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09. Nov 2009

Leichenwäsche, Gruftkluft, Probeliegen in Bielefeld

Monika-Noller
Unsere Lieblingsbestatterin Monika Noller im hauseigenen Sarglager

Auch dieses Jahr macht der Herbst seine Sache wieder gut. Feucht und kalt sind die Nächte, die Tage kurz und grau. Da denkt man gern mal ans Sterben. Doch dem Tod real ins Auge zu blicken, ist etwas ganz anderes. Allein beim Gedanken an eine Leichenwäsche überkommt manchen ein kleiner Grusel. Ganz anders sieht das Monika Noller. Die sympathische Dame könnte auf den ersten Blick als Chefin eines englischen Gestüts im ZDF-Sonntagabendfilm durchgehen, doch ihre wahre Profession ist es, ihre Mitmenschen ordnungsgemäß unter die Erde zu bringen.

Natürlich ist sie auch bei trendy Feuerbestattungen firm und weist auf die Chance hin, dass Angehörige dem Brennvorgang nicht nur beiwohnen, sondern ihn auch durch Knopfdruck selbst in Gang setzen. Prima, so können lang gehegte Fegefeuerphantasien legal abgearbeitet werden. Beim Stichwort Gruftkluft gerät Monika Noller ins Schwärmen, so reichhaltig sind die Variationen beim letzten Hemd. Vom eher blassen Einteiler bis zur todschicken Einzelanfertigung ist alles am Markt. Doch die Verwandtschaft wählt meist die Privatkleidung und lässt den Erbonkel im allerbesten Anzug beisetzen. Immerhin hat er ihn stets zu besonderen Anlässen getragen, und der letzte Weg ist fraglos ein besonderer Anlass.

Wer eine Bestattung begleitet, die Monika Noller ausgerichtet hat, der wird Zeuge, dass die umsichtige Dame alles perfekt vorbereitet. Als wir kürzlich mit einer Trauergruppe über den Gottesacker schritten, öffnete sich der Himmel mit einem 1a Schnürregen und wir waren uns einig: Das passt. Still dankten wir Frau Noller auch dafür als wir später im Café Möller bei Schwarzwälder Kirschtorte und belegten Brötchen saßen.

—> Bestatterinnen Noller + Ziebell, August-Bebel-Str. 30 b, 33602 Bielefeld

11 Comments

  1. Bernd (Gast)

    Muß sich Bielefeld Sorgen um die Flaneure machen?

  2. M.T. (Gast)

    Das Repertoire der Flaneure ist unerschöpflich. Wohin gehts als nächstes?

  3. Hansi (Gast)

    Was hat denn Flanieren mit Bestattungen zu tun? Sorry, das find ich nicht vergnüglich, da vergeht mir der Appetit….

  4. AndreasK (Gast)

    Der Satz scheint den Zeitgeist getroffen zu haben … *räusper*

    1. Bielefelder Flaneure

      Tatsächlich geht es uns Flaneuren um Bielefeld insgesamt. Wer unser Weblog aufmerksam verfolgt, weiß, wen wir – außer Kneipen – sonst noch besucht haben, z.B. diese Bielefelder Institutionen (klick & scroll!). Da war ein Bestattungsinstitut einfach mal dran.

      Und gestorben wird leider immer. Schlimm ist es für die Hinterbliebenen. Wir wissen übrigens genau, wovon wir sprechen.

  5. Melanie T. (Gast)

    REPLY:
    „das find ich nicht vergnueglich“ –was solln der quatsch!
    gut so ihr flaneure
    sterben, friedhöfe, beerdigungen gehoeren auch zum leben dazu

  6. Hansi (Gast)

    REPLY:
    „“das find ich nicht vergnueglich“ –was solln der quatsch!
    gut so ihr flaneure
    sterben, friedhöfe, beerdigungen gehoeren auch zum leben dazu“

    Und was soll dieser Quatsch?

    Ob etwas vergnüglich ist oder zum Leben dazu gehört sind ja wohl zwei Paar Schuh. Auch Hämorrhoiden gehören zum Leben dazu.

    1. Bielefelder Flaneure

      Stimmt, Hämorrhoiden, ein echtes Volksthema. Danke für den Tipp, demnächst berichten wir also von unserem Besuch bei einem Bielefelder Proktologen.

  7. Teutonius (Gast)

    Praktisch denken – Särge schenken.

    1. Bielefelder Flaneure

      Und insoweit haben wir den ersten Hinweis der Saison auf das Weihnachtsfest

  8. Hendrik Stiewe (Gast)

    Der gute Undertaker TOM vom Bestatterweblog hat diesen Artikel im übrigen nun auch verlinkt 😉

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