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Unsere Innenstadttierchen und ihre wirksame Hege

Tierschutz konkret: Eine der vielen innerstädtischen Futterstellen für Tauben und Ratten
Wie kaum eine andere Stadt liebt Bielefeld seine urbane Fauna. Auf Platz eins der Beliebtheits-Skala unserer frei lebenden Innenstadttierchen finden wir die possierlichen Wanderratten. Diese agilen Tiere klettern, schwimmen und tauchen hervorragend, und inzwischen kommen auf einen tierlieben Bielefelder vier hochgradig vermehrungspotente Ratten. Fachleute machen uns Hoffnung, dass die Bielefelder Rattenpopulation noch 2009 die Zwei-Millionen-Marke geknackt haben wird. (Guinness-Buch der Rekorde?) Bevorzugte Lebensräume sind der Siegfriedplatz (Wochenmarkt), das neue Bahnhofsviertel (Döner) sowie natürlich die Kinosäle („Ratatouille“, „Mäusejagd“). Fürsorgliche Bielefelder kümmern sich um eine angemessene Ernährung der drolligen Nager, indem sie in der Innenstadt ernährungsphysiologisch wertvolle Pizza- und Dönerreste hinterlassen. Nur so bleiben den lieben Tierchen tragische Mangelerscheinungen erspart.
Allerdings picken von diesen Rattenmahlzeiten auch unsere nicht minder beliebten Stadttauben ihre kleinen Portionen weg. Immerhin produziert eine Taube pro Jahr gut und gerne 15 Kilo Nasskot, da muss halt ständig was nachgepickt werden. Ein als Sauerland-Karl stadtbekannter Tierfreund sorgt in kreativer Weise für die Gesundheit unserer gefiederten Freunde. Zu Anfang eines jeden Quartals durchsucht er seinen umfangreichen Medikamentenschrank akribisch nach Pillen mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum. Auf diese Weise stellt er ein buntes Arrangement aus Antibiotika, Beta-Blockern und Antidepressiva zusammen, um es grob zerhackt und mit Vogelfutter durchmischt auf seiner Fensterbank an eine stets hungrige Taubenschar zu verfüttern. Hut ab vor dieser mustergültigen Gesundheitsprophylaxe auf hohem pharmazeutischem Niveau.
Versäumen Sie nicht unseren nächsten Bericht, wenn es womöglich heißt:
“Umweltschutz konkret – Marder erhöhen erfolgreich den Anteil des ruhenden Straßenverkehrs”
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Flaneure präsentieren historischen Beleg

Völlig überfordert, der Mann: Ob Weltkrieg, ob Holocaust – um alles musste sich Adolf Hitler selbst kümmern. Dies
historische Wissen haben wir Guido Knopp zu verdanken. Doch nun legen die Flaneure mit einem beeindruckenden
historischen Beleg nach. Ab 1933 galt in Bielefeld: Benutzung des Aufzugs “nur in Begleitung des Führers gestattet”!
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Tip-top Touristen-Tipp: Das ist unser Hauptbahnhof

Der schönste Bielefelder Hauptbahnhof der Welt
Alle zivilisatorischen Standards eines Bahnhofsvorplatzes finden sich vorm Bielefelder Hauptbahnhof: verschiedene Dönerstuben mit treuem Nachtservice, ein Bratwurstpavillion mit olfaktorisch virulenter Brutzelaura sowie Personen ohne erkennbare Reiseabsicht beim ambulanten Biergenuss. Der Bahnhof selbst ist berühmt für sein fürsorgliches Freizeit- und Genussmittelsortiment. Von überall her reisen Menschen an, um sich hier mit Kaffee (im faustgroßen Pappgefäß), mit Fluppen (solange noch legal) und mit Journalen (Geolino, Brigitte, Swinger-Magazin) zu versorgen. Zufrieden versammelt man sich dann vor der großen Anzeigetafel zum Public Viewing der aktuellen Verspätungs-Charts. Oho, sogar Fahrkarten kann man im Hauptbahnhof kaufen! Jedoch sind von acht Schaltern nur drei geöffnet. Auf diese Weise schenkt die Bahn ihren Kunden kontemplative Mußestunden. Devot in Wartehaltung gruppiert danken die Kunden für diesen feinen Zug der Bahn. Große Lettern weisen auf einen Subway hin, doch damit ist kein Fußgängertunnel gemeint, sondern eine niedliche Ausgabestelle für Butterbrote. Sie ist Teil eines kolossalen Futterimperiums, das die Welt erfolgreich mit Stullen versorgt. Daneben lockt die Tür zum Gastraum eines weiteren Großverköstigers. “Ich liebe es” ruft Bielefeld hier aus und drückt dann die Schneidezähne in akkurat multiplizierte Weichbrötchen mit Fleischbrätbelag. In des Bahnhofs tiefstem Stollen, im Tunnel unter den Gleisen, leben in stiller Symbiose der Bahnhofsabort (Pippi machen 60 Cent) und die Blumen-Oase (trittfeste Schnittblumen für die Gattin). Die Oase ist der einzige natürliche Farbklecks im Bahnhof und weist den Weg zu einem spielzeugbunten Areal namens Boulevard. Das wiederum ist jedoch ein ganz anderes Thema.
—> Quellennachweis: Das prächtige Bahnhofs-Foto verdanken wir unserer Touristinformation, hier wird das Foto für kleines Geld als Ansichtskarte verkauft.
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Achtung, Achtung, eine Durchsage: Wir kommen im Museum
Der Bielefelder Kunstverein wird 80 Jahre alt. Das Jubiläumsjahr startet mit einer thematischen Gruppenausstellung, Titel: “Das Bielefelder Gefühl”. Am 20. März war große Eröffnung mit fröhlichem Gedrängel, unterschiedlichen Ansprachen und vielen Flaschen Wein. Wir sind natürlich dabei gewesen und haben mit einem sanften Merlot auf den gelungenen Ausstellungsmix angestoßen. Interessant für unsere Leser: Die Ausstellung wird durch ein Rahmenprogramm ergänzt. Und daher sind die Bielefelder Flaneure am Sonntag, den 5. April ab 15 Uhr im Museum. Gemeinsam mit den Kollegen Blogboys werden wir dann über unsere Variante des Bielefelder Gefühls plaudern. Plaudern Sie mit?
—> Bielefelder Kunstverein im Waldhof, Welle 61, 33602 Bielefeld
Update, 05.04.2009, 20:49 Uhr
Nach dem netten Geplauder heute haben wir dem Kunstverein unser Logo an die Museumswand gesprayt. Hausherr Thomas Thiel war anschließend – wie man deutlich sehen kann - begeistert. Immer wieder gern leisten wir unseren Beitrag zur Förderung der Bielefelder Kunstszene.
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Starke Sache in Sieker

Der Bielefelder Fotograf Veit Mette hat heute eine prima Ausstellung in Sieker eröffnet. Er zeigt Fotos aus dem Leben vorwiegend türkischer und kurdischer Jugendlicher – die dritte Generation einstiger Migrantenfamilien. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Und es hat sich gelohnt.
Start mit Musik: Als die Sonne von Sieker untergeht, erzählen einige Rapper vom Leben in der Conti-Bronx. Und als auch das allerletzte Licht des Tages verschwunden ist, startet das Open-Air-Kino. Veit Mettes Fotos werden riesig groß an eine Hochhauswand projiziert, dazu gibt’s einen gut abgemischten Musikmix plus O-Töne der fotografierten Jugendlichen. Starke Sache. Wer das verpasst hat, darf weinen und anschließen die Fotos in Originalgröße in einer Wohnung am Osterkamp bestaunen. In jedem Zimmer sind großformatige Fotos aufgehängt. Natürlich auch im Badezimmer.
—> Ausstellung in einer Wohnung im vierten Stockwerk am Osterkamp 2, 33605 Bielefeld
—> Öffnungszeiten: 20. bis 29. März 2009 täglich von 15:00 bis 20.00 Uhr

