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6 Beiträge mit Schlagwort 'Asien'

Für einen Abend nach Thailand

Lana Thai: Köchin Khian Kohlheim, Servierer Armando Humke, Wirtin Somjai Sawangnet

Lana Thai: Köchin Khian Kohlheim, Servierer Armando Humke, Wirtin Somjai Sawangnet

Über uns schwebt ein eleganter Drache mit schreckgeweiteten Augen und neben ihm wohnt thailändisches Holz in filigraner Vollendung. Aufmerksam observieren beide Wesen unser Verhalten auf einer bunten Sitzgelegenheit. Soeben haben wir uns einer Huhnsuppe zugewandt, die in großzügigen Rationen ausgeteilt und auf Wunsch mit mit Kokosmilch versetzt wird. Wir können uns nicht einigen, ob das Süppchen erfrischend mundet oder an mild parfümierte Seife erinnert. Das liegt am Zitronengras, das der Suppe beigegeben wurde, denn Zitronengras enthält bekanntlich Myrcen und Citral, Substanzen also, die in der Kosmetik als Duftstoffe Verwendung finden. Die Idee mit der Seife ist also durchaus verständlich. Kurzum: Man muss es halt mögen.

Große Einigkeit verursachen hingegen die farbfrohen Hauptspeisen. Sie bestehen aus den Modulen “knackig, würzig, mild”: Schweineteile mit Gemüse sowie “süß, sauer, scharf”: Hahnbrustteile mit Gemüse. Auch widmen wir uns erfolgreich einer thailändischen Speiseente und – Obacht! – speziell für die Vegetarierinnen unter unseren Lesern begutachten wir heute eine Tofukost. Diese wird in einem maritimen Gefäß serviert und ihre Würzung ist unseren Geschmacksknospen wohlgesonnen. Zu alldem wird als wirksame Sättigungsbeilage ein schöner Klumpen Reis gereicht, so dass anschließend nur der durchtrainierte Magen des Herrn Sölter einen Nachtisch zu schultern vermag, konkret: frittierte Ananassegmente mit Weißeis.

Als vorbildlicher Servierer ist Armando Humke zu loben. Zwischen Bestellung und Lieferung der leckeren Abendgetränke verstreichen gefühlt nur wenige Nanosekunden. Auch meistert er mit vorbildlicher Elastizität die vielfache Besteigung unserer polychromatischen Sitzgruppe. Unmöglich zu beschreiben, wie er das macht. Sie müssen es selbst gesehen haben. Jedenfalls wird uns klar, dass Armando Humke über eine solide artistische Begabung verfügt, womit er in der Bielefelder Gastronomie zweifellos eine Sonderstellung einnimmt.

—> Lana Thai, Heeper Straße 64, 33607 Bielefeld

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Wie wir zu Thalis-Männern wurden

Indien in Bielefeld: Koch Jaman Singh und Geschäftsführer Karamjeet Singh

Indien in Bielefeld: Koch Jaman Singh und Geschäftsführer Karamjeet Singh

Sollten wir Zweifel haben, wo wir heute eingekehrt sind – der indische Wandschmuck mit den fröhlichen Göttern ist eindeutig. Kaum haben wir dankbar das erste Abendpils angetrunken, steht auch schon ein Knusperteller mit 3-Farben-Tunken vor uns. Mutig wenden wir uns ihm zu und lernen dies Ensemble als nettes Unterhaltungsprogramm kennen. Als wir dann die Vorspeisenteller erhalten, bestaunen wir sogleich die symbolträchtigen Formen dieser fremden Speise. Die Kernmasse besteht aus verschiedenen Gemüsen, die im Teigmantel gesotten wurden und uns effektiv sättigen. Bis der Auftritt der Thalis-Platten erfolgt.

Selbstverständlich ist Ihnen bekannt, dass “Thali” in der indischen Gastronomie eine Mahlzeit bezeichnet, die aus verschiedenen Bestandteilen zusammengestellt ist. Thalis werden meist mit kleinen Metallschälchen serviert, die Fleisch, Gemüse und allerlei Beilagen enthalten. Daher erhalten wir unsere Thalis-Varianten auf einer edelstahlblitzenden Metallplatte, die verschiedene Auffangbecken besitzt. Unser heutiges Hauptgericht setzt sich zusammen aus den drei Abteilungen Fleisch-Thalis (herzhaft gewürzt), Fisch-Thalis (freundlich gewürzt) sowie Vege-Thalis (auch gewürzt). Alle Speisen munden uns sehr und verwandeln uns in zufriedene Thalis-Männer mit prall gefüllten Bäuchen. Gibt es einen schöneren Zustand? Zum Abschied erhalten wir einen goldgelben Mangolikör, mit dem wir auf eine gute Zukunft von ganz Bombay anstoßen.

—> Bombay, Herforder Straße 42, 33602 Bielefeld

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Thailand beginnt an der Kreuzstraße

Hat uns bestens mit feinen Speisen versorgt: Wirtin und Köchin Alisa Wittenborn

Hat uns bestens mit feinen Speisen versorgt: Wirtin und Köchin Alisa Wittenborn

Wer das Raya Thai betritt, wird freundlich vom thailändischen König Nummer 5 begrüßt. Zu seinen Lebzeiten habe er sich, so erfahren wir von den Wirtsleuten, sehr um das Ansehen von Whisky und Zigarren in Thailand verdient gemacht. Daher besitze er noch heute, gut 100 Jahre nach seinem Tod, große Sympathien im Volk. Was uns natürlich einleuchtet.

Und nun kommen auch schon die Speisen. Als erstes lachen uns frisches Gemüse, sanfte Soße und zarte Stücke vom Schweinchen an. Wenn man ganz genau hinschaut, kann man dabei auch den freundlichen Pfeffer ahnen. Dann ruft ein Huhn: Vorsicht, ich bin scharf! Und wir müssen ihm recht geben. Das Rind ist sogar mit sichtbaren Pfeffertrauben veredelt (Foto vom angeknabberten Teller), was uns nicht minder gefällt. Dem nächsten Huhn bekommt der Ingwer ganz ausgezeichnet. Alles ist bestens gewürzt, aber wer es so richtig heiß mag, greift zum Extra-Scharfmacher. Als schöne Sättigungsbeilage gibt’s hier natürlich Reis mit Nachschlaggarantie. Am Ende überrascht uns Dirk Wittenborn mit feinen Marillenschnäpschen. Schon seit 2005 gibt es das Raya Thai, berichtet er uns, vorher herrschten hier vier Jahre Leerstand. Mutig griff das Ehepaar Wittenborn seinerzeit zu und erschuf ein hübsches Gasthaus mit angemessenem Ambiente. Und wir wünschen noch viele Jahre gutes Gelingen.

—> Raya Thai, Kreuzstraße 2, 33602 Bielefeld

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Der trockene Martini zur indischen Einkehr (inzwischen Geschichte)

Garantieren indisches Flair: (von links) Kellner Jaskaranjt Singh, Koch Balbeer Singh und Küchenhelfer Salman ido Khalo

Garantieren indisches Flair: (von links) Kellner Jaskaranjt Singh, Koch Balbeer Singh und Küchenhelfer Salman ido Khalo

Auf der anderen Straßenseite döst die Stadthalle im späten Feierabendlicht. Wir hingegen sind nachtaktiv und hungrig, also entern wir das Ambar. Als Start erfreut uns Jaskaranjt Singh, der sympathische Kellner, mit einem extra trockenen Martini. Auf diese Weise versetzt er uns in eine mittlere James-Bond-Feierabend-Stimmung, und sofort lassen wir investigative Blicke umherschweifen. Eine farbstarke indische Prachtdeko hat hier das Sagen, jedoch ohne aufdringlich zu sein. Unter der Decke leuchten hübsche Tuchbahnen und nicht weniger leuchtet das Bild mit der einen Frau. Ebenfalls ein Hingucker: Das Bild mit den drei Frauen. So stellen wir Europäer uns Bollywood vor. Und als ganz starkes Stück entdecken wir einen wunderbaren Kugellautsprecher aus den frühen 70ern.

Aber da kommt auch schon die Vorspeise. Wir erhalten interessante Knusperblätter, die man klugerweise, so stellen wir schnell fest, nur mit den gereichten Sößchen naschen sollte (sonst: scharf!). Dann reicht uns Jaskaranjt Singh ein sanftes Tomatensüppchen, dem man gute Noten ausstellen muss. Und nun treffen dampfende Töpfe ein: Das Hauptgericht! Hier finden wir Segmente von Lamm, Rind und Fisch, die mit Soßen in herrlich schlammiger Konsitenz abgedeckt wurden. Wenn man sich von jedem Topf etwas auf den Teller schaufelt, dann sieht das nicht nur lecker aus, sondern ist es auch. Als Sättigungsbeilagen fungieren Mischfrischgemüse und Basmatireis. Am Ende sind wir gut durchgesättigt und ordern ein Verdauungsschnäpschen. Was wir bekommen, sieht von weitem fast aus wie Eierlikör, ist aber ein Mangoschnaps, über den wir gern einen Moment interessiert diskutieren. Aber schon erreicht uns der Nachtisch, er heißt im Original Gulab Jamun (bitte schreiben Sie seinen Namen so: गुलाब जामुन). Lecker süß ist er und lädt zum Synchronessen ein.

Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir hier erleben durften, daher darf sich Jaskaranjt Singh über unser Prüfsiegel freuen und erklärt sofort, dass er es gerahmt aufhängen wird. Dann plaudern wir mit den Stammgästen Mustafa Ghuiam, Bhupinder Singh und Ahmed Iqbal. Sie versichern uns, dass sie aus Indien stammen und gern im Ambar einkehren, weil die Speisen hier wirklich typisch indisch seien. Ein deutlicher Beweis, dass Bielefeld die Hand am gastronomischen Puls der Welt hat. Darauf ein gut gekühltes Mangoschnäpschen!

—> Ambar, Herforder Straße 42, 33602 Bielefeld

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Indien – mitten in Bielefeld

Wirtin Heike Miculins mit Khan Aman, Subhindu Maity, Kahn Kaleem und Herr Marghub

Haben Sie schon einmal eine Reise nach Indien unternommen? Sowas dauert. Aber Sie können sich die Mühen einer langen Reise ersparen, denn in Bielefeld gibt es das Kohinoor. Ein Restaurant mit original indischen Spezialitäten, das seit 25 Jahren in unserer Stadt lebt. Wir sind allerdings heute zum ersten Mal hier – und enorm gespannt, was uns erwartet! Der Gastraum ist groß, aber durch unaufdringliche Trennwände geschickt aufgeteilt, so dass sich die Gäste nicht wie in einer Großraummensa fühlen müssen. Fast nur Frauen sind heute eingekehrt, und erfreulich dezent tröpfelt eine Musik sanft aus den Lautsprechern.

Nun wird unser Tisch beliefert und sofort ist klar: Hier isst das Auge mit. Farbenfrohe indische Speisen in verschiedenen Varianten, die sämtlich mit Reis serviert werden, lassen uns staunen. Für Sie haben wir getestet: Gegrillte Hühnerfiletstücke mit weißem Curry, Nüssen, Joghurt und Sahne. Hühnerfiletstücke mit Spinat, Zwiebeln und Bockshornkleeblättern. Filetstücke vom Rind mit Zwiebeln und Tomaten in einer Karahi-Pfanne zubereitet. Marinierte Hühnerfiletstücke mit geriebenen Nüssen im Tandor gegrillt und mit Tikkasoße serviert. Hühnerfiletstücke mit frischen Ingverstreifen gebraten und in pikanter Soße serviert. Wie hört sich das an? Genau so schmeckt es auch – super! Wir sind verzückt und lecken brav alle Teller blank. Selbst der Nachtisch ist original indisch. Und als uns am Ende ein feiner indischer Rum von Heike Miculins serviert wird, ist unsere Zufriedenheit vollendet. Indien, wir kommen bald wieder!

—> Kohinoor, Neustädter Straße 25, 33602 Bielefeld

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