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20 Beiträge mit Schlagwort 'Grillteller'

Steaks an historischer Stätte

Sein Herz schlägt für Steaks: Wirt Slobodan Tasić

Sein Herz schlägt für Steaks: Wirt Slobodan Tasić

Gern erinnern sich ältere Bielefelder an die Schlachthof-Gaststätte. Sie wohnte an der Ecke Walther-Rathenau-Straße & Werner-Bock-Straße und war bekannt für ein pulsierendes Leben. Frischfleisch war hier Programm. Vorn in der Gaststube für treue Tagesgäste, hinten im großen Saal für Zusammenkünfte der Fleischerinnung oder der Markthändler. Mit dem Schleifen des Schlachthofs begann eine schwere Zeit für die Gastronomie, denn ihr war die Seele abhanden gekommen. Bis sich Slobodan Tasić vor einigen Jahren der insuffizienten Lokalität annahm. Vorher hatte er zehn Jahre das Kartoffelhaus am Berliner Platz betrieben. Der Mann weiß also, wie Gastro geht.

Im Entrada setzt Slobodan Tasić auf argentinische Steaks. Und die wollen wir heute alle haben. Als da wären: Die englische Variante, also blutig wie ein guter Krimi (hier mit feiner Pfeffersoße). Außerdem Medium für den rosa Anbiss. Sowie well done und trotzdem nicht zäh wie eine Schuhsohle. Alle Steaks bewerten wir als zweifelsfrei gelungen. Wem nicht nach einem Steak ist, kann sich bei Slobodan Tasić auch am Grillteller gütlich tun, entweder mit Dickkartoffel oder aber mit Pommes. Beide Varianten müssen wir sehr loben.

Vor dem Abendmahl erhält man übrigens ein kleines Unterhaltungsprogramm, das zum Zeitvertreib gut geeignet ist. Außerdem serviert Slobodan Tasić zwischen all seinen Köstlichkeiten stets erfreulich flott und dabei hochkonzentriert hübsche Mischtabletts. Für den Nachtisch haben wir heute ausnahmsweise selbst gesorgt: Hm, Eiskonfekt! Dazu einen Espresso und das Abendmahl ist rund.

—> Entrada, Walther-Rathenau-Straße 28, 33602 Bielefeld

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Solide Stadteilversorgung

Vorzügliche Gastgeber: Die Eheleute Biljana und Luka Simic vor historischer Deko

Vorzügliche Gastgeber: Die Eheleute Biljana und Luka Simic vor historischer Deko

Unser heutiges Ziel ist ein Tipp des verehrten Herrn Sauerland-Karl. Der gute Mann schätzt Hausmacherqualität, die ohne eitles Gemache und zu angemessenen Preisen aufgetischt wird. Nun empfängt uns eine kleine Schankstube, in der einige Gäste den Tag bei Bier und Plauderei gemütlich ausklingen lassen. Vermutlich allesamt Stammgäste aus der Nachbarschaft. Wir entdecken einen weiteren Raum, er scheint als Speisestube gedacht zu sein, beherbergt aber heute keine Gäste. Da bleiben wir doch in der Schankstube, wo eine Skatrunde tagt, und studieren das interessante Repertoire der Speisekarte. Nachdem wir unsere Bestellung aufgegeben haben, trägt Wirt Luka Simic ausreichende Biervorräte an unseren Tisch und verschwindet alsdann mit seiner Frau Biljana in der Küche. Nicht ohne Spannung warten wir mit festem Blick auf die verschlossene Küchentür. Nach angemessener Zeit wird unser Warten belohnt und der Tisch biegt sich unter vollen Tellern.

Als Erster ergreift unser heutiger Gast, Bielefelds berühmter Steinmetz Lars Jauer, das Wort: “Damit hätte ich nicht gerechnet!” sagt er vollmundig kauend. Sofort stimmen wir in seinen Lobgesang ein: Feine Schweinelendchen mit freundlicher Sauce. Köstliches Schweinefilet mit herzlichen Bratkartoffeln. Ebenfalls klasse: Zwei schöne Grillspieße. Alsdann tritt der Balkanteller auf – und er überzeugt sofort. Zu all dem passt der Salat mit angemessenem Liebreiz. Und das alles, verehrte Leserinnen und Leser, wird zu einem erstaunlichen Preis-Leistungs-Verhältnis aufgefahren.
 
Nachdem Wirt Luka Simic unserem Tisch flüssige Leckerchen verabreicht hat, befragen wir ihn zur Geschichte seines Gasthauses. Nicht ohne Stolz berichtet er von fast 25 Jahren, die er das Adria nun schon führe. Und bei der Zubereitung der kroatischen Speisen, erklärt er fröhlich, assistiere ihm seine Frau. Nach unserem Gespräch setzt sich Luka Simic mit einigen Gästen zu einer gemütlichen Skatrunde zusammen. Diesen schönen Abendausklang hat er sich redlich verdient.
 
—> Adria, Heidsiekstraße 2, 33607 Bielefeld

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Persisch futtern? Natürlich in Bielefeld!

Nettes Pers-Team: Wirtsleute Mehrdad und Shima Sadeghi mit Mutter Fahimeh Gharmani

Nettes Pers-Team: Wirtsleute Mehrdad und Shima Sadeghi mit Mutter Fahimeh Gharmani

Beim Berliner Platz, hoch über dem stadtbekannten Cheers, verstaubte zwei Jahre lang die ehemalige Gaststube einer vergessenen Glutamatausgabe. Doch endlich haben kluge Gastronomen zugegriffen und die prima Räumlichkeiten komplett durchrenoviert. Daher präsentiert uns nunmehr eine riesige Fensterfront einen relaxten 180°-Blick auf den hochurbanen Kern Bielefelds. Zu verdanken haben wir das der sympathischen Familie Sadeghi. Sie stammt aus Persien (genauer: aus der Stadt Shiraz), hat jedoch bei der Gastraumgestaltung fast vollständig auf persisches Ambiente verzichtet. Motto: Modern und aufgeräumt, statt Folkloreoverload. Lediglich ein Gemälde weist unzweifelhaft auf den lukullischen Schwerpunkt hin. Vermutlicher Titel dieses Wandschmucks: “Die Kellnerin reicht dem durstigen Gast ein nettes Gläschen“.

Großes Ahh! und Ohh! löst der attraktiv gestaltete Vorspeisenteller aus. Was so hübsch sortiert ist, löst außerdem eine kleine Diskussionen aus, wem denn nun was besser mundet – die Gürkchen, die Würzsalbe, der Fleisch-Pflanzen-Fladen? Man kann sich nicht einigen und isst alles hübsch auf. Und dann geht’s nahtlos weiter mit dem Hauptgericht. Als Erstes wird ein dermaßen luftig-lockerer Reis gereicht, wie er uns bisher noch nicht untergekommen ist (mit niedlichem Safran-Top). Aber dann wuchtet Servierer Nima Sadeghi die Pers-Grill-Platte auf unseren Tisch. Was die Pers-Grill-Platte beinhaltet? Ganz einfach: Vier Kubideh, ein Bakhtiary sowie einen Barg. Noch Fragen? Am Ende haben wir alles schmatzend aufgefuttert und sind glücklich & satt.

Doch das Sättigungsgefühl vergessen wir gleich wieder, denn Fahimeh Gharmani beschenkt uns mit einem köstlichen Dessert. Datteln, gefüllt mit Walnüssen und veredelt mit Rosenöl – schmeckt nicht nur super, sieht auch edel aus. Dazu reicht Shima Sadeghi feinen Tee, der mit Blütenblättern aus Shiraz veredelt wurde. Als überraschend geschmeidig offenbart sich übrigens das von Shima Sadeghi zu späterer Stunde empfohlene Maisgetränk aus Kentucky. Weil es mit Zitrönchen und Salz gereicht wird, sehen wir uns zu fröhlichen Experimenten veranlasst, die unser heutiger Begleiter Dr. Michael Neu mit einem ebenso fröhlichen Prösterchen gekonnt sekundiert.

—> Pers, Herforder Straße 29, 33602 Bielefeld

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Flaneure testen Traditionsfutterkrippe

Machen Bielefeld lecker satt: Küchenknecht Yilmaz Polat und Wirt Mahir Polat

Machen Bielefeld lecker satt: Küchenknecht Yilmaz Polat und Wirt Mahir Polat

Höchte Zeit, dass wir endlich Alt-Athen einen prüfenden Besuch abstatten, denn dieser Grill gehört zu den frühen Futterkrippen der Innenstadt. Natürlich hat inzwischen der Wirt gewechselt, aber Mahir Polat (Inhaber seit 2005) versteht es ausgezeichnet, der alten Tradition lukullisch treu zu bleiben. Schön ist außerdem, dass hier niemand verdursten muss. Zuverlässig hält Alt-Athen die wichtigsten Durstlöscher auf Vorrat. Und wer mag, kann hier auch ohne Alkohol den Durst besiegen.

Unser lieber Henner rät heute zu guten Pommes mit lieblichem Efes. Das können wir gut verstehen, denn dies Ensemble mundet hier astrein. Besonder saftig und 1a bissfertig verpackt wird uns die Gyros Pita serviert. Und sie erhält sogleich gute Noten. Als ebenso raumgreifend wie preisgünstig beeindrucken uns die mit Schafskäse gefüllten Bifteki. Zu allem Überfluss schmeckt dieses Fleisch-Pommes-Tsatsiki-Gebinde auch noch super lecker. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt aber auch der fesche Gurkensalat von Yilmaz Polat. Wir können bezeugen: Die Traditionsfutterkrippe Alt-Athen befindet sich nicht nur in freundlichen, sondern auch in guten Händen. Abschlusstipp: Im Alt-Athen immer den ganz großen Hunger mitbringen!

—> Alt-Athen, Oberntorwall 18a, 33602 Bielefeld

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Erst das Essen, dann der Erlkönig

Die drei Profis vom Grill: Nizar Hassan, Volkan Harman, Hamer Metin

Die drei Profis vom Grill: Nizar Hassan, Volkan Harman, Hamer Metin

Als wir vor dem Yaren-Grill ankommen, dämmert die Sieker-Endstation in verträumter Abendstimmung vor sich hin. Ganz anders geht’s im Innern der Grillstube zu. Am Tresen werden die hungrigen Gäste flott bedient, und emsig flitzt der Pizzataxifahrer mit seiner Warmhaltebox zum Auto, um die Insassen der umliegenden Wohneinheiten am Leben zu erhalten. Ein Gast hat sich am Tisch niedergelassen, futtert was Gutes und blickt dabei aufmerksam auf den Flachbildschirm an der Wand: Den ganzen Abend läuft Phoenix – wir sind im Info-Grill. Neben uns lockt mit kirmesbuntem Geblinke eine Maschine namens Serienpower, doch niemand hat dafür auch nur ein Auge. Hier spielen die Speisen die Hauptrolle.

Als lecker und zuverlässig sättigend erweist sich das oft unterschätzte deutsche Kulturgut, die klassische Mantaplatte. Parallel entpuppt sich als starkes Stück der Meric-Teller, ein Diener aller Fleischfreunde. Und der Artemis-Teller punktet mit seiner mentalen Glücksbringeraura. Abschließend erklären wir zum besonders effektiven Sattmacher der Woche die Grill-Platte. Gut gemacht, Yaren-Grill. Nun sind wir alle so richtig satt. Wie schön. Und dann passiert es. Kamer Metin kommt mit einer charakterstarken Flasche Ouzo an unseren Tisch und wir sind uns sofort einig: An der Sieker-Endstation gießt niemand so lieb ein wie Kamer Metin. Sofort lassen wir uns von ihm erklären, was “Prosit!” auf Kurdisch heißt, aber leider haben wir es nach dem Ouzo-Genuss auch schon wieder vergessen. Macht nix, wir kommen einfach noch mal wieder und dann üben wir das so lange, bis es sitzt.

Epilog: Wissen Sie was ein Erlkönig ist? Ja genau, so bezeichnet man diese Prototypenfahrzeuge, die geheim bleiben sollen, weil sie sich noch in der Erprobungsphase befinden. Der Yaren-Grill hat ein prima großes Fenster, das zum versonnenen Blick auf die Sieker-Endstation einlädt. Satt und zufrieden sitzen wir schweigend da und genießen den Ausblick im Breitwandformat. Und dann machen wir große Augen: In elegantem Weiß rauscht er durch die dunkle Nacht an uns vorbei – der Erlkönig der Stadtbahn! Hammer, gell?

—> Yaren, Detmolder Straße 228, 33604 Bielefeld

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