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22 Beiträge mit Schlagwort 'Bratkartoffeln'

Unter notarieller Aufsicht: Flaneure in Sieker

Restaurant Hollmann in guten neuen Händen: Wirt Zejlko Facko mit unserem Prüfsiegel

Restaurant Hollmann in guten neuen Händen: Wirt Zejlko Facko mit unserem Prüfsiegel

Heute betreten wir Neuland, heute lassen wir unseren Prüfgang erstmals notariell begleiten. Hierzu begrüßen wir als Gast keinen Geringeren als den allgemein hochgeschätzen Notar Volker Küpperbusch (links, beim Prösterchen mit unserem lieben Henner). Extra für ihn haben wir eine gastro-historisch bedeutsame Lokalität ausgewählt: Das Restaurant Hollmann! Jahrzehnte hat hier Heinrich Hollmann ganz Sieker glücklich gemacht. Inzwischen hat er das Wirtszepter an Zejlko Facko weitergereicht – und wie wir alsbald feststellen dürfen: Der neue Wirt wacht erfolgreich über die gute Hollmann-Qualität.

Üppig, süffig, große Sache, so deklarieren wir das Schweineschnitzel Teutoburg. Hierbei gilt natürlich die ostwestfälische Volksweisheit: Wer die Bratkartoffel nicht ehrt, ist des Schnitzels nicht wert. Das Bauernschnitzel erfreut nicht nur den Landmann, sondern auch uns hungrige Stadtstrolche. Nett, erfrischend und belebend macht sich dabei der Hollmann-Beilagensalat. Extra großes Seelenglück verursacht der extra schöne Grünkohl mit Fleisch und Wurst. Vollbeladen und bester Stimmung präsentiert sich daher schon bald unsere Tafel im wunderbaren Restaurant Hollmann.

Zur weiteren Stimmungseskaltion trägt der fürsorgliche Wirt bei, weil er keinen Mangel an lieben Getränken aufkommen lässt. Viel Anklang findet dabei der Alte Dessauer, immer ein schöner Gruß aus Rietberg. Auch gefällt uns die Führung durch die verschiedenen Räumlichkeiten, die uns Wirt Zejlko Facko zu später Stunde spendiert. Enorme Raumkapazitäten werden uns dabei offenbart sowie Trophäen erfolgreicher Taubenzucht, ein Hobby, das Heinrich Hollmann noch heute liebevoll pflegt. Am Ende kürt unser treuer Herr Sölter seine eindeutige Lieblingstrophäe: Eine goldene Zapfanlage. So findet ein goldener Abend seinen goldenen Abschluss.

—> Restaurant Hollmann, Otto-Brenner-Straße 77, 33607 Bielefeld

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Kolossale Bielefelder Gastro-Tradition

Bielefelds dienstältester Wirt: Helmut Bültmann repräsentiert 135 Jahre Familiengeschichte

Bielefelds dienstältester Wirt: Helmut Bültmann repräsentiert 135 Jahre Familiengeschichte

Durch die gezielte Auswahl unserer Abendgetränke würdigen wir heute ein großes Jubiläum: “80 Jahre Vitamalz!” lautet unser munterer Trinkgruß. Mit so viel Geschichtsbewusstsein sind wir hier genau richtig. Wirt Helmut Bültmann ist 82 Jahre alt und hat sein Leben in dieser Gaststube verbracht. In der dritten Generation führt er das Gasthaus, und das sind inzwischen 135 Jahre Familiengeschichte. Bis 1970 war dem Wirtshaus, so erzählt er uns mit wachen Augen, ein Kolonialwarenladen angeschlossen. Doch dessen Räumlichkeiten sind dann Teil der ausgedehnten Gaststube geworden. Schmuck ist hier alles eingerichtet und blütenrein sind die Tischdecken. An der Theke haben sich einige seriöse Herren zum geselligen Abendpils eingefunden, doch ab 20 Uhr zieht es sie wieder heim. Früher, so weiß Helmut Bültmann zu berichten, standen die durstigen Gäste in Dreierreihen an der Theke. Aber das sei lange her. Heute trinke man mehr daheim, allein vor dem TV. Helmut Bültmann zuckt mit den Schultern: Ja, so ändern sich die Zeiten. Sein Sohn wolle kein Gastronom werden, bedauert er leise, daher stehe das schmucke Gasthaus nun für zuverlässige Pächter zur Verfügung.

Immer wieder veranlasst uns Helmut Bültmanns überraschende Musikauswahl, kontemplative Momente einzulegen. Anfangs umhüllt uns ein buntes Schlagerprogramm aus den Archiven des WDR 4 (“Schönes bleibt”). Doch schon bald switcht unser netter Wirt zu wunderbaren Klassikern der Soulmusik. Weil wir parallel aus der Küche hören dürfen, dass unsere Schnitzel nun in der Pfanne gelandet sind, beschließen wir eine temporäre Umbenennung des menschenfreundlichen Wirtshauses in Soul Kitchen.

Aber nun startet die Speisefolge, und zwar mit einer ganz großen Sache. Für uns ist extra ein Hirsch angeschnitten worden, so dass wir ein prima Hirschgulasch mit frischen Pilzen und gefülltem Pfirsich naschen dürfen. Dazu werden Butterspätzle gereicht. Als nächstes folgt das Westfälische Schnitzel der Variante “üppig und schmackhaft“. Das astreine Jägerschnitzel ist ebenfalls mit gutem Salat und herzlichen Bratkartoffeln geschmückt. Erfreut dürfen wir feststellen, dass hierbei der alte Sinnspruch gilt: Edel sei die Bratkartoffel, würzig und lecker. Ebenfalls mit Bratkartoffeln wir ein seligmachender Westfälischer Grünkohl mit Burgunderbraten und Kohlwurst aufgetischt. Die Küche hat uns glücklich gemacht, ihr gehört unser großes Abendlob. Und Helmut Bültmann wünschen wir, dass er einen würdigen Nachfolger für sein gastfreundliches Wirtshaus findet.

—> Restaurant Bültmann, Herforder Straße 142, 33609 Bielefeld

P.S.: Dass es sich bei Vitamalz um ein echtes Männergetränk handelt,
beweist Ihnen Harald in dieser Dokumentation, Dauer:
20 Sekunden

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Ein guter Stern am Abendhimmel (Sonderbericht aus Oberbayern)

Sympathisch: Wirtin Anastasia "Stasi" Wiedemann (vorn) und ihre flotte Bedienung Gusti

Sympathisch: Wirtin Anastasia "Stasi" Wiedemann (vorn) und ihre flotte Bedienung Gusti

Heute sind wir in Oberbayern zu Gast. Vor der Abreise hatte uns Sauerland-Karl (der Mann mit dem weltweit größten Gastrowissen) eindringlichen ans Herz gelegt, wenn wir in der Nähe von Weilheim seien, müssten wir unbedingt im Goldenen Stern einkehren. Natürlich folgen wir seinem Rat – und reuen es nicht. Uns empfängt eine Gaststube von seltener historischer Qualität. Hier gibt es keinen Dekoschnickschnack, der so tut als ob, hier ist alles echt. Die Wände ziert ehrlicher Wandschmuck, und ein waidmännischer Sinnspruch leuchtet uns sogleich ein: Is d’ Kugel aus’m Lauf – halt’s koan Teufel mehr auf.

Schön was zu futtern bekommen wir auch. Sanft lappt das Schnitzel, das Bedienerin Gusti flott bringt, über den Tellerrand und gülden lächeln dazu die Bratkartoffeln. Wahrlich, eine gelungene Speise für hungrige Wanderer und ein prächtiger Anblick sowieso. Wer grad keine warme Speise mag, kann hier bedenkenlos Emmentaler mit Butter ordern. Zu diesem schönen Käseteller platziert Bedienerin Gusti erfreulich deftiges Brot, das später pro verzehrter Scheibe abgerechnet wird. Ebenfalls empfehlenswert ist das hausgemachte Geräucherte. Ein herzhafter Fleischteller zu dem ortsangemessene Brezn gereicht werden. Am Nebentisch beobachten wir zufriedene Gäste, die sich nach vollzogenem Abendmahl ein schönes Obstler-Prosit gönnen. Urig sei es hier, erklären sie uns, das locke sie immer wieder mal her.

Wirtin Anastasia (Kosename: Stasi) Wiedemann ist gestandene 83 Jahre alt. Der Großvater ihres Mannes, erklärt sie uns, habe den Goldenen Stern 1906 eröffnet. Als sie erfährt, dass wir aus Bielefeld angereist sind, lächelt sie. Ja, Bielefeld, davon habe ihre Tochter, die als Humanbiologin an einer bekannten US-Elite-Universität arbeite, kürzlich erzählt. Die Universität Bielefeld besitze nämlich ein hochmodernes Mikroskop, und das wolle die Tochter demnächst mal besuchen. Wir sind, ehrlich gesagt, ein wenig erstaunt, worüber sich Mutter und Tochter so alles austauschen.

Bedienerin Gusti ist übrigens nicht nur für’s Servieren zuständig, sie betätigt auch den Zapfhahn für uns. Der wohnt in einer kleinen Durchreiche des Tresens, mit Blick in die Gaststube. Wer sich auf den Weg zum Abort macht, passiert das Dienstbotenzimmer und wird dann, im Männerabort angekommen, mit einem Blick auf den hochidyllischen Hinterhof belohnt. Vor dem Gasthof findet sich ein überdachter Rauchertisch, der sogar Gemütlichkeit ausstrahlt. Neben dem Wirtshaus erwartet den durstigen Gast ein schöner Biergarten. Alles, was er sich wünscht, kann sich der Gast am Biergartenfenster abholen. Beachten Sie hierzu bitte die kundenfreundlichen Trittstufen unter dem Ausgabefenster! Leider-leider ist uns das Wetter für einen Biergartenbesuch nicht hold. Wir werden also – klare Sache! – irgenwann wiederkommen müssen, um das unverwechselbare Goldener-Stern-Flair auch im Outdoor-Einsatz genießen zu dürfen.

—> Zum Goldenen Stern, Marnbacher Straße 2, 82362 Deutenhausen

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Wo Anke Summer den Tisch füllt

Blütenpracht am Wegesrand: Der Gasthof Göppel ist nicht zu übersehen

Blütenpracht am Wegesrand: Der Gasthof Göppel ist nicht zu übersehen

Wer nach Ummeln reist und im Gasthof Göppel absteigt, findet Platz in einem umfangreichen und wohlaufgeräumten Gastraum und bewundert eine wunderbare traditionelle Gastronomiekunst. Köchin Anke Summer erscheint an unserem Tisch und begrüßt uns mit großer Herzlichkeit. Die sympathische Frau flößt uns sogleich Vertrauen ein – und wir werden nicht enttäuscht.

Als Entrée nuckeln wir ein feines Spargelcremesüppchen. Das tut der Seele gut. Dann folgt ein solides Zwillingsschnitzel mit delikater Pfifferlingsauce. Ihnen als ebenbürtig erweisen sich die Matjesfilets mit sympathischen Böhnchen. Nicht weniger schmackhaft ist der westfälische Grillteller mit lecker Bratkartöffelchen und süffigem Krautsalat. Nachdem wir uns auf diese fabelhafte Weise vollgefuttert haben, rufen wir nach dem flüssigen Krankenwagen: Prost Malteser!

Unser lieber Henner hat uns nach Ummeln gebracht. Denn vor bald 10 Jahren hat er genau hier, im Gasthof Gröppel, die erste Bielefelder Apréskiparty steigen lassen. Mit pochendem Herzen zeigt er uns die Räume, wo eine Bielefelder Erfolgsgeschichte begann, die inzwischen jedes Jahr im November am Obernsee abgeht. Haben Sie sich für dieses Jahr schon Karten gesichert?

—> Gasthof Gröppel, Gütersloher Straße 362, 33649 Bielefeld

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Wo Lämershagen am schönsten ist

Führen ihr Gasthaus in vierter Generation: Die netten Wirtsleute Thomas und Silke Böhler

Führen ihr Gasthaus in vierter Generation: Die netten Wirtsleute Thomas und Silke Böhler

Von Lämershagen kommend führt der Kamm des Teutoburger Waldes den Wanderer nach Oerlinghausen. Kurz vor dieser Grenze wohnt das Gasthaus Deppe. Und zwar seit mehr als ein Jahrhundert schon. Vor dem Gasthaus liegt ziemlich viel Landschaft, die sich wahrlich gut bewandern lässt. Aber nun sind wir keine Wandersleute mehr, sondern nur noch sehr hungrig.

Eine seltene Gaststube empfängt uns. Hier ist die Zeit für mindestens 50 Jahre stehen geblieben – herrlich! Ebenso erfreulich ist auch die Gastfreundschaft der Küche, sie liefert kein Modezeug mit Tralala, sondern grundsolide Kost. Als da wären: Großherzig, attraktiv, vollmundig: die Teutoburger Wald-Platte. Groß, gut, lecker: das Zigeunerschnitzel. Zart, mild, bissig: Das Schweinefilet mit rotem Pfeffer. Würzig, saftig, kess: das Schnitzel mit Spiegelei. Mundig, groß, wohlig: das Schnitzel mit Käse überbacken. Zu den Schnitzeln wird ein seriöser Mischsalat gereicht. Heute begleitet uns Lennart Niermann, der sich selbst als dankbarer Esser bezeichnet und der es sich von dem Sahnehering mit Bratkartoffeln (ehrlich, bezaubernd, sahnig) so richtig besorgen lässt. Das Wort “satt” haben wir heute aus unserem Wortschatz gestrichen, daher können wir uns ein Abschlussfeuerwerk gönnen. Süß, zart, erotisch: Ein Vanillees mit Sahne. Dazu dampfen heiße Kirschen, um den Eisgenuss vollendet zu veredeln. Danach hat sich unserer weiterer lieber Tagesbegleiter Sascha Dahmen wahrlich sein Abschlusszigarettchen verdient.

Mit Freunde stellen wir fest, dass hier der rheinische Ramazzotti (auch Kabänes genannt) ausgeschenkt wird. Sogleich lassen wir uns einige Gläschen reichen – und schon wird die Verdauung auf behagliche Weise angekurbelt. Ganz großes Bolschoi ist ist auch der Aschenbecher. So wie es früher üblich war, erhalten wir einen richtig schönen Großascher für den Stammtisch. Am Nebentisch chillen steintreue Stammgäste beim eleganten Abendpils. Es sind Matthias, Pascal und Ernst, die dem Gasthof Deppe beste Noten erteilen. Ja, das können wir gut verstehen. Seit vier Generationen im Familienbesitz lebt hier eine wunderbare Tradition.

—> Gasthaus Deppe, Lämershagener Straße 280, 33699 Bielefeld

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