(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)
(Bild)

122 Beiträge in 'Alle Futterkrippen'

Steaks an historischer Stätte

Sein Herz schlägt für Steaks: Wirt Slobodan Tasić

Sein Herz schlägt für Steaks: Wirt Slobodan Tasić

Gern erinnern sich ältere Bielefelder an die Schlachthof-Gaststätte. Sie wohnte an der Ecke Walther-Rathenau-Straße & Werner-Bock-Straße und war bekannt für ein pulsierendes Leben. Frischfleisch war hier Programm. Vorn in der Gaststube für treue Tagesgäste, hinten im großen Saal für Zusammenkünfte der Fleischerinnung oder der Markthändler. Mit dem Schleifen des Schlachthofs begann eine schwere Zeit für die Gastronomie, denn ihr war die Seele abhanden gekommen. Bis sich Slobodan Tasić vor einigen Jahren der insuffizienten Lokalität annahm. Vorher hatte er zehn Jahre das Kartoffelhaus am Berliner Platz betrieben. Der Mann weiß also, wie Gastro geht.

Im Entrada setzt Slobodan Tasić auf argentinische Steaks. Und die wollen wir heute alle haben. Als da wären: Die englische Variante, also blutig wie ein guter Krimi (hier mit feiner Pfeffersoße). Außerdem Medium für den rosa Anbiss. Sowie well done und trotzdem nicht zäh wie eine Schuhsohle. Alle Steaks bewerten wir als zweifelsfrei gelungen. Wem nicht nach einem Steak ist, kann sich bei Slobodan Tasić auch am Grillteller gütlich tun, entweder mit Dickkartoffel oder aber mit Pommes. Beide Varianten müssen wir sehr loben.

Vor dem Abendmahl erhält man übrigens ein kleines Unterhaltungsprogramm, das zum Zeitvertreib gut geeignet ist. Außerdem serviert Slobodan Tasić zwischen all seinen Köstlichkeiten stets erfreulich flott und dabei hochkonzentriert hübsche Mischtabletts. Für den Nachtisch haben wir heute ausnahmsweise selbst gesorgt: Hm, Eiskonfekt! Dazu einen Espresso und das Abendmahl ist rund.

—> Entrada, Walther-Rathenau-Straße 28, 33602 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Solide Stadteilversorgung

Vorzügliche Gastgeber: Die Eheleute Biljana und Luka Simic vor historischer Deko

Vorzügliche Gastgeber: Die Eheleute Biljana und Luka Simic vor historischer Deko

Unser heutiges Ziel ist ein Tipp des verehrten Herrn Sauerland-Karl. Der gute Mann schätzt Hausmacherqualität, die ohne eitles Gemache und zu angemessenen Preisen aufgetischt wird. Nun empfängt uns eine kleine Schankstube, in der einige Gäste den Tag bei Bier und Plauderei gemütlich ausklingen lassen. Vermutlich allesamt Stammgäste aus der Nachbarschaft. Wir entdecken einen weiteren Raum, er scheint als Speisestube gedacht zu sein, beherbergt aber heute keine Gäste. Da bleiben wir doch in der Schankstube, wo eine Skatrunde tagt, und studieren das interessante Repertoire der Speisekarte. Nachdem wir unsere Bestellung aufgegeben haben, trägt Wirt Luka Simic ausreichende Biervorräte an unseren Tisch und verschwindet alsdann mit seiner Frau Biljana in der Küche. Nicht ohne Spannung warten wir mit festem Blick auf die verschlossene Küchentür. Nach angemessener Zeit wird unser Warten belohnt und der Tisch biegt sich unter vollen Tellern.

Als Erster ergreift unser heutiger Gast, Bielefelds berühmter Steinmetz Lars Jauer, das Wort: “Damit hätte ich nicht gerechnet!” sagt er vollmundig kauend. Sofort stimmen wir in seinen Lobgesang ein: Feine Schweinelendchen mit freundlicher Sauce. Köstliches Schweinefilet mit herzlichen Bratkartoffeln. Ebenfalls klasse: Zwei schöne Grillspieße. Alsdann tritt der Balkanteller auf – und er überzeugt sofort. Zu all dem passt der Salat mit angemessenem Liebreiz. Und das alles, verehrte Leserinnen und Leser, wird zu einem erstaunlichen Preis-Leistungs-Verhältnis aufgefahren.
 
Nachdem Wirt Luka Simic unserem Tisch flüssige Leckerchen verabreicht hat, befragen wir ihn zur Geschichte seines Gasthauses. Nicht ohne Stolz berichtet er von fast 25 Jahren, die er das Adria nun schon führe. Und bei der Zubereitung der kroatischen Speisen, erklärt er fröhlich, assistiere ihm seine Frau. Nach unserem Gespräch setzt sich Luka Simic mit einigen Gästen zu einer gemütlichen Skatrunde zusammen. Diesen schönen Abendausklang hat er sich redlich verdient.
 
—> Adria, Heidsiekstraße 2, 33607 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Quantitative Herausforderungen

Freundlicher Pizzamann Roman Plachetka, sein Wahlspruch: Yummy!

Freundlicher Pizzamann Roman Plachetka, sein Wahlspruch: Yummy!

In der Pizzeria Romana gelten zwei Regeln: 1. Alles, was flüssig ist, ist alkoholfrei. Auch die Getränke. 2. Alles, was Pizzamann Roman Plachetka serviert, ist groß. Daher weisen wir nachdrücklich daraufhin, sich beim Besuch der Pizzeria Romana auf jeden Fall mit einem ganz großen Hunger auszustatten. Schauen Sie nur: Der Teller wird von der Salamipizza quasi vollständig begraben. Fast so groß wie ein Thunfisch präsentiert sich die Thunfischpizza. Und für die Pizza Frutti di Mare wurde vermutlich ein ganzes Meer leer gefischt. Üppig, füllig, große Fläche – dieser Wahlspruch gilt auch bei der Pizza Capricciosa. Eine der Pizzen ordern wir bewusst in kleiner Variante, doch auch diese Pizza Napoli sättigt ebenfalls nachhaltig.

“Satt” ist also das Wort, was man in der Pizzeria Romana besonders häufig hört, aber die Folgen der groß dimensionierten Pizzen sind unterschiedlich. Mancher Magen meistert erfolgreich die quantitative Herausforderung und andere Mägen machen irgendwann schlapp. Als wir die Pizzen besiegt haben, entdecken wir auf der Speisekarte, dass die Pizzeria Romana das polnische National- und Imbissgericht Bigos im Angebot hat. Zweifellos ein verlockender Grund, hier erneut einzukehren.

—> Pizzeria Romana, Heeper Straße 66, 33607 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Für einen Abend nach Thailand

Lana Thai: Köchin Khian Kohlheim, Servierer Armando Humke, Wirtin Somjai Sawangnet

Lana Thai: Köchin Khian Kohlheim, Servierer Armando Humke, Wirtin Somjai Sawangnet

Über uns schwebt ein eleganter Drache mit schreckgeweiteten Augen und neben ihm wohnt thailändisches Holz in filigraner Vollendung. Aufmerksam observieren beide Wesen unser Verhalten auf einer bunten Sitzgelegenheit. Soeben haben wir uns einer Huhnsuppe zugewandt, die in großzügigen Rationen ausgeteilt und auf Wunsch mit mit Kokosmilch versetzt wird. Wir können uns nicht einigen, ob das Süppchen erfrischend mundet oder an mild parfümierte Seife erinnert. Das liegt am Zitronengras, das der Suppe beigegeben wurde, denn Zitronengras enthält bekanntlich Myrcen und Citral, Substanzen also, die in der Kosmetik als Duftstoffe Verwendung finden. Die Idee mit der Seife ist also durchaus verständlich. Kurzum: Man muss es halt mögen.

Große Einigkeit verursachen hingegen die farbfrohen Hauptspeisen. Sie bestehen aus den Modulen “knackig, würzig, mild”: Schweineteile mit Gemüse sowie “süß, sauer, scharf”: Hahnbrustteile mit Gemüse. Auch widmen wir uns erfolgreich einer thailändischen Speiseente und – Obacht! – speziell für die Vegetarierinnen unter unseren Lesern begutachten wir heute eine Tofukost. Diese wird in einem maritimen Gefäß serviert und ihre Würzung ist unseren Geschmacksknospen wohlgesonnen. Zu alldem wird als wirksame Sättigungsbeilage ein schöner Klumpen Reis gereicht, so dass anschließend nur der durchtrainierte Magen des Herrn Sölter einen Nachtisch zu schultern vermag, konkret: frittierte Ananassegmente mit Weißeis.

Als vorbildlicher Servierer ist Armando Humke zu loben. Zwischen Bestellung und Lieferung der leckeren Abendgetränke verstreichen gefühlt nur wenige Nanosekunden. Auch meistert er mit vorbildlicher Elastizität die vielfache Besteigung unserer polychromatischen Sitzgruppe. Unmöglich zu beschreiben, wie er das macht. Sie müssen es selbst gesehen haben. Jedenfalls wird uns klar, dass Armando Humke über eine solide artistische Begabung verfügt, womit er in der Bielefelder Gastronomie zweifellos eine Sonderstellung einnimmt.

—> Lana Thai, Heeper Straße 64, 33607 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Wie wir zu Thalis-Männern wurden

Indien in Bielefeld: Koch Jaman Singh und Geschäftsführer Karamjeet Singh

Indien in Bielefeld: Koch Jaman Singh und Geschäftsführer Karamjeet Singh

Sollten wir Zweifel haben, wo wir heute eingekehrt sind – der indische Wandschmuck mit den fröhlichen Göttern ist eindeutig. Kaum haben wir dankbar das erste Abendpils angetrunken, steht auch schon ein Knusperteller mit 3-Farben-Tunken vor uns. Mutig wenden wir uns ihm zu und lernen dies Ensemble als nettes Unterhaltungsprogramm kennen. Als wir dann die Vorspeisenteller erhalten, bestaunen wir sogleich die symbolträchtigen Formen dieser fremden Speise. Die Kernmasse besteht aus verschiedenen Gemüsen, die im Teigmantel gesotten wurden und uns effektiv sättigen. Bis der Auftritt der Thalis-Platten erfolgt.

Selbstverständlich ist Ihnen bekannt, dass “Thali” in der indischen Gastronomie eine Mahlzeit bezeichnet, die aus verschiedenen Bestandteilen zusammengestellt ist. Thalis werden meist mit kleinen Metallschälchen serviert, die Fleisch, Gemüse und allerlei Beilagen enthalten. Daher erhalten wir unsere Thalis-Varianten auf einer edelstahlblitzenden Metallplatte, die verschiedene Auffangbecken besitzt. Unser heutiges Hauptgericht setzt sich zusammen aus den drei Abteilungen Fleisch-Thalis (herzhaft gewürzt), Fisch-Thalis (freundlich gewürzt) sowie Vege-Thalis (auch gewürzt). Alle Speisen munden uns sehr und verwandeln uns in zufriedene Thalis-Männer mit prall gefüllten Bäuchen. Gibt es einen schöneren Zustand? Zum Abschied erhalten wir einen goldgelben Mangolikör, mit dem wir auf eine gute Zukunft von ganz Bombay anstoßen.

—> Bombay, Herforder Straße 42, 33602 Bielefeld

Einen Kommentar schreiben

Die Bielefelder Flaneure freuen sich über die Hilfe von:


 π