18 Beiträge mit Schlagwort 'Gyros'
Bielefelder Pizzataxi-Test
Heute machen wir den großen Bielefelder Pizzataxi-Test (1. Folge). Wir wählen die Telefonnummer 61217. Es begrüßt uns eine sympathische Frauenstimme, die alle unsere Wünsche schnörkellos entgegennimmt. Kaum haben wir den Hörer aufgelegt, parkt auch schon Pizzataxifahrer Ioannis Koukotsikas sein Transportfahrzeug vor unserem Haus. In Windeseile bringt uns der durchtrainierte Mann die Nahrung ins 9. Stockwerk (ohne Aufzug). Zufrieden stellen wir fest, dass die Lieferung exakt unserer Bestellung entpricht. Schöne Geste: Gratis erhalten wir einen Liter Cola extra.
Nun widmen wir uns den Nahrungsmitteln. Astrein: Gyros mit Pommes und Salat. Auch lecker: Gyros mit Zwiebeln und Brot. Als große Nummer entpuppt sich außerdem die Pizza mit Spinat, Schafskäse und Zwiebeln. Möglicherweise schmeckt sie durch den Transport noch besser als üblich, denn der hauchdünne Boden ist ganz sanft angesuppt, so dass unsere Geschmacksnerven einen noch besseren Zugriff auf das schöne Ding haben. Zum Abschied schenken wir Ioannis Koukotsikas dankbar unseren schönen Aufkleber. Motto: Flaneur-geprüftes Pizzataxi – nur echt mit dem Aufkleber!
Übrigens hat kürzlich unsere Lokalpresse über die Köchin dieser guten Speisen berichtet: Anna Strymponi im Westfalen-Blatt
—> Pizzataxi Grill Olympia, Tel.: 0521 – 61217
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Unsere Imbissengel Lisa & Lisa
Ab sofort kümmern wir uns um den Nachwuchs: Flanieren als Lehrstelle – der Traum eines jeden jungen Burschen von Format. Nach ausführlichem Bewerbungsverfahren haben wir uns für Flaneur-Lehrling Leonard entschieden. Seine Ausbildung starten wir mit einem Besuch im Imbiss Fritz und sogleich ist unser Stift mit großer Freude bei der Sache. Flaneur-Lehrling Leonard serviert uns nicht nur auftragsgewmäß die Speisen, sondern beweist auch als Bierbeibringer echtes Naturtalent.
Hinter der Theke haben die hochsympathischen Imbissengel Lisa & Lisa derweil ernorm viel zu tun. Es ist ein ständiges Kommen (graue Gesichter) und Gehen (frohe Gesichter). Kein Wunder, dass Imbiss Fritz so stark heimgesucht wird, denn wohin man schaut, erblickt man solide Ware. Zum Beispiel Currywurst und Pommes mit der extra satten Portion Mayo (die Mayo wird, so verraten uns Lisa & Lisa, von der Chefin in Heimarbeit veredelt). Außerdem gibt es hier, zur großen Freude unseres lieben Stahlbarons, hausgemachte Frikadellen. Mit Applaus honorieren wir die Tatsache, dass Imbiss Fritz den guten alten Brathahn in Ehren hält. Ausdrücklich weisen wir Sie, verehrte Leser, auf die Tatsache hin, dass alle 15 Fritz-Salate hausgemacht sind. Von der Chefin persönlich. Nach alten überlieferten Fritz-Rezepturen. Wenn man, wie wir es sind, besonders lieb ist, geben Lisa & Lisa Probeprotionen aus, damit man sich von der Köstlichkeit aller Salate überzeugen kann.
Klar ist, dass wir noch einmal wiederkommen müssen, allein schon, um die arg verlockend angepriesenen Zigeunerschnitzel zu erleben. Unser vorbildlicher Flaneur-Lehrling räumt nun die Tische ab und bekommt als Lohn ein Tütchen Capri-Sonne extra. Dann fahren wir heim, um die Abendruhe zu genießen. Nur Lehrling Leonard hat noch zu tun, er muss das Berichtsheft führen. Und das kann dauern, denn viel hat er heute von uns gelernt.
—> Imbiss Fritz, Sudbrackstraße 98, 33611 Bielefeld
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Flaneure testen Traditionsfutterkrippe
Höchte Zeit, dass wir endlich Alt-Athen einen prüfenden Besuch abstatten, denn dieser Grill gehört zu den frühen Futterkrippen der Innenstadt. Natürlich hat inzwischen der Wirt gewechselt, aber Mahir Polat (Inhaber seit 2005) versteht es ausgezeichnet, der alten Tradition lukullisch treu zu bleiben. Schön ist außerdem, dass hier niemand verdursten muss. Zuverlässig hält Alt-Athen die wichtigsten Durstlöscher auf Vorrat. Und wer mag, kann hier auch ohne Alkohol den Durst besiegen.
Unser lieber Henner rät heute zu guten Pommes mit lieblichem Efes. Das können wir gut verstehen, denn dies Ensemble mundet hier astrein. Besonder saftig und 1a bissfertig verpackt wird uns die Gyros Pita serviert. Und sie erhält sogleich gute Noten. Als ebenso raumgreifend wie preisgünstig beeindrucken uns die mit Schafskäse gefüllten Bifteki. Zu allem Überfluss schmeckt dieses Fleisch-Pommes-Tsatsiki-Gebinde auch noch super lecker. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt aber auch der fesche Gurkensalat von Yilmaz Polat. Wir können bezeugen: Die Traditionsfutterkrippe Alt-Athen befindet sich nicht nur in freundlichen, sondern auch in guten Händen. Abschlusstipp: Im Alt-Athen immer den ganz großen Hunger mitbringen!
—> Alt-Athen, Oberntorwall 18a, 33602 Bielefeld
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Vom Sterben der Speisen
Sorglos scherzte man bis tief in die 1980er Jahre hinein, der Deutschen liebstes Haustier sei das halbe Hähnchen. Das galt natürlich auch für Bielefeld. Mit dem Kosenamen Gummiadler wurde der Brathahn verehrt, was ahnen lässt, wie groß die Liebe zu dem nahrhaften Imbisstier gewesen sein muss. Niemand konnte sich damals vorstellen, dass der schmackhafte Grillvogel einmal die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Imbissgerichte anführen würde. Doch heute fristet er ein Nieschendasein in den letzten tapferen Enklaven alter Hähnchengrillkunst.
Noch düsterer sieht es für das Schaschlik aus. Ein Exot, wer auf Anhieb zwei Bielefelder Schaschlik-Quellen nennen kann. Und erinnert sich noch jemand, wie eine Ochsenschwanzsuppe schmeckt? In aller Stille wurde sie von der Gulaschsuppe verdrängt, und inzwischen muss auch diese ernsthaft um ihre Existenz fürchten. Selbst “die gute alte Currywurst” (Rolf Grotegut) hat in der letzten Dekade erheblich an Bielefelder Terrain verloren.
Aussterbende Speisen haben keine Lobby. Zum Glück, denn allen ist eine Zeitspanne beschieden, und wenn die abgelaufen ist, dann heißt es, Abschied nehmen. An ihre Stelle treten neue Gaumenereignisse, die uns mit den Jahren lieb und vertraut werden. So sind Döner, Gyros & Co. wesentliche Säulen unserer zivilisatorischen Sättigungsroutine geworden, ja “unsere guten Freunde” (Sauerland-Karl). Menschen mit offenem Geist und neugierigem Magen freuen sich schon jetzt auf kulinarische Innovationen, die uns die Zukunft servieren wird. Allerdings stellen wir nicht ohne gewisse Erleichterung fest, dass sich frittierte Taranteln und gefüllte Kakerlaken als Neuerung nicht so richtig durchsetzen können. Ist es der Preis (100 Taler pro Tier), der den Appetit ausbremst? Großes Vergnügen hätten wir hingegen an einer kleinen Retrowelle, sie könnte zum Beispiel die Wiedergeburt der Ochsenschwanzsuppe als coole In-Speise inszenieren. Da würde die Jugend staunen, wovon sich ihre Vorfahren einst voller Wonne ernährt haben. Ochsenschwanzsuppe, Schweinskopfsülze, Lungenhaschee – allein die Namen sind doch schon goldig, oder?
In diesem Sinne: Mahlzeit!
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Griechische Sättigung mit Zufriedenheitseffekt (inzwischen Geschichte)
Die liebe kleine Futterkrippe erstrahlt in akuratem griechischem Hellblau. Freundlich empfangen uns die Wirtsleute, und wir wählen aus der hübschen Vorspeisenauswahl einen artigen kleinen Salat und ein angenehm cremiges Tsaziki, dazu gibt’s frisch gebackenes Brot (Obacht, heiß!). Wir sind beim Griechen, also lassen wir pflichtgemäß einen Gyrosteller kommen (allerdings auf unseren Wunsch hin heute ohne Krautsalat).
Jeden Tag, so lesen wir in der Speisekarte, führt der Grill Hellas eine andere Tagesspezialität. Heute ist Pastizio dran, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Ein Riesenklotz wird uns geliefert, der auch durch längeres Bestaunen nicht kleiner wird. Ein stolzer Sattmacher. Wer nur einen mittelschweren Abendhunger spürt, kann auf den griechischen Bauernsalat zurückgreifen. Der ist ordentlich zusammengestellt und enthält sogar Oliven, die schmecken. Aus dem Pizzasortiment wählen wir die Nummer 65. Sie heißt Pizza Inferno, ist aber in Wirklichkeit sehr nett. Ein wohlmeinender Belag mit Sardellen, Zwiebeln und Paprika ruht auf einem fundierten Teigsockel, der ganz unten eine superdünne Knusperschicht hat. Sowas hat man gern im Anbiss. Ansonsten stellen wir fest: Diese Pizza macht nicht nur sehr satt, sie sieht auch sehr schön aus.
Wer im Grill Hellas Durst verspürt, muss sich nicht sorgen, es gibt ausreichende Vorräte. Außerdem kann es passieren, dass die nette Vasiliki Tsapalou unaufgefordert Ouzo serviert – eine schöne Geste. Freitag gibt’s hier übrigens Fisch. Dorade, Zander oder – wer’s mag – Lachs wird in interessanten Variationen angeboten. Ja, doch, freitags müssen wir unbedingt mal wiederkommen. Nach 22 Uhr, so will uns scheinen, sollte man die Wirtsleute in Ruhe lassen. Sie hatten einen langen Tag. Wer aber um diese Zeit erst so richtig nachtaktiv wird, muss nicht verzweifeln, gleich gegenüber findet sich eine Flaneur-geprüfte Trinkstube: die Teutonen-Schänke. Hier kann man auch noch nach Mitternacht nette Gäste treffen. Prösterchen!
—> Grill Hellas, Teutoburger Straße 32, 33604 Bielefeld






