Erfreulich hohes Suchtpotential (mit Video)
18 lange Jahre war das Pizzaland am Klosterplatz immer eine schöne Adresse für lecker Pizza. Doch nun haben die Betreiber gewechselt. Nicole Unger und Florian Lüßem heißen die Neuen, die Bielefelds kleinste Pizzeria der Welt übernommen haben. Wir sind gespannt, ob sie den guten Standard halten können und lassen uns vor dem Pizzaland nieder. Schöne Tischchen mit lieb karierten Deckchen laden dazu ein, die Abendsonne zu genießen. Ruckzuck sind wir mit Pilsbier versorgt und studieren die umfangreiche Pizzakarte. Sodann fräsen uns einmal quer durch das gediegene Sortiment. Unsere Test- und Lustobjekte sind:
Pizza Hawaii mit Schinken und Ananas • Pizza Sicilia mit Schinken, Champignons, Sardellen und Kapern • Pizza Pikante mit scharfer italienischer Salami und Champignons • Pizza Napoli mit Sardellen, Kapern und Oliven • Pizza Tonno mit Thunfisch und Zwiebeln • Pizza Salami mit leuchtenden Salamischeiben
Wir sind sofort fasziniert: Ja, so geht Spitzenpizza! Knusperdünner Boden, sanft angesuppter Grundbelag, effektiver Wunschbelag. Das ist – wir wählen unser Urteil mit Bedacht – Bielefelder Weltklasse! Entsprechend vorbildlich ist das Suchtpotential. Nach dieser fulminanten Speisung trägt Florian Lüßem schönen Abend-Ramazzotti auf und verrät uns dann einige Pizzaland-Geheimnisse. So haben er und Nicole Unger den Teig in zahlreichen Testreihen immer wieder ausbaldovert und verbessert. Auch präferieren sie frische Zutaten, Dosenpilze haben Hausverbot. Wir sitzen und plaudern mit Blick auf den friedlichen Klosterplatz bis die Nacht Besitz von Bielefeld ergreift. Somit verabschieden wir uns nunmehr von den sympathischen Wirtsleuten und ihrer schönen Pizzaland-Außengastro, jedoch nicht ohne freudig das große Gelübte abzulegen: Bald schon kommen wir wieder – ins Pizzaglücksland!
—> 45 Sekunden Doku-Video: Inhaberwechsel im Pizzaland
—> Pizzaland, Mauerstraße 54, 33602 Bielefeld
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Schluss mit Erdanziehung & Co.
Astrein: Der erste Film von der Skateplaza am Neuen Kesselbrink
—> Handgemacht von Tarik Ungewitter (Kamera & Schnitt)
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Central Park Kesselbrink
Ab jetzt ist Schluss mit den feixenden Zweifeln, ob Bielefeld wirklich eine Großstadt ist, denn ab jetzt gibt es den Neuen Kesselbrink. Um sein modernes Großstadtflair zu kapieren, reicht es nicht aus, den Platz von ferne zu umrunden. Man muss sich das Innestadtwunder mit möglichst viel Zeit erwandern. “Das Schmuckstück” (Westfalen-Blatt) ist viel größer als Sie denken, und an jeder Stelle entdecken Sie etwas anderes. Wenn das Wetter lacht, laden die Rasenflächen zum Relaxen ein. Vor Glück kreischend toben die Kinder im Wasserspiel, und aus Steinhagen sind fröhliche junge Männer zum entspannten Boule-Spiel angereist. “Das neue Herz der Großstadt” (Neue Westfälische) beherbergt außerdem Europas größten innerstädtischen Bike- & Skatepark. Eine beeindruckende Anlage, deren Akrobaten uns in den Bann ziehen. Alle freuen sich über den wunderbaren Zauberplatz. Zur Rückkehr des Wochenmarktes auf den Kesselbrink spielen fröhliche Musikanten auf. Und Café Möller erfindet die Kessi-Stange, die wir uns sofort von Kerstin Tisch und Tina Möller präsentieren lassen. Zum Ausklang eines bewegenden Kesselbrink-Tages tauchen wir unter in der Party bei der Kneipe “GEGENÜBER” und resümieren: Modern, urban, Bielefeld – geht doch!
Der Neue Kesselbrink in beeindruckenden Zahlen: 25.000 m² Gesamtfläche, 2.750 m² Skatefläche, 2.700 m² Rollrasen, 110 m² Wasserspiel, 162 Bäume, 40.000 Stauden und Blumenzwiebeln sowie 150% Begeisterung der Bielefelder Flaneure. Und hier ist die Kesselbrink-Webcam.
—> Ganz viele Kesselbrink-Fotos
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Im Biotop der Zufriedenheit
Wer Heepen kennt, kennt auch den Gasthof Wedding. Schon seit 1743 wacht er treu über Hunger und Durst in dem lauschigen Suburb am östlichen Bielefelder Rand. Die Gaststube ist gut besucht. Entspannt sitzt man beim Schnitzelteller mit Pilsbier und lässt den Tag gesellig ausklingen. Unterschiedliche Gruppen und Vereine nutzen das Wedding als Lebensmittelpunkt. Ob Knobel- oder Skatrunden, ob Fußballer oder Gesangsverein, alle fühlen sich hier wohl. Heute tagt in einem Nebenraum die – Obacht, korrekte Bezeichnung – Schützengesellschaft des Amtes Heepen e.V., allerdings ohne Waffen (schade), aber mit dem amtierenden Schützenkönig (immerhin). Im anderen Nebenraum begrüßen wir den Wedding-eigenen Platzhirsch, der über die ordnungsgemäße Nutzung des Veranstaltungssaals wacht.
Als Indiz ehrlicher Fürsorge bewerten wir die Tatsache, dass Wirt Guido Schoppengerd Gläser mit gesalzenen Erdnüsschen aufgestellt hat. Doch nun widmen wir uns den Gaben der Küche. Solide ist das Zwiebelschnitzel mit schönen Bratkartoffeln. Nicht weniger harmonisch ist das Jägerschnitzel mit bewährten Kroketten. Dazu werden erfrischende Salatteller gereicht. Auch das Pizza-Speisesegment beherrscht die Wedding-Küche. Als bunt, frech und guter Sattmacher stellt sich uns die Pizza Arlecchino vor.
Nach erfolgreicher Vollsättigung bitten wir Wirt Guido Schoppengerd zum Spätbiergespräch. Bereitwillig gibt uns der nette Mann Auskunft über sein Wirtsleben im Speziellen (“Meine Eltern waren Gastronomen im Kreis Gütersloh”) und im Allgemeinen (“Als Wirt ist man Seelentröster. Ich könnte einen Beichtstuhl aufstellen”). Zufrieden verlassen wir zu später Stunde den gastlichen Ort und wissen: Um Heepen muss es uns nicht bang sein – so lang Guido Schoppengerd den Gasthof Wedding führt. Und im Juli kommen wir wieder, denn dann lodert in Heepen das 181. Heeper Schützen- und Volksfest.
—> Gasthof Wedding, Vogteistraße 2, 33719 Bielefeld
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Der Puls des Bielefelder Westens
Das Herz des Bielefelder Westens ist der Siegfriedplatz. Im Sommer auch durchaus seine Leber. Doch wo sich Arndtstraße und Große-Kurfürsten-Straße zerschneiden, da ist der Puls dieses Stadtteils, da wummert ein agiles gastronomisches Wegekreuz mit vier sich ergänzenden Trink- und Speiseecken. In einer dieser Ecken wohnt seit 1986 die Wunderbar. In dem 1993 erschienenen klugen Buch “Zwischen Sekt und Selters” schwärmte der Autor Bernd Kegel: “Auf dem Wunderbar-Hocker an der Theke komme ich mir immer wieder so vor, als hätte mich Edward Hopper hier hingemalt.” Letzter Hinweis für archäologisch Interessierte: Die Vorgängereinrichtungen der Wunderbar hießen Black Bird und Studiker II.
Die heutige Wunderbar ist zeitgemäß durchmöbliert, ihre Theke lädt zum Festtrinken ein und akuten Bierdurst bekämpft sie mit unterschiedlichen Mitteln. Aber sie bietet auch Futter an. Unkomplizierte, schnelle Sachen, die schnell glücklich machen. Wie der Burger, der sich als schmackhafte Frikadelle mit Brötchen und würzigen Bratkartoffeln entpuppt. Oder die Thunfischpizza. Sie schmeckt anständig und vor allem besser als es unser etwas blass geratenes Händifoto ahnen lässt. Lecker, lecker sind auch die Bratkartoffeln mit Spiegelei. Nach diesem Essen träufeln wir die angenehme Grappa della casa in uns hinein und beobachten dabei interessiert das vitale Wirtshausleben.
Schon seit 2009 steuert Wirt Valter Domingos seine Wunderbar. Der grundsympathische Mann stammt aus der schönen Stadt Faro im Süden Portugals, wo er schon mit 15 Jahren erste Berufserfahrungen in der Gastronomie sammelte. Weil seine Schwester eine Gaststätte in Detmold betrieb, landete er schließlich in OWL. Das ist gut so, denn sonst könnte er uns heute nicht seine Lieblingsgrappa präsentieren, und zwar erfreulicherweise so lange, bis auch wir sie einstimmig zu unserer Lieblingsgrappa erklären.
—> Wunderbar, Arndtstraße 21, 33615 Bielefeld





