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Die beste Pizza vorm Stadion

Koch Salvatore Dragotta, Servierfee Melek Acik und Pizzabäcker Fehmi Acik

Koch Salvatore Dragotta, Servierfee Melek Acik und Pizzabäcker Fehmi Acik

Bielefelds erste leichtathletische Großkampfbahn war bekanntlich einst das Stadion Rußheide. In direkter Nachbarschaft lädt eine Außenwerbung ins Casa Dragotta ein. Hier treffen wir Koch Salvatore Dragotta und Pizzabäcker Fehmi Acik. Die beiden sympathischen Herren sind alte Sportfreunde, die sich schon in jungen Jahren im VfB Fichte kennengelernt haben. Seit dem 17. April 2014 betreiben sie gemeinsam dies Restaurant mit italienischen Speisen. Hungrig machen wir uns über das Pizzaangebot her und dürften zufrieden feststellen, dass der Teig nur Millimeter dünn ist. Dadurch knuspert er angenehm und lässt Raum für den Geschmack des Belages. Jede Pizza dürfen wir loben. Ob Pizza Sardellen oder Pizza Mista oder sogar Pizza Vegetaria – alle schmecken astrein. So geht es auch den anderen Gästen, die drin und draußen sitzen. Das Casa Dragotta bietet auch einen Pizzataxidienst an, besonders sonntags ist der sehr gefragt.

Nach vollzogenem Abendmahl entdecken wir hinter der Gaststube einen stattlichen Saal.Pizzabäcker Fehmi Acik und seine Ehefrau, die Servierfee Melek Acik, erklären uns bereitwillig was es mit ihm auf sich hat. Hier wartet nicht nur ein hübsches Weinregal auf Freunde vergorenen Traubensaftes. Hier finden auch Familienfeste statt. Mal eine Kommunion, mal ein 80. Geburtstag. Aber heute, so betonen unsere drei Gastgeber immer wieder klagend, fehle Gaby. Sie sei die gute Seele des Hauses. Ja, ohne sie seien sie alle aufgeschmissen. Aber einmal pro Woche hat Gaby frei, dann zapft und serviert Melek Acik an Gabys Stelle. Und genau den Tag haben wir heute erwischt. Also steht fest: Wir müssen noch mal wiederkommen, um Gaby kennenzulernen.

—> Casa Dragotta, Kleine Howe 2 (Eingang Mühlenstraße), 33607 Bielefeld

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Adiós Cafe Tropical

122 Jahre Gaststätte: Wir erzählen die Geschichte des Hauses Webereistraße 5

122 Jahre Gaststätte: Wir erzählen die Geschichte des Hauses Webereistraße 5

Letzten Sonntag war Schluss. Das Café Tropical in der Webereistraße hat für immer seine Tür geschlossen. Bald schon kommt der Abrissbagger und wird Platz machen für ein modernes Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten. Demnächst wird als Nachfolgerin die Taverna Tropical am Oberntorwall 3 eröffnen. Anlass für uns, die Geschichte von 122 Jahren Gaststätte zu erzählen. Silvester 1990 öffnete des Café Tropical. Der Kolumbianer Antonio Uribe und der Spanier Vicente Garces hatten erkannt, dass in Bielefeld eine Gaststätte mit lateinamerikanischen und spanischen Speisen fehlte. Also wagten sie den Versuch – mit Erfolg. Bis zum letzten Tag war für viele Stammgäste ein Besuch im Café Tropical wie ein kleiner Urlaub. Vicente Garces hatte Bielefeld vor einigen Jahren verlassen, seinen Platz übernahm Jonny Steeg-Rivas.

Bis 1893 reicht die gastronomische Geschichte des Hauses zurück. Selbst der Biergarten mit der Kastanie stammt aus der Anfangszeit. Der erste Wirt hieß Heinrich Grabe. Der gelernte Bäcker verband die Gastwirtschaft mit einem damals üblichen Kolonialwarenladen. 1904 gab er den Wirtsberuf auf und zog ins Nebenhaus. Dort spezialisierte er sich auf die Produktion von Stangeneis, das die Wirte zur Lagerung ihres Bieres benötigten. Bis in die 1960er-Jahre bestand die Eisproduktion als Familienbetrieb fort. Grabes Nachfolger in der Wirtschaft hielten sich nicht lange. Im Laufe der Jahren hießen die Wirte Pallmeier, Blome und Hannemann. Das änderte sich erst, als Hugo Liebenfeld 1914 die Gaststätte übernahm. 45 Jahre blieb er der Wirt. Direkt gegenüber führte August Wiegand ein Gasthaus. In der Weimarer Republik wurde es zum Parteilokal der NSDAP, die gleich nebenan ihre erste Bielefelder Geschäftsstelle eröffnete. Hugo Liebenfeld dürfte das nicht gefallen haben, denn er hatte einen jüdischen Großelternteil, und die NSDAP setzte von Anfang an auf antisemitische Hetze. Das 1935 erlassene „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ stufte Hugo Liebenfeld als „jüdischen Mischling 2. Grades“ ein. Dadurch wurde er ausdrücklich von der „deutschen Blutsgemeinschaft“ ausgeschlossen. Aber mit Glück konnte es geschehen, dass solche Menschen von Verfolgung und Vernichtung verschont blieben, was bei Hugo Liebenfeld der Fall gewesen ist.

Erst mit fast 80 Jahren, im Jahr 1959, übergab er die Gaststätte dem jungen Ehepaar Henner und Inge Klostermann. Wie damals üblich, erzielten sie den Hauptumsatz mit Pils und Korn. Aber auch hausgemachte Frikadellen und Sülze liefen gut. Am Wochenende öffneten sie in der ersten Etage eine Bar mit Musik und Tanz. Zufrieden berichtet Henner Klostermann, dass er niemals die Polizei gerufen habe. Wenn seine Frau in der Tanzbar die Notklingel betätigte, dann eilte er aus der Gaststube nach oben und fand etwa englische Soldaten vor, die ihre Gürtel abgenommen hatten, um mit den Koppelschlössern auf Gäste einzuschlagen. Mit Unterstützung von Stammgästen klärte er die Lage. Dann ging das Tanzvergnügen weiter. In den 1960er-Jahren richteten die Klostermanns in den oberen Etagen möblierte Apartments ein. Eines davon bezog 1978 Roland Sanner. Der hatte sich als „DJ Don Rolando“ einen klangvollen Namen in der Disco-Szene von OWL erarbeitet und übernahm nun gemeinsam mit Karl Linnenbürger das Café Europa am nahegelegenen Jahnplatz. 1984 zogen sich die Klostermanns aus dem aufreibenden Gastrogewerbe zurück. Ihr Nachfolger Klaus hatte mit „Zum Kicker“ kein Glück. Schon nach einem Jahr musste er aufgeben. Danach folgte ein Intermezzo als griechische Kartenspielstube. Erst mit dem Café Tropical zog wieder dauerhaft neues Leben ein. Kurz nach der Eröffnung fand hier der junge Architekt Frank Stopfel seine zukünftige Ehefrau. Heute ist er zuständig für den geplanten Neubau.

Video-Clip von 1982: Karneval in der Gaststätte Klostermann
Video-Clip von 1982: Tombola des Sparvereins in der Gaststätte Klostermann

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Besuch in der Hölle

Haben uns höllisch gut verwöhnt: Servierfee Melanie Aberle und Wirtin Karin Engel

Haben uns höllisch gut verwöhnt: Servierfee Melanie Aberle und Wirtin Karin Engel

Etwas bergab geht es, wenn man von der Heeper Straße zur Kleingartenanlage Stauteich 3 gelangen möchte. Mag das der Grund dafür sein, dass das gleichnamige Vereinsgasthaus den Spitznamen „Hölle“ trägt? Wir sind mutig, wir überprüfen das. Beim Betreten der Gaststube bietet sich uns ein zutiefst gemütliches Bild . An der Theke hat sich eine fröhliche Knobelrunde zum konzentrierten Spiel eingefunden und lädt uns gleich ein mitzumachen. Für den kleinen Plausch gibt es hinten links eine aktive Leseecke. Außerdem entdecken wir Dartautomaten, die, wie wir hören, regelmäßig von zwei Mannschaften in der C-Liga bespielt werden. Besonders anzumerken ist, dass hier jede Woche der Eiermann selbstgelegte Eier liefert.

Bei der Suche nach Höllenindizien müssen wir erfahren, dass die Wirtin Karin Engel heißt. Und was das Beste ist, sie heißt nicht nur so, sie ist auch ein Engel, denn sie bekocht uns und bringt uns höchstpersönlich das Abendmahl an den Tisch: köstliche Jägerschnitzel mit astreinen Bratkartoffeln und hausgemachter Pilzsoße. Nicht minder gelungen ist der dazu gereichte liebe Mischsalat. Auch Durst muss man hier nicht erleiden. Da passt Servierfee Melanie Aberle, genannt Melly, auf. Von den Gästen lassen wir uns die Ohren vollschwärmen: Skatturniere, 80er-Partys oder Spezialitätenessen. Ganz zu schweigen von den 22 Sorten Spirituosen. Seit dem 1. April 2012 ist Karin Engel hier die gute Seele. Eigentlich hat sie ja mal Steuerfachgehilfin gelernt, was beim Wirtsberuf durchaus nützlich sein kann, aber in der Gastronomie ist sie mit Herz & Seele tätig. Daher herrscht in ihrer “Hölle” eine spürbare Familienatmosphäre. Also jetzt mal im Ernst – wenn so die Hölle aussieht, dann wollen wir ganz sicher nicht in den Himmel kommen.

—> Stauteich 3, Heeper Straße 230, 33607 Bielefeld

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Fertig – Ostern kann kommen

Alles selbst gemacht. Oben rechts sogar "kariert"

Alles selbst gemacht. Oben rechts sogar “kariert”

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Seitenwechsel

Wirtin aus Überzeugung: Monika Günther in ihrer Mottenkiste

Wirtin aus Überzeugung: Monika Günther in ihrer Mottenkiste

Sie sind eine aussterbende gastronomische Gattung, aber es gibt sie noch – die letzten Eckkneipen. Eine von ihnen heißt Mottenkiste, sie wohnt in Höhe der mittleren Heeper Straße und ihre Wirtin ist die patente Monika Günther. Seit sie Rentnerin ist, hat sie die Seiten gewechselt. Von der Gästeseite der Theke an die Zapfanlage. Und das mit sichtbar großem Vergnügen. Monika Günther stammt aus Bochum. Die fröhlichen Ruhrgebietsgene, erklärt sie lachend, trägt sie immer noch in sich.

Für die passende Musik sorgt sie selber. Spezialgebiet: Die ganze Welt der Oldies. An der Theke versammeln sich Rentner zum Freizeitplausch und Handwerker zum Feierabendbierchen. In der Gaststube leuchten treue Diener, die ihre Dienste anbieten, und im Nebenraum warten mächtige Dartautomaten, um hier regelmäßig bespielt zu werden. Über dem Tresen lesen wir das Bekenntnis zu Arminia. Die Spiele werden hier natürlich gern in fröhlicher Runde geschaut, aber nur, schränkt Monika Günther mit bitterer Miene ein, wenn sie im freien TV zugänglich sind. Denn die Gierpreise von Sky (beliebter Spitzname: Blutsauger-TV) kann sich die Mottenkiste natürlich nicht leisten. Aber einen Sparverein hat die Mottenkiste, klare Sache, denn die meisten Gäste sind Stammgäste, die sich hier wie zu Hause fühlen. Kein Wunder, bei der Betreuung.

—> Mottenkiste, Heeper Straße 186, 33607 Bielefeld

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