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Im Grenzgebiet nach Lippe

Wirtin Rita Smart (Mitte) mit Chefkellnerin Jenny und Stammgast Franzisco

Wirtin Rita Smart (Mitte) mit Chefkellnerin Jenny und Stammgast Franzisco

Wo Bielefeld im Osten ans Lipperland stößt, im Niemandsland zwischen den Kulturen, da finden wir den Meerkotten. Seine gemütliche Gaststube bietet Platz für viele hungrige Gäste, und jeden zweiten Donnerstag im Monat, so erfahren wir erstaunt, ist hier sogar Hundestammtisch. Die Grenznähe zu Lippe demonstriert eine Vier-Wappen-Wand, sie zeigt die Wappen von Preußen und Lippe, aber auch die von Frischluft und Weltzeit. Wir beziehen einen rustikalen Tisch mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und lassen uns anfüttern. Als Starter gibt’s Thunfischsalat sowie delikate Fish and Chips. Alsdann bewundern wir das Bauernfrühstück à la Meerkotten, um uns schließlich einem schönen Schnitzelsortiment zu widmen. Mit Freuden verfuttern wir das Zwiebel-Schnitzel und das Puszta-Schnitzel sowie das Schnitzel mit Spiegelei und stöhnen dabei lustvoll auf. Auch die Bratkartoffeln sind sehr zu loben. Dazu wird Salat gereicht, der allerdings so lecker ist, dass er den Fototermin nicht erlebt.

Nach dem Essen wird uns die agile Wirtin Rita Smart noch sympathischer, denn sie stellt das Getränkesortiment des Hauses vor. Ein Branntwein lächelt lieblicher als der andere, so dass wir uns kurzerhand entschließen, alle zu genießen. Selbstverständlich unterziehen wir dem Branntwein einer Feuerprobe – und er besteht sie mit Bestnote. Dann lassen wir uns von Rita Smart durch den Kotten führen. Das historische Haus (errichtet 1755) verfügt über einen veritablen Lesesaal sowie gemütliche Nebenräume unterschiedlicher Größe. Rita Smart hat die Renovierung des Hauses mit eigener und Freundeskraft geleistet und dabei Hinterlassenschaften von Menschen gefunden, die einst hier gelebt haben. Einige dieser Fundstücke kann man in einer historischen Vitrine bewundern. Zu später Nachtstunde sagen wir dem Meerkotten Lebewohl und danken für die vorzügliche Gastfreundschaft am Rande des Bielefelder Universums.

—> Meerkotten, Bechterdisser Straße 147, 33699 Bielefeld

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Im Haus der Pfarrwitwen

Mit dem Wundertrunk Nordfeuer: Die Wirtsleute Flo und Herbert

Mit dem Wundertrunk Nordfeuer: Die Wirtsleute Flo und Herbert

In mildem Dunkel und fast farbenfroh präsentiert sich heute der Abend in Schildesche. Stumm führt uns eine Gasse zu einem Haus, das 1709 erbaut wurde. Einst sollen hier Pfarrwitwen und Holzschuhmacher gewohnt haben und einer davon, Johann-Dietrich Flachmann, besorgte sich 1857 eine Schankerlaubnis für dieses schöne Haus. Erbsenkrug nannte er seine Gaststube, und noch heute führen die Wirtsleute Flo und Herbert das Gasthaus unter diesem Namen. Auch bei den Innereien des Erbsenkrugs ist vieles beim Alten geblieben. In schönen Sitznischen entdecken wir zufriedene Gäste. Kein Wunder, denn Wirt Herbert Groß ist als Zapfer zweifellos ein Naturtalent.

Für die feste Nahrung ist Köchin Flo zuständig. Sie füttert uns mit zwei Süppchen an, mit einer Zwiebelsuppe und mit einer Huhnsuppe. Die tun gut und machen Lust auf gute Sülze und fröhlichen Wurstebrei. Auch Sonderwünsche werden perfekt erfüllt, wie das Spiegelei extra zur Sülze. Gut gebraten und gut gewürzt sind die Scheinelendchen, sekundiert von einem akuraten Mischsalat. Als Geschenk der Götter erweist sich der Grühnkohl mit Würsten, bereichert mit schönen Salzkartoffeln. Und irgendwie gab es auch noch astreine Bratkartoffeln, die wir aber vor lauter Verfressenheit vergessen haben, fotografisch zu bannen.

Nach dem Essen verwöhnt uns Köchin Floh weiter – mit wunderbarem Nordfeuer aus Lippetal-Hultrop. Der räumt den Magen auf und lässt uns den ganzen Abend nicht mehr los. Parallel müssen wir uns einer italienischen Flüssigkeit explorativ widmen, eine Prugna dolce wird im Holzschuh serviert und findet ebenfalls unser Gefallen. Der Erbsenkrug sei, so erklären uns Flo und Herbert lange nach Mitternacht, das älteste Gasthaus Bielefelds. Bei der Qualität – kein Wunder!

—> Erbsenkrug, Johannisstraße 11, 33611 Bielefeld

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800 Bielefelder Jahre in einem Buch

Autorenparty: Andreas Beaugrand mit zwei Festmetern "Stadtbuch Bielefeld 1214 - 2014"

Autorenparty: Andreas Beaugrand mit zwei Festmetern “Stadtbuch Bielefeld 1214 – 2014″

Jetzt kann der Bielefelder Geburtstag kommen, denn jetzt ist das hochoffizielle Geburtstagsbuch fertig. Die ersten 800 Jahre auf 1.024 großformatigen Seiten – eine historische Großtat! Herausgeber Prof. Dr. Andreas Beaugrand hat hierzu 127 Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Presse, Kultur, Politik und Wirtschaft vereint. Und bei Wirtschaft kommen natürlich wir ins Spiel. Mit anderen Worten: Logisch, dass der Buchbeitrag zur Bielefelder Gastronomie aus der Flaneur-Feder stammt. Allein schon deshalb empfielt sich der Erwerb des fulminanten Werkes. Außerdem gehört es sowieso unter jeden Bielefelder Weihnachtsbaum. Aufgrund seiner großartigen Arbeit ist Andreas Beaugrand ab heute Inhaber des Prüfsiegels Flaneur-geprüfter Herausgeber. Und nun kaufen Sie gefälligst alle das prächtige Buch! Ab Samstag im Handel.

Andreas Beaugrand (Hg.), Stadtbuch Bielefeld 1214-2014, BVA Bielefelder Verlag, 2013
Hardcover, Format 24 x 31 cm, vierfarbig, 1.024 Seiten, sechs Kilo Lebendgewicht
Preis: 69,95 Euro, ISBN: 978-3-87073-610-1

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Schildesche bei Nacht

Umgeben von glücklichen Gästen: Wirtin Gudrun Blechschmidt

Umgeben von glücklichen Gästen: Wirtin Gudrun Blechschmidt

Wir streifen durch menschenleere Gassen. Die Dunkelheit hat Schildesche fest im Griff. Offensichtlich wagt sich jetzt niemand mehr hinaus. Plötzlich – oh, Schreck! – befällt uns ein erheblicher Pilsdurst. Sind wir verloren? Nein, es gibt eine Retterin, ihr Name lautet Gudrun Blechschmidt. Herzlich nimmt uns die sympathische Frau in ihrer gemütliche Stube auf und mit frischem Zapfpils stillt sie unseren Durst. Außerdem steigert sie unseren Gemütlichkeitspegel mittels Musik, der durch entsprechende Bilder an den Wänden gehuldigt wird. Gut getroffen haben wir es hier, lautet unser Urteil und ordern entspannt die nächste Runde Frischpils.

Verführerisch lächeln bunte Münzautomaten durch den Raum, aber das interessiert heute niemanden. Die anwesenden Gäste stammen, so erfahren wir schnell, nicht aus dem Schildescher Biotop. Bayerische Mundart erkennen wir und stoßen gern an mit der netten Truppe von auswärts. Gudrun Blechschmidt führt ihre schöne Trinkstube nicht allein. Ihr zur Seite steht Bobby, der offensichtlich ein ganz Lieber ist. Als wir unser Wasser abschlagen müssen, werden wir am Urinal mit einem interessanten Sinnspruch unterhalten. Danach begutachten wir, was Gudrun Blechschmidts menschenfreundliches Flüssigkeitsreservoir sonst noch zu bieten hat. Unser Resümee: Diese Trinkstube hat Stil, Niveau und endlose Vorräte. Weshalb wir das Loblied anstimmen: “Schildescher Nächte sind lang!”

—> De Deele, Johannisstraße 36, 33611 Bielefeld

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Indien – mitten in Schildesche

Reiseleiter nach Indien: Wirt & Koch Tapan Dey mit Kopilot Punniyaratnam

Reiseleiter nach Indien: Wirt & Koch Tapan Dey mit Kopilot Punniyaratnam Nagrajah

Sanft breitet sich ein stiller Abend über Schildesche aus. Mit offenen Touristenaugen streifen wir durch das Bielefelder Dorf. Nicht ohne Staunen notieren wir, dass es hier recht viele Gaststuben gibt. Schließlich ködert uns der Eingang zum Namaste, denn hier werden indische Leckereien versprochen. Wir wählen einen Tisch in der Nähe eines gewissen Herrn Buddha, der möglicherweise eine gewisse Wächterfunktion innehat. Geräuschlos serviert Tapan Dey den drei belegten Tischen die gewünschten Getränke und verschwindet dann in die Küche, um mithilfe seines Kopiloten Punniyaratnam Nagrajah die gewünschten Speisen zu erschaffen. Hier wird alles frisch zubereitet, daher braucht es seine angemessene Zeit, bis uns die Speisen entgegenrollen.

Als Starter schlecken wir ein wohltemperiertes Tomatensüppchen mit Kokospüree. Danach treffen die Hauptgerichte ein, als da sind Palak Gosht, ein vorzügliches Lamm-Spinat-Gemisch sowie Murgh Masala, ein aromatisches Huhn-Ingwer-Konglomerat, aber auch Lamm Korma, das mild-cremige Kokos-Curry-Lamm-Gemenge und nicht zuletzt ein Reshmi Kabab, das in feiner Weise dem Huhn huldigt. Dazu erhalten wir Reis, der ausdrücklich als gelungen bezeichnet werden muss. Nach diesem prächtigen Abendmahl serviert uns Wirt und Koch Tapan Dey appetitliche Flüssigkeiten, die wohlklingende Namen tragen wie z.B. Linie Aquavit. Dabei entpuppt er sich als ebenso eloquenter wie interessanter Gesprächspartner zu den drei komplementären philosophischen Essenzen Gastfreundschaft, Gelassenheit und Nahrungsaufnahme. Am Ende verlassen wir das Namaste nicht nur körperlich gut gesättigt, sondern auch mental runderneuert. Schon seit 1992 führt Herr Tapan Dey sein Gasthaus – Schildesche hat’s richtig gut.

—> Namaste, Johannisstraße 36, 33611 Bielefeld

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