Leichenwäsche, Gruftkluft, Probeliegen in Bielefeld

Unsere Lieblingsbestatterin Monika Noller im hauseigenen Sarglager
Auch dieses Jahr macht der Herbst seine Sache wieder gut. Feucht und kalt sind die Nächte, die Tage kurz und grau. Da denkt man gern mal ans Sterben. Doch dem Tod real ins Auge zu blicken, ist etwas ganz anderes. Allein beim Gedanken an eine Leichenwäsche überkommt manchen ein kleiner Grusel. Ganz anders sieht das Monika Noller. Die sympathische Dame könnte auf den ersten Blick als Chefin eines englischen Gestüts im ZDF-Sonntagabendfilm durchgehen, doch ihre wahre Profession ist es, ihre Mitmenschen ordnungsgemäß unter die Erde zu bringen.
Natürlich ist sie auch bei trendy Feuerbestattungen firm und weist auf die Chance hin, dass Angehörige dem Brennvorgang nicht nur beiwohnen, sondern ihn auch durch Knopfdruck selbst in Gang setzen. Prima, so können lang gehegte Fegefeuerphantasien legal abgearbeitet werden. Beim Stichwort Gruftkluft gerät Monika Noller ins Schwärmen, so reichhaltig sind die Variationen beim letzten Hemd. Vom eher blassen Einteiler bis zur todschicken Einzelanfertigung ist alles am Markt. Doch die Verwandtschaft wählt meist die Privatkleidung und lässt den Erbonkel im allerbesten Anzug beisetzen. Immerhin hat er ihn stets zu besonderen Anlässen getragen, und der letzte Weg ist fraglos ein besonderer Anlass.
Wer eine Bestattung begleitet, die Monika Noller ausgerichtet hat, der wird Zeuge, dass die umsichtige Dame alles perfekt vorbereitet. Als wir kürzlich mit einer Trauergruppe über den Gottesacker schritten, öffnete sich der Himmel mit einem 1a Schnürregen und wir waren uns einig: Das passt. Still dankten wir Frau Noller auch dafür als wir später im Café Möller bei Schwarzwälder Kirschtorte und belegten Brötchen saßen.
—> Bestatterinnen Noller + Ziebell, August-Bebel-Str. 30 b, 33602 Bielefeld


Bernd (Gast) 09. Nov 2009 23:58
Muß sich Bielefeld Sorgen um die Flaneure machen?
M.T. (Gast) 11. Nov 2009 08:40
Das Repertoire der Flaneure ist unerschöpflich. Wohin gehts als nächstes?
Hansi (Gast) 11. Nov 2009 11:51
Was hat denn Flanieren mit Bestattungen zu tun? Sorry, das find ich nicht vergnüglich, da vergeht mir der Appetit….
AndreasK (Gast) 11. Nov 2009 17:09
Der Satz scheint den Zeitgeist getroffen zu haben … *räusper*
Bielefelder Flaneure 11. Nov 2009 17:33
Tatsächlich geht es uns Flaneuren um Bielefeld insgesamt. Wer unser Weblog aufmerksam verfolgt, weiß, wen wir – außer Kneipen – sonst noch besucht haben, z.B. diese Bielefelder Institutionen (klick & scroll!). Da war ein Bestattungsinstitut einfach mal dran.
Und gestorben wird leider immer. Schlimm ist es für die Hinterbliebenen. Wir wissen übrigens genau, wovon wir sprechen.
Melanie T. (Gast) 12. Nov 2009 13:58
REPLY:
“das find ich nicht vergnueglich” –was solln der quatsch!
gut so ihr flaneure
sterben, friedhöfe, beerdigungen gehoeren auch zum leben dazu
Hansi (Gast) 12. Nov 2009 17:12
REPLY:
“”das find ich nicht vergnueglich” –was solln der quatsch!
gut so ihr flaneure
sterben, friedhöfe, beerdigungen gehoeren auch zum leben dazu”
Und was soll dieser Quatsch?
Ob etwas vergnüglich ist oder zum Leben dazu gehört sind ja wohl zwei Paar Schuh. Auch Hämorrhoiden gehören zum Leben dazu.
Bielefelder Flaneure 13. Nov 2009 22:23
Stimmt, Hämorrhoiden, ein echtes Volksthema. Danke für den Tipp, demnächst berichten wir also von unserem Besuch bei einem Bielefelder Proktologen.
Teutonius (Gast) 13. Nov 2009 10:53
Praktisch denken – Särge schenken.
Bielefelder Flaneure 13. Nov 2009 22:24
Und insoweit haben wir den ersten Hinweis der Saison auf das Weihnachtsfest
Hendrik Stiewe (Gast) 16. Nov 2009 11:29
Der gute Undertaker TOM vom Bestatterweblog hat diesen Artikel im übrigen nun auch verlinkt