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26. Sep 2012

Gaumenglück bei Vater und Sohn Seelmeyer

Zwei Generationen Alt-Schildesche: Thorsten und Horst Seelmeyer

Zwei Generationen Alt-Schildesche: Thorsten und Horst Seelmeyer

Soeben verabschiedet sich die Sonne mit einem optischen Paukenschlag von Schildesche, da verrät uns ein elektrisches Licht, dass die Restauration Alt-Schildesche für uns geöffnet hat. In der schmucken Gaststube finden wir schell einen guten Platz und bestaunen die vielen historischen Bilder aus Schildesche. Dann lädt uns das vorbildliche Sortiment der Getränkekarte zu einem Aperitif ein. Wir entscheiden uns für einen herzlichen Magenbitter aus dem niederrheinischen Goch, sein Name: Löwentor. Das Getränk wird sofort unser Freund und wir beschließen, es heute noch öfter an unseren Tisch zu bitten.

Freundlich nimmt Wirt Horst Seelmeyer unsere Bestellungen entgegen und Sohn Thorsten bereitet alles gekonnt in der Küche zu. Als erstes ergehen wir uns an einem panierten Schnitzel, Titel: Großmutters Art. Es wird mit einem Ornament aus Rührei, Lauch und Champignons aufgetischt und lässt uns verzückt schmatzen. Dann folgt ein unglaublich zartes Schnitzel mit delikater Champignonrahmsauce. Auch hier stimmen wir einen Lobgesang auf den Koch an. Aber dann kracht der Höhepunkt auf unseren Tisch: 300 g Gaumenglück in Form eines Schweinesteaks de luxe. Innen zart, außen mit würziger Kruste. Ein Gedicht! Zu den Fleischspeisen werden Bratkartoffeln gereicht, die vortrefflich schmecken sowie ein anmutiger und bissfeiner Salat mit süßer Note.

Nach vollbrachtem Abendmahl setzen sich Vater und Sohn Seelmeyer an unseren Tisch und schenken uns manche launige Geschichte aus ihrem langen gastronomischen Leben. Sie erzählen von der 80-jährigen Großmutter, die 500 Pils an einem Tag ausgeschenkt hat. Von den Männern, die früher direkt nach der Arbeit auf zwei Bierchen einkehrten, dann zum Abendbort heimgingen und anschließend mit der Frau wiederkamen. Von der Disco, die hier vor 40 Jahren mit DJ Hugo Strauß stattfand. Dabei bekommt Vater Seelmeyer einen verträumten Gesichtsausdruck und stellt fest: „Das war meine schönste Zeit.“ Am Ende will er uns nur gehen lassen, wenn wir seinen Waldhimbeergeist gekostet haben. Ein wahrhaft göttlicher Tropfen aus Südtirol, den man umgotteswillen nicht kippen darf. Ein in der Tat gelungener Abschluss unseres schönen Abendes in Schildesche.

—> Alt-Schildesche, Beckhausstraße 193, 33611 Bielefeld

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