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16. Jan 2008

Zum Jahresauftakt: Eine Expedition in den Bergforst

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Braten, kochen, würzen – Frau Jasna Omrćen beherrscht die Kunst eines edlen Handwerks

Dunkel ist die Nacht. Hohe Bäume säumen den Weg. Über endlose Windungen schraubt sich unser elegantes Kraftfahrzeug durch den heimischen Bergforst, und wir haben nur ein Ziel: Heute essen wir im Wald. Hoch droben auf dem Kamm, der natürlichen Grenze zwischen Bielefeld und dem Steinhagener Land, bietet eine einsame Waldklause dem Wanderer Getränke, Nahrung und elektrisches Licht. Hier wollen wir friedlich einkehren.

Wir öffnen die Wirtshaustür und betreten ein schmuckes Wohnzimmer. Milde Feierabendmusik aus grundsoliden WDR 4-Beständen sorgt für eine gelungene Grundierung. Gern werfen wir unsere hungrigen Blicke in die nobel gestaltete Speisekarte, doch ach, die Auswahl fällt schwer, zu viele Schmackhaftigkeiten lauern auf den willigen Hungergast. Nach sorgfältigem Prüfen & Wägen bestellen wir beim höflichen Kellner Sylvester Omrćen ein gediegenes Sortiment Fleischspeisen & Mischsalate. Nun schauen wir uns um: Hotelgäste sitzen launig beim Abendmahl, fremde Sprachen umschwirren unsere ostwestfälischen Ohren, und der fleißige Wirtsneffe Sylvester Omrćen hat gut was zu laufen und zu bringen, denn die Gäste sind offenbar von der Großfamilie Nimmersatt.

Und dann passiert’s – Glücksbringer Sylvester Omrćen serviert gekonnt unsere bestellten Nahrungsmittel: Jägertoast im Zwillingspack mit reichlich Frischpilzchen plus Leckerwürze sowie Zigeunerschnitzel mit Knusperpommes, Buntgemüse und Zaubersoße und drei Schweinchen-Medallions mit Bratkartoffeln und einem prima Gestrüpp aus Röstzwiebeln. Auweia, uns wird ganz schummrig vor lauter Wohlbefinden, denn die Speisen sind bestens angerichtet. Wir bringen ein dreifach’ Flaneure-Lob aus auf Jasna Omrćen, der Köchin unseres heutigen Abendmahls! Sie hat ihr wohltätiges Handwerk, so dürfen wir erfahren, als Familientradition verinnerlicht, aber auch per Lehrberuf erworben. Wirt Marco Omrćen zeigt sich angemessen zufrieden mit der Arbeit der Ehefrau seines kellnernden Neffen. 1962 kam Marco Omrćen aus Dalmatien nach Bielefeld, seit 1970 ist er selbständiger Gastronom, seit 19 Jahren mit seinem Peter auf’m Berge. Der Hauptumsatz wird an den Wochenenden gemacht, wenn die Wanderer aus Bielefeld den Berg raufkraxeln und dann Kaffee & Kuchen & anderes als Belohnung für ihre Bergtour suchen. Aber wegen des Lappenpickerts, wird uns wiederholt versichert, kommen sogar Gäste aus den USA angereist. Hört, hört!

Dass uns heute ein klassischer Familienbetrieb aufgenommen hat, zeigt auch die Anwesenheit von Tante Loi Dujmić. Jahrzehntelang hat sie in Stuttgart die Gastronomie beim traditionsreichen Tennisclub Ameisenberg geführt, und nun kommt sie gelegentlich in den Teutoburger Wald, um ihren lieben Familienangehörigen zur gastronomischen Hand zu gehen. Uns kredenzt die sympathische Frau voller Fürsorge und zu mitternächtlicher Stunde betörende schwäbische Apfelküchle mit Vanilleeis und Sahne, dass unsere Gaumen erzittern. „Prädikat: vorzüglich!“ können wir nur noch hauchen und gehören ab jetzt zu ihrem Fanclub.

—> Peter auf ‚m Berge, Bergstraße 45, 33619 Bielefeld

5 Comments

  1. W.B. (Gast)

    Beim Lesen bekommt man hier aber großen Hunger!

  2. rosmarin

    yep… da haben wir im sommer herrlich draußen gesessen und lecker gespeist. ich hoffe im kommenden sommer gibts auch diese wunderbar aussehenden schwäbischen apfeldingens
    *sabbert*

  3. TUX (Gast)

    🙂

  4. Mischa (Gast)

    Wie spricht man denn den Namen aus???

  5. textexter (Gast)

    Und gut Pickert essen ist da. Wenn man die Höhen der Hünenburg erklommen und den Drecksplatz unter TV-Turm besichtigt hat, ist´s eine Wohltat, dort einzukehren.

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