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9 Beiträge mit Schlagwort 'Handwerk'

Bielefelds älteste Kaffeehaustradition

Zdenka und Eberhard Voss mit dem Bronze-Leinweber der Stadt Bielefeld

Zdenka und Eberhard Voss mit dem Bronze-Leinweber der Stadt Bielefeld

In optimaler Nähe zum Bielefelder Justizpalast befindet sich das Café Voss. Wer eine Gerichtsverhandlung (zum Beispiel wegen angeblicher Zechprellerei) mit einem 1a Freispruch verlässt (statt mit schwerer Kerkerhaft), begibt sich gern ins Café Voss, um den verhinderten Justizirrtum entspannt mit seinem Lieblingsanwalt zu besprechen. Doch wen die Geschichte der Bielefelder Kaffeehäuser interessiert, der sollte sowieso das Café Voss aufsuchen, denn hier bewahrt Konditormeister Eberhard Voss in dritter Generation das familiäre Handwerkserbe. Freundlich berichtet er uns aus dieser Familiengeschichte und präsentiert dazu erfreulich viele historische Fotos.

Doch nun wenden wir uns den köstlichen Nougatringen aus dem Hause Voß zu. Sie setzten – wie auch die schöne Mohntorte – elektrisierende Glückshormone frei. Wunderbar sanft und fruchtig zugleich mundet die Florentinertorte, und auch das Gebäck ist selbstredend beste Konditorware. Genormte Massenproduktion hat hier Hausverbot.

2009 erhielt die Konditorei Voss zum 100. Geburtstag den Bronze-Leinweber der Stadt Bielefeld. Sie ist somit die älteste Konditorei der Stadt. Schon 1909 eröffnete Eberhard Voss’ Großvater Gustav das erste Café in der Bahnhofstraße 41, damals eine innerstädtische Premiumlage. Nach dessen Tod im Jahre 1955 führte Vater Rudolf das Café nahtlos weiter. Anders verhielt sich später Eberhard Voss, er tingelte erstmal als Konditor durch die Welt, u.a. auf dem berühmten Kreuzfahrtschiff TS Bremen. Aber dann zog es ihn doch wieder heim. Sogar das Angebot einer deutschen Konditorei in New York City schlug er aus und führte stattdessen ab 1974 die Familientradition in der Rohrteichstraße weiter. Bis heute backt Voss alles selbst. Brot, Brötchen und Kuchen nach alten Backrezepten – und genau das danken ihm seine steintreuen Kunden.

—> Café Voss, Jüngststraße 2 (Eingang Rohrteichstraße), 33602 Bielefeld

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1a Küchenparty mit prima Budenzauber

Die Spargelfarbe passend zu unserem Logo: Gastgeberin Sabine Pohl mit Ulrich Mundhenke und Jürgen Emas freuen sich auf den Kalbsrücken mit Spargel und Sättigungsbeilage

Die Spargelfarbe passend zu unserem Logo: Gastgeberin Sabine Pohl mit Ulrich Mundhenke und Jürgen Emas freuen sich auf den Kalbsrücken mit Spargel und Sättigungsbeilage

Der beste Teil einer gelungenen Party findet bekanntlich immer in der Küche statt. Daher sind wir besonders erwartungsfroh, als wir eine liebe Einladung zum 40. Geburtstag des Küchenstudios Erich Pohl erhalten. 100% Küche – da kann nix schiefgehen! Für astreine Mucke sorgt der Bielefelder Premium-DJ Marcus Langer, und vor unseren Augen bereitet Kochkünstler Andreas Pöschel mit Assistent Tillmann Polzin wieselflink das Futter.

Als Starter wird uns wonniger Sennespargel mit seelenzartem Lachs gereicht, was uns sofort zu guten Freunden des Kochs werden lässt. Alsdann widerfährt uns ein feines Intermezzo in Form eines Spargelsüppchens mit Olivencrostini, so dass unsere gute Laune auf hohem Niveau verharrt. Aber es kommt noch dicker. Die Steinpilzravioli mit Trüffelsplittern lassen unseren lieben Henner strahlen. Und der Kalbsrücken gibt uns vollends den Rest: Eine Göttergabe! Sofort ordern wir beim DJ einen extra großen Tusch für den Maître de Cuisine und lassen uns anschließend eine zweite Portion vom Kälbchen auftellern. Interessiert beobachten wir später, wie Wilhelm Seffner und Sabine Schillinger mit Sabine Pohl den Beweis antreten: Guter Nachtisch macht glücklich.

Und dann beginnt ein prima Budenzauber. Andreas Pöschel greift zur Alchemie, neudeutsch: Molekularküche. Markus Pohl wird dabei ganz schön heiß zumute, denn der Küchenmeister hantiert mit minus 196 Grad kaltem Stickstoff. Wir hingegen danken still dem Küchenstudio Pohl für die prächtige Geburtstagsfeier und haben, bis der neue Tag anbricht, nur noch Augen für die Bielefelder Alchemie.

—> Küchenstudio Erich Pohl, Oberntorwall 16-18, 33602 Bielefeld

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Bielefelder Begegnungen, heute: Marcus Langer

Mit Pinsel oder Computer: Der Grafikdesigner Marcus Langer in seinem Atelier

Mit Pinsel oder Computer: Der Grafikdesigner Marcus Langer in seinem Atelier

Der größte Chemiekonzern der Welt will seinen Geschäftsbericht veröffentlichen. Selbstverständlich besteht der Vorstand auf ein Premiumdesign, mit dem man weltweit Eindruck schinden kann. Wer wird zur Hilfe gerufen? Natürlich Marcus Langer. In angemessener Bewunderung notiert anschließend das Westfalen-Blatt auf Seite 1: „Der Bielefelder Designer Marcus Langer arbeitet international – und das sehr erfolgreich.“ Doch auch regionale Projekte beschenkt der Magier des Grafikdesigns aus seinem reichen künstlerischen Füllhorn. Seit 2001 ist Langer der Art Director des Bielefelder Kaffeehaus-Trendsetters M Kaffee, wo es ihm immer wieder gelingt, Charme und Innovation kongenial miteinander zu vereinen. Aber auch an Kleinkram hat der grundsympathische Mann seine Freude, so stammt das Drachenlogo der Cola-Bier-Mixtur Cab aus Langers Feder. Zweifellos verdankt diese obskure Brause, die an keiner Tankstelle fehlt, ihren standhaften Erfolg dem einprägsamen Logo. Nicht zuletzt leistet der Großmeister der inspirierenden Gestaltung dem gesamten Who is Who der deutschen Printmedien grafischen Beistand: Spiegel, Focus, Playboy, Cicero, Zeit-Magazin, Financial Times Deutschland – die Schar seiner dankbaren Auftraggeber ist unendlich. Selbstredend sind wir Flaneure stolz wie Oskar, dass kein Geringerer als Marcus Langer unser Flaneurlogo erschaffen hat.

Wenn Langer, wie man hört, in Frauenkreisen als der George Clooney des Grafikdesigns gehandelt wird, dann bezieht sich diese Schmeicheleinheit gewiss nicht auf Äußerlichkeiten, sondern nur auf künstlerische Aspekte. Denn wie Clooney besitzt Langer inzwischen eine stattliche Batterie von Auszeichnungen. Jedoch zeigt Langer seine Oscars erst nach längerem Betteln vor – hier ein Beispiel, verliehen vom Art Directors Club Deutschland. Aber was macht Langers Kunst so besonders? Vielleicht die Tatsache, dass er – trotz täglicher Arbeit am Computer – noch richtig zeichnen kann. Auch der Umgang mit Linolschnitt und anderen alten Handwerkskünsten gehört zu seinen Geheimwaffen. Und seine Kreativität ist ein nie versiegender Quell.

Dieser seltene Künstler und großartige Mensch begeht heute seinen 50. Geburtstag. Daher rufen alle Flaneure voller Inbrunst:
Ein dreifach’ Vivat und ein vielfach’ Prosit dem großen Mann!

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Grosse Bielefelder Zweiradtradition

Bielefelds Spezialisten für alles, was zwei Räder hat: Dominik Janßen, Arno Spörke sowie Sabine und Friedrich Holtkämper

Bielefelds Spezialisten für alles, was zwei Räder hat: Dominik Janßen, Arno Spörke sowie Sabine und Friedrich Holtkämper

Einst bevölkerten diverse Fahrradfabriken die Bielefelder Innenstadt. Bis hinein in diese längst verflossene Zeit reichen die familiären Wurzeln von Zweirad Holtkämper. An der Bleichstraße gründete der Großvater vor gut 80 Jahren die Fahrradfabrik Preston, sie wurde zur Geburtsstätte des Fachgeschäfts mit Werkstatt, das inzwischen schon über 60 Jahre am Kesselbrink lebt. Hier hat vor einigen Jahren der Vater das Geschäft an den Sohn übergeben und dessen Frau passt auf’s Geld auf – ganz so wie es sich für einen Familienbetrieb gehört. Und natürlich ist Holtkamp senior weiterhin in den laufenden Betrieb integriert.

Das Familiäre bezieht sich offenkundig auch auf die anderen Beschäftigen, so haben die Zweiradmechaniker Dominik Janßen und Arno Spörke ihre berufliche Laufbahn als Lehrlinge bei Holtkämper begonnen und wurden nach erfolgreicher Lehre als Gesellen übernommen. Aber auch die Kunden fühlen sich hier wie zu Hause. Ob im Verkaufsgespräch bei der Suche nach einer geeigneten Lenkradtasche oder bei der Auswahl eines nagelneuen Pedalkraftfahrzeuges, immer erhält man eine persönliche Beratung, die kein Internetshop bieten könnte.

Wenn unsere Fahrräder mal malad sind, dann geben wir sie gern in die Hände der Notaufnahme Holtkämper. Zügig werden hier die notwendigen OPs durchgeführt und anschließend surren sie spürbar frischer und flotter durch die Stadt. Aber auch PS-getriebene Zweiräder werden hier operiert oder verkauft. Vielleicht legen wir uns ja mal einen schicken Vespa-Roller zu? Wer weiß …

—> Zweirad Holtkämper, Heeper Straße 26 (beim Kesselbrink), 33607 Bielefeld

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Bielefelder Begegnungen, heute: Daniela Beckmann

Stets agil und hoch sympathisch: Daniela Beckmann an der Pforte von Starfriseur Ahmet

Stets agil und hoch sympathisch: Daniela Beckmann an der Pforte von Starfriseur Ahmet

Daniela Beckmann haben wir im Haarstudio von Starfriseur Ahmet kennengelernt. Schon seit Jahren lassen wir uns hier das Haupthaar scheren oder das Barthaar schaben, aber erst jetzt haben wir uns zum ersten Mal von der netten Dame mit dem blonden Lockenkopf frisieren lassen – und bei dieser Gelegenheit haben wir sie vorsichtig ausgefragt.

“Ich soll bei Türken arbeiten? Ich bin ja noch nicht mal in der Türkei in Urlaub gewesen.” Lachend schildert uns Daniela Beckmann ihre erste Reaktion auf den Vorschlag des Arbeitsamtes, sich bei Starfrisör Ahmet vorzustellen. Schon einige Zeit war sie damals arbeitslos und suchte händeringend einen vernünftigen Job, daher begab sie sich – wenn auch mit Zweifeln, so doch mit offenen Augen – zum Vorstellungsgespräch bei Ahmet Kulata. Schnell war sie angetan von dem, was sie dort erfahren durfte, und inzwischen arbeitet sie schon fast vier Jahre hier. Und zwar mit unverkennbarer Zufriedenheit. „Die Kollegen tragen mich auf Händen“, sagt sie heute und ergänzt: “Sie sind wie meine Brüder zu mir.” Inzwischen habe sich ihre Einstellung Türken gegenüber sehr geändert. Den Fleiß und die Gastfreundschaft, die sie hier erlebt, lobt sie nachdrücklich.

Was ihren Job betrifft, braucht sie sich wahrlich nicht zu verstecken. Seit 1992 ist Daniela Beckmann Friseurmeisterin. Ganz offenkundig mit Leib und Seele. Außerdem ist sie Kosmetikerin und hat in diesem Fach nicht nur den Pokal als Westfalen-Meisterin geholt. In ihrer Freizeit engagiert sie sich beim Amtsgericht Bielefeld als ehrenamtliche Schöffin. Jugendstrafsachen, das ist ihr Ding, betont die Mutter eines langsam flügge werdenden Sohnes. Es sei schon vorgekommen, schmunzelt sie, dass ein junger Kunde sie plötzlich – und für ihn natürlich völlig unerwartet – als die Schöffin seiner letzten Hauptverhandlung wiedererkannt hat. Das Interesse für die Strafrechtspflege muss sie wohl irgendwie von ihrem Vater geerbt haben, denn der war in den 80er Jahren lange Zeit Polizist in Baumheide, also Dorfsheriff (übrigens kein leichter Job damals).

Leider sind wir nun fertig frisiert und haben somit keinen Grund mehr, Daniela Beckmann weiter auszufragen. Aber das können wir ja nachholen, denn die Haare wachsen ja wieder, und dann ist klar, wo wir unsere Haarfrisuren renovieren lassen.

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