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35 Beiträge mit Schlagwort 'Bratkartoffeln'

Der Puls des Bielefelder Westens

Wunderbares Foto dank Händikamera: Wirt Valter Domingos und Servicefee Damla Ekin

Wunderbares Foto dank Händikamera: Wirt Valter Domingos und Servicefee Damla Ekin

Das Herz des Bielefelder Westens ist der Siegfriedplatz. Im Sommer auch durchaus seine Leber. Doch wo sich Arndtstraße und Große-Kurfürsten-Straße zerschneiden, da ist der Puls dieses Stadtteils, da wummert ein agiles gastronomisches Wegekreuz mit vier sich ergänzenden Trink- und Speiseecken. In einer dieser Ecken wohnt seit 1986 die Wunderbar. In dem 1993 erschienenen klugen Buch “Zwischen Sekt und Selters” schwärmte der Autor Bernd Kegel: “Auf dem Wunderbar-Hocker an der Theke komme ich mir immer wieder so vor, als hätte mich Edward Hopper hier hingemalt.” Letzter Hinweis für archäologisch Interessierte: Die Vorgängereinrichtungen der Wunderbar hießen Black Bird und Studiker II.

Die heutige Wunderbar ist zeitgemäß durchmöbliert, ihre Theke lädt zum Festtrinken ein und akuten Bierdurst bekämpft sie mit unterschiedlichen Mitteln. Aber sie bietet auch Futter an. Unkomplizierte, schnelle Sachen, die schnell glücklich machen. Wie der Burger, der sich als schmackhafte Frikadelle mit Brötchen und würzigen Bratkartoffeln entpuppt. Oder die Thunfischpizza. Sie schmeckt anständig und vor allem besser als es unser etwas blass geratenes Händifoto ahnen lässt. Lecker, lecker sind auch die Bratkartoffeln mit Spiegelei. Nach diesem Essen träufeln wir die angenehme Grappa della casa in uns hinein und beobachten dabei interessiert das vitale Wirtshausleben.

Schon seit 2009 steuert Wirt Valter Domingos seine Wunderbar. Der grundsympathische Mann stammt aus der schönen Stadt Faro im Süden Portugals, wo er schon mit 15 Jahren erste Berufserfahrungen in der Gastronomie sammelte. Weil seine Schwester eine Gaststätte in Detmold betrieb, landete er schließlich in OWL. Das ist gut so, denn sonst könnte er uns heute nicht seine Lieblingsgrappa präsentieren, und zwar erfreulicherweise so lange, bis auch wir sie einstimmig zu unserer Lieblingsgrappa erklären.

—> Wunderbar, Arndtstraße 21, 33615 Bielefeld

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Siggis amtliche Schnitzel

Geboren für die Gastronomie: Koch Siggi und Zapfqueen Mareike

Geboren für die Gastronomie: Koch Siggi und Zapfqueen Mareike

Oho, der Laden brummt aber gut. Alle Tische sind mit Gästen belegt, die prall gefüllte Teller in Arbeit haben. Nur an der Theke finden wir noch letzte freie Plätze. Hier lassen wir uns strategisch günstig nieder. Die netten Stammgäste Susanne und Pia versichern uns glaubwürdig, dass man sich hier 1a wohlfühlen kann. Interessiert erfahren wir außerdem, dass Susanne eigentlich Ziara heißt und eine Meisterin des orientalischen Tanzes ist. Im Hintergrund knistert hübsch ein Wohnzimmerlagerfeuer, und als eindeutiger Beweis für die Funktionstüchtigkeit dieser Gastronomie hängt ein guter alter Sparschrank an der Wand.

Aber nun kommt auch schon unsere Lieferung. Erstaunlich groß und erfreulich deftig tritt das Zigeunerschnitzel mit Bratkartoffeln auf. Einen nicht weniger imposanten Eindruck hinterlässt das Jägerschnitzel. Gelobt werden muss außerdem das Schnitzel mit Schmorpilzen sowie das Schnitzel mit Pfifferlingen. Am Ende verputzen wir noch das Schnitzel namens Siggi, eine käsegedeckelte Kreation aus Fleisch und Spargel. Keine Zweifel: Alle Schnitzel sind amtliche Schnitzel. Wer danach noch Hunger hat, dessen Magen ist perforiert. Nun rülpsen wir andächtig in die Vorderpfoten und lassen uns alsdann von der sympathischen Zapfqueen Mareike eine schöne Trinkreihe servieren. Danach erzählt sie uns abenteuerliche Geschichten aus ihrer langen Gastroerfahrung. Und wir dachten, wir würden schon alles wissen …

Zu vorgerückter Stunde mischt sich Koch Siggi unter die Gäste. Endlich hat er Zeit, selbst etwas zu essen. Heute genehmigt er sich einen fetten Garnelenburger, der liebreizend dreinschaut. Wirtin Anke hat heute ihren freien Tag, ist aber trotzdem kurz auf ein Hallo reingekommen. Gern gratulieren wir ihr zu ihrer feinen Wirtsstube. Gesittete Preise, gute Laune, Wohnzimmeratmosphäre – was will man mehr! Übrigens kann man sich Siggis Schnitzel auch nach Hause liefern lassen. Bis 24 Uhr. Das nennen wir wahre Menschenliebe.

—> Dart Pub, Bleichstraße 197, 33607 Bielefeld
—> Lieferservice: 0521 – 38689

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Quelle und seine Oase

In vierter Generation Dienst am Gast: Die Wirtsleute Andreas und Petra Büscher

In vierter Generation Dienst am Gast: Die Wirtsleute Andreas und Petra Büscher

Heute sind wir nach Quelle gereist. In einen Stadtteil also, von dem die Sage geht, er sei nur gegründet worden, damit genügsame Menschen einen Platz zum Schlafen finden. Doch das stimmt nicht, denn: Quelle hat sein Restraurant Büscher. 1884 wurde das Gasthaus Büscher gegründet und sogleich hat sich, so unsere sternklare Intuition, Quelle um seinen Gasthof herum gebildet. Genauso wie sich eine Oase um eine Quelle in der Wüste bildet. In vierter Generation führen die Wirtsleute Andreas und Petra Büscher ihr Haus und pflegen diese Vergangenheit durch ausschweifende Retrodeko mit Liebe zum Detail. Und das Licht wird noch mit der Hand angemacht.

Aber auch auf den Tellern findet sich nur Handarbeit. Als Vorspiel räckelt sich ein Gruß aus der Lachsterrine auf unseren Tellern. Dem folgt ein schönes Schäufele vom Uckermärker Bio-Rind mit Erbsencreme und Kartoffelchips. Das schmackhafte Schnitzel mit Rahmchampignons wird gleich im Doppelpack geliefert. Dazu gibt es astreine Bratkartoffeln, von denen man nicht genug bekommen kann. In der gleichen Liga spielt das Schnitzel auf geschmorten Zwiebeln. Hierzu gibt es Pommes, und zwar hausgemachte Pommes, die uns schwelgen lassen. Wir nennen es das große Pommesglück von Quelle. Sinnvoll flankiert von hausgemachtem Ketchup. Darauf folgt das Flank-Steak. In Frankreich ist es als Bavette bekannt und in Deutschland fast gar nicht, aber in Quelle wird es vom Wagyū-Rind serviert, von einer Rinderrasse japanischen Ursprungs also. Mit anderen Worten: Ein wunderbares Stück vom, wie man so hört, teuersten Hausrind der Welt liegt auf unserem Teller. Und es scheckt herzzerreißend gut. Aber nicht nur uns gefällt es hier gut. Wohin man auch schaut, lächeln uns zufriedene Gäste zu. Zum Abschied überrascht uns Andreas Büscher mit einem schönen Absacker (bitte den Namen wörtlich nehmen). Die kulturelle Bedeutung eines Absackers kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn was wäre der Abschluss eines schönen Abends ohne das letzte Prosit für den Heimweg? Genau.

—> Restaurant Büscher, Carl-Severing-Straße 136, 33649 Bielefeld

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Famose Qualität in vierter Generation

Chefkoch Norbert Gillner mit den Wirtsleuten Susanne und Thomas Bartsch

Chefkoch Norbert Gillner mit den Wirtsleuten Susanne und Thomas Bartsch

Das Restaurant Bartsch besteht seit 1897 und wird in vierter Generation von den Geschwistern Susanne und Thomas Bartsch betrieben. Die Küche, die Kegelbahn, die Zapfgeschwindigkeit – alles hat einen derart guten Ruf in Bielefeld, dass die Gaststube immer bestens gefüllt ist. Mit Glück haben wir heute den letzten freien Tisch erobert und eröffnen die Tafel mit einem Wurstebrei der Meisterklasse. Astrein abgerundet durch sauer eingelegte Gemüseschätze. Nun testen wir die Göttergabe Grünkohl, und zwar in der Variante 1 mit Blutwurst sowie in der Variante 2 ohne Blutwurst. Beide Varianten lösen Glücksgefühle aus, die nicht enden wollen. Herrlich auch die dazu bestens passenden Röstkartoffeln. Große Verzückung erzeugt außerdem das mit Schinken und Käse gefüllte Schnitzel, kurz: Cordon bleu. Auf unseren Wunsch werden dazu schöne Pommes serviert. Und ein hübsch lächelnder Mischsalat steht plötzlich auch noch vor uns. Weil er mit Sellerie angereichert ist, vergeben wir Extrapunkte. Zum menschenfreundlichen Schnitzel „Jäger-Art” mit frischer Champignonrahmsauce lassen wir uns erneut eine Portion von den feinen Bratkartöffelchen reichen. Einfach zu lecker sind die Dinger. Am Nachbartisch hören wir wiederholt ebenso sanfte wie zufriedene Kaugeräusche, so dass wir abschließend notieren: Bartsch macht alle glücklich.

Doch im Hause Bartsch wird das Glück noch weiter gesteigert. Chefkellnerin Petra Berg fährt ein famoses Nachtischsortiment auf, bei dem unsere Knie weich werden. Kaum haben wir auch das bewältigt, erscheint Wirtin Susanne Bartsch mit einer wunderbaren Trage Bommi mit Pflaume. Spätestens jetzt wissen wir: Genau so muss es im Schlaraffenland zugehen. Allerdings trifft uns das Glück nicht ganz unvorbereitet. Immerhin sind wir 2008 schon einmal hier gewesen. Unvergessen unser fröhliches Kegeln, das wir damals im Bartsch-Keller mit Inbrust betrieben haben. Schön zu sehen, dass hier alles beim Alten geblieben ist. Danke für den herrlichen Abend!

—> Restaurant Bartsch, Viktoriastraße 54, 33602 Bielefeld

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Schmerzfrei in guter Küche

Herz der Restrauration Bewekenhorn: Köchin Anne Gehring und Wirt Franz Schiche

Herz der Restrauration Bewekenhorn: Köchin Anne Gehring und Wirt Franz Schiche

Die Gaststube ist fast komplett belegt, aber – wie schön! – es herrscht kein Lärm. Emsig laufen die Kellner durch die Tischreihen und füllen jeden Tisch in angemessener Zeit. Auch uns bringt Schnellkellner Julian alles, was wir wollen. Das Abendmahl starten wir mit einem liebenswürdigenVorspeisenteller, der uns sofort viel Freude bereitet. Weil die Küche ein so genanntes Touristenmenü ausgelobt hat, werden wir neugierig. Wir geben uns als Touristen aus und erhalten sogleich als Vorsüppchen eine gut abgeschmeckte Linsensuppe. Es folgt ein ebenso üppiges wie gut geratenes Rahmgulasch mit Spätzle, an das sich ein schöner Bohnensalat andockt. Als Touristen erhalten wir sogar noch einen Nachtisch. Tiramisu geht bekanntlich immer und schmeckt obendrein auch noch fein. Außerhalb des Touristenmenüs naschen wir ein Kotelett mit Bratkartoffeln. Es schmeckt wie ein Kotelett schmecken sollte und sättigt nachhaltig.

Fünf Sorten Bier schenkt das Bewekenhorn aus, aber unser Henner bleibt so eisern bei einer Sorte, dass uns diese Tatsache ein hübsches Zeigebild Wert ist. Wirt Franz Schiche spendiert uns eine fröhliche Rutsche seines Edelbitters Schmerzfrei (Etikettaufschrift: Kein Arzneimittel!). Dieser Tropfen schmeckt ans ab dem zweiten Schluck so gut, dass wir ein extra lautstarkes Prosit Bewekenhorn ausrufen. Natürlich plaudern wir auch ausführlich mit Franz Schiche. Er berichtet uns aus seinen frühen Jahre im Casablanca. Und dass es hier Frikadellen gibt, wenn Arminia in der 1. Liga spielt. Und dass die Stühle im Gastraum sämtlich französische Bistrostühle aus den 1930er Jahren sind. Und die anderen Möbel und Lampen sämtlich original aus dem Nachkriegs-Bewekenhorn stammen, nur mit sanfter Hand renoviert. Von 1899 bis 1987 war hier, so weiß er außerdem zu erzählen, eine typische Eckkneipe. Zwei Schwestern und ein Bruder haben sie am Ende betrieben. Und seit 2001 ist er nun hier als Stadtteilversorger tätig.

Als wir die gastliche Stätte zu später Stunde verlassen, sehen wir ein Leuchten im Abenddunkel. Es stellt klar: Das Bewekenhorn hat eine gute Küche. Na prima, das ist doch mal ein schöner Abendstern!

—> Restauration Bewekenhorn, Stapenhorststraße 50, 33615 Bielefeld

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