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Die wohlige Wonne der Fleischeslust

Haben uns einen ganzen Abend lang bestens versorgt: Irá, Kaluscha, Amela, Porto, Nuri

Haben uns einen ganzen Abend lang bestens versorgt: Irá, Kaluscha, Amela, Porto, Nuri

Heute sind wir in einem Bankgebäude zu Gast. Gut 100 Jahre ist es alt und blickt erhaben in die Bielefelder Nacht. Im Innern gibt es allerdings schon lange keine Bankiers mehr, hier regiert die lateinamerikanische Küche mit einem lebensfrohen Schwerpunkt auf Fleisch. Doch vor dem Genuss verabreicht uns die sympathische Chefserviererin Amela einen Kurzlehrgang über die zweifarbigen Tischkarten. Eine Seite ist grün – wenn wir die zeigen, wird uns ununterbrochen Nahrung geliefert. Die andere Seite ist rot – wenn wir die zeigen, stoppt die Zufuhr. Nur die Vorspeisen muss man sich selbst holen. “Das fängt aber gut an”, raunt Christian Bode beim Anblick des Vorspeisenbuffets und langt beherzt zu. Herr Bode, unser heutiger Flaneurgast, ist gemeinhin als “Der Herr der Karten” bekannt, denn er bringt immer wieder die wunderbaren Flaneurkarten unter’s Volk. Heute schenkt uns der diplomierte Mathematiker einen prächtigen Vortrag über die Kontinuumshypothese, was Irá, den agilen und gut gelaunten Kellner, allerdings nicht davon abhält, immer wieder Fleischspieße an unseren Tisch zu transportieren und davon wohlschmeckende Stücke für uns abzuschneiden. So wandert ein Spieß nach dem anderen an unseren Tisch, und immer neue Fleischvariationen lassen uns lustvoll aufstöhnen. Gutes Fleisch, gut zubereitet und im Übermaß serviert – so geht Schlaraffenland!

Nach dieser wunderbaren und schier endlosen Völlerei lassen wir uns Zuckerrohrschnaps reichen. Der schafft gute Stimmung sowie Platz im Bauchraum, den wir sogleich mit Nachtisch füllen. Dabei bevorzugen wir bezaubernde Crème brûlée und erstaunliche Mousse au chocolat. Auch hier beweist Herr Bode vorbildliche Esserqualitäten, so dass wir ihn erneut sehr loben. Am Ende laden wir den guten Mann auf einen schönen Schlürschluck in die nahegelegene Traditionstrinkstube “bei Taki” ein, wo er sogleich von Wirt Alex persönlich betreut wird. Aber davon berichten wir ein andermal. Vielleicht.

—> Rodizio, Herforder Straße 26-28, 33602 Bielefeld

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Hochgenuss dank Knossos-Schnitzel (inzwischen Geschichte)

Unser großer Dank gilt Koch Epaminondas Melabiotis und Serviererin Beata Milberg

Unser großer Dank gilt Koch Epaminondas Melabiotis und Serviererin Beata Milberg

Schwarze Nacht liegt über der Jöllenbecker Straße und wir sind auf der Suche nach Nahrung. Soeben haben wir die Apfelstraße passiert, da leuchtet uns ein guter Stern. Knossos heißt die Futterkrippe, die uns aufnimmt. Wir platzieren uns an der geräumigen Theke, wo Beata Milberg vorzügliche Freundlichkeit und schönes Pilsbier austeilt. Der musikalische Raumklang pendelt zwischen griechischer Freude am Leben und ehrlichem WDR-4-Menü: “Gutes bleibt”. Für das Abendmahl wechseln wir zu einem prächtigen Hochtisch, der von zwei topaktuellen Spielautomaten flankiert wird, die einzelne Gäste gelegentlich versonnen bespielen.

Nun aber trägt Beata Milberg auf. Sie startet mit einem astreinen Vorspeisenteller, der uns schmatzen lässt. Alsdann serviert die charmante Frau seriöse Schnitzel mit würzigen Champignons. Die Schnitzel sind erstaunlich üppig und schmecken großartig. Dazu gesellen sich einwandfreier Bauernsalat sowie ausgezeichnete griechische Kartoffeln. Nun gestaltet sich jeder sein Schnitzel individuell: ob mit Pommes oder mit Bauernsalat oder mit griechischen Kartoffeln – immer sind sie ein Genuss! Am Ende dieser wunderbaren Völlerei bitten wir den Koch an unseren Tisch. Sein Name ist Epaminondas Melabiotis, und wir danken ihm sehr für das, was er uns angetan hat. Bei der folgenden Plauderei erfahren wir, dass er einst als so genannter Gastarbeiter nach Bielefeld gekommen ist. Bei Dürkopp hat er damals gearbeitet, aber schon 1983 wechselte er zur Gastronomie, der er seither die Treue gehalten hat. Am Ende lässt uns Herr Melabiotis von seinem vielsternigen griechischen Weinbrand naschen – einen extraweichen Metaxa, an dem man sich gut festtrinken kann.

Auf dem Weg zum Abort entdeckt unser Herr Sölter, der stadtbekannte Genussraucher, voller Glück einen historischen Zigarettenautomaten. Grundsolide Automatentechnik in geradlinigem Retro-Look, lautet seine Einschätzung und wir beratschlagen, ob wir den Automaten für ein noch zu gründendes Bielefelder Flaneurmuseum sichern sollten. Doch das fragen wir Herrn Melabiotis erst bei unserem nächsten Besuch. Zum Beispiel an einem der Wochenenden, wenn hier griechische Livemusik aufspielt. Wer wollte sich das entgehen lassen!

—> Knossos, Jöllenbecker Straße 141, 33613 Bielefeld

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Quelle und seine Oase

In vierter Generation Dienst am Gast: Die Wirtsleute Andreas und Petra Büscher

In vierter Generation Dienst am Gast: Die Wirtsleute Andreas und Petra Büscher

Heute sind wir nach Quelle gereist. In einen Stadtteil also, von dem die Sage geht, er sei nur gegründet worden, damit genügsame Menschen einen Platz zum Schlafen finden. Doch das stimmt nicht, denn: Quelle hat sein Restraurant Büscher. 1884 wurde das Gasthaus Büscher gegründet und sogleich hat sich, so unsere sternklare Intuition, Quelle um seinen Gasthof herum gebildet. Genauso wie sich eine Oase um eine Quelle in der Wüste bildet. In vierter Generation führen die Wirtsleute Andreas und Petra Büscher ihr Haus und pflegen diese Vergangenheit durch ausschweifende Retrodeko mit Liebe zum Detail. Und das Licht wird noch mit der Hand angemacht.

Aber auch auf den Tellern findet sich nur Handarbeit. Als Vorspiel räckelt sich ein Gruß aus der Lachsterrine auf unseren Tellern. Dem folgt ein schönes Schäufele vom Uckermärker Bio-Rind mit Erbsencreme und Kartoffelchips. Das schmackhafte Schnitzel mit Rahmchampignons wird gleich im Doppelpack geliefert. Dazu gibt es astreine Bratkartoffeln, von denen man nicht genug bekommen kann. In der gleichen Liga spielt das Schnitzel auf geschmorten Zwiebeln. Hierzu gibt es Pommes, und zwar hausgemachte Pommes, die uns schwelgen lassen. Wir nennen es das große Pommesglück von Quelle. Sinnvoll flankiert von hausgemachtem Ketchup. Darauf folgt das Flank-Steak. In Frankreich ist es als Bavette bekannt und in Deutschland fast gar nicht, aber in Quelle wird es vom Wagyū-Rind serviert, von einer Rinderrasse japanischen Ursprungs also. Mit anderen Worten: Ein wunderbares Stück vom, wie man so hört, teuersten Hausrind der Welt liegt auf unserem Teller. Und es scheckt herzzerreißend gut. Aber nicht nur uns gefällt es hier gut. Wohin man auch schaut, lächeln uns zufriedene Gäste zu. Zum Abschied überrascht uns Andreas Büscher mit einem schönen Absacker (bitte den Namen wörtlich nehmen). Die kulturelle Bedeutung eines Absackers kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn was wäre der Abschluss eines schönen Abends ohne das letzte Prosit für den Heimweg? Genau.

—> Restaurant Büscher, Carl-Severing-Straße 136, 33649 Bielefeld

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Zum Pils bei Barbara und Erich

Jedes Pils solide Handarbeit: Zapfmeister Erich Kastner

Jedes Pils solide Handarbeit: Zapfmeister Erich Kastner

Traurig, aber wahr: Das Kneipensterben der letzten Jahrzehnte hat auch in Bielefeld böse Ernte gehalten. Noch vor 30 Jahren gab es in unserer Stadt 500 so genannte Eckkneipen. Und heute leben davon grad noch 10%. Eine dieser tapferen unkaputtbaren Trinkstuben ist die Ostschänke, und die ist nicht nur quicklebendig, sondern besitzt auch noch erstaunliche Heilkräfte. “Du brauchst weder Arzt noch Apotheke, stehst Du bei Barbara und Erich an der Theke”, verkündet ein Schild hoch über dem Tresen. Der lebende Beweis für diese kühne These sind Dirk, Andreas und Carmen. Mit dem Blick zufriedener Gäste versichern sie uns, dass sie aus medizinischen Gründen immer wieder gern an der Ostschänken-Theke verweilen. Und in der Tat – sie sehen tatsächlich kerngesund aus.

Getreu dem Genießermotto “Flaschenbier kann man auch zu Hause trinken” lassen wir uns von Zapfmeister Erich Kastner frisches Zapfgut in der Pilstulpe servieren. Dabei blicken wir auf die Beamerleinwand, wo der aktuelle Fußballblockbuster abgeht. Erich Kastner, der gebürtige Dortmunder, ist bekennender Borussia-Fan. Aber er zeigt auch ein Herz für Arminia. In der Halbzeit bestaunen wir die Fotos an den Wänden. Sie dokumentieren ein reges Treiben in der Ostschänke. Ob Karneval oder Grünkohlfuttern, hier findet regelmäßig ausgelassene Geselligkeit statt. Wer heute leider fehlt, ist Wirtin Barbara Frys. Sie hätten wir auch gern kennengelernt. Aber egal, dann kommen wir halt noch mal wieder. Prösterchen, Ostschänke!

—> Zur Ostschänke, Oldentruper Straße 8, 33604 Bielefeld

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Sechs Jahre Bielefelder Flaneure

Extra schön: Unsere diesjährige Geburtstagskarte für Bielefeld

Extra schön: Unsere diesjährige Geburtstagskarte für Bielefeld

Aus Anlass unseres sechsten Dienstjubiläums werden wieder prima Flaneurkarten in Bielefelder Gaststuben verteilt. Natürlich gratis, und mit Informationen ausgestattet, die beweisen: Flaneur-Karten machen klüger.

—> Unser Gruß des Tages gilt dem wunderbaren Movin Verlag und Frau Diana Hildebrandt.

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Die Bielefelder Flaneure freuen sich über die Hilfe von:


netzperfekt, Internetagentur in Bielefeld


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