46 Beiträge in 'Inzwischen Geschichte'
Vom Trubel der Stadt in die Ruhe der Kleingärten (inzwischen Geschichte)

Sind glücklich in ihrem neuen Heim nahe Olderdissen: Edgar und Heidrun van der Veken
Heute gehen wir alte Bekannte besuchen. Die Bielefelder Gastrolegenden Heidrun und Edgar van der Veken sind in die Klause der Keingartenanlage Am Steinbrink (nahe Olderdissen) umgezogen. Wir kennen sie natürlich noch aus dem hübschen ehemaligen Ulmen-Garten (der einst das erste öffentliche Bielefelder Urinal gewesen ist) und aus dem gediegenen Bielefelder Tabakskollegium (das einst der erste Bielefelder Raucherclub gewesen ist). Für Innovationen sind die beiden also gut. Mal schauen, was sie uns jetzt zu bieten haben.
Wir stellen fest, dass ihnen einige Stammgäste treu gefolgt sind. Kein Wunder, denn hier ist es wahrhaftig schön und beschaulich. Eine herrliche Flora umsäumt die Gartenklause und lässt uns Städter durchatmen. Flott zapft uns Edgar van der Veken was Erfrischendes, und seine Heidrun hat für ein gutes Abendmahl gesorgt. Wir entscheiden uns für die grundsolide Sülze mit Remoulade und Bratkartoffeln sowie das schmackhafte Rindfleischgemetzel mit Reis.
Wohltuend gesättigt lassen wir uns von Edgar van der Veken weitere Erfrischungsgetränke reichen und lauschen dann seinem Bericht über ein unanständiges Angebot von Günter Jauchs “stern TV”. Die Redakteure waren nämlich dank Google auf unseren Bericht gestoßen, in dem wir veröffentlicht hatten, dass Edgar van der Veken Teilnehmer des legendären Woodstock-Festival gewesen ist (Sie erinnern sich natürlich an unseren Bericht). Oho, dachte sich “stern TV” offenbar, ein Zeitzeuge! Der muss her! Also lud man ihn nach Hamburg ein, damit Jauch ihn ausfragen könnte. Aber – und jetzt kommt’s – außer Fahrtkosten und Hotel wollte man keinen Cent springen lassen. Edgar van der Veken sollte also seine Gartenklause für einen oder zwei Tage verlassen, um gratis für RTL zu arbeiten. Hallo! Geht’s noch?! Gemeinsam zeigen wir einen finalen Vogel Richtung Hamburg und genießen dann die wunderbare Abendruhe der Bielefelder Kleingartenatmosphäre.
—> Gartengaststätte Am Steinbrink, Am Steinbrink 10, 33617 Bielefeld
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Geburtsstunde von Bielefelds Mythos: 09.09.09, 19:00 (inzwischen Geschichte)

Zu recht stolz auf einen sehr gelungenen Start: Das Mythos-Team Beatrice, Leon und Maria
Diesen Beitrag widmen wir Heiko
Mit ganz vielen lieben Grüßen nach Gilead I
Ein neuer Stern erstrahlt am Bielefelder Gastrohimmel – und wir können sagen: Wir sind bei seiner Geburt dabei gewesen!
Ein reserviertes Tischchen mit feiner weißer Tischdecke erwartet uns, als wir pünktlich zur Eröffnung eintreffen. Staunend schauen wir uns um: Alles ist tiptop renoviert, alles riecht lecker nach “Das Essen ist fertig!” – und alles ist wunderbar chaotisch, denn die Bude ist rappelvoll! Ein unablässiges “Hallo!” und “Glückwunsch!” erklingt und bringt immer wieder neue Gäste herein, und alle wollen essen und trinken. Die Wirtsleute rennen und rasen und werkeln und braten, dass es eine Pracht ist. Die fröhlichen Gäste und das Gesamtambiente des kleinen Gastraumes katapultieren uns in eine echt griechische Taverne. Lediglich einen winzigen Unterschied zu Griechenland stellen wir fest: Die Toilette ist verschließbar.
Sogleich versorgt uns Wirtin Beatrice ganz lieb mit feinem Pilsbier: Mythos heißt es und stammt aus Griechenland – geht’s noch besser? Ja, im Mythos-Grill geht’s noch besser, denn Wirtin Beatrice verwöhnt uns außerdem mit samtweichem Plomari, der uns den ganzen Abend begleiten soll. Und dann kommt auch schon die feste Nahrung. Start mit wunderbaren Vorspeisen, die uns lüstern schnalzen lassen. Gern packen wir uns immer wieder die Vorspeisentellerchen voll, bis – ja, bis die Hauptspeisen eintreffen. Ob Mythos-Teller, ob Dorade, ob Zigeunerschnitzel, ob Jägerschnitzel, ob Kalamaris – es ist die Stunde der vollen Bäuche und der zufriedenen Gesichter. Auch an unserem Nebentisch. Immer wieder bringt unser Lieblingsgast Henner in aller gebotenen Sachlichkeit seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, dass stets auseichende Mengen Mythos-Bier in Griffnähe sind. So viel Zufriedenheit rechtfertig natürlich unser Sondersiegel zur Neueröffnung, das wir dem engagierten Mythos-Team im Goldrahmen überreichen. Zustimmend erheben dazu Milos und Tanja ihre Gläser.
Alles sitzt urgemütlich beisammen und auch der weitere Abend nimmt einen vortrefflichen Lauf: Um 23 Uhr schenkt uns Wirtin Beatrice heißes Halvas (eine köstliche Süßspeise auf Sesambasis). Ab 23:30 Uhr prüft Milos sachkundig den Spielautomaten (“Der kommt noch, echt, der kommt noch!”). Und um Mitternacht spornt Wirtin Beatrice die Syrtaki-Tanzgruppe enorm an. So rollt ein gelunger Abend in den nächsten Tag hinein, und wir freuen uns, dass wir Geburtshelfer des Bielefelder Mythos sein durften.
—> Mythos, Meller Straße 42a, 33613 Bielefeld
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Wo das Bethel-Eck schön würzig ist (inzwischen Geschichte)

Macht das Bethel-Eck zum Thessaloniki-Eck: Hakan Yilmaz scheut auch kein Schweinefleisch
Draußen lockt das Schaufenster mit der Frage Haben Sie schon unseren probiert? Nö, “unseren” haben wir noch nicht probiert – also nix wie rein in den Laden! Wirt Hakan Yilmaz schmeißt seinen Grill allein. Fleißig ist der Mann, flott stehen unsere kleinen Pilstulpen auf dem Tisch und alsbald haben wir die Speisen gewählt. Hier sieht alles lecker aus: Ob saftige Fleischpizza, ob üppige Dönertasche oder aber würzige Currywurst, alles sättig prächtig. Am Nebentisch prosten uns die zufriedenen Stammgäste Walter Pairam und Wolfgang Sperlich zu. Sie sind gern hier, berichten sie uns, denn hier gibt es “Spässken”, betont Wolfgang Sperlich, der sich übrigens als überzeugter Hobbykoch outet. Ein Tisch weiter sitzen die nicht minder zufriedenen Stammgäste Gereon Klein und Marie-Luise Klein, die hier auch ihren Stammtisch zu schätzen wissen.
Wirt Hakan Yilmaz ist es, der für die gute Atmosphäre sorgt. 18 Jahre ist er schon selbstständiger Gastronom, vorher hat er in Istanbul gastronomisch praktiziert, am Bethel-Eck ist er seit sechs Jahren erfolgreich tätig. Hier gibt’s alles, auch Schnitzel vom Schwein. Hakan Yilmaz scheut kennt keine lästigen Tabus. Und als Hakan Yilmaz uns die Rechnung präsentiert, sind wir zufrieden: Alles ist einwandfrei notiert. Klarer Fall, dass wir dem Thessloniki-Grill mit flinker Hand unser elgantes Flaneure-Logo schenken. Perfekt leuchtet es nun im Eingang des gastlichen Grills. Beim nächtlichen Abschied entdecken wir an der Außenwand des Thessaloniki-Grills einen Kaugummiautomaten, also auch für die eilige Laufkundschaft wird hier vorbildlich gesorgt: Springbälle, Center Shock, Kettchen – alles ist für kleinen Taler zu haben.
—> Thessaloniki Grill, Gadderbaumer Straße 40b, 33602 Bielefeld
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XXL-Futter für XXL-Hunger (inzwischen Geschichte)

Grenzenlos optimistisch: Petra Link und Guido Michels teilen am liebsten XXL-Speisen aus
Heute gibt es Schnitzel und Bratkartoffeln in der abbiegenden Vorfahrt, nämlich just dort, wo die August-Bebel- zur Oelmühlenstraße wird. Im Test befinet sich die Neukneipe “grenzenlos”, mit der Petra Link und Guido Michels eine lang klaffende Lücke in der Bielefelder Gastro-Szene geschlossen haben: Endlich hat auch Bielefeld seine echte XXL-Futterkrippe! Ja, hier gibt’s tatsächlich die Bratwurst und das Schnitzel im 200 oder 400 oder 600 Gramm-Format. Gut zu wissen, dass nun auch in Bielefeld kein Gast mehr hungrig heimgehen muss.
Bevor die Maxi-Fleischportionen aufgetischt werden, gibt’s erst einmal einen denkbar hübschen Chickoreesalat. Und bevor wir Ihnen Fotos von den 400 oder 600 Gramm-Portionen zeigen, von denen Sie dann eh nöhlend behaupten: “Sieht ja gar nicht wie eine 400 oder eine 600-Gramm Portion aus!”, legen wir nur sanfte Beweisfotos aus der 200 Gramm-Abteilung vor: So sieht das Rahmschnitzel mit Pommes aus, und so das Rahmschnitzel mit Bratkartoffeln. Kann sich sehen lassen, was! Und die Wirtsleute betonen glaubwürdig: Alles frisch! Vom Salatblatt bis zur Soße: Alles frisch! Uns mundet es jedenfalls prima.
Aber nicht nur brave Mahlzeiten stellt das Wirtepärchen gekonnt auf die Tische, Guido Michels beweist wiederholt seine besonderen Fähigkeiten als vortrefflicher Ramazzotti-Beibringer. Lobenswert. Außerdem verfügt die Kneipe über eine innovative Kombination: Der Sportraum ist gleichzeitig Raucherraum. Allerdings wird nach 22 Uhr, wenn die Küche geschlossen hat, auch in der Gaststube Feuer frei gegeben. Dann müssen die Sportler nicht mehr so oft in den Raucherraum – oder so ähnlich.
Petra Link und Guido Michels wollen übrigens bald heiraten. Wir haben uns natürlich als Trauzeugen angeboten. Versteht sich von selbst. Allein schon wegen des zu erwartenden XXL-Hochzeitschmauses.
—> Grenzenlos, August-Bebel-Straße 167 (Ecke Oelmühlenstraße), 33602 Bielefeld
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Stahlbaron zum Schutzheiligen geweiht (inzwischen Geschichte)

Widersteht der Großbaustelle Detmolder Straße: Georgia Balla, die Fleischteller-Künstlerin
Wir betreten eine schnuckelige gemütliche Gaststube und nehmen am blitzesauberen Tischchen platz. Wirtin Georgia Balla reicht uns sogleich mit freundlichem Lächeln die Speisekarten und die ersten Bierchen. So lässt es sich prima in den Abend durchstarten. Und dann lassen wir uns Fleischteller bringen. Alle haben andere Namen, mal Gyrosteller, mal Korfuteller, mal Zigeuerschnitzelteller. Aber schnurzegal wie sie heißen, es schmeckt immer ganz ausgezeichnet. Das betont auch unser Lieblingsgast Henner, der zur Feier des Tages ein besonders käferliebes T-Shirt ausgewählt hat.
Satt und zufrieden sitzen wir schließlich beisammen – und dann passiert es. Der Stahlbaron überreicht uns ein Geschenk: Eine prächtige Edelstahl-Flaneur-Graffiti-Schablone! Eine Sonderanfertigung nur für uns! Überglücklich küssen wir dem guten Mann die Hände, weihen ihn spontan zum Schutzheiligen aller Graffitikünstler und eilen sofort in den grad mal 500 m entfernten Baumarkt, um grüne Sprayfarbe zu kaufen. Ruckzuck sind wir zurück und legen sofort los, die Taverna Attika zu veredeln. Zisch, zisch, zisch – und schon können wir die Schablone entfernen: Ja, das ist ein herrlicher Anblick, da sind wir uns einig. Dankbar verwöhnt uns Georgia Balla mit lecker Ouzo, und zwar in diesen schönen alten Schnapsgläschen, da stoßen wir doppelt gern mit ihr an. Und sie schenkt uns das schönste Lob, was wir uns denken können, sie bezeichnet uns als sehr nette Gäste und betont, dass sie sich viele weitere Gäste wünscht, die so sind wie wir. Hach, das geht runter – wie eiskalter Ouzo.
Fünf Jahre schon betreibt Georgia Balla mit ihrem Mann (der heute leider nicht anwesend sein kann) die äußerst nette Taverna Attika. Fünf Jahre, die gut verlaufen sind, werden allerdings inzwischen durch zunehmende Sorgen getrübt. Früher waren die Lebensmittel günstiger, die Mehrwertsteuererhöhung wirkte sich negativ aus, und dann kam auch noch die Großbaustelle Detmolder Straße hinzu und sorgt bis heute für massiven Umsatzeinbruch. Bei aller berechtigen Sorge lässt sich Georgia Balla aber ihren Humor und ihre Freundlichkeit nicht nehmen. Und somit wünschen wir ihr sehr, dass die Taverna Attika der Baustelle widerstehen wird – denn Bielefeld braucht liebe Futterkrippen wie die Taverna Attika.
—> Taverna Attika, Detmolder Straße 202, 33604 Bielefeld
—> Wenn’s ganz schnell gehen soll: Telefonische Vorbestellung = weniger Wartezeit: 0521 – 26564
—> Tipp für Automobilisten: In der Wilhelm-Raabe-Straße finden Sie immer einen Parkplatz

