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14. Sep 2015

Bierdeckel – Humus der Inspiration

Vereint Bierdeckel und Kunst: Eg Witt mit einem Geschenkexemplar für uns

Vereint Bierdeckel und Kunst: Eg Witt mit einem Geschenkexemplar für uns

Eine Ausstellung zeigt Bierdeckel, die zu Kunstwerken transformiert wurden – das macht uns neugierig. Eingeladen haben Renate Pollvogt und Manfred Glagow. Das nette Paar betreibt keine Galerie, sondern es sind Kunstsammler mit Herz, die dem Künstler Eg Witt mit dieser Ausstellung einen Freundschaftsdienst erweisen. Mitten in der Bielefelder Altstadt öffnen sie ihr Haus, um der Öffentlichkeit erstmals nach 20 Jahren einen großen Teil von Eg Witts Bierdeckelschöpfungen zu präsentieren. So erfahren wir, dass alle Bierdeckel aus der Bahnhofswirtschaft Bückeburg stammen. 1994 hatte die Wirtin Jutta Seele Hunderte gebrauchte Bierfilze für den Künstler aufbewahrt. Daher weisen alle Filze individuelle Spuren kneipentypischer Nutzung auf – ein wahrer Humus für Eg Witts kreativen Geist. Begeistert bestaunen wir die endlose Reihung der Exponate, betrachten mit Lupenblick Einzelexemplare und lassen den Raum auf uns wirken. Jürgen Heinrich, Leiter des Künstlerhauses Lydda, sieht in Eg Witts Kleinodien die legendäre Arte povera agieren und verweist außerdem auf Jean Pauls Definition von Humor, als das umgekehrte Erhabene. Ja, das passt pfeilgenau. Später beantwortet Eg Witt geduldig unsere Fragen, und am Ende schenkt uns der sympathische Mann doch tatsächlich eines seiner Bierdeckelobjekte. Wir verstummen in Dankbarkeit. Dies Juwel wird einen Ehrenplatz in unserem Flaneur-Archiv erhalten.

Die geballte Bierdeckelkunst weckt irgendwann Bier- bzw. Weindurst, also versammeln sich die Gäste schließlich zu einer prima Plauderparty. Gern zollen wir dabei dem Handwerker Karl Obst Dank, denn er war es, der die vielen Bilder akkurat aufgehängt hat. Im Untergeschoss sind sogar einige Bilder und Skulpturen von Eg Witt zum Verkauf freigegeben. Schnell kommt es hier zu unvermeidbaren Spontankäufen. Einer der begeisterten Käufer ist Wolf Schimmang. Unwillkürlich versucht der elastische Mann, die Gestik seiner frisch erworbenen Skulptur „Roter Armformer“ nachzuahmen – mit Erfolg. Wer den schönen Abend nicht miterleben konnte, dem raten wir zum Erwerb des attraktiven Ausstellungskataloges. Er ist erhältlich in der Buchhandlung Eulenspiegel, Hagenbruchstraße 7, 33602 Bielefeld.

—> Sachdienliche Hinweise zu Eg Witt

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