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19. Dez 2016

25 Jahre „BIELEFELD GEHT AUS“ (2)

Wieder mit Flaneur-Weisheiten: Bielefelds führende Gastrozeitschrift

Wieder mit Flaneur-Weisheiten: Bielefelds führende Gastrozeitschrift

Haben auch Sie schon die aktuelle Ausgabe der beliebten Zeitschrift BIELEFELD GEHT AUS gelesen? Hübsch bebildert präsentiert sie einen weiteren Teil unserer exklusiven Zeitreise. Jetzt auch im Flaneure-Weblog:

Teil zwo unserer gastronomischen Zeitreise eröffnen wir mit der besten Nachricht des Jahres: Das Statistische Bundesamt ermittelte in der Gastronomie die höchste jährliche Zuwachsrate seit mehr als 20 Jahren. Bitte weiter so, es gibt keinen Grund innezuhalten.

Wie BIELEFELD GEHT AUS ist auch das „Black Rose“ (Heeper Straße 52) im Jahre 1991 geboren. Doch nach 25 erfolgreichen Jahren hat Wirtin Ellen Bibo nun das Licht für immer ausgemacht. In dem traditionsreichen Wirtshaus sollen Wohnungen entstehen. Unvergessen sind die Live-Konzerte in der knüppelvollen Doppelsaalgastronomie. Vorn, also im Trinkbereich, stoßen die Gäste mit großen Gefäßen auf den schönen Abend an. Im hinteren Saal tobt derweil die Performance der Astronauts. In voller Astro-Montur tränken sie Elektro-Surf-Klassiker der 1960er-Jahre erfolgreich mit Dosenbierfontänen. Ihre Fans beten sie dafür an. Ruhiger geht es im „Bremer Eck“ zu (Detmolder Straße 123). 20 lange Jahre ist hier Dieter Baatz persönlich verantwortlich für jedes köstliche Kotelett mit wunderbaren Bratkartoffeln. Motto: „Schickimicki lehne ich ab, Qualität ist wichtig.“ Auch führt er eine eigene Zigarrenkarte. So lässt sich eine prima Völlerei vollendet abrunden. Aber 2008 geben er und seine Frau Panagila auf. „Die jungen Leute“, seufzt der Wirt, „haben heutzutage kein Interesse mehr an Kegelbahn und Stammtisch.“ Die Nachfolger sind erfolgreicher, denn sie füllen eine gastronomische Marktlücke. Wirt Don Rice und Chefkoch Jonathan Milam präsentieren in ihrem „Lord Nelson“ englisches Bier und englische Speisen. Ende diesen Jahres wird das Gasthaus 50 Jahre alt, denn 1956 starteten hier die Eheleute Wünnemann. Aus der Bahnhofsgastätte Künsebeck waren sie in das nagelneue „Bremer Eck“ gewechselt.

Der Wandel der gastronomischen Zeiten lässt sich auch gut am Beispiel von Sieglinde Heithold betrachten. Seit 1955 arbeitet sie in der ostwestfälischen Gastronomie, bis sie 1978 „Bei Cilly“ (Niederwall 16) eröffnete. Wie damals üblich, werden hier auch tagsüber Bier und Speisen stark nachgefragt. Noch nach der Sperrstunde verwöhnt die Wirtin ihre Stammgäste. Hinter verschlossenen Türen gibt es dann den Schlürschluck. 2005 geht die Vollblutwirtin in den Ruhestand. Hans-Joachim Langhorst führt ihr Lokal ein paar Jahre weiter, aber heute existiert dort keine Gaststätte mehr. Natürlich müssen wir noch gemeinsam den herben Verlust des Fischtierlokals „Kleine Plötze“ (Langenhagen 26) betrauern. 1981 erfunden von Werner Bartling und benannt nach seinem Bötchen auf dem Dümmer segelt das Leckerlokal immer auf Erfolgskurs. Nach Bartlings plötzlichem Tod führen Ursula und Constantin Schöne, seine Lebensgefährtin und sein Sohn, die nautische Stube allein weiter. Prominenz verkehrt hier ausgesprochen gern (Udo Jürgens, die Dubliners, Bielefelder Flaneure), allein schon wegen des hauseigenen Kräuterschnapses „Sauwohl“. Vor drei Jahren schließt dies Goldstück der Bielefelder Gastronomie für immer. Eine historische Großtat hat auch Armin Burgmann erschaffen. 1978 eröffnet er sein „Augustus“ (August-Bebel-Straße 47) und erst Silvester 2012, also nach 34 Kneipenjahren, füllt er hier das letzte Pilsglas. Pizza, Billard, Live-Musik und immer Pils – das waren die Bausteine von Burgmanns Erfolg. Außerdem spülte er sein Geschirr mit der Hand. Nachfolger ist das l’Arabesque. Hier servieren Ridha Bejaoui und seine Töchter arabisch grundierte Speisen sowie mehr Wein und Mineralwasser als Bier. „The Times They Are a-Changin’“ (Bob Dylan)

25 Jahre BIELEFELD GEHT AUS, das ist ein Grund zum Feiern. Machen Sie es nicht daheim. Lassen Sie sich bedienen. Die Bielefelder Gastronomie erwartet Sie.

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