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41 Beiträge mit Schlagwort 'Bratkartoffeln'

Brennpunkt Klosterplatz (2)

Bielefelder Wohltäter: Wirt und Koch Patrik Mowwe (rechts) und Chefzapfer Guido

Bielefelder Wohltäter: Wirt und Koch Patrik Mowwe (rechts) und Chefzapfer Guido

Nach erfolgreichem Tagwerk queren wir den Klosterplatz. Stumm macht sich ein bräsiger Abend auf dem beschaulichen Flecken breit. Die einzigen Geräusche, die man hier hören kann, stammen von den Gebrüdern Fleischhunger und Pilsdurst, denn sie rumoren seit einiger Zeit in uns. Da trifft es sich gut, dass wir das Lächeln einer Gaststube entdecken. Irishrock heißt die Oase für Abendwanderer. Uns empfängt ein geräumiger Hafen mit zwei Etagen. Junges Volk sitzt an den Tischen und futtert begeistert großformatige Speisen in sich rein. Andere stehen am Tresen und beplauderen sich engagiert.

Mit flotter Hand liefert uns Chefserviererin Verena liebe Biere, so dass der Abend unser Freund wird. Alsdann erklären wir den Abend zum Schnitzelabend. Das Irishrock, so erfahren wir interessiert, lässt sich Schnitzelfleisch von der Landfleischerei Beermann in Bad Laer liefern. Das will möglichst umfangreich überprüft werden. Ein wienerisches Schnitzel lächelt uns an, und wir lächeln lüstern zurück. Die Pommes sind XXL, was die Schnitzel auf den ersten Blick harmloser erscheinen lässt, als sie tatsächlich sind. Das Schnitzel Westfalen besteht ebenfalls die Geschmacksprobe und korrespondiert bestens sowhl mit Bratkartoffeln als auch mit Leckerpommes. Ebenfalls gute Laune verbreitet das Schnitzel Holstein, so dass wir uns schließlich zufrieden zurücklehnen, um auf Schnapsbringer Guido zu warten, der uns einen karamellisierten Wodkatropfen reicht. Dieser wohlgeratene Tropfen, so erfahren wir von Wirt und Koch Patrik Mowwe, ist ein hausgemachtes Getränk, das in langwierigen Selbstversuchen entwickelt wurde.

Neben allerlei Live-Musikveranstaltungen, von denen Patrik Mowwe mit leuchtenden Augen berichtet, soll es hier donnerstags zu Karaoke-Exzessen kommen. Interessant. Sowas hatten wir noch nicht. Vielleicht schleusen wir uns dort mal unangemeldet ein? Bis dahin können wir aber festhalten: Patrik Mowwe, den wir natürlich aus dem alten Rock Café kennen, und sein Ko-Wirt Dave Doherty, den wir natürlich aus dem alten Rathaus-Irishpub kennen, haben hier eine 1a Gaststube etabliert. Sie ist bestens dafür geeignet, der alten Problemzone Klosterplatz zu mehr Blutdruck und Herzklopfen zu verhelfen. Dazu wünschen wir ganz viel Glück.

—> Irishrock, Klosterplatz 9, 33602 Bielefeld

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Futtern an historischer Stätte

Sympathische Brenner-Kohorte: Irina Hemsen, Marcel Becker, Ronahi

Sympathische Brenner-Kohorte: Irina Hemsen, Marcel Becker, Ronahi Mutlu, Frank Kroll

Gern tauchen wir in die Geschichte der Bielefelder Gastronomie ein, daher bewundern wir mit Stauneaugen den gepflegten 1980er-Saal des Brenner Hotels. Passende Musik von Benny Hill oder Ricky King erfüllt den Raum, entzückender Raumschmuck flankiert unseren Tisch und wir beschließen begeistert, die Wirtsleute um eine Hausführung zu bitten – allerdings erst nach vollzogener Sättigung. Denn merke: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Bevor wir das Buffet mit einem kleinen Salatteller eröffnen, notieren wir dankbar, was es bedeutet, von Profiwirtsleuten betreut zu werden. Sowas trifft man für gewöhnlich nur in kleinen, rein familiär geführten Futterkrippen. Doch nun ans Werk. Wir stellen Buffet-Teller Numero 1 zusammen, der sogleich mit Buffet-Teller Numero 2 konkurrieren muss, um aus der Flanke von Buffet-Teller Numero 3 hart angegangen zu werden. Am Ende erhalten sie aber eine Siegermedaille. Dann geht’s à la carte weiter. Als äußerst schmackhaft und bekömmlich umgarnt uns der Grünkohl mit Doppelwurst. und das schöne Schnitzel wird von schönen Bratkartoffeln und einem schönen Spiegelei sekundiert. Als wir uns schließlich zum Nachtisch durchgearbeitet haben, sind wir satt, glatt und rund.

Als Wiederbelebungsmaßnahme lassen wir uns ein prima Abschlussschnäpschen zuführen, um hernach Irina Hemsen und Frank Kroll um eine Hausführung anzubetteln. Unser Wunsch wird erfüllt und in den Brenner Kellergewölben sehen wir variantenreichen Wandschmuck wie ein stolzes Tier oder langläufige Waffen. In Vitrinen werden historische Schätze bewahrt, die Devotionalien eines Gesangsvereins hergezeigt oder einem echten Schützenadler – zerschossen und zerzaust – Unterkunft geboten. Als wir annehmen, dass die ausgedehnten Wanddekorationen kein Ende mehr nehmen wollen, stehen wir vor einer der drei Doppel-Bundeskegelbahnen des Hauses und beschließen: Hier müssen wir noch einmal hin, zum Kegeln. Denn eine ruhige Kugel zu schieben, das war doch immer schon unsere Sache.

—> Brenner Hotel, Otto-Brenner-Straße 135, 33607 Bielefeld

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Im Grenzgebiet nach Lippe

Wirtin Rita Smart (Mitte) mit Chefkellnerin Jenny und Stammgast Franzisco

Wirtin Rita Smart (Mitte) mit Chefkellnerin Jenny und Stammgast Franzisco

Wo Bielefeld im Osten ans Lipperland stößt, im Niemandsland zwischen den Kulturen, da finden wir den Meerkotten. Seine gemütliche Gaststube bietet Platz für viele hungrige Gäste, und jeden zweiten Donnerstag im Monat, so erfahren wir erstaunt, ist hier sogar Hundestammtisch. Die Grenznähe zu Lippe demonstriert eine Vier-Wappen-Wand, sie zeigt die Wappen von Preußen und Lippe, aber auch die von Frischluft und Weltzeit. Wir beziehen einen rustikalen Tisch mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und lassen uns anfüttern. Als Starter gibt’s Thunfischsalat sowie delikate Fish and Chips. Alsdann bewundern wir das Bauernfrühstück à la Meerkotten, um uns schließlich einem schönen Schnitzelsortiment zu widmen. Mit Freuden verfuttern wir das Zwiebel-Schnitzel und das Puszta-Schnitzel sowie das Schnitzel mit Spiegelei und stöhnen dabei lustvoll auf. Auch die Bratkartoffeln sind sehr zu loben. Dazu wird Salat gereicht, der allerdings so lecker ist, dass er den Fototermin nicht erlebt.

Nach dem Essen wird uns die agile Wirtin Rita Smart noch sympathischer, denn sie stellt das Getränkesortiment des Hauses vor. Ein Branntwein lächelt lieblicher als der andere, so dass wir uns kurzerhand entschließen, alle zu genießen. Selbstverständlich unterziehen wir dem Branntwein einer Feuerprobe – und er besteht sie mit Bestnote. Dann lassen wir uns von Rita Smart durch den Kotten führen. Das historische Haus (errichtet 1755) verfügt über einen veritablen Lesesaal sowie gemütliche Nebenräume unterschiedlicher Größe. Rita Smart hat die Renovierung des Hauses mit eigener und Freundeskraft geleistet und dabei Hinterlassenschaften von Menschen gefunden, die einst hier gelebt haben. Einige dieser Fundstücke kann man in einer historischen Vitrine bewundern. Zu später Nachtstunde sagen wir dem Meerkotten Lebewohl und danken für die vorzügliche Gastfreundschaft am Rande des Bielefelder Universums.

—> Meerkotten, Bechterdisser Straße 147, 33699 Bielefeld

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Im Haus der Pfarrwitwen

Mit dem Wundertrunk Nordfeuer: Die Wirtsleute Flo und Herbert

Mit dem Wundertrunk Nordfeuer: Die Wirtsleute Flo und Herbert

In mildem Dunkel und fast farbenfroh präsentiert sich heute der Abend in Schildesche. Stumm führt uns eine Gasse zu einem Haus, das 1709 erbaut wurde. Einst sollen hier Pfarrwitwen und Holzschuhmacher gewohnt haben und einer davon, Johann-Dietrich Flachmann, besorgte sich 1857 eine Schankerlaubnis für dieses schöne Haus. Erbsenkrug nannte er seine Gaststube, und noch heute führen die Wirtsleute Flo und Herbert das Gasthaus unter diesem Namen. Auch bei den Innereien des Erbsenkrugs ist vieles beim Alten geblieben. In schönen Sitznischen entdecken wir zufriedene Gäste. Kein Wunder, denn Wirt Herbert Groß ist als Zapfer zweifellos ein Naturtalent.

Für die feste Nahrung ist Köchin Flo zuständig. Sie füttert uns mit zwei Süppchen an, mit einer Zwiebelsuppe und mit einer Huhnsuppe. Die tun gut und machen Lust auf gute Sülze und fröhlichen Wurstebrei. Auch Sonderwünsche werden perfekt erfüllt, wie das Spiegelei extra zur Sülze. Gut gebraten und gut gewürzt sind die Scheinelendchen, sekundiert von einem akuraten Mischsalat. Als Geschenk der Götter erweist sich der Grühnkohl mit Würsten, bereichert mit schönen Salzkartoffeln. Und irgendwie gab es auch noch astreine Bratkartoffeln, die wir aber vor lauter Verfressenheit vergessen haben, fotografisch zu bannen.

Nach dem Essen verwöhnt uns Köchin Floh weiter – mit wunderbarem Nordfeuer aus Lippetal-Hultrop. Der räumt den Magen auf und lässt uns den ganzen Abend nicht mehr los. Parallel müssen wir uns einer italienischen Flüssigkeit explorativ widmen, eine Prugna dolce wird im Holzschuh serviert und findet ebenfalls unser Gefallen. Der Erbsenkrug sei, so erklären uns Flo und Herbert lange nach Mitternacht, das älteste Gasthaus Bielefelds. Bei der Qualität – kein Wunder!

—> Erbsenkrug, Johannisstraße 11, 33611 Bielefeld

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Zu Gast bei Freunden

Unsere lieben Gastgeber: Josipa und Branko Tadić im Kreise ihrer Familie

Unsere lieben Gastgeber: Josipa und Branko Tadić im Kreise ihrer Familie

Wer ist Bielefelds ältester Fußballverein? Natürlich der Bielefelder Sportverein West (kurz: BSV West). Seit 1897 wird hier gekickt, und bis heute auf prima Ascheplätzen. Das alles und noch viel mehr erfahren wir, denn wir sind eingeladen ins Vereinsheim des BSV West. Unsere Gastgeber sind der Fußballobmann und Vereinsheimbetreuer Branko Tadić sowie seine patente Frau Josipa. Reichlich Tische und Stühle erwarten uns auf der geräumigen Terrasse, wo uns weitere Mitglieder der Familie Tadić herzlich begrüßen. Einen herrlichen Blick hat man von hier oben auf die schmucken Parzellen des Kleingärtnervereins Schlosshof. Rechts davon wacht die Alm und schaut ein wenig neidisch auf den Ascheplatz des BSV West.

Ah, und jetzt geht’s schon los. Josipa und Branko Tadić packen einige Festmeter Ćevapčići-Rohmaterial aus, die uns in hohe Erwartung versetzen. Als das Ćevapčići schließlich auf dem Grill gart, danken wir unseren Gastgebern voller Begeisterung für dieses wunderbare Bild. Inzwischen hat Josipa Tadić parallel die Bratkartoffeln zubereitet. Mit extra Speck und vielen Zwiebeln – wir sind im Paradies! Nun befüllen wir den ersten Teller: Ćevapčići, Bratkartoffeln, Krautsalat, Paprikasalbe – ein wunderbarer Vierklang, den wir in geselliger Runde genießen. So unglaublich gut schmeckt alles, dass wir uns so lang von den Köstlichkeiten auf die Teller schaufeln, bis wir rund und glatt sind. Natürlich lassen wir nix übrig. Unser lieber Henner und Branko praktizieren zu später Stunde ein finales Resteessen. Zur Abrundung unseres Glücks serviert Branko in angemessenen Intervallen einen schönen Obstbrand auf Pflaumenbasis – ja, so geht Sliwowitz! Als wir feststellen müssen, dass wir die stattlichen Getränkereserven des BSV West empfindlich dezimiert haben, weiß Branko einen Ausweg. Aber der erstaunliche Mann kann noch mehr, er kann zaubern. Kein Quatsch! Vor unseren Augen lässt er brennende Zigaretten oder Geld verschwinden und zaubert uns das Herz Ass aus der Luft. Wir sind begeistert! Nach all den Wonnetaten sind wir uns einig: Obwohl das Vereinsheim keine klassische Gaststätte ist, hinterlassen wir selbstverständlich unser Prüfsiegel. Wenn es jemand verdient hat, dann Branko und Josipa Tadić im Vereinsheim des BSV West.

Leider geht auch der schönste Abend einmal zu Ende, daher danken wir herzlich für die große Gastfreundschaft und lassen uns ein Taxi rufen. Doch Branko ruft nicht irgendein Taxi, sondern er ruft Taxifahrer Akim. Aber was wir mit diesem ebenso sympathischen wie fröhlichen Mann dann noch erleben durften, das erzählen wir vielleicht beim nächsten Mal.

—> Vereinsheim des BSV West seit 1897 e.V.

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