17 Beiträge in 'Alles andere'
Grosse Bielefelder Zweiradtradition

Bielefelds Spezialisten für alles, was zwei Räder hat: Dominik Janßen, Arno Spörke sowie Sabine und Friedrich Holtkämper
Einst bevölkerten diverse Fahrradfabriken die Bielefelder Innenstadt. Bis hinein in diese längst verflossene Zeit reichen die familiären Wurzeln von Zweirad Holtkämper. An der Bleichstraße gründete der Großvater vor gut 80 Jahren die Fahrradfabrik Preston, sie wurde zur Geburtsstätte des Fachgeschäfts mit Werkstatt, das inzwischen schon über 60 Jahre am Kesselbrink lebt. Hier hat vor einigen Jahren der Vater das Geschäft an den Sohn übergeben und dessen Frau passt auf’s Geld auf – ganz so wie es sich für einen Familienbetrieb gehört. Und natürlich ist Holtkamp senior weiterhin in den laufenden Betrieb integriert.
Das Familiäre bezieht sich offenkundig auch auf die anderen Beschäftigen, so haben die Zweiradmechaniker Dominik Janßen und Arno Spörke ihre berufliche Laufbahn als Lehrlinge bei Holtkämper begonnen und wurden nach erfolgreicher Lehre als Gesellen übernommen. Aber auch die Kunden fühlen sich hier wie zu Hause. Ob im Verkaufsgespräch bei der Suche nach einer geeigneten Lenkradtasche oder bei der Auswahl eines nagelneuen Pedalkraftfahrzeuges, immer erhält man eine persönliche Beratung, die kein Internetshop bieten könnte.
Wenn unsere Fahrräder mal malad sind, dann geben wir sie gern in die Hände der Notaufnahme Holtkämper. Zügig werden hier die notwendigen OPs durchgeführt und anschließend surren sie spürbar frischer und flotter durch die Stadt. Aber auch PS-getriebene Zweiräder werden hier operiert oder verkauft. Vielleicht legen wir uns ja mal einen schicken Vespa-Roller zu? Wer weiß …
—> Zweirad Holtkämper, Heeper Straße 26 (beim Kesselbrink), 33607 Bielefeld
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In der Werkstatt von Petra Dimitriadou
Die Jacke klemmt? Der Rock ist zu lang? Die Hose zu eng? Zum Glück wohnt eine gute Fee zwischen Ostmannturm und Kesselbrink. Sie heißt Petra Dimitriadou und betreibt seit 10 Jahren eine Änderungsschneiderei an der August-Bebel-Straße. Das Schneidern hat sie schon als junge Frau in Griechenland gelernt, wie ein Diplom an der Wand in ihrer Werkstatt verrät. Damals arbeitete sie in einer Fabrik, die für namhafte deutsche Marken tätig war. Als die dann aber in der Türkei abwanderte, weil dort die Löhne noch niedriger waren, wurden plötzlich hunderte Frauen in ihrer Stadt arbeitslos. Daher machte sich Petra Dimitriadou auf die Suche nach Arbeit, und so kam sie nach Bielefeld. Heute betreibt sie hier nicht nur die erfolgreiche Änderungsschneiderei, sondern arbeitet außerdem seit 10 Jahren mit Begeisterung drei Abende pro Woche als Köchin in „Ferdis Pizzapinte“. Petra Dimitriadou ist Großmutter und findet trotz der vielen Arbeit noch Zeit für die Enkel. Aber das ist für sie selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich ist für die fleißige Frau, dass sie unsere Änderungswünsche termingenau ausgeführt hat. Die Hosen passen jetzt wieder, Petra Dimitriadou sei Dank!
—> Änderungsschneiderei Petra, August-Bebel-Straße 80, 33602 Bielefeld
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Wo die guten Gravuren herkommen
Ein unauffälliger Hinterhof führt uns zu Alfred Conrads Werkstatt. Wir haben eine goldene Taschenuhr dabei, damit Alfred Conrad sie mit einer schönen Gravur veredelt. Nur so kann sie zu einem Geschenk werden, das Anlass angemessen ist. Unter lautem „Dingdong!“ betreten wir das Werkstattkontor, wo uns eine Auswahl des Warensortiments anschaut sowie fertig gestellte Aufträge, die auf ihre Abholung warten. Neugierig werfen wir einen Blick in die Werkstatt und staunen nicht schlecht – so viele Maschinen benötigt ein Graveur? Aber da erscheint auch schon Alfred Conrad. Hilfsbereit fragt er nach unseren Wünschen, die er schnell mit den sinnvollen Vorschlägen eines Fachmanns ergänzt.
Als alles geklärt ist, haben wir noch diese und jene Frage zu ihm und seiner Werkstatt. Daher bietet uns Alfred Conrad erstmal guten Kaffee und ausreichend Zigarettchen an, denn so lässt sich – umgeben von eigenwilligen Maschinen – viel besser plaudern. 1976 habe er seine Werkstatt eröffnet, berichtet er uns, und heute beliefere er ganz OWL mit seiner Arbeit. Mit Freude in der Stimme erzählt er vom letzten Auszubildenden, der Jahrgangsbester von NRW geworden sei. Dann hören wir von der Handgravur, die mehr und mehr verschwinde und von unterschiedlichen Frästiefen, um plastische Wirkungen zu erzielen. Kein Wunder, dass Alfred Conrad im Laufe der Jahre ein „Spezialist für Fummelarbeiten“ geworden ist. Zuerst arbeitet Alfred Conrad am Computer, denn die Gravur wird am PC-Bildschirm entworfen. Dann erst geht es zur Sache. Jeden Arbeitsschritt dürfen wir verfolgen, vom Schärfen des Messerchens bis zur Fertigstellung an der Maschine.
Am Ende verrät uns Alfred Conrad sein Alter. 71 Jahre sei er inzwischen geworden, aber an einen Ruhestand mag er gar nicht denken, denn daheim, so seine glasklare Einschätzung, würde er nur verblöden. So lang er noch gucken könne, wolle er weiterarbeiten. Manchmal schimpfe zwar seine Frau deswegen, „aber naja“, sagt er dann und schmunzelt. Am Ende danken wir ihm für die gute Arbeit und hoffen, dass er OWL noch recht lange mit seiner erstklassigen Gravur bereichern kann.
—> Alfred Conrad Gravurtechnic, Heinrichstraße 5, 33602 Bielefeld
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“Das erste Coffee House in Bielefeld”
Morgen öffnet in der Fußgängerzone ein neuer Kaffeeladen, und heute gibt es hier eine kleine Preview-Party für geladene Gäste. Zufrieden begrüßt District Manager Christof Opiela die Gäste und äußert seine Freude darüber, dass nun “das erste Coffee House in Bielefeld” eröffnet werde. Mmm, grübeln wir, gibt es da nicht schon ein paar andere? Aber bevor wir der Frage auf den Grund gehen können, befinden wir uns auch schon in einer umfangreichen Kaffeeverköstigung, die hier allerdings “Coffee Tasting” heißt. Wir sollen lernen, zwischen einem afrikanischen Kaffee und einem Weihnachtskaffee zu unterscheiden. Aber wir Tölpel können nur feststellen, dass der eine Kaffee heißer als der andere ist. Doch Christof Opiela hilft uns. Bereitwillig demonstriert er, wie man die Hände halten muss, um das scheue Kaffeearoma besser riechen zu können. Nach einiger Zeit wird ein Großteil der Partygäste abgesondert. Sie werden die Facebook-Fans genannt und sollen Fragen stellen. Zum Schluss bekommen alle, weil bald Weihnachten ist, eine hübsche Tasse geschenkt. Wir auch. Derweil stehen viele Bielefelder vor der verschlossenen Tür und warten, dass sie sich öffnet. Aber ein Aufpasser mit Humor erklärt geduldig jedem einzelnen, dass das erst morgen der Fall sein wird. Manche Bielefeder verstehen das sogar und gehen dann heim.
Irgendwann verabschieden wir uns herzlich von der engagierten Kaffeecrew und schlendern versonnen über den Weihnachtsmarkt. Plötzlich stehen wir vor dem M Kaffee und kehren spontan ein. Den netten Tischnachbarn erzählen wir, was wir gerade erlebt haben. Lächelnd schütteln sie den Kopf. “Das M Kaffee”, erklärt Melanie, “ist und bleibt das erste Coffee House Bielefelds.” Und Stefan präzisiert: “2001 wurde es als Trendsetter von ganz OWL eröffnet.” Tja, die Bielefelder sind schon traditionsbewusst.
—> Starbucks, Niedernstraße 41, 33602 Bielefeld
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Wo Gymnastiklehrer in spe ihre Pause veredeln
Uns lockt ein Laden mit Backwaren an. “Back-Express” heißt er, doch – so stellen wir sogleich erleichtert fest - hier geht es nicht um Höchstgeschwindigkeit, sondern um Freundlichkeit und Gemütlichkeit. Gemütlich wählt der Gast seine Speisen aus, und freundlich bedienen ihn die versierten Thekenkräfte Andrea Naji und Heidi Krüger. Erfreut notieren wir, dass es hier alles gibt, vom Frühstück (Croissant oder Kaffee) über den Mittagstisch (Spiegelei oder Kartoffelpuffer) bis zur Nachmittagspause (Mohnstreifen oder Nussecke). Heidi Krüger (schon sieben Jahre fleißig dabei) und Andrea Naji (wischt klaglos unsere verschüttete Cola auf, so dass uns unsere Tölpelei doppelt peinlich ist) beantworten gern Fachfragen zur Nahrungsmittelauswahl. Wer mag, kann die ausgewählten Speisen gleich hier einnehmen, denn eine schmucke Sitzecke lädt zum Verweilen ein. Und im Sommer gibt es auch draußen eine kleine Sitzgelegenheit. Insgesamt können wir bezeugen: Die Freundlichkeit von Heidi Krüger und Andrea Naji ist nicht künstlich auf einem Motivationslehrgang antrainiert, sondern sie ist echt. Kein Wunder also, wohin man schaut, sieht man zufriedene Kunden. Zum Beispiel die angehenden Gymnastiklehrer Daniel, Paul, Nico und Fabian. Wenn ihre Sportschule Pause hat, joggen sie einmal quer über die August-Bebel-Straße, um sich im Back-Express was Feines auf die Kralle zu holen. “Schmeckt gut hier!” betonen sie auf Nachfrage im Chor und naschen pro Person und Pause bis zu vier Teilchen in sich rein. Tja, Sport braucht Kalorien. Gut, dass es den Back-Express gibt!
—> Bielefelder Back-Express, August-Bebel-Straße 30B, 33602 Bielefeld





