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07. Nov 2012

Im Haus der Riesenfrikadelle

Endlich Flaneur-geprüft: Sofia und Melana Kalpakidou vom Café Rempetiko

Endlich Flaneur-geprüft: Sofia und Melana Kalpakidou vom Café Rempetiko

Eine große Fensterfront präsentiert die Stapenhorststraße im Breitwandformat. Gut gelaunte Esser haben die Gaststube fast vollständig mit sich voll gemacht. Wie ein Wirbelwind muss Serviererin Melana Kalpakidou flitzen, um alle Mäuler just in time zu füllen. Arg viel hat die Arme zu tun, doch sie bleibt freundlich ohne jeden Verdruss. Hut ab!

Am Nebentisch kontaktieren wir ebenso kundige wie nette Rempetiko-Gäste. Mit ihren Speisetipps (sowie einem handverlesenen Blondienenwitz) geben sie uns wertvolle Lebenshilfe. Gemäß den Tipps starten wir mit einem großzügigen Vorspeisenteller, der durchaus für zwei Personen gut sein könnte. Ihm beigeordnet sind feine Hausbrötchen. Ausdrücklich warnen müssen wir vor der Riesenfrikadelle. Leider reicht unsere Fotografierkunst nicht aus, um die wahre Größe dieses Brockens zu dokumentieren. Aber glauben Sie uns: Das Ding sollten Sie nur bestellen, wenn Ihr Magen vollkommen ausgeräumt ist. Durch und durch liebreizend sind die frisch gebratenen Sardellen (hier anmutig präsentiert von unserem lieben Henner). Ausgezeichnet munden natürlich auch die süffigen Kartoffelspalten mit Knoblauchsauce.

Ganz lieb: Am Ende schenkt uns Sofia Kalpakidou eine Lage zweifach destillierten Pilavas ein und dann erfahren wir auch noch, was „Rempetiko“ bedeutet. Das ist ein griechischer Musikstil, der von den Sorgen der einfachen Leute handelt. Er wird daher auch als der „griechische Blues“ bezeichnet. Kein Wunder also, dass hier ein Musiker, in Form eines Wandgemäldes, über das Geschehen im Gastraum wacht. Denn ein paar Sorgen wird man hier ganz sicher los: Hunger, Durst und Einsamkeit.

—> Café Rempetiko, Stapenhorststraße 84, 33615 Bielefeld

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