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12. Sep 2012

Unsere Reise mit Frau Jasmin (Sonderbericht aus Steinhagen)

Sympathisches Steinhagen: Wirt Gerd Tigges mit Servierqueen Doreen & Chefzapferin Silvi

Sympathisches Steinhagen: Wirt Gerd Tigges mit Servierqueen Doreen & Chefzapferin Silvi

Zügig schnurrt die schwarze Limousine durch den jungen Abend. Am Steuer sitzt Frau Jasmin. Mit dem ihr eigenen Charme hat uns die adrett frisierte Dame in ihr geräumiges Kfz verfrachtet, um uns die Friedrichshöhe in Steinhagen zu präsentieren. Die lange Fahrt versüßt sie uns mit erfrischenden Possen, und als wir endlich eintreffen, staunen wir nicht schlecht – die Friedrichshöhe ist ein prächtiges Unikum. Hier ist nichts von der Stange, und es gibt kein Zugeständnis an den Mainstream. Mit Liebe zum Detail wurde die Stube eingerichtet bis daraus ein Museum geworden ist, von dem man unwillkürlich weiß: Hier irgendwo ist der Stairway to Heaven.

Der Laden brummt. Das Publikum zecht und futtert mit Begeisterung. Wir werfen einen Blick in den Billardsaloon, gehen kurz Pipi machen und wechseln dann ein paar Worte mit dem Stammtisch der Offroad- bzw. Enduro-begeisterten Motorradfahrer. Die netten Leute nennen sich Stollenfraktion OWL und passen gut in die Friedrichshöhe. Aber nun ruft Frau Jasmin zum Abendmahl. Verlockend, was die reizende Dame zu bieten hat. Zum Beispiel das kesse ungarische Schnitzel mit lecker Bratkartoffeln. Oder das astreine Pfefferschnitzel mit schöner Tunke und Pommes. Sowie das überzeugende Bauernschnitzel mit gelungenen Bratkartoffeln. Wer heute kein Schnitzel mag, dem empfiehlt Frau Jasmin Hähnchenkram mit Würzsalbe. Auch wenn dieser Teller optisch an die Fast-Food-Plage „Chicken Wings“ erinnert, so handelt es sich hierbei in Wirklichkeit um eine solide Fleischspeise, die wir gern weiterempfehlen.

An der Eingangstür war uns sofort eine interessante Tafel aufgefallen. Sie weist die Friedrichshöhe als Unterkunft der Wandergesellen vom „Fremden Freiheitsschacht“ aus. Nicht ohne Stolz berichtet uns Wirt Gerd Tigges, dass diese Bruderschaft hier kürzlich ihre Bundesversammlung abgehalten hat. Zweifellos eine großes Lob für sein Haus. Seit 1988 ist er Wirt, und noch heute hat seine letzte Gaststube, die Waldquelle in Bielefeld, einen legendären Ruf. Zu später Stunde lässt Gerd Tigges in väterlicher Fürsorge ein Mischgetränk namens Hot Shot auffahren. Hierzu räkelt sich der italienische Vanillelikör Galliano mit heißem Kaffee im Glas und wird durch ein hübsches Sahnehäubchen gekrönt. Vollendet hält uns Servierfee Steffi die schöne Rutsche Hot Shots unter die Nase – und wir greifen sofort zu. Alsdann verlassen wir gestärkt und mit herzlichem Gruß den gastlichen Ort und legen unser Rückreise-Schicksal vertrauensvoll in die Hände unserer Frau Jasmin – der weltweit einzigen Flaneur-geprüften Chauffeuse.

—> Friedrichshöhe, Kaistraße 48, 33803 Steinhagen

2 Comments

  1. DH

    Ah, die WALDQUELLE! Das waren noch Zeiten voll Billard & uncooler Gesten http://tinyurl.com/cigarette-uncool

    Gut zu wissen, dass es den Wirt nicht ins Nirwana, sondern lediglich nach Steinhagen verschlagen hat 🙂

    1. Bielefelder Flaneure

      Kommentare bebildern – vorbildlich!

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