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19. Jul 2007

Grashüpfer, Sailor, Doors und Susi (inzwischen Geschichte)

taki
Manni hat’s drauf: Musik super, Pils flott, den Laden im Griff

Bei Taki“ – ein großer alter Bielefelder Gastro-Name. Hier soll uns heute das Abendpils schmecken. Vom Bahnhof schlendern wir die ehemalige Düppelstraße Richtung ehemaliger Berliner Platz. Schon vor der Tür lässt ein flexibles Stimmengewirr und phonstarke elektrische Musik auf engagierte Stimmung schließen; also nix wie rein!

Wir finden uns in einer Art lichtgedämmten Partykeller mit stabilem Holzfäller-Stiling wieder. Zwei Dutzend Sitzplätze mit Brokatmusterbezügen haben sich zwischen rustikalen Trennbalken und Wänden im akuraten Rauputzhöhlenambiente verteilt und bieten uns ein gemütliches Tischchen an. Am Nachbartisch – so dürfen wir unfreiwillig mithören – werden echte Lebensweisheiten weitergereicht („Wenn einer ins Casino geht und 10.000 Euro gewinnt, dann soll er nach Hause gehen und nicht weiterspielen!“ – das leuchtet ein) und an der Theke plaudern verschiedene Sprachen miteinander – zumindest Deutsch & Holländisch.

Manni ist heute der Thekenmeister und beweist, dass er das systematische Blitzzapfen bestens beherrscht. Zwischen dem Ordern und dem Liefern frisch gefüllter Pilstulpen vergehen gefühlte 10 Sekunden. Das ist vorbildlich. Noch besser hat er die Raumbeschallung im Griff: Niemals zuvor haben wir ein derart reichhaltiges Musikprogramm geboten bekommen. Sailor geben den Doors die akustische Türklinke in die musikalische Hand, gefolgt von Shocking Blue und den Ärzten, aber auch der Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strandbikini tanzt durch die Ohren der Gäste. Die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts wird uns also unterhaltungsmusikalisch in bestem Mix dargeboten. Das passiert alternierend per Fire Bird-Musicbox oder aber per CD-Auswahl durch Mannis geübte Hände, die dem CD-Spieler allerdings gelegentlich eins auf den Deckel geben müssen, damit der das tut, was DJ Manni will.

Inzwischen haben wir Susi kennengelernt, die den freien Platz an unserem Tisch gern einnimmt und vieles zu berichten weiß. Susi ist bester Stimmung, interessiert sich für unseren aktuellen Familienstand und trinkt gern Wein (Fachkommentar Manni: „Weißwein ist besser, Rotwein enthält zu viel Schwefel!“). Susi hat Urlaub und genießt heute einen launigen Abend im Taki als Ausgleich zu ihrem harten Job auf der Intensivstation eines großen Bielefelder Krankenhauses. Wie um den Abend vollends zu veredeln, spendiert Manni unserem Tisch plötzlich eine sympathische Runde Grashüpfer. Diese ostwestfälische Wunderwaffe aus dem karnevalsgegerbten Rietberg geht 1a runter wie Waldmeistermarmelade mit Wodka. Derart fachkompetent angesäuselt, trollen wir uns schließlich nach Hause. Die Uhr hat den neuen Tag längst begonnen und wir tragen die turbulente Taki-Atmosphäre gern im grashüpfer-beschwingten Herzen heim.

—> Bei Taki, Herbert-Hinnendahl-Straße 11, 33602 Bielefeld

5 Comments

  1. Thomas (Gast)

    Auf die Grashüpferflaschen gehört ein Totenkopf! Ich weiß das ich hab das Zeug in Rietberg beim Karneval ausprobiert!

  2. little james (Gast)

    …ist genau das, was ich jede nacht denke, wenn mir die zugesoffenen, die da raus torkeln um sich auf der straße noch mal schön zu prügeln, den schlaf rauben.
    kein segen, wenn man fast direkt drüber wohnt 🙂 (noch, der umzugstermin steht schon fast)
    aber ansonsten scheint es ja einen besuch wert zu sein. im übrigen kann man dort auch darts spielen.

    lieben gruß
    little james vom bahnhof 🙂

  3. Jörg

    Wenn man den Spaß mitbringt und abwärtskompatibel ist kann´s echt lustig werden.

    Immer gut für eine echte Kaschemmentour

  4. jenny

    Es ist richtig schön dort , alles total liebe Menschen und die Music ist der Hammer 🙂

    1. Bielefelder Flaneure

      Genau!

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