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18. Apr 2019

Der Nahrungsfinger

Immer klar, zielgerichtet und kompetent: Der Nahrungsfinger

Immer klar, zielgerichtet und kompetent: Der Nahrungsfinger

Die Bedeutung des Nahrungsfingers für die Ernährung des modernen Menschen darf nicht unterschätzt werden. Besonders vor Glasvitrinen von Bäckereicafés wächst der Nahrungsfinger zu voller Größe heran. Parallel zu seiner zielgenauen Ausrichtung erfolgt der akustisch gemeldete Nahrungswunsch: „Eine Käsestange, bitte.“ Dabei lotst der Nahrungsfinger den Blick der Bäckereifachverkäuferin durch das Vitrinenglas und lässt ihn – ganz ohne GPS – punktgenau auf dem ersehnten Bäckereierzeugnis niedergehen. Order verstanden, Objekt eingetütet, Kunde abkassiert – fertig.

Natürlich nicht nur in Bäckereicafés, auch in Restaurants ist der Nahrungsfinger von hoher Bedeutung. Die Kellnerfrage: „Haben Sie gewählt?“ bezieht sich nicht auf die letzte Bundestagswahl, sondern auf die Speisekarte. „Ja“, antwortet der hungrige Gast und führt den Nahrungsfinger genau an jener Textzeile der Speisekarte entlang, die er dem Kellner zeitgleich vorliest: „Cevapcici – sechs würzige Hackfleischröllchen mit Reis.“ Auch hier verschmelzen Zeigen und Sagen zur naturgegebenen Einheit. Als anthropologisch gesichert gilt, dass der Urmensch den Nahrungsfinger auf das Mammut richtete lange bevor er sagen konnte: „Hm, lecker Mammut.“ Beim nächsten Mal betrachten wir eine beliebte Nebenfunktion des Nahrungsfingers: „Beschreiben Sie mal eine Wendeltreppe.“

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