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Wie die Hymne der Flaneure entstand
Gestern Abend hat Ich & Chopin im Bunker Ulmenwall vor fast ausverkauftem Haus ein wunderbares Konzert präsentiert. Dabei kam es zur Welturaufführung der Flaneur-Hymne. Vor der Hymne haben wir durch unseren Notar folgende Erklärung verlesen lassen:
Sehr verehrte Damen und Herren,
hochgeschätzter Bunker Ulmenwall,
großartiges Duo Ich & Chopin,
liebes Bielefeld.
Heute also soll offenbart werden, wie es zur Hymne der Flaneure kam. Damit ist allerdings mehr gemeint als die Antwort: Den Text haben die Bielefelder Flaneure in langer Nachtsitzung aufgeschrieben, und das sympathische Kölner Duo Ich & Chopin hat dazu eine passende Musik ersonnen. Nein, es geht um den geistigen Zeugungsvorgang einer Hymne. Und das, sehr verehrte Damen und Herren, muss in einem zweistündigen Referat dargelegt werden. Jedoch nicht heute. Heute müssen Sie sich leider mit einer Kurzfassung begnügen. Und die geht so:
Seit fünf Jahren stromern wir Bielefelder Flaneure durch die heimische Gastronomie und haben dabei viel erlebt. Schon bald sahen wir uns mit existenziellen Fragen konfrontiert, wie zum Beispiel: Wieso kann unser treuer Henner alle Platten der Bielefelder Musikboxen textsicher mitsingen? Oder: Woher rührt der Sexappeal eines Dönertellers? Oder: Wie viele Pizzen passen in einen erwachsenen Mann? Oder: Warum hängen unserem lieben Stahlbaron Geschmacksfäden aus den Lefzen, wenn ihm Hausmacherfrikadellen, Sülze mit Remoulade und anschließend Eiskrem mit heißen Kirschen plus Sahne serviert werden?
Das Wollüstige, das einer gelungenen primären Nahrungsaufnahme stets innewohnt, hat uns jedoch schon bald mit sublimem Flügelschlag in die Sphären der Kultur getragen. So wurden wir befähigt, das Erlebte in anmutige Verse zu übertragen. Hilfreich waren dabei zweifellos die Kaskaden optischer und – vor allem! – akustischer Eindrücke, die wir bei unseren zahlreichen Besuchen in Bielefelder Trinkstuben und Futterkrippen erleben durften. Durch einen glücklichen Zufall konnten wir eines dieser großen Klangerlebnisse digital sichern. Daher werden sie gleich diese wenigen ganz speziellen Sekunden Bielefelder O-Ton hören. Diese Klänge sind ebenso Geburtshelfer als auch Ouvertüre der Hymne der Flaneure. Daher: Wohlan, Tonmeister, gib den O-Ton frei, damit hernach das Duo Ich & Chopin der Welt unser Opus überreichen kann.
In diesem Sinne: Prösterchen!
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Am Dienstag nach Ostern: Welturaufführung
Und weil die Hymne nur 3:12 Minuten lang ist, werden die grundsympathischen Herren – wenn sie schon mal da sind – auch Lieder mit eigenen Texten vortragen. Also die verregneten Hügel Ostwestfalens besingen, dem verschollenen fünften Mitglied der Band Kraftwerk nachforschen, den Unterschied zwischen Main und Mississippi erklären sowie die Frage stellen: “Wo sind die Helden hin?”. Es wird also richtig was geboten. Lass Dir das nicht entgehen, Bielefeld!
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Die Hymne der Flaneure
Ohren auf, Bielefeld, und staune!
Das hochsympathische Duo Ich & Chopin hat astreine Musik für unseren Hymnen-Text erschaffen.



