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22 Beiträge mit Schlagwort 'Currywurst'

Erst das Essen, dann der Erlkönig

Die drei Profis vom Grill: Nizar Hassan, Volkan Harman, Hamer Metin

Die drei Profis vom Grill: Nizar Hassan, Volkan Harman, Hamer Metin

Als wir vor dem Yaren-Grill ankommen, dämmert die Sieker-Endstation in verträumter Abendstimmung vor sich hin. Ganz anders geht’s im Innern der Grillstube zu. Am Tresen werden die hungrigen Gäste flott bedient, und emsig flitzt der Pizzataxifahrer mit seiner Warmhaltebox zum Auto, um die Insassen der umliegenden Wohneinheiten am Leben zu erhalten. Ein Gast hat sich am Tisch niedergelassen, futtert was Gutes und blickt dabei aufmerksam auf den Flachbildschirm an der Wand: Den ganzen Abend läuft Phoenix – wir sind im Info-Grill. Neben uns lockt mit kirmesbuntem Geblinke eine Maschine namens Serienpower, doch niemand hat dafür auch nur ein Auge. Hier spielen die Speisen die Hauptrolle.

Als lecker und zuverlässig sättigend erweist sich das oft unterschätzte deutsche Kulturgut, die klassische Mantaplatte. Parallel entpuppt sich als starkes Stück der Meric-Teller, ein Diener aller Fleischfreunde. Und der Artemis-Teller punktet mit seiner mentalen Glücksbringeraura. Abschließend erklären wir zum besonders effektiven Sattmacher der Woche die Grill-Platte. Gut gemacht, Yaren-Grill. Nun sind wir alle so richtig satt. Wie schön. Und dann passiert es. Kamer Metin kommt mit einer charakterstarken Flasche Ouzo an unseren Tisch und wir sind uns sofort einig: An der Sieker-Endstation gießt niemand so lieb ein wie Kamer Metin. Sofort lassen wir uns von ihm erklären, was “Prosit!” auf Kurdisch heißt, aber leider haben wir es nach dem Ouzo-Genuss auch schon wieder vergessen. Macht nix, wir kommen einfach noch mal wieder und dann üben wir das so lange, bis es sitzt.

Epilog: Wissen Sie was ein Erlkönig ist? Ja genau, so bezeichnet man diese Prototypenfahrzeuge, die geheim bleiben sollen, weil sie sich noch in der Erprobungsphase befinden. Der Yaren-Grill hat ein prima großes Fenster, das zum versonnenen Blick auf die Sieker-Endstation einlädt. Satt und zufrieden sitzen wir schweigend da und genießen den Ausblick im Breitwandformat. Und dann machen wir große Augen: In elegantem Weiß rauscht er durch die dunkle Nacht an uns vorbei – der Erlkönig der Stadtbahn! Hammer, gell?

—> Yaren, Detmolder Straße 228, 33604 Bielefeld

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Glücksmomente dank Elifs Premiumpommes

Bezaubert uns durch Pommes, Currywurst und 1a Schlagfertigkeit: Elif vom Lutter-Grill

Bezaubert uns durch Pommes, Currywurst und 1a Schlagfertigkeit: Elif vom Lutter-Grill

Klein und funktional eingerichtet ist der Kubus namens Lutter-Grill, in den man mit wenigen Stufen hinab steigt. Wir beziehen einen der freien Tische und beratschlagen, was uns heute sättigen soll. Nichts weniger als “die besten Pommes der Welt” verspricht uns Elif, die Grillprinzessin, und dabei blitzen ihre Augen ebenso selbstbewusst wie fürsorglich auf, so dass uns sofort klar wird: Die Frau weiß, wovon sie spricht. In uns wächst Vertrauen, also legen wir unseren kompletten Hunger in Elifs Hände und ordern zu den Pommesportionen auch eine schöne Currywurst. Während wir voller Vorfreude auf das warten, was uns Elif bringen wird, bedienen wir uns artig am leuchtenden Getränkeschrank.

Und Elif enttäuscht uns nicht. Die lieben Mantaplatten bieten zweifelsfrei einen entzückenden Anblick. Auch als Zwillingsereignis sind sie bildschön. Der Anblick einer Lutter-Grill-Mantaplatte zaubert dem hungrigen Menschen sofort das pure Glück ins Gesicht. Das beweist beeindruckend ein Foto unseres lieben Henner. Und richtig lecker sind diese Mantaplatten auch noch – was will man mehr!

Natürlich führt der Lutter-Grill auch Dönerspeisen, die die Mutter des Hauses fachkundig zubereitet. Dafür waren wir nach dem Genuss der schönen Mantaplatten jedoch leider zu satt. Doch wir kommen garantiert wieder, und dann soll uns der Döner sättigen.

—> Lutter-Grill, Waldhof 15, 33602 Bielefeld
—> Ganz Eilige nutzen die Vorbestellnummer: 0521 – 7 70 99 96

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Vom Sterben der Speisen

Sorglos scherzte man bis tief in die 1980er Jahre hinein, der Deutschen liebstes Haustier sei das halbe Hähnchen. Das galt natürlich auch für Bielefeld. Mit dem Kosenamen Gummiadler wurde der Brathahn verehrt, was ahnen lässt, wie groß die Liebe zu dem nahrhaften Imbisstier gewesen sein muss. Niemand konnte sich damals vorstellen, dass der schmackhafte Grillvogel einmal die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Imbissgerichte anführen würde. Doch heute fristet er ein Nieschendasein in den letzten tapferen Enklaven alter Hähnchengrillkunst.

Noch düsterer sieht es für das Schaschlik aus. Ein Exot, wer auf Anhieb zwei Bielefelder Schaschlik-Quellen nennen kann. Und erinnert sich noch jemand, wie eine Ochsenschwanzsuppe schmeckt? In aller Stille wurde sie von der Gulaschsuppe verdrängt, und inzwischen muss auch diese ernsthaft um ihre Existenz fürchten. Selbst “die gute alte Currywurst” (Rolf Grotegut) hat in der letzten Dekade erheblich an Bielefelder Terrain verloren.

Aussterbende Speisen haben keine Lobby. Zum Glück, denn allen ist eine Zeitspanne beschieden, und wenn die abgelaufen ist, dann heißt es, Abschied nehmen. An ihre Stelle treten neue Gaumenereignisse, die uns mit den Jahren lieb und vertraut werden. So sind Döner, Gyros & Co. wesentliche Säulen unserer zivilisatorischen Sättigungsroutine geworden, ja “unsere guten Freunde” (Sauerland-Karl). Menschen mit offenem Geist und neugierigem Magen freuen sich schon jetzt auf kulinarische Innovationen, die uns die Zukunft servieren wird. Allerdings stellen wir nicht ohne gewisse Erleichterung fest, dass sich frittierte Taranteln und gefüllte Kakerlaken als Neuerung nicht so richtig durchsetzen können. Ist es der Preis (100 Taler pro Tier), der den Appetit ausbremst? Großes Vergnügen hätten wir hingegen an einer kleinen Retrowelle, sie könnte zum Beispiel die Wiedergeburt der Ochsenschwanzsuppe als coole In-Speise inszenieren. Da würde die Jugend staunen, wovon sich ihre Vorfahren einst voller Wonne ernährt haben. Ochsenschwanzsuppe, Schweinskopfsülze, Lungenhaschee – allein die Namen sind doch schon goldig, oder?

In diesem Sinne: Mahlzeit!

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Flaneure untersuchen Weihnachtsmarktfieber

Im ganzen Land grassiert ein schlimmes Weihnachtsmarktfieber. Furchtlos begeben wir uns ins Bielefelder Epizentrum des Geschehens, denn nur so können wir uns ein präzises Bild vom Zustand der Erkrankten machen. Wichtig: Gleich bei der Ankunft immunisieren wir uns, indem wir ausreichend Glühwein in uns hineinträufeln. Außerdem gönnen wir uns zur Stärkung der Abwehrkräfte eine solide Currywurst mit Brötchen. Dann schreiten wir zur Anamnese der Fieberopfer.

Aus der Pharma-Firma direkt zum Glühweinstand: Gut gelaunte Arbeitskolleginnen
Ein schwerer Fall von Gruppeninfektion liegt offenkundig beim weiblichen Teil der Belegschaft einer pharmazeutischen Firma aus Brackwede vor (s. Beweismittelfoto oben). Die sympathischen Damen sind auffällig gut gelaunt, greifen scheinbar freiwillig zu Glühwein oder Eierpunsch und müssen morgens um 6 Uhr wieder zum Dienst erscheinen. Ihr Chef soll sich auch auf dem Weihnachtsmarkt aufhalten, sei aber, so behaupten die netten Damen, zum Zeitpunkt unserer Befragung auf dem Weg zur Toilette. Dass er den Weg zurück gefunden hat, können wir jedoch auch nach längerem Warten nicht bestätigen.

Großes Bratwurstglück: Jürgen und Natalie
Eine häufige Begleiterscheinung des Weihnachtsmarktfiebers treffen wir bei Jürgen und Natalie an. Großes Bratwurstglück in den Augen beißen sie hemmungslos in alles rein, was Bratwurst heißt und mit Senf serviert wird. Fast glaubwürdig erscheint ihre wiederholte Behauptung, dass die Wurst außerordentlich lecker sei. Wir gehen jedoch von einem massiven Abhängigkeitsproblem aus, zu dem man gratulieren kann.

Schwören auf Glühwein mit Rum: Rebecca und Alexa
Wohingegen Rebecca und Alexa dem Glüchwein mit Rum zusprechen. Sie deklarieren ihn als mild, nicht so süß und reinen Gaumengenuss. Wir wollen den netten Damen glauben, zweifeln jedoch, ob das Weihnachtsmarktfieber sie noch objektiv analysieren lässt. Also bestellen wir uns ebenfalls eine Runde dieses Heißgetränkes und verstehen sie anschließend viel besser.

Unsere Grillköniginnen: Mona Faschinger und Roswitha Kohrt-Böse
Und dann begegnen wir unseren eindeutigen Grillköniginnen des Abends: Mona Faschinger und Roswitha Kohrt-Böse servieren uns nicht nur ein köstliches Zwiebel-Schaschlik, sondern auch ein derart humorvolles und angenehmes Gespräch, dass wir es sehr bedauern, als der Weihnachtsmarkt schließen muss. Als lieben Trost schenkt uns Roswitha Kohrt-Böse einen leckeren Nachtisch – mit dem schmeichelhaften Kommentar: “Den kriegt nicht jeder von mir.”

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Wenn Brake Nahrung sucht: Holzweiler hilft

Flott, fleißig, freundlich: Die Tresendamen Anna und Bianca

Flott, fleißig, freundlich: Die Tresendamen Anna und Bianca

Heute sind wir, wo wir noch nie gewesen sind. Heute sind wir in Brake. Sanft umarmen die beliebten Naturgewässer Johannisbach und Jölle dieses Fleckchen. Gut 9.000 Menschen leben hier – und alle essen bei “Holzweiler’s Schnellimbiss”. Jedenfalls drängt sich uns, als wir hier einkehren, der Eindruck auf. Holzweiler ist eine uralte Braker Sättigungs-Institution, deren Existenz seit 1966 urkundlich nachweisbar ist. Und auch heute ist wieder eine rege Nahrungsaufnahme im Gange. Ernst und konzentriert geht sie vonstatten, kein Wunder, denn hier geht’s um Großes. Wer die Zeit zwischen Bestellung und Lieferung der Nahrung überbrücken möchte, könnte sich an Freizeitautomaten ergehen, doch sie bleiben ungenutzt, denn die netten Tresendamen Bianca und Anna arbeiten hocheffektiv und zielorientiert, kurzum: Sie sind von der ganz flotten Sorte.

Lokalitätsangemessen starten wir mit einer soliden Mantaplatte, die alle Erwartungen erfüllt. Dann greifen wir zum gut frisierten Hot Dog spezial, dessen Zwiebeln uns lustvoll aufstöhnen lassen. Nun besteht unser Lieblingsgast Henner auf einen Eintopf-Test. Schnell verständigen wir uns auf Erbseneintopf mit Rauchenden und nennen ihn am Ende Ein Gutes Ding. Danach steht der Brathahn mit schöner Sättigungsbeilage auf dem Programm. Er entpuppt sich als guter Abrunder unserer Speisefolge. Lieb: Zum Hahn gibt es ein serviles Erfrischungstuch, mit dem man sich nach dem Hahngenuss die Fettfingerchen glattbügeln kann.

Ein weiterer lieber Service sind die Streichholzschachteln, die gratis ausgegeben werden, denn hier ist der Raucher ein geachteter Gast. Selbstverständlich muss er nicht vor die Türe gehen, um seine Nachtmahl-Zigarette zu genießen. Wir bedanken uns herzlich bei den beiden Tresendamen für die vorbildliche Sättigung und überreichen ihnen unser unbestechliches Prüfsiegel. Flott wie sie ist, befestigt es Frau Bianca sofort in der Gaststube. Übrigens schenkt Holzweiler kein Bier aus. Aber eine kluge Kooperation mit der benachbarten Trinkstube “Zur Brücke” löst das Problem in Wohlgefallen auf, denn “Zur Brücke”-Wirt Stravros Karakatsanis offenbart sich als zuverlässiger Bierbringer. Auch wiederholte Versuche absolviert er mit Bravour. Verständlich, dass wir beschließen, als nächstes seiner Trinkstube einen Testbesuch abzustatten.

—> Holzweiler’s Schnellimbiss, Braker Straße 46a, 33729 Bielefeld

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Die Bielefelder Flaneure freuen sich über die Hilfe von:


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