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Farbe wechseln und Essen fassen

War wie eine Mutter zu uns: Wirt Carsten Hübner mit original Flaneur-Siegel

War wie eine Mutter zu uns: Wirt Carsten Hübner mit original Flaneur-Siegel

Das Tagwerk ist vollbracht und wir sind ins Chamäleon eingefahren. Cirka 500 Jahre hieß die Gaststube Tangente, nun hat sie ihren Namen zu Chamäleon gewechselt. Also wollen wir nachprüfen, ob wir hier die Farbe wechseln können. Daher lassen wir uns redliches Zapfpils aus Hamburg zuführen, das den Abend, in Kombination mit Branntwein, wunderbar eröffnet. Wir schauen uns um und sind uns schnell einig, dass Wirt Carsten Hübner viel Arbeit in die Renovierung seiner Gaststube gesteckt hat. Mit Erfolg, denn nun ist alles frisch und bunt. Dann erörtern wir die Frage, ob das Chamäleon eine Trinkstube ist. Immerhin ist Carsten Hübner offensichtlich ein trainierter Blitzzapfer. Oder handelt es sich beim Chamäleon doch eher um eine Futterkrippe? Die Speisekarte bietet jedenfalls Verlockendes an. Da wir mutig sind, lassen wir es auf einen Versuch ankommen und erhalten alsbald Toast Hawaii mit Leckerfaktor. Außerdem Pfefferschnitzel sowie Zigeunerschnitzel im Bündnis mit erfrischenden Salaten. Wer zu den Pommes extra Mayo und Ketchup wünscht, wird reich beschenkt. Auch der Leberkäse mit schönen Bratkartoffeln bzw. die Bratkartoffeln mit Spiegeleiern sind wohltuend. Zufrieden stellen wir fest, dass das Chamäleon auch Mantaplatte kann, was man niemals unterschätzen darf.

Nach diesem schönen Abendmahl freuen wir uns über eine gemischte Getränkelatte, die Carsten Hübner ganz lieb für uns arrangiert hat. Dankbar erklingt unser Prosit auf den Wirt, der übrigens unter dem Pseudonym Nobse zu stadtweitem Bekanntheitsgrad gelangt ist. Wie es sich für eine Gaststube mit Tradition gehört, gibt es hier ein Speibecken, das an den alltäglichen Alkoholmissbrauch vergangener Zeiten erinnert. Ebenfalls selten geworden, ist der liebe Flipper, der hier einen Ehrenplatz hat. Und in gleich zwei Ecken finden wir stolze und spielbereite Dartmaschinen, die, so erklärt Carsten Hübner, regelmäßig von erfolgreichen Mannschaften bespielt werden. Unter den zahlreichen Gästen fällt uns Sabine Klein auf, eine Anhängerin des stark verkabelten elektrischen Nikotingenusses, den sie im Biergarten praktiziert. So fließt der Abend dahin, immer wieder angereichert durch fürsorgliche Überraschungen von Carsten Hübner, wie den entzückenden Trinkblock, so dass wir gern ein Lob auf ihn und sein Chamäleon aussprechen.

—> Chamäleon, Mühlenstraße 2, 33607 Bielefeld

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Ein Haus mit Tradition

Kaiser von Bielefeld: Selîm Biçûk und Sema Kaya

Kaiser von Bielefeld: Selîm Biçûk und Sema Kaya

Der Abendwind hat uns in die Schildescher Straße geweht. Auf der Suche nach einem Schlürschluck sind wir im Hotel Kaiser gelandet. Hier bevölkert eine kleine Gruppe fröhlicher Leute den Tresen. Da reiht man sich doch gern ein. Noch bevor Wirtin Sema Kaya das erste Pilsbier serviert hat, erinnern wir uns an eine kleine Werbung, die wir in unserem Archiv aufbewahren: Das Hotel Kaiser im Jahre 1966. Damals kostete eine Kaiser-Nacht bescheidene sieben Mark. Auch heute noch ist das Kaiser eine günstige Adresse. Viele Monteure kehren hier ein, erfahren wir, und schon führt uns Selîm Biçûk freundlich durch’s ganze Haus. Wir passieren einen kleinen Aufenthaltsraum mit Großbildfernseher und gelangen dann zum großen Veranstaltungsraum, wo kürzlich ein spanischer Musikabend stattgefunden hat. Ein Blick in Zimmer Nummer 5 überzeugt uns, dass es hier reinlich und gemütlich zugeht. Im Flur entdecken wir einen echten Boness. In den 1950er- und 1960er-Jahren ein großer Name in Sachen Wohnraumkunst. Heute ein stiller Gruß aus vergangener Zeit.

Modern geht’s im Erdgeschoss zu. Exklusiv für das Hotel Kaiser, so verrät uns Sema Kaya, hat der zeitgenössischen Maler Rashid Hesso Gemälde erschaffen. Zweifellos laden sie zum Hingucken ein. Selîm Biçûk ist übrigens Schriftsteller in kurdischer Sprache. Einige seiner Texte sind auch ins Deutsche übersetzt. Außerdem hat er in jungen Jahren ein Jurastudium in Damaskus absolviert. Kein Wunder also, dass er ein niveauvoller Gesprächspartner ist. Nicht minder seine Geschäftspartnerin Sema Kaya. Sie hat Sozialpädagogik in Hannover studiert. Seit 2013 führen sie gemeinsam das Hotel Kaiser und stehen damit in einer langen Tradition, in der die Wirte Elbracht, Teschner oder Lütkemeyer hießen. Im November 2005 übernahmen junge Leute das Haus – mit einer Idee. Man benannte das Haus in “Die WG” um und drückte damit ein Lebensgefühl aus: Zusammen wohnen, arbeiten, musizieren bzw. Kneipe, Kunst, Küche. Noch heute finden sich im Internet letzte kleine Zeugen eines bunten WG-Lebens. Essen kann man im aktuellen Kaiser übrigens auch. Ob Gemüseauflauf oder Zigeunerschnitzel, alles wird flott serviert und sättig erfolgreich. Zum Abschlied spendiert uns die nette Sema Kaya kühlen Raki. Und wir danken gern für die kaiserliche Gastfreundschaft.

—> Hotel Kaiser, Schildescher Straße 47, 33611 Bielefeld

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Rauchen in der Schallschutzkabine

Bitte beachten Sie die Hinweisschilder der Stadtwerke Bielefeld

Bitte beachten Sie die Hinweisschilder der Stadtwerke Bielefeld

Auf dem Gelände der Stadtwerke befinden sich Hinweisschilder mit großer Formulierungskraft. Wir lesen “Abgrabungen”, “Holzhackschnitzel”, “Schüttbergen” – und sind fasziniert. Dann begreifen wir, dass jedes Schild seine eigene Geschichte erzählt. Wissen Sie, zum Beispiel, was eine Schallschutzkabine ist? Sowas ist recht klein und verdammt gut abgedichtet. Können Sie sich vorstellen, was passiert, wenn jemand darin seine Raucherpausen abhält? Ja, genau: Es entsteht ein Schild. Jedenfalls bei den Stadtwerken Bielefeld.

—> Die schönen Schilder der Stadtwerke Bielefeld

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Hufpflege für Stadtwanderer

Stets freundlich: Susanne Olias am Empfang ihres Schönheitssalon

Stets freundlich: Susanne Olias am Empfang ihres Schönheitssalon

Nicht, dass jemand auf die Idee kommt, wir hätten Schönheitspflege nötig. Aber unsere Füße, die sind durch jahrelanges Flanieren tatsächlich etwas pflegedürftig worden. Daher haben wir uns nun entschlossen, sie vertrauensvoll in die Hände von Susanne Olias zu legen. Die sympathische Dame ist staatlich anerkannte Fachkosmetikerin für medizinische Huf-, äh … Fußpflege und besitzt ein akkurates Studio mit allen Schikanen. Was auf den ersten Blick wie Folterwerkzeuge ausschaut, sind unerlässliche Hilfsmittel, mit denen sie bei fröhlicher Plauderei Hornhaut, Nagelwuchs und Hühneraugen den Garaus macht. Vorbildlich: Wenn es trotz Termin zu einer Minute Wartezeit kommt, stehen Fachliteratur und Süßwaren bereit. Susanne Olias’ Partnerin ist die Begrüßungshündin Luna. Ihre Kernkompetenzen sind Possierlichkeit und Schweigsamkeit, weshalb wir erwägen, Frau Luna für unsere Flaneurgänge auszuborgen.

—> Susanne Olias, Karlstraße 2 (Eingang Rohrteichstraße), 33602 Bielefeld

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Die Perle am Kesselbrink

Freut sich zu Recht über unser Flaneur-Siegel: Wirtin Gökben Yüksel

Freut sich zu Recht über unser Flaneur-Siegel: Wirtin Gökben Yüksel

Wo sich Kesselbrink und Wilhelmstraße zart berühren, fällt uns eine zierliche Futterkrippe auf. Pizza Perla lautet ihr lieblicher Name. Als wir vor dem Eingang stehen, verlässt ein Gast das Perla. Sogleich spricht er uns aufmunternd an. Wir sollten nicht zögern, erklärt er mit freundlichem Lächeln, das Perla backe besonders leckere Pizza. Wer solche Gäste hat, braucht keine teure Werbung. Wir betreten eine sympathische kleine Gaststube, die angefüllt ist mit wohligem Pizzaaroma. Gleichzeitig schwebt eine bemerkenswerte musikalische Zeitreise durch den Raum: “Mr. Tambourine Man” (1965), “Ein Bett im Kornfeld” (1976), “All Right Now” (1970), “Schickeria” (1982) – vor lauter Titelraterei vergessen wir fast, warum wir hier sind. Aber nicht so Wirtin Gökben Yüksel. Die nette Person stellt uns bezaubernde Pizzateller auf den Tisch, und zwar: eine Pizza Don Camillo, eine Pizza Quattro Stagioni, eine Pizza Thunfisch, eine Pizza Bolognese sowie, in der kleinen Variante, eine Pizza Ananas. Jede Pizza schmeckt so wie sie ausschaut: astrein. Bier gibt es zum Beispiel aus Paderborn in Form der beiden Klassiker Export und Pilsener, jedoch nur für den Außerhaus-Verkauf (wegen Alk). Für den akuten Durst bietet der Kühlvorrat Alkoholfreies für den stationären Genuss in der Gaststube. Sozusagen als Nachtisch ist uns Wirtin Gökben Yüksel eine sehr angenehme Gesprächspartnerin. Da kommt man doch gern wieder.

—> Pizza Perla, Wilhelmstraße 14, 33602 Bielefeld

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