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11 Beiträge mit Schlagwort 'Ouzo'

Bielefeld im Glück: Larissa 2.0

Haben viele treue Stammgäste: Die sympathischen Wirtsleute Azis und Maki Ari

Haben viele treue Stammgäste: Die sympathischen Wirtsleute Azis und Maki Ari

Ein Raunen geht durch Bielefeld: “Larissa hat wieder eröffnet”, so mailt uns voller Freude Larissa-Fan Burkhard Schweighöfer. Bekanntlich hatte der beliebte Grill 2009 durch eine schwere Gebäudeinsuffizienz Totalschaden erlitten. Aber die fleißigen Wirtsleute Ari haben in jahrelanger Klein- und Heimarbeit alles wieder instandgesetzt, so dass wir heute dankbar Herrn Schweighöfers Tipp folgen und Larissa 2.0 begutachten werden.

Herr und Frau Ari haben sich gar nicht verändert, nur die beiden Söhne sind groß geworden und packen schon fleißig mit an. Brav. Nun lassen wir unsere Blicke schweifen. Alles ist fein hergerichtet, alles erstrahlt frisch renoviert. Je länger wir schauen, desto philosopischer wird uns zumute. Kein Wunder, denn an den Wänden finden sich 3-D-Sinnbilder der Topografie klassischer europäischer Philosophie. Scherzbolde behaupten, es handele sich dabei um Allegorien des Larissa-Unfalls, aber das ist natürlich Quatsch.

Aaah, unsere schönen Beilagensalate sind angerichtet! Dann wird es also langsam ernst. Der Getränkeschrank beherbergt erfreulich viele Sorten Erfrischungsgetränke. Wir entscheiden uns schnell für das liebliche Efes und sind nun aufgeregt wie sonstwas, ob die Speisen noch so schmackhaft sind wie damals. Und sie sind es. Wir starten mit dem Hausteller, den wir dankbar loben. Als unverändert klasse stellen sich auch die gefüllten Steaks dar. Astrein ist die Riesenfrikadelle, saftig gefüllt mit Schafskäse. Erfreut notieren wir, dass auch die Larissa-Pizza weiterhin prima mundet. Wie zum Beipspiel die Pizza Olympia. Aber auch im Kleinen erfahren wir viel Freude. So ist unser verehrter Herr Sölter von der seltenen Güte der Larissa-Mayonnaise begeistert und lässt sich daher gern eine Extraportion Mayo zuführen. Und das alles weiterhin zu Preisen, die erschreckend niedrig sind. Die ganze Zeit sorgt Wirtin Maki Ari wie eine Mutter für uns. Am Ende lässt uns nur gehen, wenn wir eine schöne Rutsche Abschlussouzo genossen haben. Damit stoßen wir gern auf das Glück des neuen Grill Larissa an: Hipp, hipp, hurra! Auf einen guten Neustart!

Übrigens: Die Interviews unseres ersten Flaneur-Films wurden 2007 im Larissa aufgezeichnet.

—> Larissa, August-Bebel-Straße 130, 33602 Bielefeld

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Weisheiten aus der Welt der Flaneure (3)

Je später eingenommen, desto wirkungsmächtiger: Der Schlürschluck (ostwestfälische Bezeichnung für das letzte Getränk vor dem Heimweg)

Je später eingenommen, desto wirkungsmächtiger: Der Schlürschluck (ostwestfälische Bezeichnung für das letzte Getränk vor dem abendlichen Heimweg)

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Hier speist die Welt

Die neue Generation Kronenstübchen: Dimitrios Pantos, Katerina Pantou, Fabrizio Caso

Die neue Generation Kronenstübchen: Dimitrios Pantos, Katerina Pantou, Fabrizio Caso

Weltbekannt sind Mantaplatte oder Jägerschnitzel aus Bielefeld. Und woran liegt’s? Am Kronenstübchen, denn hier speist die Welt. Ob holländische Touristen, die aus Harderwijk nach Bielefeld gereist sind oder ob japanische Sozialwissenschaftler, die an einer Tagung der Uni teilnehmen – alle loben die Speisen im Kronenstübchen. 20 lange Wirtsjahre hat die unvergessliche Vicky das Kronenstübchen geführt. Aber inzwischen hat sie das Zepter weitergereicht, daher müssen wir eine Überprüfung der neuen Wirtsherrschaft vornehmen. Neuwirt Kosta, so hören wir jedoch, ist im Urlaub, doch er hat die Geschäfte in die Hände junger Fachkräfte gelegt, die uns offensichtlich mit Talent bewirten.

Doch nun testen wir die von von Holland bis Japan hochgelobten Speisen. Ob das Schnitzel im Zwiebelglück mit Bratkartoffeln und feinem Salat oder das Schnitzel im Metaxa-Rausch, ebenfalls mit Pommes Mayo und feinem Salat, sowie das Schnitzel nach Jägerart mit Pommes Mayo und feinem Salat – alle befinden sich auf dem soliden Niveau alter Vicky-Zeiten. Und wenn hier Pommes und Mayo im Mantarausch sind, entsteht ein Leckerteller, der fröhlich stimmt. Dazu passt hervorragend das Gyros mit Tsaziki und ausgezeichnetem Salat.

Ohne, dass wir ein Zeichen gegeben hätten, beliefert uns nach den gelungenen Sättigungsmaßnahmen Katerina Pantou mit erfrischendem Ouzo. Dafür sind wir der netten jungen Dame zutiefst dankbar. Doch im Laufe des Abends stellen wir überrascht fest, dass unser Prosit noch heller klingt, wenn sich Metaxa in den Gläsern befindet. Das veranlasst uns dazu, Fabrizio Caso wiederholt in seiner Paraderolle als ausgezeichneten Metaxa-Beibringer auftreten zu lassen. Doch schließlich naht das Ende auch dieses schönen langen Abends, und unser Gemeinschaftbierdeckel weist eine stattliche Wirtsbemalung auf. Nichtsdestotrotz ist der Preis erstaunlich gering. Flaneure-Fazit: Das Kronenstübchen hat ein vorbildliches Preis-Leistungsverhältnis. Kein Wunder, dass sich die Welt hier wohlfühlt.

—> Kronenstübchen, Bahnhofstraße 47, 33602 Bielefeld

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Im Paradies griechischer Kochkunst

Bielefelds große Köchin EvangeDie große Köchin Evangelia Georgakis (Mitte) im Kreise ihrer Familie, mit Anni & Gerd Wind

Die große Köchin Evangelia Georgakis (Mitte) im Kreise ihrer Familie, mit Anni & Gerd Wind

Die Familie Georgakis ist von Babenhausen Richtung Kernstadt umgezogen. Ihre wunderbare Taverne wohnt also nun in der Traditionsgaststätte Windlicht. Mit Freuden sehen die bisherigen Wirtsleute Anni & Gerd Wind, dass sie ihre gute Stube in ebenso gute Hände übergeben haben. Ein Pflichtbesuch für uns, auf den wir uns freuen.

Ein angenehmer hellenischer Appetizer namens Bauernreis lässt erahnen, was uns heute lukullisch widerfahren wird. Und dann kracht’s auch schon. Vater und Sohn Georgakis servieren ein wahres Göttergeschenk: Eine unvergleichliche Käseplatte. So etwas haben wir noch nicht gegessen. Jeder Käse ist hausgemacht, jeder Käse ist anders zubereitet, jeder Käse ist ein Gedicht. Als wir den Rausch des Käsetellers mental verarbeitet haben, treffen die Hauptdarsteller des Abends ein. Der wunderbare Mykonosteller wird ebenso schnell unser Freund wie die bezaubernde Europaplatte. Als besonders große Sache tritt die Lammkeule auf. In einer hübschen Terrine serviert, angereichert mit edlen Maulbeeren betört uns das brave Lämmchen auf geradezu erotische Weise. Benotung: Herrlich! Und als uns alsdann der Fisch erreicht, wissen wir sofort: So sieht lukullisches Kabeljau-Glück aus. Ansonsten stehen auf unserem Tisch feine Salate in eleganter Senfsoße und Bratkartoffeln, von denen man nicht genug bekommen kann. Am Ende sind unsere Bäuche glatt und rund, aber zum Nachtisch ein Sahneschmankerl mit frischem Obst, das geht immer. Dazwischen lieferte Panajiota Georgakis immer wieder zuverlässig frische Flüssigkeiten, so dass uns rein gar nichts fehlte.

Am Ende eines langen Abends danken wir herzlich der großen Köchin Evangelia Georgakis, und sie verrät uns, dass sie sich ausschließlich an Rezepten ihres Großvaters orientiert. Ebenso danken wir ihrem Mann, denn Adam Georgakis hat sich den ganzen Abend herzensgut um uns gekümmert. Aber auch die Kinder der Eheleute haben auf sympatische Weise ihre natürliche Begabung für die Gastronomie bewiesen. Beschwingt verlassen wir schließlich zu später Stunde das gastfreundliche Haus und treten die Rückreise mit der Straßenbahn an. Leider vergessen wir dabei unseren Herr Sölter. Wenn Sie gelegentlich an der Haltestelle “Auf der Hufe” vorbeikommen, schauen Sie bitte mal nach. Er ist gewiss noch dort. Sie erkennen ihn an der Begeisterung, die der schöne Abend in sein Gesicht gezaubert hat.

—> Taverne im Windlicht, Jöllenbecker Straße 157, 33613 Bielefeld

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Erst das Essen, dann der Erlkönig

Die drei Profis vom Grill: Nizar Hassan, Volkan Harman, Hamer Metin

Die drei Profis vom Grill: Nizar Hassan, Volkan Harman, Hamer Metin

Als wir vor dem Yaren-Grill ankommen, dämmert die Sieker-Endstation in verträumter Abendstimmung vor sich hin. Ganz anders geht’s im Innern der Grillstube zu. Am Tresen werden die hungrigen Gäste flott bedient, und emsig flitzt der Pizzataxifahrer mit seiner Warmhaltebox zum Auto, um die Insassen der umliegenden Wohneinheiten am Leben zu erhalten. Ein Gast hat sich am Tisch niedergelassen, futtert was Gutes und blickt dabei aufmerksam auf den Flachbildschirm an der Wand: Den ganzen Abend läuft Phoenix – wir sind im Info-Grill. Neben uns lockt mit kirmesbuntem Geblinke eine Maschine namens Serienpower, doch niemand hat dafür auch nur ein Auge. Hier spielen die Speisen die Hauptrolle.

Als lecker und zuverlässig sättigend erweist sich das oft unterschätzte deutsche Kulturgut, die klassische Mantaplatte. Parallel entpuppt sich als starkes Stück der Meric-Teller, ein Diener aller Fleischfreunde. Und der Artemis-Teller punktet mit seiner mentalen Glücksbringeraura. Abschließend erklären wir zum besonders effektiven Sattmacher der Woche die Grill-Platte. Gut gemacht, Yaren-Grill. Nun sind wir alle so richtig satt. Wie schön. Und dann passiert es. Kamer Metin kommt mit einer charakterstarken Flasche Ouzo an unseren Tisch und wir sind uns sofort einig: An der Sieker-Endstation gießt niemand so lieb ein wie Kamer Metin. Sofort lassen wir uns von ihm erklären, was “Prosit!” auf Kurdisch heißt, aber leider haben wir es nach dem Ouzo-Genuss auch schon wieder vergessen. Macht nix, wir kommen einfach noch mal wieder und dann üben wir das so lange, bis es sitzt.

Epilog: Wissen Sie was ein Erlkönig ist? Ja genau, so bezeichnet man diese Prototypenfahrzeuge, die geheim bleiben sollen, weil sie sich noch in der Erprobungsphase befinden. Der Yaren-Grill hat ein prima großes Fenster, das zum versonnenen Blick auf die Sieker-Endstation einlädt. Satt und zufrieden sitzen wir schweigend da und genießen den Ausblick im Breitwandformat. Und dann machen wir große Augen: In elegantem Weiß rauscht er durch die dunkle Nacht an uns vorbei – der Erlkönig der Stadtbahn! Hammer, gell?

—> Yaren, Detmolder Straße 228, 33604 Bielefeld

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