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7 Beiträge mit Schlagwort 'Begegnungen'

Bielefelder Begegnungen, heute: Jakob Wiebe

Zeigt uns seinen Sheriffstern: 2,04 m-Mann Jakob Wiebe mit Kollege Björn Borgmann

Zeigt uns seinen Sheriffstern: 2,04 m-Mann Jakob Wiebe mit Kollege Björn Borgmann

Sie haben es nicht leicht. Wenn andere feiern, müssen sie arbeiten. Die Rede ist von Türststehern, also den Empfangschefs moderner Tanzvergnügungen. Am Entrée der Bielefelder Wohlfühldisco “Stereo” führt Jakob Wiebe diesen verantwortungsvollen Job aus. Bekanntlich geht der sympathische Hühne nie ohne seinen Zauberwürfel zur Arbeit. Einer Arbeit, in die er im Alter von 20 Jahren hineingestolpert ist. Und nun ist er seit 16 Jahren chronisch dabei. Inzwischen allerdings nur noch am Wochenende. In der Woche arbeitet Wiebe tagsüber als Lagerist, doch am Wochenende schaltet er auf Nachtmodus um und scannt von 23 bis 6 Uhr die Besucherströme des “Stereo”. Als sichtbares Zeichen seiner beruflichen Qualifikation trägt Wiebe einen Sheriffstern. Mit Stolz, mit Würde, mit Augenzwinkern – wie es sich für einen soliden Sheriff gehört. Wenn wir ihn zu aufgeregten Presseberichten befragen, die gelegentlich von Discoraufereien handeln, dann bestätigt sich unser Eindruck, dass wohl doch nichts so heiß gegessen wird, wie es tagsdrauf in der Zeitung aufgekocht wird. Aber nun wollen wir den guten Mann in Ruhe seiner Arbeit nachgehen lassen, denn Stereo-Chef Mirko Schmidt bittet uns zu einem Pilsbier an die Theke. Mal schauen, was der zu erzählen hat. Es ist ja erst Mitternacht und der Bielefelder Discoabend nimmt gerade Fahrt auf.

—> Stereo, Am Boulevard 1, 33613 Bielefeld

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Bielefelder Begegnungen, heute: Andrea Cicek

Dechiffriert jede Händirechnung: Shopleiterin Andrea Cicek an ihrem Arbeitsplatz

Dechiffriert jede Händirechnung: Shopleiterin Andrea Cicek an ihrem Arbeitsplatz

Wohl dem, der sich einen Händi-Pauschaltarif leisten kann. Alle anderen müssen sich durch Tarifdschungel und Abrechnungsfallen kämpfen. Ist der Vertrag einmal abgeschlossen, wird Hilfe in Händishops, im Sinne von Dienst am Kunden, gewöhnlich rar, denn damit verdienen die Händler keinen Taler. Anders bei Andrea Cicek. Seit April 2009 steht die Shopleiterin des “Handy-Point” in der Marktpassage (wo man ansonsten Socken, T-Shirts oder Schusswaffen erwerben kann) an vorderster Front beim Klären von Fragen, die Rechnungen, Verbindungsnachweise und sonstige Spezialtexte der Telefongesellschaften produziert haben. Ohren- und Augenzeugen durften wir werden, wie Andrea Cicek geduldig durch alle Welt telefonierte, um einem Kunden dessen diffizile Rechnung zu entziffern. Auch Personen, die des Deutschen nur rudimentär mächtig sind, hat sie schlussendlich alles nachvollziehbar auseinander klamüsert. Und was das Schönste ist: Uns hat sie einen selten günstigen Tarif verschafft, so dass wir mehr Geld für Besuche in der heimischen Gastronomie übrig haben. Sowas loben wir gern.

—> Andrea Cicek im Handy-Point, Bahnhofstraße 27a, 33602 Bielefeld

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Die Rückseite unserer neuen Vistenkarten

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Bielefelder Begegnungen, heute: Nils Ehnert

Französische Atlantikküste oder Bielefelder Klosterplatz: Nils Ehnert ist überall daheim

Französische Atlantikküste oder Bielefelder Klosterplatz: Nils Ehnert ist überall daheim

Alle kennen Norbert Blüm, den TV-Star der Kohl-Ära. Doch nur wenige wissen, dass Blüm auch Bundesarbeitsminister gewesen ist. Und fast niemand weiß, dass Blüms Leute einen Bielefelder holen mussten, damit das Ministerium nicht völlig den Anschluss an die neue Zeit verpasste. Es ging um den allerersten Internetauftritt des Ministeriums und um eine megafette Datenbank (Stichwort: HAL 9000). Für Blüm war nur der beste Programmierer Deutschlands gut genug. Und seine Leute fanden ihn – sie fanden Nils Ehnert aus Bielefeld. Sofort stellte Ehnert eine Task-Force zusammen, die aus 15 hochbegabten Nerds bestand. Tag und Nacht programmierten sie nun bei Fertigpizza und Filterzigaretten, was Rudi Carrells Alter Ego brauchte. Sonderwünsche wurden sofort erledigt, Wunder dauerten etwas länger.

Ehnerts Erfolg sprach sich schnell rum in der Bundeshauptstadt und schon bald zog das nächste Ministerium die Notbremse und rief Ehnert zu Hilfe. So ging es Jahr für Jahr, bis Ehnert spürte, dass die Zeit gekommen war, etwas ganz anderes zu machen. Kurzerhand verkaufte er seine Firma und kümmert sich heute auf der französischen Atlantikinsel Ile de Ré mit Liebe zum Detail um sein prächtiges Ferienhaus. Typisch Ehnert: Gegen kleines Geld vermietet er das romantische Haus am Meer sogar an Fremde. Viel Zeit im Jahr verbringt er dort, aber manchmal trifft man ihn auch in Bielefeld, wo er hoch über dem Klosterplatz eine kleine, aber feine Programmierwerkstatt betreibt. Just for fun, aber hocheffektiv. Wir sind Zeugen: Bielefelds erste App, unsere inzwischen legendäre App iFlaneur, hat kein Geringerer als Nils Ehnert programmiert. Er konnte es einfach nicht mehr mit ansehen, dass Bielefeld als einzige Großstadt Deutschlands keine sinnvolle Service-App haben sollte. Seither hat er viele andere Kleinodien der gehobenen digitalen Lebensart erschaffen, und ein Ende ist nicht in Sicht. Geboren ist Ehnert in Finnland. Vielleicht ist das der Grund, warum er nicht über Bielefelder Unzulänglichkeiten mault, sondern selbst Hand anlegt, wenn es etwas zu verbessern gilt. Eine der vielen netten Eigenschaften dieses bescheidenen Giganten der Programmierkunst.

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Bielefelder Begegnungen, heute: Daniela Beckmann

Stets agil und hoch sympathisch: Daniela Beckmann an der Pforte von Starfriseur Ahmet

Stets agil und hoch sympathisch: Daniela Beckmann an der Pforte von Starfriseur Ahmet

Daniela Beckmann haben wir im Haarstudio von Starfriseur Ahmet kennengelernt. Schon seit Jahren lassen wir uns hier das Haupthaar scheren oder das Barthaar schaben, aber erst jetzt haben wir uns zum ersten Mal von der netten Dame mit dem blonden Lockenkopf frisieren lassen – und bei dieser Gelegenheit haben wir sie vorsichtig ausgefragt.

“Ich soll bei Türken arbeiten? Ich bin ja noch nicht mal in der Türkei in Urlaub gewesen.” Lachend schildert uns Daniela Beckmann ihre erste Reaktion auf den Vorschlag des Arbeitsamtes, sich bei Starfrisör Ahmet vorzustellen. Schon einige Zeit war sie damals arbeitslos und suchte händeringend einen vernünftigen Job, daher begab sie sich – wenn auch mit Zweifeln, so doch mit offenen Augen – zum Vorstellungsgespräch bei Ahmet Kulata. Schnell war sie angetan von dem, was sie dort erfahren durfte, und inzwischen arbeitet sie schon fast vier Jahre hier. Und zwar mit unverkennbarer Zufriedenheit. „Die Kollegen tragen mich auf Händen“, sagt sie heute und ergänzt: “Sie sind wie meine Brüder zu mir.” Inzwischen habe sich ihre Einstellung Türken gegenüber sehr geändert. Den Fleiß und die Gastfreundschaft, die sie hier erlebt, lobt sie nachdrücklich.

Was ihren Job betrifft, braucht sie sich wahrlich nicht zu verstecken. Seit 1992 ist Daniela Beckmann Friseurmeisterin. Ganz offenkundig mit Leib und Seele. Außerdem ist sie Kosmetikerin und hat in diesem Fach nicht nur den Pokal als Westfalen-Meisterin geholt. In ihrer Freizeit engagiert sie sich beim Amtsgericht Bielefeld als ehrenamtliche Schöffin. Jugendstrafsachen, das ist ihr Ding, betont die Mutter eines langsam flügge werdenden Sohnes. Es sei schon vorgekommen, schmunzelt sie, dass ein junger Kunde sie plötzlich – und für ihn natürlich völlig unerwartet – als die Schöffin seiner letzten Hauptverhandlung wiedererkannt hat. Das Interesse für die Strafrechtspflege muss sie wohl irgendwie von ihrem Vater geerbt haben, denn der war in den 80er Jahren lange Zeit Polizist in Baumheide, also Dorfsheriff (übrigens kein leichter Job damals).

Leider sind wir nun fertig frisiert und haben somit keinen Grund mehr, Daniela Beckmann weiter auszufragen. Aber das können wir ja nachholen, denn die Haare wachsen ja wieder, und dann ist klar, wo wir unsere Haarfrisuren renovieren lassen.

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