Blog

18. Nov 2008

Bielefelder Goldstück griechischer Art: Pallas Athene (inzwischen Geschichte)

Spiros_und_Panagiota
Effektive Arbeitsteilung: Spiros Christodoulou (serviert) & Panagiota Christodoulou (kocht)

>>Prolog<<
Vor einiger Zeit notierte ein NW-Redakteur
mit ehrfürchtiger Konnotation, das Pallas Athene sei
„von der Zeitschrift Feinschmecker gelobt“ worden.
Doch davon lassen wir uns nicht abschrecken.
Wir gehen trotzdem hin. Und bilden uns ein eigenes Urteil.
Denn wir sind die Bielefelder Flaneure.

>>Hauptteil<<
Als Gäste haben wir heute drei besonders reizende Bürgerinnen der Volksrepublik China eingeladen. Die sympathischen Damen Lan, Jinhung und Jinmei haben nicht nur wohlklingende Namen, sondern auch umfangreichen Appetit auf europäische Delikatessen angemeldet. Auf den ersten Durst kann man natürlich auch hier ein Bierchen zwitschern, aber wir raten dann doch zu einem verträumten Blick in die Pallas Athene-eigene Weinecke, denn hier lagern erstaunliche Köstlichkeiten.

Als Start wird uns ein kleines Unterhaltungsprogramm serviert, mit hauseigenem Brot und geschmackvollen Salben plus ehrlichem Olivenöl. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, denn schnell können solche Spielereien zu einer schleichenden Vorsättigung verführen. Aber nun wird’s auch schon ernst, denn Gökhan Özcan fährt die ersten Speisen auf und Koral Hamdulla fährt sogar beidhändig auf. Was die beiden durchtrainierten Lastenträger aus der Küche heranschaffen, entlockt uns so manches Ah! und Oh!, so fein geformt, verziert und ziseliert ist jedes Portiönchen und so gut schmeckt es dann auch. So geht es den ganzen lieben langen Abend, ständig wird uns der Tisch neu vollgestellt, mal mit lustigen Vorspeisen, mal mit filigranen Zwischenspeisen, mal mit bunten Hauptspeisen. Und nie weiß man, wo man zu erst reinbeißen soll – in die Garnelen, in die Hähnchenspieße, in die …? Ach, es ist ein einziges Schlemmerleid. Auch gibt es das Tomatensüppchen mit Schafskäse sowie den Jogurtnachtisch mit Vitaminkugel, die uns ebenfalls beide sehr glücklich stimmen. Kurzum: Hier nehmen die Verzückungen kein Ende. Welch hohen Standard die Gästebetreuung hat, kann man auch daran ermessen, dass Wirt Spiros Christodoulou die Raucher unter den Flaneuren vor der Tür unaufgefordert mit einem griechischen Feinaperitif aufsucht. Das ist wahre Fürsorge.

1970 kam Herr Christodoulou nach Bielefeld und arbeitete erstmal bei Dürkopp. Als der Betriebsschlosser dann seine Frau Panagiota kennen lernte, keimte in ihnen der Traum vom eigenen Restaurant auf. Seine Frau erlernte das goldene Handwerk der Köchin, und er das solide Geschäft des Restaurantfachmannes. Heut freut er sich, dass wir das Pallas Athene und die Kochkunst seiner Frau loben, selbstbewusst entgegnet er: „Wir sind der Prototyp für die griechische Küche in Deutschland.“ Ja, wir sind sehr geneigt, ihm zuzustimmen, wenn wir sehen, dass hier „die neue Essklasse“ entwickelt wurde: Mezedes lautet das Zauberwort, und es bedeutet nichts weiter als Häppchen – und die haben wir heute einmal alle komplett verköstigt.

>>Epilog<<
Wenn im Pallas Athene alles gegessen und möglichst viel getrunken ist,
dann bittet man Ouzo-Flambierer Koral Hamdulla,
kunstvoll den einen oder anderen Ouzo zu flambieren.
Das verschafft ein erstaunliches Geschmackserlebnis
und versiegelt bestens den Magen.
So wahr wir die Bielefelder Flaneure sind.

—> Pallas Athene, Arndtstraße 54, 33615 Bielefeld

5 Comments

  1. Nina (Gast)

    was ist schon ein lob der zeitschrift ‚feinschmecker‘ gegen eure auszeichnung?

  2. Bielefelder Flaneure

    REPLY:
    Genau, verehrte Frau Nina!

  3. teuto-card.de

    Super Tipp! 🙂

    Viele Grüße vom teuto-card-Team

  4. don yampi (Gast)

    ist wirklich ein (oder der?) Topgrieche in Bielefeld, Daumen hoch!

  5. ROMINIC

    Wir kennen die Familie und das Restaurant von der ersten Stunde an und sind immer wieder begeistert. Was Panagiota in der Küche zaubert und Spiros an Weinempfehlung vorlegt, eine wahre Kunst. Selbst der weiteste Weg lohnt sich um das Pallas Athene kennenzulernen und zu geniessen. Diese Art der griechischen Küche findet man in Deutschland nur sehr selten vor.
    Die Berichterstattung der Bielefelder Flaneure ist nicht übertrieben, sondern stellt das ganze Ambiente bestens dar.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.