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24 Beiträge mit Schlagwort 'Currywurst'

So richtig schön satt wird man nur bei Lotti

Lieselotte_Woermann
Füttert seit elf Jahren die ganze Bleichstraße zuverlässig mit Pommes: Lieselotte Wörmann

Es ist Abend geworden und in uns keimt Hunger. Präzise: Currywursthunger (inklusive Pommessehnsucht natürlich). Kennen Sie diesen prekären Zustand? Der Magen ist wie leer geschabt (den ganzen Tag Hektik und nix gegessen), und jetzt quengeln die Geschmacksknospen. Aber die wollen garantiert keinen kleinen Salat (Bio) und kein stilles Mineralwasser (aus Italien), sie wollen (O-Ton:) “was Richtiges auf die Gabel” und dazu “einen Eimer Pils” – und zwar sofort!

Wer die Bedürfnisse seiner Geschmacksknospen missachtet, ist seelisch schlimm verschorft. Solche Leute fristen ein Leben als Schnäppchenjäger oder benutzen auf einer dreispurigen Autobahn wie ferngesteuert ausschließlich die Mittelspur (mit 121 km/h). Wir hingegen sind anders, denn wir sind Männer, in denen enorm viel Leben pulsiert. Currywursthunger, das ist die dialektische Einheit von schlimm & wunderbar. Seine Auflösung kommt einem prähistorischen Begattungsakt gleich: lefzenbleckende Vorfreude und wollüstiger Vollzug kulminieren in einem süßen Zufriedenheitskoma. Dazu muss natürlich ausreichend Pils gereicht werden, und wer mag, inhaliert eine Abschlusszigarette. Am Ende rülpst man sanft in die Vorderpfote und einer meldet leis’: “Mir ist schlecht.” Niedertourig startet der Verdauungsprozess, und die Welt sieht für einen mittelgroßen Moment richtig schön aus.

Dies große Glück verdanken wir stillen Heldinnen wie Lieselotte Wörmann. Lotti, wie die fleißige Frau von Stammgästen liebevoll genannt wird, rackert seit 40 Jahren in der Bielefelder Gastronomie, und seit 11 Jahren gehört ihr “Lotti’s Grillimbiss” in der mittleren Bleichstraße. Mit Charme und Witz gibt die weise Dame dem hungrigen Gast, was er braucht. Die Speisekarte ist auf Grillschmäuse der 80er Jahre fokussiert und kennzeichnet den Grill dadurch als eine der letzten Traditionsstuben. Aber nun heißt es Abschied nehmen, denn Lotti Wörmanns Bus fährt um 21 Uhr. Und den Feierabend gönnen wir ihr mit dankbarem Herzen.

—> Lotti’s Grillimbiss, Bleichstraße 48a, 33607 Bielefeld

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Wo die Bratwurst auf uns wartet: Das Grillstübchen

Grillstuebchen
Nach 22 fleißigen Jahren Grillstübchen endlich Flaneur-geprüft: Doris und Rado Steharnik

Reichlich Abendverkehr rollt die Ziegelstraße hinauf und hinab. Auch wir sind Teil dieses großen PKW-Wurms und scannen mit hungrigen Adleraugen die Häuserfronten, immer auf der Suche nach einer einladenden Imbiss-Stube – und da ist auch schon eine: 20 Jahre Grill-Stübchen lesen wir begeistert und suchen sogleich einen Parkplatz für unser Automobil.

Die Wirtsleute Doris und Rado Steharnik begrüßen uns freundlich. Versiert wickeln sie unsere Grillwünsche ab und ruckzuck steht ein grundgütiges Abendmahl vor uns: die liebe Currywurst mit Pommes Schranke, ein satter halber Brathahn und die verspielte Bratwurst spezial . Schnell stellen wir fest: Hier geht alles mit lukullisch rechten Dingen zu. Gut gelaunt stoßen wir mit bestens temperiertem Flaschenbier an, weil wir wissen: wir haben das gute Herz der Ziegelstraße entdeckt.

Doch leider müssen uns die freundlichen Wirtsleute von Sorgen berichten. Ja, früher, als sie vor 22 Jahren mit ihrer Grillstube starteten, da war die Welt rund um die Ziegelstraße 45 noch voll von Leckermäulchen, die regelmäßig bei ihnen einkehrten. Doch nach und nach verschwanden umliegende Fabriken wie die Schraubenfirma Dresselhaus und mit ihnen verschwanden natürlich auch die zahlreichen Mittagspausenesser. Inzwischen leben, so erfahren wir weiter, zahlreiche Nachbarn von Hartz IV, da sitzt der Euro für eine leckere Bratwurst nicht mehr so locker. Und jüngst stahlen Halteverbotsschilder und eine neue Bushaltestelle den durchfahrenden PKW die Parkmöglichkeiten, so dass nun auch durchfahrende Gäste ausbleiben. Bei aller Sorge haben sich Doris und Rado Steharnik ein gutes Herz bewahrt. Wir jedenfalls wurden gastlich aufgenommen und haben uns wohl gefühlt. So geht es Ihnen sicher auch, wenn sie dort demnächst auf eine gaumenfreundliche Bratwurst einkehren.

—> Grill-Stübchen, Ziegelstraße 45, 33609 Bielefeld

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Das gastronomische Herz der Schlosshofstraße

Schlosshof-Imbiss
Blümchen auf der Vitrine: Imbiss-Dame Kornelia Büscher und Stammgast Antje Maschmann

Am 1. November wird Friteusen-Fee Kornelia Büscher den achten Geburtstag ihrer schnuckeligen Imbiss-Stube feiern. Wir sind heute dort eingekehrt, um noch rechtzeitig vor dem Jubeltag nach dem Rechten zu schauen. Schon an der Tür geht’s hübsch umsichtig los: Ein unübersehbarer Hinweis mahnt den Verzehr von lecker Hähnchen an. Und in der Gaststube wird der Schlosshof-Hahn sogar zum eindringlichen Angebot für Ihre Feier. Sowas muss man natürlich ernst nehmen, daher lassen wir uns einen halben Hahn servieren (heute leider ohne unser unbestechliches Fotodokument). Darüber hinaus folgen wir der bekannten Weisheit von Professor Binsen „Wer die Currywurst nicht ehrt, ist der Spezialwurst nicht wert”. Jaha, wir sind im Leckerhaus! Dazu empfehlen wir heute als Primär-Zischer ein stark gekühltes Vita-Malz (beugt latentem Kalorienmangel vor) und danach ein, zwei oder gar drei abendliche Pilskannen aus dem Hause Schlosshof-Imbiss. So wird das Abendmahl rund.

Während wir dergestalt wollüstig schlemmen und nuckeln, ist Stammgast Antje Maschmann eingetroffen. Daheim hat sie ihr Fleischgericht schon fertig zubereitet, aber auf die guten Büscher-Pommes will sie nicht verzichten. Also lässt sie sich eine herzliche Familienportion einpacken und trägt sie frohgemut nach Hause.

Ganz lieb: Am Ende schenkt Kornelia Büscher jedem von uns einen süßen Nachtisch, versehen mit dem Kommentar, dass sie leider keinen Schnaps im Kühlschrank habe. Aber wer braucht Schnaps, wenn er einen bunten Lutscher hat?

Im Rahmen unserer technischen Inspektion stellen wir fest: Die gepflegte Damentoilette überrascht mit erstaunlichen Hinweisen und der hauseigene Parkplatz offeriert ausreichend Fläche. Insgesamt dürfen wir resümieren, dass Kornelia Büscher mit ihrer ausgezeichneten Versorgungseinrichtung das gastronomische Herz der mittleren Schlosshofstraße darstellt. „Alles Gute zum achten Geburtstag!“ rufen wir ihr gern zu.

—> Schlosshof-Imbiss-Stube, Schlosshofstraße 73, 33615 Bielefeld

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Hilfe für Baustellenopfer, heute: Grill-Pizzeria Olympia

Gemuetlichkeit
1a Wohnzimmeratmosphäre: Wirt Ionnanis Koukotsikas mit Familie sowie Gast Oliver Wittler

Wirt Ionnanis Koukotsikas freut sich, uns wiederzusehen, und auch seine Frau Anna erinnert sich gern an unseren letzten Besuch. Uns freut am meisten, dass hier weiterhin die alte Freundlichkeit und Fröhlichkeit zu Hause ist, obwohl – wie zu erwarten war – die Baustelle für herbe Umsatzrückgänge gesorgt hat. Keine Zufallskunden mehr, und sogar einige Stammgäste bleiben aus. Also starten wir nun unsere Hilfsaktion und lassen uns schön was hinstellen: viel und duftend sowie Bier in Bielefelds schönsten Gläsern oder in amtlichen Kannen, ganz wie man’s wünscht. Wirt Ionnanis Koukotsikas persönlich serviert uns das üppige Abendmahl. Beim letzten Besuch hatte er nicht so viel Zeit, sondern stand ständig am Grill und musste deutlich mehr Gäste versorgen.

Aber natürlich sind nicht alle Gäste baustellenbedingt untreu geworden. Mit Hallo begrüßen wir Stammgast Milos Ukena, der sich bei unserem letzten Besuch auch als zufriedener Stammgast unseres Weblogs geoutet hatte. Und heute wird er zu unserem Verdauungsfreund. Unser Lieblingsgast Henner beschließt nämlich, dem fröhlichen Sitzkreis einen Ouzo auszugeben, denn dies sei der Verdauung und der guten Laune zuträglich. Doch Wirt Ionnanis Koukotsikas seufzt bedauernd: “Ouzo ist alle”. Aber er bietet sogleich an, flink ein Fläschchen von der nächsten Tanke zu holen. Wir lehnen das Angebot natürlich ab. So viel Mühe soll sich der gute Mann zu so später Stunde nicht mit uns machen. Doch da springt Stammgast Milos Ukena auf und verkündet mit blitzenden Augen, dass er nicht nur in direkter Nachbarschaft wohne, sondern auch einen friesischen Kornbranntwein im Eisfach seines Kühlschrankes beherberge. Kaum gesagt, eilt der fürsorgliche Mann fort, und schon in Minutenfrist präsentiert Milos Ukena eine Köstlichkeit, mit der wir nicht gerechnet hätten: Bokma, und zwar so nordpolkalt, dass Eisbrocken in unseren Gläsern glitzern. Also wird der Speiseabend herrlich rund, denn es gesellen sich liebe Verdauungsschnäpschen zu unseren Bierchen.

Nun ruht die Nacht über dem Olympia-Grill, und was drinnen passiert, hört und sieht niemand, denn die baustellenwunde Detmolder Straße schläft den Schlaf eines geschorenen Schafes. Wir sind die treuen Hirten und wachen über diesen Schlaf einer müden Herde. Und Bokma ist unser guter Stecken. – – - Soviel Philosophie musste heute mal sein.

—> Grill-Pizzeria Olympia, Detmolder Straße 51 (Ecke Bielsteinstraße), 33607 Bielefeld
—> Blitz-Lieferservice: 0521 – 61217

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Pilgerort für Bielefelder Fleischfresserchen

Grill_Heval
Verteilen pro Tag mehr als 70 Kilo Fleisch: Mahir Harman, Mustafa Söylemez, Kenan Erkuş

Eine schöne Nachricht liegt in unserer Mailkiste, Frau Kass hat uns geschrieben: “liebe flaneure, bringt in eurem blog doch bitte-bitte-bitte endlich mal einen netten eintrag über den grill heval an der priessallee. das würde mein herz wirklich sehr erfreuen. grüsse von einer exbielefeld- und jetzt marienfelderin, die trotzdem immer noch fast jeden samstag zu ihrem lieblingsgyrostempel fährt, kass” – Wer könnte da widerstehen? Wir jedenfalls nicht.

Als wir im Grill Heval eintreffen, findet vor dem Tresen ein gutes Gedrängel statt. Aber das macht nix, denn die Bedienung ist flott und der Schankraum hat Tisch und Stühle, wo man sich’s gemütlich machen kann. Wir entdecken außerdem einen wabengroßen Nebenraum, der sich bestens für völlig abgeschiedene Treffen eignet. Wer also zum nächsten Blind Date ein einsames Candle Light Dinner mit Gyrosteller plant – nur zu, der Grill Heval bietet beste Voraussetzungen!

Und nun wird uns der Tisch vollgepackt: Als erstes kommt der Klassiker Gyrosteller, der hier eindeutig alpine Ausmaße hat. Viel und lecker und würzig vereinen sich zum wohltuenden Bündnis. Wir beginnen, Frau Kass zu verstehen. Aber auch die Currywurst mit Beilage stellt sich als grundehrlich heraus. Wer es hingegen schön scharf mag, dem raten wir zur folkloristisch gemusterten Pizza Diavolo. Allerdings muss er dann auch öfter bei der hausinternen Getränkeausgabe zulangen.

Pudelsatt befragen wir Wirt Mahir Haman zu den Betriebsinterna. Bereitwillig berichtet uns der freundliche Mann, dass sein Vater Wirt des Olympus-Grills in der Bleichstraße gewesen sei, und vor 15 Jahren habe er von der Insolvenz einer Grillstube in der Prießallee erfahren. Eigentlich sei nur das Inventar zur Versteigerung ausgeschrieben gewesen, doch sein Vater habe gleich den ganzen Laden übernommen. Noch heute seien Grill Heval und Olympus-Grill kooperierende Futterkrippen im Familienbesitz. Der Vater befinde sich allerdings inzwischen im wohl verdienten Ruhestand. Cirka 70% der Heval-Gäste, so berichtet Mahir Haman nicht ohne Stolz weiter, seien Stammgäste, die zum Teil sogar extra aus dem Umland anreisten. Wir erzählen ihm von unserer Tippgeberin Frau Kass aus Marienfeld, und Herr Haman freut sich still, aber spürbar.

Ständig wird sein Bericht durch Anrufe unterbrochen. Der flinke Mann trägt ein Headset, um die Bestellungen der hungrigen Nachbarschaft besonders effektiv bearbeiten zu können. Unermüdlich sind seine Fahrer im Einsatz, denn der Bielefelder Kalorienbedarf ist heute besonders groß. Zur Zahl des Tages erklären wir schließlich Mahir Hamans Aussage, dass hier täglich mehr als 70 Kilo Fleisch ausgeteilt werden. Wie viel Kilo wir wohl heute davon geschluckt haben? Egal, Hauptsache ist nur, dass am Samstag genug vorrätig ist, wenn Frau Kass wieder einkehrt. Schöne Grüße!

—> Grill Heval, Prießallee 44, 33604 Bielefeld

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Die Bielefelder Flaneure freuen sich über die Hilfe von:


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