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29. Aug 2017

Die gute Stube von Gellershagen

Führen viel mehr als ein Eiscafé: Meike und Renzo Dal Mas

Führen viel mehr als ein Eiscafé: Meike und Renzo Dal Mas

Seit Mai 1983 stehen Meike und Renzo Dal Mas jeden Tag in ihrem Eiscafé Dolomiti. Nur in der Winterzeit schließen sie für wenige Monate. In den vielen Jahren ist ein erstaunlich großer Kreis von treuen Gästen entstanden, der weit über die Bielefelder Grenzen hinaus reicht. Was ist das Geheimnis des Dolomiti-Erfolges? Ist es das köstliche hausgemachte Eis? Ist es die durch und durch familiäre Atmosphäre? Ist es die erstaunliche Freundlichkeit der Eheleute Dal Mas? Bei Facebook gibt es inzwischen eine geschlossene Gruppe von Dolomiti-Freunden, die einmal im Jahr ein großes Treffen in ihrem Lieblingseiscafé veranstalten. Auch wer von ihnen inzwischen weggezogen ist, reist dafür von weit her an. Das Dolomiti ist ein Ort, wo jede Oma gern ein schönes Eis spendiert. Ein gutes Beispiel dafür sind Rosemarie Krampe mit Helene und Mathilda. Regelmäßig kehren sie hier ein und loben das Eisglück sehr. So lebt das Dolomiti von und mit seinen Stammkunden. Viele von ihnen drücken ihre Verbundenheit auch dadurch aus, dass sie gern Ansichtskarten aus dem Urlaub senden. Besonders lieb ist der schriftliche Genesungswunsch des kleinen Nachbarjungen Anton, als sich Enzo Dal Mas einmal die Hand gebrochen hatte.

Meike Dal Mas stammt aus Gelsenkirchen, aber ihr Mann hat die Berufung zur Eisbereitung aus seiner Heimat Cortina d’Ampezzo mitgebracht. Schon seit über hundert Jahren, erklärt uns Renzo Dal Mas mit kleinem Stolz in der Stimme, kommen aus dieser Region die besten Eismacher. Ursprünglich war das Dolomiti ein kleiner Lebensmittelladen, also ein so genannter Tante-Emma-Laden. Langjähriger Inhaber war der inzwischen verstorbene Kurt Kröning (hier im Jahr 1991 beim Eisbesuch). Ein Foto aus der Anfangszeit zeigt Meike Dal Mas hinter der damals roten Eistheke. Als 1987 der Sohn Dennis geboren wird, ist er natürlich von Anfang an in der Gaststube dabei. Heute ist er promovierter Psychologe. Womöglich hat seine frühe Caféhausprägung dazu beigetragen. Beim Blick zurück fällt auf, dass es im Dolomiti schon immer sehr gesellig, fröhlich und familiär zuging (wie etwa 1997). So stellt eine Mutter 1994 ihr neugeborenes Kind vor, und sofort lassen sich die Wirtsleute damit fotografieren. Oft helfen Stammgäste wo sie können. Wie Stammgast Herbert, der in der Vergangenheit nicht nur fachkundig die Sitzmöbel neu gepolstert hat, sondern auch für kleine Konzerte mit Gitarre und Mundharmonika sorgte. Eine Zeugin der vergangenen Zeit ist auch die Musikbox. Sie steht immer noch im Dolomiti und hat zu manch ausgelassener Tanzparty beigetragen, was ein Foto aus dem Jahr 2002 belegt. Wir müssen feststellen: In all den Jahren haben die Wirtsleute das Eiscafé in die gute Stube von Gellershagen verwandelt. Großartig!

Zum Ende unseres Besuches betritt ein Gast das Café. Er berichtet Enzo Dal Mas, ein Lied geschrieben zu haben, in dem der Eismeister und sein Eis eine wichtige Rolle spielen. Bald schon, so kündigt der Gast an, werde er das Lied öffentlich aufführen. Gilbert Bender heißt der freundliche Künstler, und er hat uns schon jetzt die wichtigsten Zeilen verraten: „Ich laufe immer wieder in die Irre / Verliere mich in Hektik, renn’ im Kreis // Doch eh` ich mich vollkommen verwirre / Gehe ich zu Renzo, ess’ ein Eis.“

—> Eiscafé Dolomiti, Hägerweg 19, 33613 Bielefeld

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