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Eine wunderbare Zeitreise (Sonderbericht aus Steinhagen)
Heute ist ein Glückstag für unseren lieben Stahlbaron, denn vor ihm steht eine Hausmachersülze wie sie sein muss. Natürlich mit köstlichen Bratkartoffeln. Desweiteren lassen wir uns den Glücksbringer Hubertusschnitzel zuführen und vergreifen uns gern an einem Schnitzel nach Schweizer Art. Anschließend ergehen wir uns möglichst rücksichtslos an einer äußerst freundlichen Rindsroulade mit Rotkraut. Wunderbar, dieser inzwischen so selten gewordenen Speise wieder einmal begegnen zu dürfen. Und zum krönenden Abschluss ein Dessert, das bekanntlich immer geht: Eiscreme mit heißen Kirschen und Sahne. Große Zufriedenheit macht sich auch am Nachbartisch breit. Hier speisen Gäste aus Mazedonien, die im Quellental nächtigen.
Aber nun wenden wir uns den Wirtsleuten zu. Dabei wird uns die Ehre zuteil, an ihrem privaten Tisch Platz nehmen zu dürfen. Elegant schenkt Serviererin Megan Filip Eiskaltes ein (schöne Kurze, gefüllt mit gutem altem Steinhäger Urbrannt) während uns die Wirtsleute Margot und Hans-Herbert Vollmer aus ihrem reichen Berufsleben berichten. Ein Familienbetrieb, der von Generation zu Generation weitergegeben wurde und einst aus einem Bauernhof entstanden ist, das ist das Quellental. In den frühen 1950er Jahren wurde es prächtig hergerichtet und ist seither mit Bedacht in genau diesem Stil unverändert erhalten worden. Dann holt Hans-Herbert Vollmer die alten Gästebücher, die wir mit Begeisterung durchblättern dürfen. Einer der unzähligen Einträge (um nur ein Beispiel von hunderten zu nennen) stammt von Uwe Seeler. “Ein lieber Kerl”, erinnert sich Hans-Herbert Vollmer lächelnd. Ja, er hatte sie alle. Kein Star der vergangenen Jahrzehnte, der in Bielefeld und Umgebung zu tun hatte und nicht im Quellental eingekehrt wäre.
Ob großer Saal oder kleine Stuben, das Quellental ist mehr als nur ein elegantes Gasthaus, es ist ein wunderbares Museum, in dem man auch gut essen und trinken darf. Voller Begeisterung lassen wir uns von den Wirtsleuten die vielen verschiedenen Räume zeigen und ihre vielen kleinen Geschichten erklären. Mit leuchtenden Augen zeigt uns Margot Vollmer z.B. das Gastzimmer mit prächtiger Wurzelholzvertäfelung, gefertigt von einem Schiffbauer. Oder die wunderbare Kellnerkleidung aus längst verflossenen Zeiten. Unser lieber Henner lässt es sich nicht nehmen, sie einmal stolz getragen zu haben. Zu später Stunde verlassen wir schließlich voller Glück und Dankbarkeit das Quellental, und wir wissen, dass es ganz sicher nicht unser letzter Besuch gewesen sein wird.
—> Berghotel Quellental, Im Quellental 10, 33803 Steinhagen
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Ein guter Stern am Abendhimmel (Sonderbericht aus Oberbayern)
Heute sind wir in Oberbayern zu Gast. Vor der Abreise hatte uns Sauerland-Karl (der Mann mit dem weltweit größten Gastrowissen) eindringlichen ans Herz gelegt, wenn wir in der Nähe von Weilheim seien, müssten wir unbedingt im Goldenen Stern einkehren. Natürlich folgen wir seinem Rat – und reuen es nicht. Uns empfängt eine Gaststube von seltener historischer Qualität. Hier gibt es keinen Dekoschnickschnack, der so tut als ob, hier ist alles echt. Die Wände ziert ehrlicher Wandschmuck, und ein waidmännischer Sinnspruch leuchtet uns sogleich ein: Is d’ Kugel aus’m Lauf – halt’s koan Teufel mehr auf.
Schön was zu futtern bekommen wir auch. Sanft lappt das Schnitzel, das Bedienerin Gusti flott bringt, über den Tellerrand und gülden lächeln dazu die Bratkartoffeln. Wahrlich, eine gelungene Speise für hungrige Wanderer und ein prächtiger Anblick sowieso. Wer grad keine warme Speise mag, kann hier bedenkenlos Emmentaler mit Butter ordern. Zu diesem schönen Käseteller platziert Bedienerin Gusti erfreulich deftiges Brot, das später pro verzehrter Scheibe abgerechnet wird. Ebenfalls empfehlenswert ist das hausgemachte Geräucherte. Ein herzhafter Fleischteller zu dem ortsangemessene Brezn gereicht werden. Am Nebentisch beobachten wir zufriedene Gäste, die sich nach vollzogenem Abendmahl ein schönes Obstler-Prosit gönnen. Urig sei es hier, erklären sie uns, das locke sie immer wieder mal her.
Wirtin Anastasia (Kosename: Stasi) Wiedemann ist gestandene 83 Jahre alt. Der Großvater ihres Mannes, erklärt sie uns, habe den Goldenen Stern 1906 eröffnet. Als sie erfährt, dass wir aus Bielefeld angereist sind, lächelt sie. Ja, Bielefeld, davon habe ihre Tochter, die als Humanbiologin an einer bekannten US-Elite-Universität arbeite, kürzlich erzählt. Die Universität Bielefeld besitze nämlich ein hochmodernes Mikroskop, und das wolle die Tochter demnächst mal besuchen. Wir sind, ehrlich gesagt, ein wenig erstaunt, worüber sich Mutter und Tochter so alles austauschen.
Bedienerin Gusti ist übrigens nicht nur für’s Servieren zuständig, sie betätigt auch den Zapfhahn für uns. Der wohnt in einer kleinen Durchreiche des Tresens, mit Blick in die Gaststube. Wer sich auf den Weg zum Abort macht, passiert das Dienstbotenzimmer und wird dann, im Männerabort angekommen, mit einem Blick auf den hochidyllischen Hinterhof belohnt. Vor dem Gasthof findet sich ein überdachter Rauchertisch, der sogar Gemütlichkeit ausstrahlt. Neben dem Wirtshaus erwartet den durstigen Gast ein schöner Biergarten. Alles, was er sich wünscht, kann sich der Gast am Biergartenfenster abholen. Beachten Sie hierzu bitte die kundenfreundlichen Trittstufen unter dem Ausgabefenster! Leider-leider ist uns das Wetter für einen Biergartenbesuch nicht hold. Wir werden also – klare Sache! – irgenwann wiederkommen müssen, um das unverwechselbare Goldener-Stern-Flair auch im Outdoor-Einsatz genießen zu dürfen.
—> Zum Goldenen Stern, Marnbacher Straße 2, 82362 Deutenhausen
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Zum Wandertag nach Bad Hersfeld
Der Samstagnachmittag geht seinem Ende entgegen als wir nach zwei Stunden Fahrt Bad Hersfeld erreichen. Für einen kleinen Wochenendtrip haben wir uns dies Städtchen im Nordosten von Hessen ausgewählt, denn nach Beschaulichkeit und Natur steht uns der Sinn. Auf dem geräumigen Marktplatz parken wir unsere Limousine und finden sofort ein gemütliches Café. Melchior Coffee heißt es und bietet alles, was unser Touristenherz ersehnt: Guter Cappuccino, Leckerschmeckerkuchen und (wichtig!) gratis WLAN. Außerdem geht’s hier nett und fröhlich zu, so dass wir uns rasch einig sind: Dem Melchior-Team gehört unser Prüfsiegel!
Dann stromern wir durch die Stadt. Erstaunlich viele adrette Fachwerkhäuser lächeln uns an, aber am stärksten beeindruckt uns der Service eines Ladens für Haushaltswaren. Ein ganzes Schaufenster hat er ausdrücklich dem Schenken gewidmet, und zeigt dabei ein betörendes Sortiment von Hieb-, Stich- und Schusswaffen. Eine Nachbarstadt von Bad Hersfeld heißt Friedlos – besteht hier ein Zusammenhang? Uns egal, denn nunmehr haben wir akuten Abendhunger. Unter dem schmucken Hersfelder Rathaus entdecken wir den Ratskeller. Sogleich entpuppt er sich als Quell enorm schmackhafter Speisen. Ob die Medaillons vom Landschwein nach Jägerart oder der Ratsherrentopf oder das Pfannenschnitzel oder das … oder das… alles ist delikat. Daher verneigen wir uns in tiefer Dankbarkeit vor den Köchen Tino Schmidt und Mirco Dülsner. Und als wir am Ende den regionalen Kräuterlikör Aha! kennenlernen dürfen, steht für uns endgültig fest: Dem Rastkeller-Team gehört unser Prüfsiegel!
Zu fortgeschrittener Stunde verlassenen wir die gastliche Stube und fahnden nach einen hübschen Ort für den Tagesabschlusstrunk. Und da lockt auch schon eine geräumige Gaststube namens News Café. Viele Hersfelder haben sich hier eingefunden und trinken und lärmen dergestalt fröhlich, dass auch wir uns schnell wohl fühlen. Und zu allem Glück bedient uns auch noch Jana (möglicherweise Hersfelds netteste Servicekraft). Somit können wir den ersten Tag unserer kleinen Hersfeld-Reise mit einem zufriedenen Prosit ausklingen lassen.
Fremde, die in Bad Hersfeld gut schlafen wollen, beziehen am besten ein Fremdenzimmer im Haus Kromm. Auch das Frühstück ist hier zu loben. Gemeinsam mit Joan Meins, einer netten Dame, die hier ebenfalls genächtigt hat, nehmen wir es am Sonntagmorgen im Wohnzimmer von Herrn und Frau Kromm ein. Verständlich, dass sich Frau Meins am Ende gern mit den hochsympathischen Wirtsleuten fotografieren lässt (links mit Schal). Aber nun geht’s los! Auf, zum Wandertag in den hessischen Forst! Durch sanfte Wälder führt unser Weg, vorbei an Hersfelder Gemsen, und dann immer an der sanften Fulda entlang. So geht es ganze sechs Kilometer lang, und immer hochgradig naturverbunden. Freund Henner seufzt dabei versonnen, er sei seit vielen Jahren nicht mehr so viel gelaufen. Schließlich werden wir belohnt. Im Hersfelder Suburb Kohlhausen kehren wir in der fabelhaften Gaststätte Glebe zum Frühschoppen ein. Hier lacht dem Wanderer das kleine Erfrischungspils und die hausgemachte Bratwurst mit Pommes und Salat. Danach führt uns Juniorwirt Lothar Glebe in die Wissenschaft der lokalen Brände ein, so dass wir am Ende aufgrund von Zeitmangel auf den Rückmarsch verzichten müssen und uns stattdessen ein Taxi kommen lassen. Den Wirtsleuten Vater Helmut und Sohn Lothar Glebe gebührt unser immenser Dank für ihren optimalen Dienst am wandernden Gast.
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Sauerländischer Adventskranz – immer eine runde Sache
Von unserem Ausflug nach Iserlohn haben wir uns was Schönes mitgebracht.
Nun steht einem richtig festlichen 1. Advent nichts mehr im Wege. Wohlsein!
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Abends fein essen (Sonderbericht aus Cadenabbia)
Heute war ein wunderbarer Tag. Wir haben ausgedehnte Wanderungen unternommen und dabei Berggipfel erklommen, die uns mit erschreckend schönen Aussichten belohnt haben. Nun steht uns der Sinn nach einem feinem Abendschmaus, und da kommt uns das Restaurant Belle Isole genau richtig. Wer Niveau und Charakter zu schätzen weiß, fühlt sich im Hause der Familie Galli sofort wohl. Während Vater Domenico in der Küche fleißig ist, betreuen Mutter Liliana und Sohn Paolo die Gäste mit bemerkenswerter Höflichkeit. Ohne dabei künstlich oder gar klebrig zu wirken.
Als primo piatto wählen wir unisono die hausgemachten Tortellini – und wir sind begeistert! Lasziv räkelt sich die Pasta in einer erotischen Salbeibutter und schmeckt – vorsichtig formuliert – göttlich. Alsdann erhalten wir ein unglaublich sanftes Kotelett. Es ist derart sanft, dass wir Koch und Schwein gleichermaßen loben wollen. Nur unser verehrter Stahlbaron schert aus und lässt sich ein großartiges Pfeffersteak (medium) zuführen. Während er es verzehrt, ist sein Sprachzentrum gelähmt und seine Augen leuchten wie zwei Glücksdiamanten. Selbstverständlich erhalten wir zum secondo piatto ausreichend Rosmarinkartoffeln sowie Leckersalat und Naschgemüse. Die Familie Galli verfügt über ein ausgeklügeltes Weinsortiment, so dass uns zwischendurch ein Fläschchen eines sehr fruchtigen 2008er Bardolino liebkost, doch vornehmlich entscheiden wir uns für ein heimisches Bier, weil es unser Freund geworden ist. Und Freunden bleibt man treu.
Vater Galli, so berichtet er uns, hat 1961 in Köln mit dem Kochen begonnen. Noch gut kann er sich an den Dom erinnern und die umfangreichen Bauarbeiten, die an ihm vollzogen wurden. Inzwischen betreibt die Familie Galli schon 31 Jahre ihre erlesene Restauration am Ufer des Comer Sees. Übrigens wird sie im nächsten Jahr ein paar Häuser weiterziehen, dann wird das Restaurant durch ein feines Hotel ergänzt, Name: Albergo Villa La Mirabella. Die Renovierung des schönen alten Gebäudes ist schon in vollem Gange. Wir wünschen der Familie Galli viel Glück mit dem großen Plan.
Bevor wir heimkehren, begeben wir uns kurz zum Abort. Dort finden wir doch tatsächlich ein Bild von Osnabrück. Will es uns daran erinnern, dass unsere schönen Urlaubstage nun abgelaufen sind? Oder ist es ein Wink des Schicksals, als nächstes exotisches Reiseziel Osnabrück zu wählen? Schwierige Fragen, die wir bei der herrlichen Nachtwanderung zu unserem Hotel erörtern wollen. Und morgen, tja morgen fliegen wir heim.
–> Ristorante Belle Isole, Via Regina 25, 22011 Cadenabbia






