9 Beiträge mit Schlagwort 'Brathahn'
Nur für kurze Zeit: Geschenkt!
Weil Bielefeld gequengelt hat (“Kann man eure schönen Brathahnaufkleber irgendwo kaufen?“), erbarmte sich ein großzügiger Sponsor und stellte uns 100 Exemplare gratis zur Verfügung. Wer uns bei den Streifzügen durch die Bielefelder Gastronomie antrifft, dem schenken wir gern einen Aufkleber. Alle anderen senden einen an sich selbst adressierten und akurat frankierten Rückumschlag an unsere Postadresse, dann gibt es GRATIS einen Aufkleber – aus Plastik, in Farbe und rund vorgestanzt. Gut? Also schnell einen Brief an:
Bielefelder Flaneure c/o Grill-Pizzeria Olympia, Detmolder Straße 51, 33607 Bielefeld
Aber Obacht: Wir melden genau hier, wenn der Bestand aufgebraucht ist.
Wer danach einen Umschlag sendet, hat Pech gehabt.
—> Achtung, Achtung, eine Durchsage: Die Aufkleber sind alle verteilt.
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Chicken Nuggets als Brückentechnologie
Neuerungen im Nahrungsmittelsektor werden oftmals von langer Hand vorbereitet, doch das bedeutet nicht, dass sie immer Erfolg haben. So floppte die Einführung des Biosprits E10, weil den Leuten natürlich klar ist, dass Alkohol nicht in den Tank gehört, sondern in den Fahrer. Deutlich erfolgreicher operierten Schnellfutterketten aus Übersee.
Betrachten wir hierzu das Beispiel der beliebten Industrieware “Chicken Nuggets”, also Huhn-Goldklumpen. Schon die Namensgebung gibt Anlass zu Skepsis, denn hier sollen Formfleischbrocken in kulinarisch sinnlos überhöhtem Panadeanpanzeranteil offenbar schöngeredet werden. Ein Tölpel, wer sie dem “vollständigen Tier” (Jake Blues), also dem lieben Brathahn, vorzöge. Selbstredend wohnt dem kompletten Tier ein deutlich kundenfreundlicheres Preis-Fleisch-Verhältnis inne, was die große Schar der Paniermehl-Freunde aber nicht davon abhält, die Brocken kontinuierlich nachzufragen. Inzwischen gart jede Autobahnraststätte die simulierten Goldklumpen im siedenden Fett, und im Sauerland haben sie sogar, wie wir an einem heiligen Ostermontag feststellen durften, den Kultstatus einer offiziellen Osterspeise erreicht.
Wir gehen davon aus, dass dieses Zeug nichts weiter als eine subtile Brücktechnologie hin zum Vegetarismus ist. Jedenfalls lassen Erkenntnisse der Stiftung Warentest keinen anderen Schluss zu: Die frisch servierten Brocken bestehen zu 45% aus Maispanade und zu 28% aus Fett. Die paar Prozente Restfleisch könnte man also auch noch locker runterfahren. Seltsame Welt, der sowas gefällt.
In diesem Sinne: Mahlzeit!
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Vom Sterben der Speisen
Sorglos scherzte man bis tief in die 1980er Jahre hinein, der Deutschen liebstes Haustier sei das halbe Hähnchen. Das galt natürlich auch für Bielefeld. Mit dem Kosenamen Gummiadler wurde der Brathahn verehrt, was ahnen lässt, wie groß die Liebe zu dem nahrhaften Imbisstier gewesen sein muss. Niemand konnte sich damals vorstellen, dass der schmackhafte Grillvogel einmal die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Imbissgerichte anführen würde. Doch heute fristet er ein Nieschendasein in den letzten tapferen Enklaven alter Hähnchengrillkunst.
Noch düsterer sieht es für das Schaschlik aus. Ein Exot, wer auf Anhieb zwei Bielefelder Schaschlik-Quellen nennen kann. Und erinnert sich noch jemand, wie eine Ochsenschwanzsuppe schmeckt? In aller Stille wurde sie von der Gulaschsuppe verdrängt, und inzwischen muss auch diese ernsthaft um ihre Existenz fürchten. Selbst “die gute alte Currywurst” (Rolf Grotegut) hat in der letzten Dekade erheblich an Bielefelder Terrain verloren.
Aussterbende Speisen haben keine Lobby. Zum Glück, denn allen ist eine Zeitspanne beschieden, und wenn die abgelaufen ist, dann heißt es, Abschied nehmen. An ihre Stelle treten neue Gaumenereignisse, die uns mit den Jahren lieb und vertraut werden. So sind Döner, Gyros & Co. wesentliche Säulen unserer zivilisatorischen Sättigungsroutine geworden, ja “unsere guten Freunde” (Sauerland-Karl). Menschen mit offenem Geist und neugierigem Magen freuen sich schon jetzt auf kulinarische Innovationen, die uns die Zukunft servieren wird. Allerdings stellen wir nicht ohne gewisse Erleichterung fest, dass sich frittierte Taranteln und gefüllte Kakerlaken als Neuerung nicht so richtig durchsetzen können. Ist es der Preis (100 Taler pro Tier), der den Appetit ausbremst? Großes Vergnügen hätten wir hingegen an einer kleinen Retrowelle, sie könnte zum Beispiel die Wiedergeburt der Ochsenschwanzsuppe als coole In-Speise inszenieren. Da würde die Jugend staunen, wovon sich ihre Vorfahren einst voller Wonne ernährt haben. Ochsenschwanzsuppe, Schweinskopfsülze, Lungenhaschee – allein die Namen sind doch schon goldig, oder?
In diesem Sinne: Mahlzeit!
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Wenn Brake Nahrung sucht: Holzweiler hilft
Heute sind wir, wo wir noch nie gewesen sind. Heute sind wir in Brake. Sanft umarmen die beliebten Naturgewässer Johannisbach und Jölle dieses Fleckchen. Gut 9.000 Menschen leben hier – und alle essen bei “Holzweiler’s Schnellimbiss”. Jedenfalls drängt sich uns, als wir hier einkehren, der Eindruck auf. Holzweiler ist eine uralte Braker Sättigungs-Institution, deren Existenz seit 1966 urkundlich nachweisbar ist. Und auch heute ist wieder eine rege Nahrungsaufnahme im Gange. Ernst und konzentriert geht sie vonstatten, kein Wunder, denn hier geht’s um Großes. Wer die Zeit zwischen Bestellung und Lieferung der Nahrung überbrücken möchte, könnte sich an Freizeitautomaten ergehen, doch sie bleiben ungenutzt, denn die netten Tresendamen Bianca und Anna arbeiten hocheffektiv und zielorientiert, kurzum: Sie sind von der ganz flotten Sorte.
Lokalitätsangemessen starten wir mit einer soliden Mantaplatte, die alle Erwartungen erfüllt. Dann greifen wir zum gut frisierten Hot Dog spezial, dessen Zwiebeln uns lustvoll aufstöhnen lassen. Nun besteht unser Lieblingsgast Henner auf einen Eintopf-Test. Schnell verständigen wir uns auf Erbseneintopf mit Rauchenden und nennen ihn am Ende Ein Gutes Ding. Danach steht der Brathahn mit schöner Sättigungsbeilage auf dem Programm. Er entpuppt sich als guter Abrunder unserer Speisefolge. Lieb: Zum Hahn gibt es ein serviles Erfrischungstuch, mit dem man sich nach dem Hahngenuss die Fettfingerchen glattbügeln kann.
Ein weiterer lieber Service sind die Streichholzschachteln, die gratis ausgegeben werden, denn hier ist der Raucher ein geachteter Gast. Selbstverständlich muss er nicht vor die Türe gehen, um seine Nachtmahl-Zigarette zu genießen. Wir bedanken uns herzlich bei den beiden Tresendamen für die vorbildliche Sättigung und überreichen ihnen unser unbestechliches Prüfsiegel. Flott wie sie ist, befestigt es Frau Bianca sofort in der Gaststube. Übrigens schenkt Holzweiler kein Bier aus. Aber eine kluge Kooperation mit der benachbarten Trinkstube “Zur Brücke” löst das Problem in Wohlgefallen auf, denn “Zur Brücke”-Wirt Stravros Karakatsanis offenbart sich als zuverlässiger Bierbringer. Auch wiederholte Versuche absolviert er mit Bravour. Verständlich, dass wir beschließen, als nächstes seiner Trinkstube einen Testbesuch abzustatten.
—> Holzweiler’s Schnellimbiss, Braker Straße 46a, 33729 Bielefeld
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Das gastronomische Herz der Schlosshofstraße

Blümchen auf der Vitrine: Imbiss-Dame Kornelia Büscher und Stammgast Antje Maschmann
Am 1. November wird Friteusen-Fee Kornelia Büscher den achten Geburtstag ihrer schnuckeligen Imbiss-Stube feiern. Wir sind heute dort eingekehrt, um noch rechtzeitig vor dem Jubeltag nach dem Rechten zu schauen. Schon an der Tür geht’s hübsch umsichtig los: Ein unübersehbarer Hinweis mahnt den Verzehr von lecker Hähnchen an. Und in der Gaststube wird der Schlosshof-Hahn sogar zum eindringlichen Angebot für Ihre Feier. Sowas muss man natürlich ernst nehmen, daher lassen wir uns einen halben Hahn servieren (heute leider ohne unser unbestechliches Fotodokument). Darüber hinaus folgen wir der bekannten Weisheit von Professor Binsen „Wer die Currywurst nicht ehrt, ist der Spezialwurst nicht wert”. Jaha, wir sind im Leckerhaus! Dazu empfehlen wir heute als Primär-Zischer ein stark gekühltes Vita-Malz (beugt latentem Kalorienmangel vor) und danach ein, zwei oder gar drei abendliche Pilskannen aus dem Hause Schlosshof-Imbiss. So wird das Abendmahl rund.
Während wir dergestalt wollüstig schlemmen und nuckeln, ist Stammgast Antje Maschmann eingetroffen. Daheim hat sie ihr Fleischgericht schon fertig zubereitet, aber auf die guten Büscher-Pommes will sie nicht verzichten. Also lässt sie sich eine herzliche Familienportion einpacken und trägt sie frohgemut nach Hause.
Ganz lieb: Am Ende schenkt Kornelia Büscher jedem von uns einen süßen Nachtisch, versehen mit dem Kommentar, dass sie leider keinen Schnaps im Kühlschrank habe. Aber wer braucht Schnaps, wenn er einen bunten Lutscher hat?
Im Rahmen unserer technischen Inspektion stellen wir fest: Die gepflegte Damentoilette überrascht mit erstaunlichen Hinweisen und der hauseigene Parkplatz offeriert ausreichend Fläche. Insgesamt dürfen wir resümieren, dass Kornelia Büscher mit ihrer ausgezeichneten Versorgungseinrichtung das gastronomische Herz der mittleren Schlosshofstraße darstellt. „Alles Gute zum achten Geburtstag!“ rufen wir ihr gern zu.
—> Schlosshof-Imbiss-Stube, Schlosshofstraße 73, 33615 Bielefeld





