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19. Dez 2012

Famose Qualität in vierter Generation

Chefkoch Norbert Gillner mit den Wirtsleuten Susanne und Thomas Bartsch

Chefkoch Norbert Gillner mit den Wirtsleuten Susanne und Thomas Bartsch

Das Restaurant Bartsch besteht seit 1897 und wird in vierter Generation von den Geschwistern Susanne und Thomas Bartsch betrieben. Die Küche, die Kegelbahn, die Zapfgeschwindigkeit – alles hat einen derart guten Ruf in Bielefeld, dass die Gaststube immer bestens gefüllt ist. Mit Glück haben wir heute den letzten freien Tisch erobert und eröffnen die Tafel mit einem Wurstebrei der Meisterklasse. Astrein abgerundet durch sauer eingelegte Gemüseschätze. Nun testen wir die Göttergabe Grünkohl, und zwar in der Variante 1 mit Blutwurst sowie in der Variante 2 ohne Blutwurst. Beide Varianten lösen Glücksgefühle aus, die nicht enden wollen. Herrlich auch die dazu bestens passenden Röstkartoffeln. Große Verzückung erzeugt außerdem das mit Schinken und Käse gefüllte Schnitzel, kurz: Cordon bleu. Auf unseren Wunsch werden dazu schöne Pommes serviert. Und ein hübsch lächelnder Mischsalat steht plötzlich auch noch vor uns. Weil er mit Sellerie angereichert ist, vergeben wir Extrapunkte. Zum menschenfreundlichen Schnitzel „Jäger-Art” mit frischer Champignonrahmsauce lassen wir uns erneut eine Portion von den feinen Bratkartöffelchen reichen. Einfach zu lecker sind die Dinger. Am Nachbartisch hören wir wiederholt ebenso sanfte wie zufriedene Kaugeräusche, so dass wir abschließend notieren: Bartsch macht alle glücklich.

Doch im Hause Bartsch wird das Glück noch weiter gesteigert. Chefkellnerin Petra Berg fährt ein famoses Nachtischsortiment auf, bei dem unsere Knie weich werden. Kaum haben wir auch das bewältigt, erscheint Wirtin Susanne Bartsch mit einer wunderbaren Trage Bommi mit Pflaume. Spätestens jetzt wissen wir: Genau so muss es im Schlaraffenland zugehen. Allerdings trifft uns das Glück nicht ganz unvorbereitet. Immerhin sind wir 2008 schon einmal hier gewesen. Unvergessen unser fröhliches Kegeln, das wir damals im Bartsch-Keller mit Inbrust betrieben haben. Schön zu sehen, dass hier alles beim Alten geblieben ist. Danke für den herrlichen Abend!

—> Restaurant Bartsch, Viktoriastraße 54, 33602 Bielefeld

4 Comments

  1. DH

    Aus einer letztlich unerklärlichen Scheu gegenüber Restaurants mit Kegelbahnen oder gar BUNDESkegelbahnen heraus wagte ich mich erst nach dieser fulminanten Empfehlung zu Bartsch. Kaum eingetreten, fiel sofort eine astreine Skatrunde bereits hocherhitzter älterer Herren ins Auge. Später fand sich eine illustre Runde noch weit älterer Herren an der Theke ein, um sich nach einigen Bierchen zur Kegelbahn zu verziehen. Fazit bis dato: Man senkt als solider Mittvierziger den Altersschnitt um ca. 20-30 Jahre und wird ebenso kurz wie verblüfft verstummend von den Stammgästen beäugt (eine Fremde! eine FRAU!?), bevor das beruhigende Gemurmel gemütlicher Stammkneipen wieder einsetzt. Dann kommt das Essen – und das Jägerschnitzel ist in der Tat sehr fein. Meinem norddeutschen Begleiter und großem Freund von Sergio-Leone-Filmen präsentierte sich in der Gestalt des Wirts dann auch die vielberufene ostwestfälische Gesprächigkeit: Auf mein Lob seines vorzüglichen Essens meinte Thomas Bartsch knapp unbewegten Gesichts: „Muss sein.“ Eben!

    1. Bielefelder Flaneure

      Wie immer: Danke für Ihren Bericht! Aber beim nächsten Mal versäumen Sie nicht, die Kegelbahn zu benutzen, gell?

  2. DH

    Aber sowas von 8 ums Vorderholz, meine Herren!

  3. Anna Bartsch

    Die überdosierte Zapfgeschwindigkeit betrachte ich auch noch nach Jahren als himmlisches Wunder. Gerade dann, wenn man 5 Essen auf 33 Tellern dem glücklichem Gast bringen darf – gerade dann – sind all‘ die goldenen mit Schaumkronen veredelten Getränke startklar und die Küchenhilfe schreit laut: „das frisch gespülte Geschirr muss abgeholt werden“.

    Glanzleistung der Chefkellnerin und hervorragendes Organisationstalent der Zapferin. Bravo – bravisimo

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