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09. Nov 2017

Der Dorf-Bestatter

Wohnt in der Altstadt: Johann Felix Schormann

Wohnt in der Altstadt: Johann Felix Schormann

Tod, Trauer, Beerdigung – damit möchte man als Sterblicher lieber nichts zu tun haben. Bei Familie Schormann ist das anders, hier gehören die drei schweren Worte seit sechs Generationen zum Alltag. „Bestattungen“ ist an dem kleinen Haus zu lesen, wo uns Johann Felix Schormann in einen stillen Besprechungsraum geleitet. Vor zwei Jahren hat er den Traditionsbetrieb vom Vater übernommen. 25 Jahre lang, sagt der 35-Jährige, sei er in den Beruf hineingewachsen. Nun ist er Diplom-Kaufmann und Bestattungsmeister zugleich. Der Gründervater, Johann Friedrich Schormann, eröffnete 1838 am Rande der Altstadt eine Tischlerei mit Sargmagazin. Den Beruf des Bestatters gab es damals noch nicht. „Heute ist der Bestatter“, stellt unser Gastgeber klar, „nicht auf den Verkauf von Särgen reduzierbar.“ Und er betont: „Alle Wünsche, die Angehörige haben, werden von uns verwirklicht.“ Wie den Verstorbenen noch einmal nach Hause zu bringen, damit die Familie am vertrauten Ort eine gemeinsam Zeit des Abschiedes verbringen kann. Auch zeige sich die Individualisierung des Lebens bei Bestattungen, indem Särge heute oftmals von den Trauernden persönlich bemalt werden. Zur Ausbildung des Bestatters gehören auch die unterschiedlichen Riten und Bräuche anderer Kulturen. „Auf dem Friedhof funktioniert die Integration gut“, lobt der Fachmann, „die hiesige Gedenkkultur wird akzeptiert wie sie ist.“

Johann Felix Schormann ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit liebt er selbst gemachten Sport – heute Volleyball, früher Fußball. Seit dem 8. Lebensjahr ist er Mitglied bei Arminia, sein viertes Abifach war Fußball. Gern nimmt er seine beiden Kinderchen mit auf die Alm.

Zum Beruf eines Bestatters gehört die 24-stündige Erreichbarkeit. „Meine Oma“, erinnert sich Johann Felix Schormann schmunzelnd, „durfte nicht weiter weg, als das Telefonkabel lang war.“ Heute bleibt das Mobiltelefons auch nachts in Habachtstellung. Gelegentlich hat er Schulklassen oder Konfirmanden zu Besuch. Dann gibt es viel zu besprechen und zu erklären. So wie heute bei uns. Wir danken dem freundlichen Mann, dass er uns alle Fragen beantwortet hat. Und wir sind gespannt, ob eines Tages die siebte Generation die Arbeit übernimmt.

—> Schormann Bestattungen, Oberntorwall 12B, 33602 Bielefeld

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