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122 Beiträge in 'Alle Futterkrippen'

Wenn Brake Nahrung sucht: Holzweiler hilft

Flott, fleißig, freundlich: Die Tresendamen Anna und Bianca

Flott, fleißig, freundlich: Die Tresendamen Anna und Bianca

Heute sind wir, wo wir noch nie gewesen sind. Heute sind wir in Brake. Sanft umarmen die beliebten Naturgewässer Johannisbach und Jölle dieses Fleckchen. Gut 9.000 Menschen leben hier – und alle essen bei “Holzweiler’s Schnellimbiss”. Jedenfalls drängt sich uns, als wir hier einkehren, der Eindruck auf. Holzweiler ist eine uralte Braker Sättigungs-Institution, deren Existenz seit 1966 urkundlich nachweisbar ist. Und auch heute ist wieder eine rege Nahrungsaufnahme im Gange. Ernst und konzentriert geht sie vonstatten, kein Wunder, denn hier geht’s um Großes. Wer die Zeit zwischen Bestellung und Lieferung der Nahrung überbrücken möchte, könnte sich an Freizeitautomaten ergehen, doch sie bleiben ungenutzt, denn die netten Tresendamen Bianca und Anna arbeiten hocheffektiv und zielorientiert, kurzum: Sie sind von der ganz flotten Sorte.

Lokalitätsangemessen starten wir mit einer soliden Mantaplatte, die alle Erwartungen erfüllt. Dann greifen wir zum gut frisierten Hot Dog spezial, dessen Zwiebeln uns lustvoll aufstöhnen lassen. Nun besteht unser Lieblingsgast Henner auf einen Eintopf-Test. Schnell verständigen wir uns auf Erbseneintopf mit Rauchenden und nennen ihn am Ende Ein Gutes Ding. Danach steht der Brathahn mit schöner Sättigungsbeilage auf dem Programm. Er entpuppt sich als guter Abrunder unserer Speisefolge. Lieb: Zum Hahn gibt es ein serviles Erfrischungstuch, mit dem man sich nach dem Hahngenuss die Fettfingerchen glattbügeln kann.

Ein weiterer lieber Service sind die Streichholzschachteln, die gratis ausgegeben werden, denn hier ist der Raucher ein geachteter Gast. Selbstverständlich muss er nicht vor die Türe gehen, um seine Nachtmahl-Zigarette zu genießen. Wir bedanken uns herzlich bei den beiden Tresendamen für die vorbildliche Sättigung und überreichen ihnen unser unbestechliches Prüfsiegel. Flott wie sie ist, befestigt es Frau Bianca sofort in der Gaststube. Übrigens schenkt Holzweiler kein Bier aus. Aber eine kluge Kooperation mit der benachbarten Trinkstube “Zur Brücke” löst das Problem in Wohlgefallen auf, denn “Zur Brücke”-Wirt Stravros Karakatsanis offenbart sich als zuverlässiger Bierbringer. Auch wiederholte Versuche absolviert er mit Bravour. Verständlich, dass wir beschließen, als nächstes seiner Trinkstube einen Testbesuch abzustatten.

—> Holzweiler’s Schnellimbiss, Braker Straße 46a, 33729 Bielefeld

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Die Fischkombüse zur großen Gastfreundschaft

Konstantin und Ursula Schöne mit unserem Prüfsiegel

Perfektes Team: Konstantin und Ursula Schöne mit unserem Prüfsiegel

Dieser Beitrag ist Diana Hildebrandt gewidmet

Uns empfängt eine verschlossene Tür. Hat das Gasthaus Ruhetag? Aber nein, wir betätigen die Klingel und finden sogleich Einlass. Ein elegantes Entrée, das allen Gästen die individuelle Aufmerksamkeit der Gastleute garantiert. Wir betreten eine schlanke Gaststube, in der munter geplaudert, getrunken und gefuttert wird. Nachdem wir einen Tisch bezogen haben, halten wir Umschau. Sofort fällt auf: Mit bemerkenswerter Akribie ist ein umfangreicher Wandschmuck zusammengetragen worden. Bilder, Gegenstände und anmutige Fischpräparate lassen den Raum zum Museum für Angelkunst und verwandte Gebiete werden. Das passt sehr gut zu den séparéeartigen Sitznischen, die starke Gemütlichkeit abstrahlen.

Wir sind noch mitten in der Prüfung der hübschen Speisekarte, da weist unser Lieblingsgast Henner auch schon auf die vorbildliche Ausschankgeschwindigkeit von Thekensekretär Konstantin Schöne hin. Tatsächlich, der flinke Mann praktiziert einen erstaunlichen Zapf- und Servierstandard – großes Flaneurelob! Somit können wir dem Motto des Abends – “Fisch musss schwimmen!” – konsequent treu bleiben. Als erstes lassen wir uns eine Dorade in sanfter Rotsoße zuführen. Dann folgt ein Kabeljau in geselliger Weißsoße. Zu beiden lieben Tieren werden Butterkartoffeln gereicht, die glücklich machen. Unser hungriger Stahlbaron lässt Gambas auffahren und bereut es nicht. Nach dem Mahl erfreuen uns die Gambas mit dem kulturell anspruchsvollen Figurenspiel Der Untergang der Titanic, weitere Aufführungen sind angeblich in Vorbereitung. Unseren besonderen Hinweis verdient die hausgemachte Remoulade (mit extra viel Knoblauch); unserer extra hungriger Lieblingsgast Henner ordert nach vollzogenem Mal eine zweite Portion mit gutem Knusperbrot, derart gaumenfreundlich ist diese hübsche Salbe. Beim Gang zum Abort entdecken wir einen netten Raucherservice. Die Freunde der Interimszigarette müssen nicht frierend vor der Tür rumlungern, sondern können es sich am Tischchen mit frisch gestärkter Decke bequem machen.

Als alle Gäste satt und die meisten gegangen sind, bitten wir Küchenchefin Ursula Schöne und ihren Sohn Konstantin an unseren Tisch. Herrlich, was die beiden aus fast 30 Plötze-Jahren zu erzählen haben. Die Idee zum Restaurant hatte Ursula Schönes Lebensgefährte, der vor wenigen Jahren leider verstorbene Werner Bartling. Anfangs wollte er eine Cocktailbar eröffnen, aber dann entschied sich der leidenschaftliche Angler für ein Fischrestaurant, dem er den Namen seines Bootes auf dem Dümmer gab. Viel Prominenz hat hier schon gespeist, Udo Jürgens ebenso wie die Dubliners, die seit 22 Jahren jedes Jahr wiederkommen. Und dann präsentiert uns Ursula Schöne das Hausgetränk Sauwohl. Dabei handelt es sich um einen soliden Kräuter-Halbbitter, den sie bei Schöttker in Lemgo herstellen lässt. Und wie es sich für ein Fischrestaurant gehört, wird der Halbbitter aus genau den Kräutern erschaffen, die in der Küche der Fischsuppe den edlen Geschmack verleihen. Wir können bestätigen: Sauwohl schmeckt saugut! Da schauen wir Konstantin Schöne doch immer wieder gern beim Nachschenken zu. Jedoch verzichtet unser Lieblingsgast Henner ab 23 Uhr auf den Genuss von alkoholischen Getränken, denn er ist heute unser Chauffeur. Der gute Stahlbaron unterstützt ihn dabei solidarisch, indem er ihm mit Kaffee zuprostet, und beide sind sich einig: Auch der Kaffee in der Kleinen Plötze ist 1a.

Im weiteren Verlauf des schönen Abends gesellt sich Plötze-Stammgast Lothar an unseren Tisch. Gemütlich nippt er am Rosé und erzählt von seinem Faible für Rockmusik. Dass er in ganz jungen Jahren die Beatles live in der Grugahalle in Essen gesehen hat (“Reihe 5, Platz 29″), lässt uns für Sekunden in Bewunderung verstummen. Ausführlich erörtern wir hingegen die verschiedenen Interpretationen von Frank Zappas Sofa #2, ein Lied, das Zappa in Deutsch singt, was aber keiner merkt. Bei solchen Plaudereien merkt man auch nicht, wie die Zeit vergeht, so dass irgendwann alle verwundert auf die Uhr schauen: “Schon so spät?” Beim Abschied händigen wir Konstantin Schöne eines unserer iFlaneur-Plakate aus, das der umsichtige Mann sogleich in der Gaststube aufhängt. Alle Jahre wieder, so auch dieses Jahr, wird die Kleine Plötze vom Besser-Esser-Blatt “Feinschmecker” ausgezeichnet. Aber was ist das schon im Vergleich zu unserem Prüfsiegel: Flaneur-geprüftes Fischrestaurant – das hängt hier richtig, allein schon wegen der großen Gastfreundschaft. Danke für den prima Abend!

—> Kleine Plötze, Langenhagen 26, 33617 Bielefeld

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Indien – mitten in Bielefeld

Wirtin Heike Miculins mit Khan Aman, Subhindu Maity, Kahn Kaleem und Herr Marghub

Haben Sie schon einmal eine Reise nach Indien unternommen? Sowas dauert. Aber Sie können sich die Mühen einer langen Reise ersparen, denn in Bielefeld gibt es das Kohinoor. Ein Restaurant mit original indischen Spezialitäten, das seit 25 Jahren in unserer Stadt lebt. Wir sind allerdings heute zum ersten Mal hier – und enorm gespannt, was uns erwartet! Der Gastraum ist groß, aber durch unaufdringliche Trennwände geschickt aufgeteilt, so dass sich die Gäste nicht wie in einer Großraummensa fühlen müssen. Fast nur Frauen sind heute eingekehrt, und erfreulich dezent tröpfelt eine Musik sanft aus den Lautsprechern.

Nun wird unser Tisch beliefert und sofort ist klar: Hier isst das Auge mit. Farbenfrohe indische Speisen in verschiedenen Varianten, die sämtlich mit Reis serviert werden, lassen uns staunen. Für Sie haben wir getestet: Gegrillte Hühnerfiletstücke mit weißem Curry, Nüssen, Joghurt und Sahne. Hühnerfiletstücke mit Spinat, Zwiebeln und Bockshornkleeblättern. Filetstücke vom Rind mit Zwiebeln und Tomaten in einer Karahi-Pfanne zubereitet. Marinierte Hühnerfiletstücke mit geriebenen Nüssen im Tandor gegrillt und mit Tikkasoße serviert. Hühnerfiletstücke mit frischen Ingverstreifen gebraten und in pikanter Soße serviert. Wie hört sich das an? Genau so schmeckt es auch – super! Wir sind verzückt und lecken brav alle Teller blank. Selbst der Nachtisch ist original indisch. Und als uns am Ende ein feiner indischer Rum von Heike Miculins serviert wird, ist unsere Zufriedenheit vollendet. Indien, wir kommen bald wieder!

—> Kohinoor, Neustädter Straße 25, 33602 Bielefeld

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Moccaburger? Natürlich von Freddy!

Das Team vom MoccaklatschKoch Freddy umringt von der fröhlichen Servicecrew Jana, Lena und Meike

Gemütliche Sofas, moderne Lampen und nachdenkliche Gemälde schmücken eine gut gefüllte Gaststube. Die bestens ausgestattete Bar taucht ihre Getränkebatterie in großstädtisches Rotlicht und macht Lust auf Aperitifs. Junges, buntes Volk ist gekommen, um hier in bester Laune eine Vesper einzunehmen. Die Musik ist exakt so austrariert, dass man seiner Begleitung bedenkenlos die PIN-Nummer anvertrauen oder Sexabenteuer schildern kann. Unbefugte Ohren vom Nebentisch werden garantiert nichts aufschnappen. Klasse Service.

Nun wenden wir uns interessiert dem Abendhunger zu. Mit bezauberndem Esprit reichen uns Lena und Meike zwei ausgesprochen hübsche Moccaburger. Aber auch die Pasta mit Spinat und Schafkäse sowie das Risotto können sich bedenkenlos sehen lassen. Tja, und schmecken tut das alles auch noch. Also geht unser freundliches Lob an Freddy, den netten Koch. Einen weiteren Höhepunkt erhält der Abend zweifellos, als Meike eine Lage Ramazzotti serviert - so fröhlich können das nur wenig Servierinnen. Das muss ansteckend sein, denn wir sehen um uns herum fröhliche Gäste, die sich zufrieden über das Moccaklatsch äußern. David ist gar voll des Lobes über das Moccaklatsch-Frühstück mit Milchkaffee. Kein Wunder, denn auch dabei wird Freddy seine Finger im Spiel haben.

—> Moccaklatsch, Arndtstraße 11, 33602 Bielefeld

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Bielefeld horcht auf: Neue Speisen im Rock Café

Wirt Patrik Mowwe und Koch Daniel Ibendahl

Verursacher von Pasta und Hamburger: Wirt Patrik Mowwe und Koch Daniel Ibendahl

Flaneure-Sympathisant Tim hat uns gemeldet, dass sich in der Speisekarte des Rockcafés seit unserem letzten Besuch einiges getan habe. Also machen wir uns auf den Weg zu einem Update. Gut besucht ist die Schänke, viele Gäste haben sich eine hübsch dekorierte Vesper geordert, andere plaudern beim gemütlichen Getränk. Und wieder andere bespielen mit Elan den Billardtisch.

Das Studium der Speisekarte bestätigt tatsächlich zwei neue Sortimente. Neu sind einerseits verschiedene Pastagerichte. Wir entscheiden uns für den Tortellini-Test und haben erstmal einen dicken Teller zu bewältigen. Er ist derart üppig, dass er selbst unseren lieben Stahlbaron zu sättigen vermag. Neu sind außerdem die Hamburger-Varianten Hier wählen wir die Variante Hamburger Classic und erhalten ebenfalls eine erfreulich umfangreiche Portion. Besonders betonen müssen wir hierbei, dass die Rock Café-Pommes komplett hausgemachte Pommes sind. Format, Garstufe und Konsistens überzeugen uns dermaßen, dass wir beschließen, Koch David Ibendahl zu passender Zeit in der Küche aufzusuchen und zu loben.

Vorher dürfen wir jedoch feststellen, dass Wirt Patrik Mowwe beim Servieren von fünf Gläsern frisch gepresstem Ramazzotti eine ausgezeichnete Figur zu machen weiß. Daher freut es uns, dass er diesen Vorgang im Laufe des Abends gekonnt wiederholt. Gern bitten wir den netten Mann an unseren Tisch und freuen uns, den gelernten Koch als kundigen Gesprächspartner in Sachen Bielefelder Nachtleben und eng verwandten Themengebieten kennenlernen zu dürfen. Kein Wunder, dass der Abend dabei lang wird und wir zusätzlich zu den Standardgetränken nach einem Kaffeegetränk verlangen. Vor allem unserem verehrten Stahlbaron hat es der Kaffee alsbald sehr angetan. So lässt er sich gern wiederholt Tässchen von der sympathischen Servicekraft Eva servieren. Danke, Flaneur-Sympathisant Tim, für den Tipp! Er hat uns einen schön Abend beschert.

—> Rockcafé Bielefeld, Neustädter Straße 25, 33602 Bielefeld

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