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15 Beiträge mit Schlagwort 'Döner'

Urbanes Speisen

Schlange stehen: Ambulante Nahrungsmittelversorgung für moderne Großstadtbewohner

Schlange stehen: Ambulante Nahrungsmittelversorgung für moderne Großstadtbewohner

Der moderne Großstadtbewohner kann seine Mahlzeiten routiniert im Gehen zu sich nehmen. Meist sogar, ohne dabei die Würde zu verlieren. Die Straße fest im Blick wölbt der Geh-Esser seinen Oberkörper sanft nach vorn, um Döner oder Pizza geschickt in sich hinein zu züngeln. Gut geeignet als Fußgängermahlzeit ist auch die Currywurst. In passgenaue Segmente geschreddert, lässt sie sich leicht mit dem klassischen Spielzeuggäbelchen aufpicken und ins Mäulchen transferieren. Genussmenschen schlecken am Ende die würzigen Soßenreste aus dem Schälchen. Kommt just in diesem Moment der Chef vorbei, grüßt man nicht ohne Verzweiflung. Als ideal ist das Lahmacun zu loben. Fest verschnürt im Alumantel bietet es beste Voraussetzungen für den Gehverzehr. Was zum Ende der Mahlzeit durch die Wickelung suppt, dient als Biohandcreme. Der feste Wille zum permanenten Nuckeln entfachte die weltweite Erfolgsgeschichte des Mitnahmekaffees; englisch: takeaway coffee, reklamedeutsch: Coffee to go, sachsendeutsch: Kaffee to go. Wer mit ihm durch die Straßen eilt, signalisiert Modernität, Betriebsamkeit und den Verzicht auf das alte Menschheitswissen, wie man einen anständigen Kaffee brüht.

Die Älteren unter uns erinnern sich noch gut an die ponchotragenden Panflöten-Indios. Vornehmlich an Samstagen verwandelten sie die Bielefelder Bahnhofstraße in ein kraftvolles akustisches Gewölbe aus El cóndor pasa. Die Annahme, das beherzte Flötenspiel habe unter den Fußgängerzonenessern zu einem vermehrten Auftreten von Magengeschwüren geführt, ist medizinisch umstritten.

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Hunger? Muss nicht sein

Machen die ganze Oelmühlenstraße satt: Die Babylon-Geschwister Nur und Mazin

Machen die ganze Oelmühlenstraße satt: Die Babylon-Geschwister Nur und Mazin

Heute besuchen wir Babylon. Dazu müssen wir nicht extra bis zum Euphrat reisen, nein, der Weg bis zur Oelmühlenstraße reicht völlig aus. Gleich beim Betreten punktet der fremde Ort enorm, denn Wirt Mazin ist nicht nur ein fröhlicher Mensch, sondern er verfügt auch über ein vorbildliches Biersortiment. Von Irland über die Türkei bis Bayern sind wichtige Biernationen vertreten. Wir entscheiden uns erstmal für die Türkei und widmen uns dann dem Speiseangebot. Ob ein eleganter Falafel-Teller mit Mischsalat, eine auftrumpfende Thunfisch-Pizza mit Knusperrand oder eine herzliche Dönertasche – alles erweist sich als zuverlässiger Sattmacher. Kein Wunder also, dass hier sehr viele Hungrige einfallen. Sehr schön auch, dass uns Wirt Mazin ungefragt ein Tellerchen seiner Babylon-Soße spendiert. Ob Pizzastück oder Falafelbrocken, die rosafarbene Salbe passt bestens. Sie wird, so betont Wirt Mazin, regelmäßig von einem Kochmeister zusammengerührt, und zwar im Babylon. Freundlich lädt er uns ein, morgen diesem Vorgang beizuwohnen. Zum schönen Abschluss kredenzt uns Wirt Mazin wohlschmeckenden Tee und berichtet uns dabei von seinen innovativen Zukunftsplänen. Die Gaststube will er Schritt für Schritt modernisieren, im Sommer soll vor dem Haus ein hübscher Biergarten die Gäste erfreuen, und gratis WLAN wird sowieso bald verfügbar sein. Da sagen wir nur: Daumen hoch für die Oelmühlenstraße!

—> Babylon, Oelmühlenstraße 48, 33604 Bielefeld

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Glücksmomente dank Elifs Premiumpommes (inzwischen Geschichte)

Bezaubert uns durch Pommes, Currywurst und 1a Schlagfertigkeit: Elif vom Lutter-Grill

Bezaubert uns durch Pommes, Currywurst und 1a Schlagfertigkeit: Elif vom Lutter-Grill

Klein und funktional eingerichtet ist der Kubus namens Lutter-Grill, in den man mit wenigen Stufen hinab steigt. Wir beziehen einen der freien Tische und beratschlagen, was uns heute sättigen soll. Nichts weniger als “die besten Pommes der Welt” verspricht uns Elif, die Grillprinzessin, und dabei blitzen ihre Augen ebenso selbstbewusst wie fürsorglich auf, so dass uns sofort klar wird: Die Frau weiß, wovon sie spricht. In uns wächst Vertrauen, also legen wir unseren kompletten Hunger in Elifs Hände und ordern zu den Pommesportionen auch eine schöne Currywurst. Während wir voller Vorfreude auf das warten, was uns Elif bringen wird, bedienen wir uns artig am leuchtenden Getränkeschrank.

Und Elif enttäuscht uns nicht. Die lieben Mantaplatten bieten zweifelsfrei einen entzückenden Anblick. Auch als Zwillingsereignis sind sie bildschön. Der Anblick einer Lutter-Grill-Mantaplatte zaubert dem hungrigen Menschen sofort das pure Glück ins Gesicht. Das beweist beeindruckend ein Foto unseres lieben Henner. Und richtig lecker sind diese Mantaplatten auch noch – was will man mehr!

Natürlich führt der Lutter-Grill auch Dönerspeisen, die die Mutter des Hauses fachkundig zubereitet. Dafür waren wir nach dem Genuss der schönen Mantaplatten jedoch leider zu satt. Doch wir kommen garantiert wieder, und dann soll uns der Döner sättigen.

—> Lutter-Grill, Waldhof 15, 33602 Bielefeld
—> Ganz Eilige nutzen die Vorbestellnummer: 0521 – 7 70 99 96

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Vom Sterben der Speisen

Sorglos scherzte man bis tief in die 1980er Jahre hinein, der Deutschen liebstes Haustier sei das halbe Hähnchen. Das galt natürlich auch für Bielefeld. Mit dem Kosenamen Gummiadler wurde der Brathahn verehrt, was ahnen lässt, wie groß die Liebe zu dem nahrhaften Imbisstier gewesen sein muss. Niemand konnte sich damals vorstellen, dass der schmackhafte Grillvogel einmal die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Imbissgerichte anführen würde. Doch heute fristet er ein Nieschendasein in den letzten tapferen Enklaven alter Hähnchengrillkunst.

Noch düsterer sieht es für das Schaschlik aus. Ein Exot, wer auf Anhieb zwei Bielefelder Schaschlik-Quellen nennen kann. Und erinnert sich noch jemand, wie eine Ochsenschwanzsuppe schmeckt? In aller Stille wurde sie von der Gulaschsuppe verdrängt, und inzwischen muss auch diese ernsthaft um ihre Existenz fürchten. Selbst “die gute alte Currywurst” (Rolf Grotegut) hat in der letzten Dekade erheblich an Bielefelder Terrain verloren.

Aussterbende Speisen haben keine Lobby. Zum Glück, denn allen ist eine Zeitspanne beschieden, und wenn die abgelaufen ist, dann heißt es, Abschied nehmen. An ihre Stelle treten neue Gaumenereignisse, die uns mit den Jahren lieb und vertraut werden. So sind Döner, Gyros & Co. wesentliche Säulen unserer zivilisatorischen Sättigungsroutine geworden, ja “unsere guten Freunde” (Sauerland-Karl). Menschen mit offenem Geist und neugierigem Magen freuen sich schon jetzt auf kulinarische Innovationen, die uns die Zukunft servieren wird. Allerdings stellen wir nicht ohne gewisse Erleichterung fest, dass sich frittierte Taranteln und gefüllte Kakerlaken als Neuerung nicht so richtig durchsetzen können. Ist es der Preis (100 Taler pro Tier), der den Appetit ausbremst? Großes Vergnügen hätten wir hingegen an einer kleinen Retrowelle, sie könnte zum Beispiel die Wiedergeburt der Ochsenschwanzsuppe als coole In-Speise inszenieren. Da würde die Jugend staunen, wovon sich ihre Vorfahren einst voller Wonne ernährt haben. Ochsenschwanzsuppe, Schweinskopfsülze, Lungenhaschee – allein die Namen sind doch schon goldig!

In diesem Sinne: Mahlzeit!

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Der gute Stern am Jahnplatz (inzwischen Geschichte)

Firat-Team
Zu Recht stolz: Wirtsehepaar Mehmet & Kudret Firat sowie Chefkoch Celil Kaya

Wir lassen uns im Parterre nieder, genießen den Fensterblick auf die abendlich-urbane Wilhelmstraße und starten mit einem Erfrischungsgetränk. Zielgenau wählen wir aus der Angebotspalette Efes-Pilsener, das sogar aus Becks-Gläsern angenehm mundet. Souverän aufgetragen wird das süffige Abendgetränk von Asis Samuelles, ein Gastroprofi, der elf Jahre im stadtbekannten New Orleans gekellnert hat und nun seine Fachkompetenz dem Firat-Grill zur Verfügung stellt. Aber jetzt heißt es, eines der verlockenden Gerichte auszuwählen. Besonders hübsch lächelt das Paprika-Tagesgericht, und nicht minder freundlich schaut das Klösschen-Tagesgericht drein. Doch kurzentschlossen greifen wir alle zum Lammfleisch-Bohnen-Tagesgericht. Es ist enorm köstlich und wird mit reichlich Fladenbrot sowie mit reichlich Reis serviert. Nur unser verehrter Lieblingsgast Henner schert aus und fällt über den Thunfischsalat her. Hierzu erhält er eine schöne Portion locker zerbröselten Schafskäse, was ihm gut gefällt.

Nachdem wir wohlig gesättigt sind, zeigt sich Wirt Mehmet Firat als wahrer Menschenfreund und stellt uns ungefragt einen hübschen Teller mit Süßspeisen vor die Augen. Alsdann präsentiert uns der Wirt nicht ohne Stolz seinen sympathischen Chefkoch Celil Kaya. Der Meister hat diverse Berufsjahre damit verbracht, den türkischen Präsidenten zu bekochen. Und wie lässt sich sowas steigern? Klarer Fall, indem er die Bielefelder Flaneure bekocht. Was nun also mit Erfolg geschehen ist.

—> Firat, Wilhelmstraße 1b, 33602 Bielefeld

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Die Bielefelder Flaneure freuen sich über die Hilfe von:


netzperfekt, Internetagentur in Bielefeld


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