld
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Flaneure testen Traditionsfutterkrippe
Höchte Zeit, dass wir endlich Alt-Athen einen prüfenden Besuch abstatten, denn dieser Grill gehört zu den frühen Futterkrippen der Innenstadt. Natürlich hat inzwischen der Wirt gewechselt, aber Mahir Polat (Inhaber seit 2005) versteht es ausgezeichnet, der alten Tradition lukullisch treu zu bleiben. Schön ist außerdem, dass hier niemand verdursten muss. Zuverlässig hält Alt-Athen die wichtigsten Durstlöscher auf Vorrat. Und wer mag, kann hier auch ohne Alkohol den Durst besiegen.
Unser lieber Henner rät heute zu guten Pommes mit lieblichem Efes. Das können wir gut verstehen, denn dies Ensemble mundet hier astrein. Besonder saftig und 1a bissfertig verpackt wird uns die Gyros Pita serviert. Und sie erhält sogleich gute Noten. Als ebenso raumgreifend wie preisgünstig beeindrucken uns die mit Schafskäse gefüllten Bifteki. Zu allem Überfluss schmeckt dieses Fleisch-Pommes-Tsatsiki-Gebinde auch noch super lecker. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt aber auch der fesche Gurkensalat von Yilmaz Polat. Wir können bezeugen: Die Traditionsfutterkrippe Alt-Athen befindet sich nicht nur in freundlichen, sondern auch in guten Händen. Abschlusstipp: Im Alt-Athen immer den ganz großen Hunger mitbringen!
—> Alt-Athen, Oberntorwall 18a, 33602 Bielefeld






