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63 Beiträge mit Schlagwort 'Pizza'

Die Perle am Kesselbrink

Freut sich zu Recht über unser Flaneur-Siegel: Wirtin Gökben Yüksel

Freut sich zu Recht über unser Flaneur-Siegel: Wirtin Gökben Yüksel

Wo sich Kesselbrink und Wilhelmstraße zart berühren, fällt uns eine zierliche Futterkrippe auf. Pizza Perla lautet ihr lieblicher Name. Als wir vor dem Eingang stehen, verlässt ein Gast das Perla. Sogleich spricht er uns aufmunternd an. Wir sollten nicht zögern, erklärt er mit freundlichem Lächeln, das Perla backe besonders leckere Pizza. Wer solche Gäste hat, braucht keine teure Werbung. Wir betreten eine sympathische kleine Gaststube, die angefüllt ist mit wohligem Pizzaaroma. Gleichzeitig schwebt eine bemerkenswerte musikalische Zeitreise durch den Raum: “Mr. Tambourine Man” (1965), “Ein Bett im Kornfeld” (1976), “All Right Now” (1970), “Schickeria” (1982) – vor lauter Titelraterei vergessen wir fast, warum wir hier sind. Aber nicht so Wirtin Gökben Yüksel. Die nette Person stellt uns bezaubernde Pizzateller auf den Tisch, und zwar: eine Pizza Don Camillo, eine Pizza Quattro Stagioni, eine Pizza Thunfisch, eine Pizza Bolognese sowie, in der kleinen Variante, eine Pizza Ananas. Jede Pizza schmeckt so wie sie ausschaut: astrein. Bier gibt es zum Beispiel aus Paderborn in Form der beiden Klassiker Export und Pilsener, jedoch nur für den Außerhaus-Verkauf (wegen Alk). Für den akuten Durst bietet der Kühlvorrat Alkoholfreies für den stationären Genuss in der Gaststube. Sozusagen als Nachtisch ist uns Wirtin Gökben Yüksel eine sehr angenehme Gesprächspartnerin. Da kommt man doch gern wieder.

—> Pizza Perla, Wilhelmstraße 14, 33602 Bielefeld

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Besuch in Klein-Manhattan

Eingerahmt: Wirt Antonio Fiorentino mit Patryk Mikulski und Valerio Fiorentino

Eingerahmt: Wirt Antonio Fiorentino mit Patryk Mikulski und Valerio Fiorentino

Die von Natur aus eher unscheinbare Gadderbaumer Straße nimmt in den letzten Jahren Anlauf zu einem Klein-Manhattan-Ähnlichkeitswettbewerb. Im Schatten ostwestfälischer Wolkenkratzer hat sich hier ein besonders kleines italienisches Restaurant niedergelassen, das San Rocco. Sein schlanker Gastraum ist mit modernem Interieur ausgestattet, aber es gibt auch historische Tupfer. Aber nun lassen wir uns verwöhnen, und zwar mit einer edlen Kalbsschnitzelvariante, dem Scaloppine vitello in sahniger Pilzsoße und mit schönen Kartoffeln. Außerdem testen wir für Sie eine herzhafte Salamipizza sowie eine gediegene Lasagne, zu der knackige Pizzabrötchen gereicht werden. Sehr zu loben ist auch der freundlich und fleißige Bierbeibringer Patryk Mikulski. Wer mag, lässt sich nach dem Abendmahl Espresso zuführen, die anderen erhalten Ramazzotti, und zwar vom Koch und Wirt persönlich, von Antonio Fiorentino. Diese Gelegenheit nutzen wir natürlich, um den netten Mann auszufragen. Im Alter von 18 Jahren kam er aus Bari in Apulien nach Bielefeld und arbeitete zunächst im Rosenhof. Später führte er mit seinem Bruder 15 Jahre lang das La Perla in Brake. Nun bewirtet er hier oftmals Feiern, denen mit 30 San-Rocco-Sitzplätzen eine gute Atmosphäre garantiert ist. Aber auch Angestellte aus den ostwestfälischen Wolkenkratzern kehren tagsüber gelegentlich zum Mittagstisch ein. Aber denen fehlt vermutlich die Muße zu langem Geplauder, was uns hingegegen einen schönen langen San-Rocco-Abend beschert.

—> Ristorante San Rocco, Gadderbaumer Straße 7, 33602 Bielefeld

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Im Pizza-Paradies

Pizzafahrer Toni Mentor und die Pizzabrüder Salvatore und Carlo Giorgio

Pizzafahrer Toni Mentor und die Pizzabrüder Salvatore und Carlo Giorgio

Was viele nicht wissen: Das Paradies befindet sich in Bielefeld. Und zwar haben wir es in der mittleren Bleichstraße entdeckt, wo es in Gestalt einer Pizzeria anzutreffen ist. Direkt vor dem Eingang lächelt ein schmucker Mini-Biergarten und bietet Platz für sechs liebe Gäste. Im Inneren des Paradieses erfüllt Pizzabäcker Salvatore Giorgio alle unsere backbaren Wünsche. Als da wären: eine leckere Pizza Rucola, eine würzige Pizza Napoli, eine gelungene Pizza Roma sowie natürlich eine schmackhafte Pizza Paradiso. Nebenher lassen wir uns eine Insalata italiana anpreisen. Bemerkenswert, dass direkt in der Backstube die Kräuter für die Speisen wachsen. Auch werden hier alle Salatsoßen selbst zubereitet. Nix ist fertig gekauft, betonen die Brüder Salvatore und Carlo Giorgio. Seit 1969 leben die fröhlichen Herren in Bielefeld. Einst kam der Vater aus dem Städtchen Nissoria in Sizilien hierher und fand Arbeit bei der Bahn. So war er als Gleisbauer beim Brückenbau an der Beckhausstraße dabei. Auch wenn die Brüder hier aufgewachsen sind, so sprechen sie doch noch perfekt Italienisch. Wir sind jedenfalls Zeugen, als zwischen den vielen telefonischen Pizzabestellungen eine in Italienisch abgewickelt wird. Für die Auslieferung ist Toni Mentor zuständig. Seine interne Betriebsbezeichnung lautet Speedy Gonzales, denn er soll, so wird uns mit seriöser Mine bestätigt, Bielefelds schnellster Pizzataxifahrer sein.

—> Pizzeria Paradiso, Bleichstraße 203, 33607 Bielefeld

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Die beste Pizza vorm Stadion

Koch Salvatore Dragotta, Servierfee Melek Acik und Pizzabäcker Fehmi Acik

Koch Salvatore Dragotta, Servierfee Melek Acik und Pizzabäcker Fehmi Acik

Bielefelds erste leichtathletische Großkampfbahn war bekanntlich einst das Stadion Rußheide. In direkter Nachbarschaft lädt eine Außenwerbung ins Casa Dragotta ein. Hier treffen wir Koch Salvatore Dragotta und Pizzabäcker Fehmi Acik. Die beiden sympathischen Herren sind alte Sportfreunde, die sich schon in jungen Jahren im VfB Fichte kennengelernt haben. Seit dem 17. April 2014 betreiben sie gemeinsam dies Restaurant mit italienischen Speisen. Hungrig machen wir uns über das Pizzaangebot her und dürften zufrieden feststellen, dass der Teig nur Millimeter dünn ist. Dadurch knuspert er angenehm und lässt Raum für den Geschmack des Belages. Jede Pizza dürfen wir loben. Ob Pizza Sardellen oder Pizza Mista oder sogar Pizza Vegetaria – alle schmecken astrein. So geht es auch den anderen Gästen, die drin und draußen sitzen. Das Casa Dragotta bietet auch einen Pizzataxidienst an, besonders sonntags ist der sehr gefragt.

Nach vollzogenem Abendmahl entdecken wir hinter der Gaststube einen stattlichen Saal.Pizzabäcker Fehmi Acik und seine Ehefrau, die Servierfee Melek Acik, erklären uns bereitwillig was es mit ihm auf sich hat. Hier wartet nicht nur ein hübsches Weinregal auf Freunde vergorenen Traubensaftes. Hier finden auch Familienfeste statt. Mal eine Kommunion, mal ein 80. Geburtstag. Aber heute, so betonen unsere drei Gastgeber immer wieder klagend, fehle Gaby. Sie sei die gute Seele des Hauses. Ja, ohne sie seien sie alle aufgeschmissen. Aber einmal pro Woche hat Gaby frei, dann zapft und serviert Melek Acik an Gabys Stelle. Und genau den Tag haben wir heute erwischt. Also steht fest: Wir müssen noch mal wiederkommen, um Gaby kennenzulernen.

—> Casa Dragotta, Kleine Howe 2 (Eingang Mühlenstraße), 33607 Bielefeld

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Urbanes Speisen

Schlange stehen: Ambulante Nahrungsmittelversorgung für moderne Großstadtbewohner

Schlange stehen: Ambulante Nahrungsmittelversorgung für moderne Großstadtbewohner

Der moderne Großstadtbewohner kann seine Mahlzeiten routiniert im Gehen zu sich nehmen. Meist sogar, ohne dabei die Würde zu verlieren. Die Straße fest im Blick wölbt der Geh-Esser seinen Oberkörper sanft nach vorn, um Döner oder Pizza geschickt in sich hinein zu züngeln. Gut geeignet als Fußgängermahlzeit ist auch die Currywurst. In passgenaue Segmente geschreddert, lässt sie sich leicht mit dem klassischen Spielzeuggäbelchen aufpicken und ins Mäulchen transferieren. Genussmenschen schlecken am Ende die würzigen Soßenreste aus dem Schälchen. Kommt just in diesem Moment der Chef vorbei, grüßt man nicht ohne Verzweiflung. Als ideal ist das Lahmacun zu loben. Fest verschnürt im Alumantel bietet es beste Voraussetzungen für den Gehverzehr. Was zum Ende der Mahlzeit durch die Wickelung suppt, dient als Biohandcreme. Der feste Wille zum permanenten Nuckeln entfachte die weltweite Erfolgsgeschichte des Mitnahmekaffees; englisch: takeaway coffee, reklamedeutsch: Coffee to go, sachsendeutsch: Kaffee to go. Wer mit ihm durch die Straßen eilt, signalisiert Modernität, Betriebsamkeit und den Verzicht auf das alte Menschheitswissen, wie man einen anständigen Kaffee brüht.

Die Älteren unter uns erinnern sich noch gut an die ponchotragenden Panflöten-Indios. Vornehmlich an Samstagen verwandelten sie die Bielefelder Bahnhofstraße in ein kraftvolles akustisches Gewölbe aus El cóndor pasa. Die Annahme, das beherzte Flötenspiel habe unter den Fußgängerzonenessern zu einem vermehrten Auftreten von Magengeschwüren geführt, ist medizinisch umstritten.

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