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31. Mai 2017

Höhepunkte aus zehn Flaneurjahren

Wieder mit Flaneur-Erlebnissen: Bielefelds führende Gastrozeitschrift

Wieder mit Flaneur-Erlebnissen: Bielefelds führende Gastrozeitschrift

In der aktuellen Ausgabe der beliebten Zeitschrift BIELEFELD GEHT AUS verraten wir – hübsch bebildert – einige Höhepunkte aus den ersten zehn Jahren unserer Flaneure-Geschichte. Jetzt auch hier im Flaneure-Weblog zu lesen:

Mit selbstbewusstem Kick rasten die Handschellen ein. Millimetergenau umfasst ringförmiger Stahl unsere Handgelenke und – schwupp! – werden wir in einen Polizeibulli verfrachtet. Widerworte sind zwecklos. Die Polizeibeamten ziehen ihren Job routiniert durch. Doch dann folgt ein Blitzlichtgewitter, das die Gesichter der Beamten lachen lässt und wir werden als willfährige Opfer eines super Aprilscherzes aus dem Gewahrsam der Polizeiwache am Kesselbrink entlassen. So geschehen 2008, also im zweiten Flaneur-Jahr. Ob es zutrifft, dass anschließend unser lieber Henner die private Handschellensammlung der fröhlich-blonden Polizeibeamtin Elke überprüfen durfte, überlassen wir späteren Legendenforschern unserer ereignisreichen Flaneur-Historie.

Gern erinnern wir uns auch an Yoko Ono und die Fahrt im Leichenwagen von der Kunsthalle durch Bielefeld. An das fröhliche Entenwaschen in der Küche mit Jinmei Liu (ehemals KAISERPALAST, heute MEIWEI). An Teresa (Am Bach 17) und ihre Eleganz, mit der die Schutzheilige aller Späteinkehrer den Nacht-Ouzo einschenkt. An Ioannis und Anna (Detmolder Straße 51), die ebenso menschenfreundlich sind wie ihre üppigen Grillteller. Für immer unvergessen: Die Bratkartoffelparty mit Tombola und Schwof im Grill, gemeinsam organisiert und atemlos durchgefeiert mit den vorbildlichen Wirtsleuten Josipa und Branko Tadić (ehemals WESTECK). Schon 2009 ein großes Glück: Vorspeisenteller von Wirtin Bea. Doch das erste Lokal ist zu winzig für das wahre Kaliber ihrer Speisekarte. Seit 2014 heißt ihr Glücksort RESALTO (August-Bebel-Straße 207). Ein Meilenstein: Der edle Stahlbaron schenkt uns eine Edelstahl-Schablone, mit der wir unser Flaneur-Logo an alle verdienten Orte sprayen können. Mit anderen Worten: Bielefeld wird immer schöner.

Dann unsere Diagnose: Sechs Bielefelder Einkaufspassagen dämmern im urbanen Wachkoma vor sich hin. Daher schnappen wir uns Teller, Besteck und Kerzenleuchter sowie Tisch und Stühle und machen uns auf den Weg zur ARCADE (Herforder Straße 10). Hier eröffnen wir ein Festmahl mit ambulanter Pizza und ausreichend Flaschenbier. Auf diese Weise beseelen wir den tristen Ort für einige schöne Flaneurstunden. Dabei spricht uns eine junge Dame an. Sie hantiert mit Fotoapparat und Filmkamera und ist ganz offenbar dem morbiden Charme der ARCADE verfallen. Sie plant, so erklärt sie uns, eigenwillige Arcade-Erlebnisse ins Internet zu stellen. Und tatsächlich – da sind wir noch heute zu sehen (hier klicken und ein wenig scrollen).

Schließlich Einkehr bei Susanne Bartsch (Viktoriastraße 54), um von ihren köstlichen Schnitzeln zu naschen. Mit dabei ist Sascha, der sporadische Kurator erfolgreicher Flaneurgänge. Selbstlos offeriert er der sympathischen Servicefee Petra Berg eine effiziente Nackenmassage gegen temporäre Verspannung. Just in diesem Moment betritt der bezaubernde Damenkegelclub DIE HERZIGEN NEUN das Gasthaus und schnappt des Zauberwort Nackenmassage auf. Prompt melden die wachen Kegeldamen kollektiven Massagebedarf an. Was daraus folgt, gipfelt in einem gemischten Kegelturnier, das inklusive sportivem Schlürschluck bis weit nach Mitternacht andauert und für immer in die Annalen der Flaneur-Historie eingehen wird.

Wenn Sie wissen wollen, ob wir vielleicht schon morgen in einer Gaststube neben Ihnen sitzen, bedenken Sie stets den Hinweis von Radio Bielefeld: „Die Masche der Flaneure ist es, ihr Bierchen unerkannt an der Theke zu trinken.“ In diesem Sinne: Prösterchen!

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