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22 Beiträge mit Schlagwort 'Nachtisch'

Der kleine Griechenland-Urlaub

Haben ein griechisches Kleinod erschaffen: Die Wirtsleute Bea und Leon

Haben ein griechisches Kleinod erschaffen: Die Wirtsleute Bea und Leon

Goldene Neuigkeiten für Bielefeld: Die Taverne Resalto in der oberen August-Bebel-Straße hat endlich ihre Küche angeworfen. Und wir gehören zu den Ersten, die das erleben dürfen. Herzlich nehmen uns die Wirtsleute Bea und Leon in ihrer orginellen Taverne auf. Frisch renoviert und schmuck eingerichtet präsentiert sich die mehr als 100 Jahre alte Gaststube.

An der Theke beobachten wir Stammgast Frank. Mit herrlicher Glücksmiene empfängt der gute Mann seinen Vorspeisenteller. Sowas wollen wir auch haben! Und tatsächlich, diese Vorspeisen sind zum Niederknien köstlich. Bevor wir in Streit geraten, welche der Speisen noch leckerer als die andere ist, lenkt uns Wirtin Bea geschickt mit exzellenten Schweinefilets ab. Wir applaudieren stehend. Dazu reicht sie entzückende hausgemachte Pommes. Selbst das weiß die brave Bea noch zu steigern, sie liefert hausgemachte Pommes mit Schafskäsestreusel. Doch noch ist unsere Glücksträhne nicht zu Ende, denn es folgt der nächste Volltreffer, entzückendes Souvlaki. Als wir schließlich zur Krönung wohlschmeckende Lammkoteletts mit Oliven vorgesetzt bekommen, sind wir endgültig im 7. Schlemmerhimmel angekommen.

Ebenso dankbar wie pappsatt lobpreisen wir die Resalto-Köstlichkeiten, doch Bea serviert fleißig weiter, und zwar Nachtisch Nr. 1: lecker Obst mit Zimt und Honig und Nachtisch Nr. 2: lecker Gemüse, fein abgeschmeckt mit Mildessig. Parallel dazu bleibt Leon ein astreiner Bierbeibringer. Es ist ja erst halbelf – da haben wir noch genug Zeit für ein weiteres Lecker-Bier aus Franken sowie feinen Ouzo in historischen Fürst-Bismarck-Gläsern. Und am Ende eines extra langen Abends beschließen wir: Ein Besuch im Resalto ist wie ein kleiner Urlaub in Griechenland. Dafür ein dickes Dankeschön an unsere sympathischen Reiseleiter Bea & Leon.

—> Resalto, August-Bebel-Straße 207, 33602 Bielefeld

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Wenn es so richtig lecker sein soll

Fachfrauen für besondere Leckereien: Inhaberin Ilse Laatz (rechts) und Brigitte Tiemann

Fachfrauen für besondere Leckereien: Inhaberin Ilse Laatz (rechts) und Brigitte Tiemann

Selbstverständlich haben wir immer was zum Schlecken dabei, denn mit Unterzuckerung ist nicht zu spaßen. Aber wenn es so richtig lecker sein soll, dann gehen wir zu Schoko-Peter in der Altstadt. Auf erstaunlich wenigen Quadratmetern Verkaufsfläche warten erstaunlich viele Varianten erlesener Leckerbissen auf uns. Man weiß gar nicht, wo man zuerst reinbeißen möchte – in die handgemachten Trüffel, das göttliche Marzipan oder die Butterkekse. Dankbar vertrauen wir uns dem sachkundigen Rat von Inhaberin Ilse Laatz und ihren Mitarbeiterinnen an. Ob Schokolade, Pra­li­nees oder Marmelade – schon seit mehr als 50 Jahren wird Bielefeld von hier aus erfolgreich geleckert. Hoffentlich hört das niemals auf.

—> Schoko-Peter, Rathausstraße 13, 33602 Bielefeld

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Zum Essen in den Knast

Küchenchef Jürgen Richter, Küchenbeamtin Doris Schnitker, Azubi Max Mustermann

Küchenchef Jürgen Richter, Küchenbeamtin Doris Schnitker, Azubi Max Mustermann

Ein freundliches Gesicht hinter Panzerglas lächelt uns an: “Ihre Ausweise bitte.” Brav übergeben wir unsere Flaneur-Ausweise, dann öffnen sich Schleusentüren und es begrüßt uns Peter Beckmann. Der vertrauenerweckende Mann ist Leiter des Sozialdienstes der JVA Bielefeld-Brackwede und heute unser Reiseleiter. Vorsichtshalber haben wir die Vierte Gewalt mitgebracht, und zwar in Form von Bettina Wittemeier von Radio Bielefeld. Falls wir hier nicht rauskommen, soll die toughe Frau Bielefeld darüber informieren. Peter Beckmann führt uns durch endlose Gänge, lautstark fallen Stahltüren hinter uns ins Schloss, wir fühlen uns wie in einem Labyrinth aus Beton und Neonlicht. Doch unser keimendes Unbehagen nivelliert der Reiseleiter erfolgreich durch geduldige Erläuterungen. Dann betreten wir eine Zelle, die hier Haftraum heißt, blicken aus dem Zellenfenster und einer von uns murmelt: “Hier riecht’s wie Bundeswehr.” Auch führt uns Peter Beckmann nach draußen, wo wir einen Sportplatz sehen, gesäumt von hohen Mauern und einem Wachturm klingonischer Bauart. Links erstreckt sich ein Hafthaus, aus dem Stimmen zu uns herüberwehen.

Wer inhaftiert ist, hat Glück, wenn er die Zeit für eine solide Berufsausbildung nutzen kann. Das passiert derzeit drei Inhaftierten, die Auszubildende in der Lehrküche der JVA sind. Hier üben sie das Basteln filigraner Köstlichkeiten, die anschließend probeweise an Mitarbeiter oder Gäste verfüttert werden. Genau deshalb sind wir hier. Peter Beckmann öffnet uns die Tür zum Speiseraum der Lehrküche. Hier lächeln uns sogleich zufriedene Gesichter an: Besuch von der Fernuniversität Hagen. Als Starter erwartet uns schmackhafte Würzbutter mit hausgemachtem Brot. Und ruckzuck stehen herzlich dekorierte Miesmuscheln vor unseren Augen, lecker überbacken. Sofort aktiviert Bettina Wittemeier ihr Mikro und zeichnet unser Schmatzen auf. Als Hauptgericht fungiert Elsässer Flammkuchen mit Mischsalat. Ebenfalls sehr gelungen. Zum Nachtisch lässt uns köstlicher Blaubeerquark lustvoll aufstöhnen. Abgerundet wird die Völlerei durch einen finalen Espresso. Wir sind uns einig: Diese Lehrküche hat unser Flaneur-Siegel verdient. Hernach schenkt uns Küchenchef Jürgen Richter, ein Mann mit vorbildlichem Elan, eine beeindruckende Führung durch seine große Knastküche. Jeden Tag erschaffen hier unter seiner Leitung neun Bedienstete und 30 Inhaftierte Futter in diversen Varianten für 1.000 Menschen. Eine Herkulesaufgabe, wie wir anhand seiner Detailschilderungen staunend erkennen müssen.

—> JVA Bielefeld-Brackwede, Umlostraße 100, 33649 Bielefeld

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Die wohlige Wonne der Fleischeslust

Haben uns einen ganzen Abend lang bestens versorgt: Irá, Kaluscha, Amela, Porto, Nuri

Haben uns einen ganzen Abend lang bestens versorgt: Irá, Kaluscha, Amela, Porto, Nuri

Heute sind wir in einem Bankgebäude zu Gast. Gut 100 Jahre ist es alt und blickt erhaben in die Bielefelder Nacht. Im Innern gibt es allerdings schon lange keine Bankiers mehr, hier regiert die lateinamerikanische Küche mit einem lebensfrohen Schwerpunkt auf Fleisch. Doch vor dem Genuss verabreicht uns die sympathische Chefserviererin Amela einen Kurzlehrgang über die zweifarbigen Tischkarten. Eine Seite ist grün – wenn wir die zeigen, wird uns ununterbrochen Nahrung geliefert. Die andere Seite ist rot – wenn wir die zeigen, stoppt die Zufuhr. Nur die Vorspeisen muss man sich selbst holen. “Das fängt aber gut an”, raunt Christian Bode beim Anblick des Vorspeisenbuffets und langt beherzt zu. Herr Bode, unser heutiger Flaneurgast, ist gemeinhin als “Der Herr der Karten” bekannt, denn er bringt immer wieder die wunderbaren Flaneurkarten unter’s Volk. Heute schenkt uns der diplomierte Mathematiker einen prächtigen Vortrag über die Kontinuumshypothese, was Irá, den agilen und gut gelaunten Kellner, allerdings nicht davon abhält, immer wieder Fleischspieße an unseren Tisch zu transportieren und davon wohlschmeckende Stücke für uns abzuschneiden. So wandert ein Spieß nach dem anderen an unseren Tisch, und immer neue Fleischvariationen lassen uns lustvoll aufstöhnen. Gutes Fleisch, gut zubereitet und im Übermaß serviert – so geht Schlaraffenland!

Nach dieser wunderbaren und schier endlosen Völlerei lassen wir uns Zuckerrohrschnaps reichen. Der schafft gute Stimmung sowie Platz im Bauchraum, den wir sogleich mit Nachtisch füllen. Dabei bevorzugen wir bezaubernde Crème brûlée und erstaunliche Mousse au chocolat. Auch hier beweist Herr Bode vorbildliche Esserqualitäten, so dass wir ihn erneut sehr loben. Am Ende laden wir den guten Mann auf einen schönen Schlürschluck in die nahegelegene Traditionstrinkstube “bei Taki” ein, wo er sogleich von Wirt Alex persönlich betreut wird. Aber davon berichten wir ein andermal. Vielleicht.

—> Rodizio, Herforder Straße 26-28, 33602 Bielefeld

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Famose Qualität in vierter Generation

Chefkoch Norbert Gillner mit den Wirtsleuten Susanne und Thomas Bartsch

Chefkoch Norbert Gillner mit den Wirtsleuten Susanne und Thomas Bartsch

Das Restaurant Bartsch besteht seit 1897 und wird in vierter Generation von den Geschwistern Susanne und Thomas Bartsch betrieben. Die Küche, die Kegelbahn, die Zapfgeschwindigkeit – alles hat einen derart guten Ruf in Bielefeld, dass die Gaststube immer bestens gefüllt ist. Mit Glück haben wir heute den letzten freien Tisch erobert und eröffnen die Tafel mit einem Wurstebrei der Meisterklasse. Astrein abgerundet durch sauer eingelegte Gemüseschätze. Nun testen wir die Göttergabe Grünkohl, und zwar in der Variante 1 mit Blutwurst sowie in der Variante 2 ohne Blutwurst. Beide Varianten lösen Glücksgefühle aus, die nicht enden wollen. Herrlich auch die dazu bestens passenden Röstkartoffeln. Große Verzückung erzeugt außerdem das mit Schinken und Käse gefüllte Schnitzel, kurz: Cordon bleu. Auf unseren Wunsch werden dazu schöne Pommes serviert. Und ein hübsch lächelnder Mischsalat steht plötzlich auch noch vor uns. Weil er mit Sellerie angereichert ist, vergeben wir Extrapunkte. Zum menschenfreundlichen Schnitzel „Jäger-Art” mit frischer Champignonrahmsauce lassen wir uns erneut eine Portion von den feinen Bratkartöffelchen reichen. Einfach zu lecker sind die Dinger. Am Nachbartisch hören wir wiederholt ebenso sanfte wie zufriedene Kaugeräusche, so dass wir abschließend notieren: Bartsch macht alle glücklich.

Doch im Hause Bartsch wird das Glück noch weiter gesteigert. Chefkellnerin Petra Berg fährt ein famoses Nachtischsortiment auf, bei dem unsere Knie weich werden. Kaum haben wir auch das bewältigt, erscheint Wirtin Susanne Bartsch mit einer wunderbaren Trage Bommi mit Pflaume. Spätestens jetzt wissen wir: Genau so muss es im Schlaraffenland zugehen. Allerdings trifft uns das Glück nicht ganz unvorbereitet. Immerhin sind wir 2008 schon einmal hier gewesen. Unvergessen unser fröhliches Kegeln, das wir damals im Bartsch-Keller mit Inbrust betrieben haben. Schön zu sehen, dass hier alles beim Alten geblieben ist. Danke für den herrlichen Abend!

—> Restaurant Bartsch, Viktoriastraße 54, 33602 Bielefeld

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