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01. Nov 2015

Lob der Bielefelder Feuerwehr (mit Video)

Mit historischem Rauchschutzhelm: Brandamtmann Heinz-Hermann Zöllner

Mit historischem Rauchschutzhelm: Brandamtmann Heinz-Hermann Zöllner

Vor genau einem Jahr wurden wir Zeugen eines Wohnungsbrandes in der August-Bebel-Straße. Gegen Mitternacht brausten Löschfahrzeuge heran. Zügig drangen Feuerwehrmänner mit Atemschutzgeräten in das brennende Haus ein. Riesige Feuerwehrleitern wurde ausgefahren. Schließlich erstickte ein mächtiger Wasserstrahl das lodernde Feuer auf dem Dach. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

An dieses bedrückende Erlebnis müssen wir denken, als wir das Bielefelder Feuerwehrmuseum besuchen. Eher unscheinbar wirkt der Museumseingang, doch was uns Brandamtmann und Zugführer Heinz-Hermann Zöllner dann zeigt, ist eine gelungene Präsentation der Geschichte und des Könnens der Bielefelder Berufsfeuerwehr. Wir erfahren, was eine Einreißhaken ist und warum er manchmal an der Brandstelle zurückgelassen werden muss. Wir sehen Feuerlöscher aus verschiedenen Jahrzehnten und bestaunen eine Sammlung von Atemschutzgeräten. Natürlich fehlt bei keinem Feuerwehreinsatz das Erste-Hilfe-Set. Und selbst eine Brandstelle gibt es hier zu sehen – mit verkohltem Teddybär. Oder einen Feuermelder wie er in Bielefeld bis in die 1970er-Jahre hinein üblich war. Eine detailgetreu nachgebaute Unfallstelle zeigt den Rettungsdienst der Feuerwehr im Großeinsatz. Zahlen notieren wir auch: 308 Mitarbeiter hat die Berufsfeuerwehr heute, zehn davon sind Frauen. Heinz-Hermann Zöllner ist seit 1980 dabei. Spürbar aus vollem Herzen.

Als es noch keine Feuerwehr gab, stand in jedem Haus ein Löscheimer. Brach ein Feuer, liefen die Bürger mit ihren Eimern zur Brandstelle und halfen beim Löschen. Und die Handwerker der Stadt waren sogar verpflichtet, sofort die Häuser rechts und links des brennenden Hauses abzureißen. Auf diese Weise konnte die Stadt vor einer Feuersbrunst bewahrt werden. Wir sehen ein Foto von 1910, es zeigt die Berufsfeuerwehr wie sie vom Einsatz zurückkehrt und in ihre Feuerwache am Kesselbrink einrückt. Ein anderes Foto stammt aus dem Jahre 1917 und zeigt die Feuerwehr auf dem Alten Markt. 1932 demonstriert die Berufsfeuerwehr der Öffentlichkeit den damals top aktuellen König’schen Rauchhelm. Er lässt ahnen, wie gefährlich und beschwerlich die Arbeit der Feuerwehrleute ist. Heinz-Hermann Zöllner gewährt uns auch Einblicke außerhalb des Museums, so führt er uns ins Schlauchlager mit einer beeindruckenden Schlauchwaschanlage. Anschließend dürfen wir einen Blick in den Schlauchturm werfen, wo die Schläuche nach jedem Einsatz trocknen. Am Ende danken wir Herrn Zöllner sehr für seine gelungene Führung und denken: Gut, wenn man sie nicht braucht. Sehr gut, dass es sie gibt – unsere Feuerwehr.

—> Feuerwehr-Museum, Am Stadtholz 18, 33609 Bielefeld

—> Im Video: Der Feuerwehreinsatz am 1. November 2014

2 Comments

  1. Rembert

    Und ich dachte immer, die Schlauchtürme wären für die Stangen gedacht, an denen die Feuerwehrleute bekanntermaßen gerne herunterrutschen…

    1. Bielefelder Flaneure

      Diese Stangen, das haben wir von Heinz-Hermann Zöllner gelernt, heißen Rutschstangen. Aber gesehen haben wir keine. Bielefeld ist offenbar rutschstangenfrei.

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