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Vorgewärmte Grappagläser

Mit Strada-Aura: Gast Corinna Klegrewe, Wirt Oleg Kosarev und Köchin Tina Dollberg

Mit Strada-Aura: Gast Corinna Klegrewe, Wirt Oleg Kosarev und Köchin Tina Dollberg

Heute sind wir zum zweiten Mal im Strada. Beim ersten Besuch standen wir vor vollbesetztem Haus und mussten uns wieder trollen. Doch heute haben wir einen Tisch reserviert und das war klug, denn ohne diese Maßnahme wären wir erneut vergeblich gekommen. Was macht das kleine Gasthaus nur so beliebt? Die verwinkelten Stuben mit ihrer solitären Deko? Die Freundlichkeit der Wirtsleute? Oder das Essen, was wir noch nicht kennen? Ein guter Grund zur Einkehr ist schon mal – das stellen wir schnell fest – der Vorspeisenteller. Er ist erfreulich schmackhaft und sehr wohlgeraten. Dazu wird frisches Brot mit feinen Salben gereicht. Auf diese Weise schon gut angefixt lassen wir uns von Wirt Oleg Kosarev die Tageskarte präsentieren und wählen das Schweinchen. Seine Erkennungsmerkmale: Zartes Fleisch, wohlschmeckende Soße und prima Patatas. Optisch ein Gedicht mit vier Strophen. Desweiteren kosten wir eine mediterrane Reispfanne mit Huhnfleisch und Garnelen, die uns komplett zufrieden stellt. Danach präsentiert uns Wirt Oleg Kosarev seine schöne Grappa und wir müssen lobend feststellen, dass der kluge Mann die Grappagläser anwärmt. Dafür erntet er unser kollektives Schulterklopfen. Und als er uns dann noch mit einem sehr guten Espresso überrascht, verstehen wir endgültig, warum das Strada so beliebt ist. Am Ende bittet uns Oleg Kosarev doch recht bald wiederzukommen, denn leider sei heute sein Kowirt Denis nicht anwesend. Wird gemacht. Bitte schon mal die Grappagläser vorwärmen!

Strada No.4, Siechenmarschstraße 4, 33615 Bielefeld

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Unser Geschenk für digitalcourage

Unser Logovorschlag: d wie Datenschutz vereint mit c wie Courage

Unser Logovorschlag: d wie Datenschutz vereint mit c wie Courage

FoeBuD, der Verein für Bürgerrechte und Datenschutz, ist bundesweit bekannt als Ausrichter des deutschen Big Brother Awards. Zu seinem 25. Geburtstag hat sich der Verein (übrigens mit Sitz in Bielefeld) einen neuen Namen geschenkt: digitalcourage heißt er jetzt – aber: Es fehlt ein Logo. Also haben wir keinen Geringeren als Bielefelds berühmten Grafikdesigner Marcus Langer um Hilfe gebeten. Seinen Logovorschlag sehen Sie oben (und hier in Schwarz-weiß). Mal schauen, was die sympathischen FoeBuD-Gründer Rena Tangens und padeluun dazu sagen. Sollten sie wider Erwarten ein noch besseres Logo gefunden haben, dann nehmen wir Ihnen das natürlich nicht übel, sondern freuen uns, dass wir zum 25. Geburtstag ihres Vereins ein Geschenk überreichen konnten. Alles Gute und viel Erfolg weiterhin!

—> digitalcourage, Marktstraße 18, 33602 Bielefeld

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Schmerzfrei in guter Küche

Herz der Restrauration Bewekenhorn: Köchin Anne Gehring und Wirt Franz Schiche

Herz der Restrauration Bewekenhorn: Köchin Anne Gehring und Wirt Franz Schiche

Die Gaststube ist fast komplett belegt, aber – wie schön! – es herrscht kein Lärm. Emsig laufen die Kellner durch die Tischreihen und füllen jeden Tisch in angemessener Zeit. Auch uns bringt Schnellkellner Julian alles, was wir wollen. Das Abendmahl starten wir mit einem liebenswürdigenVorspeisenteller, der uns sofort viel Freude bereitet. Weil die Küche ein so genanntes Touristenmenü ausgelobt hat, werden wir neugierig. Wir geben uns als Touristen aus und erhalten sogleich als Vorsüppchen eine gut abgeschmeckte Linsensuppe. Es folgt ein ebenso üppiges wie gut geratenes Rahmgulasch mit Spätzle, an das sich ein schöner Bohnensalat andockt. Als Touristen erhalten wir sogar noch einen Nachtisch. Tiramisu geht bekanntlich immer und schmeckt obendrein auch noch fein. Außerhalb des Touristenmenüs naschen wir ein Kotelett mit Bratkartoffeln. Es schmeckt wie ein Kotelett schmecken sollte und sättigt nachhaltig.

Fünf Sorten Bier schenkt das Bewekenhorn aus, aber unser Henner bleibt so eisern bei einer Sorte, dass uns diese Tatsache ein hübsches Zeigebild Wert ist. Wirt Franz Schiche spendiert uns eine fröhliche Rutsche seines Edelbitters Schmerzfrei (Etikettaufschrift: Kein Arzneimittel!). Dieser Tropfen schmeckt ans ab dem zweiten Schluck so gut, dass wir ein extra lautstarkes Prosit Bewekenhorn ausrufen. Natürlich plaudern wir auch ausführlich mit Franz Schiche. Er berichtet uns aus seinen frühen Jahre im Casablanca. Und dass es hier Frikadellen gibt, wenn Arminia in der 1. Liga spielt. Und dass die Stühle im Gastraum sämtlich französische Bistrostühle aus den 1930er Jahren sind. Und die anderen Möbel und Lampen sämtlich original aus dem Nachkriegs-Bewekenhorn stammen, nur mit sanfter Hand renoviert. Von 1899 bis 1987 war hier, so weiß er außerdem zu erzählen, eine typische Eckkneipe. Zwei Schwestern und ein Bruder haben sie am Ende betrieben. Und seit 2001 ist er nun hier als Stadtteilversorger tätig.

Als wir die gastliche Stätte zu später Stunde verlassen, sehen wir ein Leuchten im Abenddunkel. Es stellt klar: Das Bewekenhorn hat eine gute Küche. Na prima, das ist doch mal ein schöner Abendstern!

—> Restauration Bewekenhorn, Stapenhorststraße 50, 33615 Bielefeld

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Im Haus der Riesenfrikadelle

Endlich Flaneur-geprüft: Sofia und Melana Kalpakidou vom Café Rempetiko

Endlich Flaneur-geprüft: Sofia und Melana Kalpakidou vom Café Rempetiko

Eine große Fensterfront präsentiert die Stapenhorststraße im Breitwandformat. Gut gelaunte Esser haben die Gaststube fast vollständig mit sich voll gemacht. Wie ein Wirbelwind muss Serviererin Melana Kalpakidou flitzen, um alle Mäuler just in time zu füllen. Arg viel hat die Arme zu tun, doch sie bleibt freundlich ohne jeden Verdruss. Hut ab!

Am Nebentisch kontaktieren wir ebenso kundige wie nette Rempetiko-Gäste. Mit ihren Speisetipps (sowie einem handverlesenen Blondienenwitz) geben sie uns wertvolle Lebenshilfe. Gemäß den Tipps starten wir mit einem großzügigen Vorspeisenteller, der durchaus für zwei Personen gut sein könnte. Ihm beigeordnet sind feine Hausbrötchen. Ausdrücklich warnen müssen wir vor der Riesenfrikadelle. Leider reicht unsere Fotografierkunst nicht aus, um die wahre Größe dieses Brockens zu dokumentieren. Aber glauben Sie uns: Das Ding sollten Sie nur bestellen, wenn Ihr Magen vollkommen ausgeräumt ist. Durch und durch liebreizend sind die frisch gebratenen Sardellen (hier anmutig präsentiert von unserem lieben Henner). Ausgezeichnet munden natürlich auch die süffigen Kartoffelspalten mit Knoblauchsauce.

Ganz lieb: Am Ende schenkt uns Sofia Kalpakidou eine Lage zweifach destillierten Pilavas ein und dann erfahren wir auch noch, was “Rempetiko” bedeutet. Das ist ein griechischer Musikstil, der von den Sorgen der einfachen Leute handelt. Er wird daher auch als der “griechische Blues” bezeichnet. Kein Wunder also, dass hier ein Musiker, in Form eines Wandgemäldes, über das Geschehen im Gastraum wacht. Denn ein paar Sorgen wird man hier ganz sicher los: Hunger, Durst und Einsamkeit.

—> Café Rempetiko, Stapenhorststraße 84, 33615 Bielefeld

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Der Bielefelder Jämmerling

Präzision am Tresen: Die Vermessung des Jämmerlings

Präzision am Tresen: Die Vermessung des Jämmerlings

Der Bielefelder Jämmerling ist ein kleiner Fisch aus der Familie der Sardellen. Sein Lebensraum ist ein mit Korn gefülltes Schnapsglas. Wahlweise auch Aquavit oder Linie. Bisher wurde sein Vorkommen nur im Heimathafen an der Stapenhorststraße nachgewiesen. Seine norddeutschen Verwandten bevölkern in Schwärmen die Gasthäuser an Nord- und Ostsee.

Kontaktaufnahme: Das Fischchen mit der Zunge in den Mund saugen, anschließend genussvoll kauen. Alsdann den Korn laaangsam nachfließen lassen. Sofort gehen Mineralien, Eiweißkorpuskel und Ölpartikel eine erstaunliche Geschmackssymbiose mit dem kühlen Branntwein ein. Für manche Landratten eine echte Herausforderung, für Bielefelder Flaneure eine der schönsten Varianten Fisch zu essen.

Wir danken Rouven Westmann Ridder für seinen wertvollen Hinweis.

—> Jämmerling im Heimathafen, Stapenhorststraße 78, 33615 Bielefeld

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