7 Beiträge mit Schlagwort 'Handwerk'
Bielefelder Begegnungen, heute: Marcus Langer
Wenn Langer, wie man hört, in Frauenkreisen als der George Clooney des Grafikdesigns gehandelt wird, dann bezieht sich diese Schmeicheleinheit gewiss nicht auf Äußerlichkeiten, sondern nur auf künstlerische Aspekte. Denn wie Clooney besitzt Langer inzwischen eine stattliche Batterie von Auszeichnungen. Jedoch zeigt Langer seine Oscars erst nach längerem Betteln vor – hier ein Beispiel, verliehen vom Art Directors Club Deutschland. Aber was macht Langers Kunst so besonders? Vielleicht die Tatsache, dass er – trotz täglicher Arbeit am Computer – noch richtig zeichnen kann. Auch der Umgang mit Linolschnitt und anderen alten Handwerkskünsten gehört zu seinen Geheimwaffen. Und seine Kreativität ist ein nie versiegender Quell.
Dieser seltene Künstler und großartige Mensch begeht heute seinen 50. Geburtstag. Daher rufen alle Flaneure voller Inbrunst:
Ein dreifach’ Vivat und ein vielfach’ Prosit dem großen Mann!
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Grosse Bielefelder Zweiradtradition

Bielefelds Spezialisten für alles, was zwei Räder hat: Dominik Janßen, Arno Spörke sowie Sabine und Friedrich Holtkämper
Einst bevölkerten diverse Fahrradfabriken die Bielefelder Innenstadt. Bis hinein in diese längst verflossene Zeit reichen die familiären Wurzeln von Zweirad Holtkämper. An der Bleichstraße gründete der Großvater vor gut 80 Jahren die Fahrradfabrik Preston, sie wurde zur Geburtsstätte des Fachgeschäfts mit Werkstatt, das inzwischen schon über 60 Jahre am Kesselbrink lebt. Hier hat vor einigen Jahren der Vater das Geschäft an den Sohn übergeben und dessen Frau passt auf’s Geld auf – ganz so wie es sich für einen Familienbetrieb gehört. Und natürlich ist Holtkamp senior weiterhin in den laufenden Betrieb integriert.
Das Familiäre bezieht sich offenkundig auch auf die anderen Beschäftigen, so haben die Zweiradmechaniker Dominik Janßen und Arno Spörke ihre berufliche Laufbahn als Lehrlinge bei Holtkämper begonnen und wurden nach erfolgreicher Lehre als Gesellen übernommen. Aber auch die Kunden fühlen sich hier wie zu Hause. Ob im Verkaufsgespräch bei der Suche nach einer geeigneten Lenkradtasche oder bei der Auswahl eines nagelneuen Pedalkraftfahrzeuges, immer erhält man eine persönliche Beratung, die kein Internetshop bieten könnte.
Wenn unsere Fahrräder mal malad sind, dann geben wir sie gern in die Hände der Notaufnahme Holtkämper. Zügig werden hier die notwendigen OPs durchgeführt und anschließend surren sie spürbar frischer und flotter durch die Stadt. Aber auch PS-getriebene Zweiräder werden hier operiert oder verkauft. Vielleicht legen wir uns ja mal einen schicken Vespa-Roller zu? Wer weiß …
—> Zweirad Holtkämper, Heeper Straße 26 (beim Kesselbrink), 33607 Bielefeld
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Bielefelder Begegnungen, heute: Daniela Beckmann
Daniela Beckmann haben wir im Haarstudio von Starfriseur Ahmet kennengelernt. Schon seit Jahren lassen wir uns hier das Haupthaar scheren oder das Barthaar schaben, aber erst jetzt haben wir uns zum ersten Mal von der netten Dame mit dem blonden Lockenkopf frisieren lassen – und bei dieser Gelegenheit haben wir sie vorsichtig ausgefragt.
“Ich soll bei Türken arbeiten? Ich bin ja noch nicht mal in der Türkei in Urlaub gewesen.” Lachend schildert uns Daniela Beckmann ihre erste Reaktion auf den Vorschlag des Arbeitsamtes, sich bei Starfrisör Ahmet vorzustellen. Schon einige Zeit war sie damals arbeitslos und suchte händeringend einen vernünftigen Job, daher begab sie sich – wenn auch mit Zweifeln, so doch mit offenen Augen – zum Vorstellungsgespräch bei Ahmet Kulata. Schnell war sie angetan von dem, was sie dort erfahren durfte, und inzwischen arbeitet sie schon fast vier Jahre hier. Und zwar mit unverkennbarer Zufriedenheit. „Die Kollegen tragen mich auf Händen“, sagt sie heute und ergänzt: “Sie sind wie meine Brüder zu mir.” Inzwischen habe sich ihre Einstellung Türken gegenüber sehr geändert. Den Fleiß und die Gastfreundschaft, die sie hier erlebt, lobt sie nachdrücklich.
Was ihren Job betrifft, braucht sie sich wahrlich nicht zu verstecken. Seit 1992 ist Daniela Beckmann Friseurmeisterin. Ganz offenkundig mit Leib und Seele. Außerdem ist sie Kosmetikerin und hat in diesem Fach nicht nur den Pokal als Westfalen-Meisterin geholt. In ihrer Freizeit engagiert sie sich beim Amtsgericht Bielefeld als ehrenamtliche Schöffin. Jugendstrafsachen, das ist ihr Ding, betont die Mutter eines langsam flügge werdenden Sohnes. Es sei schon vorgekommen, schmunzelt sie, dass ein junger Kunde sie plötzlich – und für ihn natürlich völlig unerwartet – als die Schöffin seiner letzten Hauptverhandlung wiedererkannt hat. Das Interesse für die Strafrechtspflege muss sie wohl irgendwie von ihrem Vater geerbt haben, denn der war in den 80er Jahren lange Zeit Polizist in Baumheide, also Dorfsheriff (übrigens kein leichter Job damals).
Leider sind wir nun fertig frisiert und haben somit keinen Grund mehr, Daniela Beckmann weiter auszufragen. Aber das können wir ja nachholen, denn die Haare wachsen ja wieder, und dann ist klar, wo wir unsere Haarfrisuren renovieren lassen.
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In der Werkstatt von Petra Dimitriadou
Die Jacke klemmt? Der Rock ist zu lang? Die Hose zu eng? Zum Glück wohnt eine gute Fee zwischen Ostmannturm und Kesselbrink. Sie heißt Petra Dimitriadou und betreibt seit 10 Jahren eine Änderungsschneiderei an der August-Bebel-Straße. Das Schneidern hat sie schon als junge Frau in Griechenland gelernt, wie ein Diplom an der Wand in ihrer Werkstatt verrät. Damals arbeitete sie in einer Fabrik, die für namhafte deutsche Marken tätig war. Als die dann aber in der Türkei abwanderte, weil dort die Löhne noch niedriger waren, wurden plötzlich hunderte Frauen in ihrer Stadt arbeitslos. Daher machte sich Petra Dimitriadou auf die Suche nach Arbeit, und so kam sie nach Bielefeld. Heute betreibt sie hier nicht nur die erfolgreiche Änderungsschneiderei, sondern arbeitet außerdem seit 10 Jahren mit Begeisterung drei Abende pro Woche als Köchin in „Ferdis Pizzapinte“. Petra Dimitriadou ist Großmutter und findet trotz der vielen Arbeit noch Zeit für die Enkel. Aber das ist für sie selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich ist für die fleißige Frau, dass sie unsere Änderungswünsche termingenau ausgeführt hat. Die Hosen passen jetzt wieder, Petra Dimitriadou sei Dank!
—> Änderungsschneiderei Petra, August-Bebel-Straße 80, 33602 Bielefeld
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Wo die guten Gravuren herkommen
Ein unauffälliger Hinterhof führt uns zu Alfred Conrads Werkstatt. Wir haben eine goldene Taschenuhr dabei, damit Alfred Conrad sie mit einer schönen Gravur veredelt. Nur so kann sie zu einem Geschenk werden, das Anlass angemessen ist. Unter lautem „Dingdong!“ betreten wir das Werkstattkontor, wo uns eine Auswahl des Warensortiments anschaut sowie fertig gestellte Aufträge, die auf ihre Abholung warten. Neugierig werfen wir einen Blick in die Werkstatt und staunen nicht schlecht – so viele Maschinen benötigt ein Graveur? Aber da erscheint auch schon Alfred Conrad. Hilfsbereit fragt er nach unseren Wünschen, die er schnell mit den sinnvollen Vorschlägen eines Fachmanns ergänzt.
Als alles geklärt ist, haben wir noch diese und jene Frage zu ihm und seiner Werkstatt. Daher bietet uns Alfred Conrad erstmal guten Kaffee und ausreichend Zigarettchen an, denn so lässt sich – umgeben von eigenwilligen Maschinen – viel besser plaudern. 1976 habe er seine Werkstatt eröffnet, berichtet er uns, und heute beliefere er ganz OWL mit seiner Arbeit. Mit Freude in der Stimme erzählt er vom letzten Auszubildenden, der Jahrgangsbester von NRW geworden sei. Dann hören wir von der Handgravur, die mehr und mehr verschwinde und von unterschiedlichen Frästiefen, um plastische Wirkungen zu erzielen. Kein Wunder, dass Alfred Conrad im Laufe der Jahre ein „Spezialist für Fummelarbeiten“ geworden ist. Zuerst arbeitet Alfred Conrad am Computer, denn die Gravur wird am PC-Bildschirm entworfen. Dann erst geht es zur Sache. Jeden Arbeitsschritt dürfen wir verfolgen, vom Schärfen des Messerchens bis zur Fertigstellung an der Maschine.
Am Ende verrät uns Alfred Conrad sein Alter. 71 Jahre sei er inzwischen geworden, aber an einen Ruhestand mag er gar nicht denken, denn daheim, so seine glasklare Einschätzung, würde er nur verblöden. So lang er noch gucken könne, wolle er weiterarbeiten. Manchmal schimpfe zwar seine Frau deswegen, „aber naja“, sagt er dann und schmunzelt. Am Ende danken wir ihm für die gute Arbeit und hoffen, dass er OWL noch recht lange mit seiner erstklassigen Gravur bereichern kann.
—> Alfred Conrad Gravurtechnic, Heinrichstraße 5, 33602 Bielefeld





