(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)

16 Beiträge mit Schlagwort 'Grappa'

Wenn’s mal richtig gut sein soll

Wirt und Koch Khalifa Abdelhag (Mitte) mit seiner Crew Michael Schöneberg und Erdal Gül

Wirt und Koch Khalifa Abdelhag (Mitte) mit seiner Crew Michael Schöneberg und Erdal Gül

Ein Restaurant am Klosterplatz? Das ist immer ein Wagnis, also genau das richtige Ziel für uns. Die Gaststube ist nicht groß, aber auch nicht klein. Die Einrichtung ist modern und Schnickschnack-frei. Uns begrüßt Erdal Gül, der seinen Job als Chef de rang souverän versieht. Soeben verabschiedet sich ein Gast, aber statt mit freundlichem Gruß zu gehen, muss er Erdal Gül noch eben ungefragt seine gesamte Weltsicht darlegen. Kellner haben es nicht immmer leicht.

Aber nun werden unsere Biere serviert und kurz darauf erhalten wir einen Vorspeisenteller der Extraklasse. Hausgemachte Kleinigkeiten, die wir komplett wegputzen. Ein feiner Starter! Jetzt noch ein Bierchen, dann kommt auch schon das herrliche Zanderfilet in Zitronensauce. Ebenso köstlich ist der Wolfsbarsch in Zitronensauce. Zu beiden lieben Tierchen erhalten wir frisches Gemüse, schmackhaft angebraten wurde. Gute Sache. Nicht minder froh stimmen uns die Penne rigate mit Tomatenpesto und gebratenen Rinderfiletstreifen. Selbstredend verzichten wir auch nicht auf den Pizzatest. Eine Pizza Rucola mit Bürffelmozzarella und frischen Kirschtomaten bekommt beste Noten von uns.

Nach dieser edlen Vollsättigung lässt uns Erdal Gül Grappa testen. In diesen schönen Vorgang schaltet sich auch Wirt Khalifa Abdelhag ein und rät uns zu seiner Lieblingsgrappa – mmh, auf Proseccobasis! Dabei ist gut plaudern, und so berichtet uns Khalifa Abdelhag von seinen Jahren in Italien, wo er viele seiner gastronomischen Kunststücke erlent hat. Als uns Erdal Gül schließlich wohltuenden Espresso serviert, beratschlagen wir erneut unsere Eingangsfrage: Ein Restaurant am Klosterplatz? Das ist immer ein Wagnis. Man braucht Mut, Fachwissen und eine gute Portion Glück. Offensichtlich erfüllt Khalifa Abdelhag die ersten beiden Voraussetzungen. Und für das Glück wünschen wir ihm und seiner Truppe alles Gute!

—> Capriccio, Mauerstraße 46, 33602 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Pizza, Grappa, Dom Pérignon

Kennt sich aus mit Pizza, Grappa und Dom Pérignon: Giuseppe Dragota

Kennt sich aus mit Pizza, Grappa und Dom Pérignon: Giuseppe Dragota

Frisch renoviert und blumig geschmückt begrüßt uns die Gaststube. Sanft schwebt geschichtsträchtige Unterhaltungsmusik durch den Raum. Links lädt der hauseigene Weinvorrat zum unbeschwerten Genuss, rechts belegen wir eine große Tafel mit ausreichend Platz für ein vorsätzliches Pizzagelage. Schnell stellt sich heraus: Wer Pizzahunger hat, ist hier richtig. Groß und herzhaft: Pizza Sardelle. Groß und fischig: Pizza Tonno. Groß und fleischig: Pizza Schinken. Groß und im Zentrum saftig: Pizza Salami. Während unserer Völlerei entbrennt eine kurze Flaneur-Diskussion über die Frage, ob die Taormina-Pizza in allen Sektoren ausreichend saftig ist oder ob man stattdessen partielle Knuspersegmente loben soll. Am Ende stellen wir mit einem goldenen Schiedsspruch fest, dass wir nicht immer gleicher Meinung sein müssen. Aber schön satt werden wir am Ende alle.

Und dann plaudern wir mit Wirt Giuseppe Dragota. Seit 1975 bekocht er Ostwestfalen. Ob Stukenbrock oder Bielefeld, immer hatte er sich der Pizza- und Pasta-Produktion verschrieben. Plötzlich beschenkt uns der gute Mann reich, denn er serviert eine überraschend weiche Grappa, die wir sehr loben. Das feine Getränk, so hören wir, ist seine Hausmarke und stammt aus einer kleinen italienischen Brennerei. Giuseppe Dragota importiert sie exklusiv. Ein Grund mehr, ihn den guten Tropfen erneut nachschenken zu lassen. Aber dann öffnet Giuseppe Dragota seine bewundernswerte Schatztruhe – und wir staunen nicht schlecht. Echte Kleinodien hat er hier zusammengetragen. Allein seine Vorräte an 30 Jahre alten Dom Pérignon veranlassen uns zur spontanen Bildung der Selbsthilfegruppe Dom Pérignon-Routiniers 2013. So danken wir am Ende dem freundlichen Herrn Dragota für die schöne Plauderei und das Öffnen seiner Schatztruhe. Aber besonders für das Nachschenken seiner herrlichen Grappa.

—> Taormina, Kleine Howe 2 (Eingang Mühlenstraße), 33607 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Goldene Grappa unter rotem Neon

Einwandfreie Wohnzimmerbetreuung: Luisa Becker und Goran Tomić

Einwandfreie Wohnzimmerbetreuung: Luisa Becker und Goran Tomić

Jeder kennt die Freitzeitmeile, die seit 2001 rund um den Emil-Groß-Platz entstanden ist. Heute besuchen wir genau das Gasthaus, was sich hier als erstes niedergelassen hat und somit zur Initialzündung dieses gastronomischen Epizentrums wurde: Das Mellow Gold. Die kleine Gaststube ist fast komplett besetzt. Wir beziehen den letzten Hochtisch und lassen und von der freundlichen Bedienung Bierchen bringen. Ganz klar: Hier herrscht Wohnzimmeratmosphäre. Man trifft sich, man kennt sich, man verbringt den Abend hier. Obwohl fast alle Gäste ein Abendmahl ordern, lässt unsere Speise nicht lange auf sich warten. Als guter Start begüßt uns ein viellagiges Sandwich mit Schafskäse. Note: Saftig und vollmundig. Der süffige Steckrübeneintopf wärmt die Seele, und die Gemüse-Lasagne erhält als Sozius einen kleinen Salat. Beide erfüllen bestens ihre Schmeck- und Sättigungsaufgaben. Und als sich die Pasta mit Austernpilzen als üppig und nicht von schlechten Eltern entpuppt, sind wir endgültig gesättigt und loben den Koch.

Langsam wird der Abend älter und plötzlich erscheint ein neonrotes Abendleuchten am Mellow Gold-Abendhimmel. Gleichzeitig überrascht uns Geschäftsführer Goran Tomić mit einer feinen goldfarbenen Grappa, so dass unser Prosit doppelt froh erklingt. Am Ende schwärmt uns Herr Sölter dermaßen begeistert die Ohren voll, wie gut das Frühstück im Mellow Gold sei, dass wir erwägen, einfach bis zum Frühstück zu bleiben. Ob wir uns so entschieden haben, können Sie ja dann bei Goran Tomić erfragen.

—> Mellow Gold, Karl-Eilers-Straße 22, 33602 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Vorgewärmte Grappagläser

Mit Strada-Aura: Gast Corinna Klegrewe, Wirt Oleg Kosarev und Köchin Tina Dollberg

Mit Strada-Aura: Gast Corinna Klegrewe, Wirt Oleg Kosarev und Köchin Tina Dollberg

Heute sind wir zum zweiten Mal im Strada. Beim ersten Besuch standen wir vor vollbesetztem Haus und mussten uns wieder trollen. Doch heute haben wir einen Tisch reserviert und das war klug, denn ohne diese Maßnahme wären wir erneut vergeblich gekommen. Was macht das kleine Gasthaus nur so beliebt? Die verwinkelten Stuben mit ihrer solitären Deko? Die Freundlichkeit der Wirtsleute? Oder das Essen, was wir noch nicht kennen? Ein guter Grund zur Einkehr ist schon mal – das stellen wir schnell fest – der Vorspeisenteller. Er ist erfreulich schmackhaft und sehr wohlgeraten. Dazu wird frisches Brot mit feinen Salben gereicht. Auf diese Weise schon gut angefixt lassen wir uns von Wirt Oleg Kosarev die Tageskarte präsentieren und wählen das Schweinchen. Seine Erkennungsmerkmale: Zartes Fleisch, wohlschmeckende Soße und prima Patatas. Optisch ein Gedicht mit vier Strophen. Desweiteren kosten wir eine mediterrane Reispfanne mit Huhnfleisch und Garnelen, die uns komplett zufrieden stellt. Danach präsentiert uns Wirt Oleg Kosarev seine schöne Grappa und wir müssen lobend feststellen, dass der kluge Mann die Grappagläser anwärmt. Dafür erntet er unser kollektives Schulterklopfen. Und als er uns dann noch mit einem sehr guten Espresso überrascht, verstehen wir endgültig, warum das Strada so beliebt ist. Am Ende bittet uns Oleg Kosarev doch recht bald wiederzukommen, denn leider sei heute sein Kowirt Denis nicht anwesend. Wird gemacht. Bitte schon mal die Grappagläser vorwärmen!

Strada No.4, Siechenmarschstraße 4, 33615 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Wo Bielefeld noch westfälisch ist

Sehr sympathische Gastgeber: Die Wirtsleute Susanne und Ernst Heiner Hueser

Sehr sympathische Gastgeber: Die Wirtsleute Susanne und Ernst Heiner Hueser

Heute treten wir eine Zeitreise an und fahren zum Museumshof Senne. Prächtige Fachwerkhäuser aus vier Jahrhunderten empfangen uns, staunend betreten wir das Gasthaus Buchkamp. Schon seit 1869 wird hier gezecht und geschmaust. Vorher wohl auch, jedoch, so hören wir, ohne Schankerlaubnis. Kaum zu glauben: 1982 mussten Bürgerproteste das herrliche Gebäude vor der Zerstörung retten. Heute ist es ein museal anmutender Hort westfälischer Gastlichkeit, in dem wir gern einen Tisch beziehen.

Die Speisekarte ist erfreulich facettenreich, aber wir konzentrieren uns auf ihre westfälischen Brennpunkte. Ein gaumenfreundlicher Appetizer lässt Großes ahnen, und dann passiert es auch schon: Allerfeinster Wurstebrei bringt uns in Wallung, dazu Rote Bete, eingelegte Gurken sowie Bratkartoffeln, denen wir eine besonders elegante Westfalenhaftigkeit bescheinigen können. Ebenfalls ein Geschenk der Götter ist die gebratene Blutwurst. Sie wird perfekt sekundiert von glasierten Äpfeln, Zwiebeln und Kartoffelpüree. Alsdann widmen wir uns dem panierten Schweinekotelett das mit buntem Wurzelgemüse und den leckeren Bratkartoffeln gereicht wird. Nach erfolgreichem Vollzug des Abendmahls lockt uns ein in schöner Getränketisch. Als erstes Getränk soll uns der Klare von Buschkamp erfreuen. Er ist im hauseigenen Eichenfass gereift. Sowas gefällt uns. Was uns ebenfalls gefällt, ist die Art, wie Maik Sander, der Kellner unseres Vertrauens, eine Flasche Grappa für uns öffnet – gekonnt!

Zum Höhepunkt des Abends werden zweifellos die Gespräche mit den sympathischen Wirtsleuten, und am Ende erhalten wir sogar eine Führung durch’s ganze Haus. Susanne Hueser öffnet uns den Buschkamp-Keller, wo regelmäßig Kleinkunstveranstaltungen stattfinden. Maitre Ernst Heiner Hueser zeigt uns, wo er Brot nach alten Rezepten backt (“Die Hefe wurde ja erst vor 150 Jahren eingeführt.”) und offenbart uns eine Schatzkammer des Glücks: Eingekochtes! Da nehmen wir uns doch sofort einen schönen Vorrat mit, z.B. Pickert im Glas. Ernst Heiner Hueser, dessen beruflicher Weg einst im Berliner Kempinski begann, bleibt seinem lukullischen Ethos bis heute treu: “Wir kochen noch alles selbst.” Womit der Unterschied zur allgegenwärtigen Systemgastronomie hinreichend beschrieben ist.

Als wir uns zu arg vorgerückter Stunde von allen guten Buschkamp-Geistern verabschieden, summt uns der Kopf – so viel haben wir heute gesehen und erfahren. Selbst beim besten Willen können wir Ihnen das gar nicht alles aufschreiben. Daher ist es am besten, wenn Sie selbst mal hinfahren. Glauben Sie uns: Es lohnt sich.

—> Historisches Gasthaus Buschkamp, Buschkampstraße 75, 33659 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Die Bielefelder Flaneure freuen sich über die Hilfe von:


 π