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Sechs Richtige im Tapas-Lotto

Servicefee Phuong Duong, Koch George Metaxas und Wirt Nico Ztoupis mit unserem Siegel

Servicefee Phuong Duong, Koch George Metaxas und Wirt Nico Ztoupis mit unserem Siegel

Das Tapas-Restaurant Rioja agiert mit einem ungewöhnlichen Bestellsystem. Auf jedem Tisch befindet sich eine Schiefertafel. Diese wird als Bestellzettel genutzt, indem man die Nummern der gewünschten Speisen auf die Tafel schreibt. Prima, auf diese Weise hat man eine echte Chance auf sechs Richtige im Tapas-Lotto. Kaum haben wir die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Flaschenlampen bestaunt, da steht auch schon die überaus freundliche Servicefee Phuong Duong an unserem Tisch und eröffnet unser Abendmahl mit herrlichem Aromakäse sowie einer Portion Knusperbrot mit Knoblauchtunke. Bald danach trifft auch schon ein Lammkarree ein, das uns erfreut. Ebenso lieb ist das Kaninchen im Spinatbett. Dann findet ein Meerestier den Weg an unseren Tisch. Erfreut begrüßen wir den Octopus und loben seinen Wohlgeschmack. Ihm folgen wohlgeratene Muscheln. Würzig und geschmeidig sind die Sardellen im lieben Sud. Zu all dem gibt es wohlschmeckende Kartoffeln mit roter Salbe und ebensolche mit gelber Salbe plus schmackhafte Bohnen mit Schinkenspeck.

Dankbar lassen wir uns alsdann von Servicefee Phuong Duong mit feinen Abendgetränken versorgen. Auch das kann die nette Dame sehr gut. Interessant ist auch die Führung von Wirt Niko Ztoupis durch’s Haus, ins Hinterzimmer (bestens geeigent für Familienfeiern) oder zum Biergarten (klein, aber fein). Dabei erzählt er aus seinem langen Wirtsleben. Schon in Köln oder Soest war er tätig. Doch wir sind sicher, dass Bielefeld seine Krönung wird – worauf wir gemeinsam mit einem kostbaren Tropfen anstoßen.

—> Rioja, Jöllenbecker Straße 141, 33613 Bielefeld

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Pizza mit Pudelempfang

Stets freundlich und fleißig: Veli Atala Mardin am Dönerspieß

Stets freundlich und fleißig: Veli Atala Mardin am Dönerspieß

Vor dem Eingang des Can-Grills empfängt uns ein frisch geföhntes Pudelchen. Freundlich lässt es uns passieren. In der Gaststube warten viele Hungrige auf Nahrung, doch Pizzabäcker Veli Atala Mardin arbeitet zügig, effektiv und dabei immer freundlich. Wir bedienen uns am Getränkeschrank (Efes-Pils) und beziehen einen Tisch mit guter Aussicht auf das allgemeine Geschehen. Im Hintergrund läuft ebenso zuverlässig wie geräuschlos eine Krankenhaus-Serie des TV-Senders SIXX. Allerdings nehmen wir sie nicht weiter zur Kenntnis, denn wir sind unheilbar gesund und außerdem beliefert uns jetzt auch schon Veli Atala Mardin mit vielen schönen Überraschungen – als da sind: Eine Pizza Tonno (angenehm), eine Pizza Mista (löblich), eine Pizza Vegetaria (gut), Pizza Sucuk (würzig) und natürlich die Pizza des Hauses, also eine Pizza Can (perfekt abgemischt).

Nach der Speisung hören wir uns um und treffen überall zufriedene Gäste an, vor allem unter der Jugend, sowohl in der Gaststube als auch vor der Gaststube. Wer mag, zieht sich für den kleinen Nachtisch eine Hand voll Frucht-Kracher, auch betrachten wir das Foto, das im Gastraum die Stadt Dersim zeigt. Das ist die Heimatstadt von Wirt Can Hüseyin, der aber heute leider nicht anwesend ist. Aber ein Bildnis des Wirts hängt draußen am Haus und leuchtet in den Abend.

—> Can-Grill, Oelmühlenstraße 48, 33604 Bielefeld

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25 Jahre Stadthalle – Ein Blick zurück

Bielefeld 1990: Norbert Meiers Entwurf für eine Brunnenskulptur vor der Stadthalle

Bielefeld 1990: Norbert Meiers Entwurf für eine Brunnenskulptur vor der Stadthalle

Am 10. August 1990 wurde Bielefelds Stadthalle eingeweiht. Der Architekt Meinhard von Gerkan hatte sie in Form eines 138 m langen weißen Dampfers konzipiert. Dazu passend war der Rasen vor der Halle in Form einer Bugwelle angelegt worden. Das inspirierte den Bielefelder Künstler Norbert Meier zum Entwurf einer “Walfischschwanzflosse”, die er vor der Halle als wassersprühende Skulptur errichten wollte. Begeistert titelte die Neue Westfälische: “Ein eindrucksvolles Beispiel für Fantasie”. Doch eine Jury entschied sich stattdessen für ein riesiges Metallgestell. Noch heute besitzt Norbert Meier sein (fast fertiges) Modell der Schwanzflosse. Besichtigungen sind nach voheriger Terminabsprache möglich.

Zur Einweihung der Halle waren 2.200 Gäste geladen. Doch weil die Party fast 300.000 Taler kostete, monierten Kritiker, dass zeitgleich der städtische Haushalt für Soziales und lokale Kultur um die gleiche Summe geschrumpft worden war. Daher protestierten parallel zur Einweihungsparty gut 2.000 Bielefelder rund um die Halle. Tim Arnold, seinerzeit Chefschreiber der Neuen Westfälischen, prophezeite jedoch, die Stadthalle werde “die Strahlkraft Ostwestfalens erhöhen” und verglich das Gebäude mit – plausibel – dem Kölner Dom, dem Brandenburger Tor und der Freiheitsstatue von New York, denn die, so hielt er den Kritikern vor, hätten “ebenfalls nicht errichtet werden müssen”. Die grüne Frontfrau Marianne Weiß hingegegen identifizierte die Befürworter der Stadthalle als “Protagonisten der Kommerzkultur” und warnte davor, “den prestigesüchtigen Hallenvätern (…) auf den Leim” zu gehen.

Und was war 1990 sonst noch so los? Ganz Deutschland beömmelte sich über Mantawitze, etwa so: Steht ein Manta vor der Uni. Kaiser Franz erhielt den Sport-Bambi, wegen Fußball. Und auf Platz 1 der deutschen Charts sang 15 Wochen lang der Großhandelskaufmann Raymund Thielecke seinen Hit “Pump ab das Bier”. 1990 – ein bemerkenswertes Jahr.

—> Stadthalle Bielefeld, Willy-Brandt-Platz 1, 33602 Bielefeld

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Farbe wechseln und Essen fassen

War wie eine Mutter zu uns: Wirt Carsten Hübner mit original Flaneur-Siegel

War wie eine Mutter zu uns: Wirt Carsten Hübner mit original Flaneur-Siegel

Das Tagwerk ist vollbracht und wir sind ins Chamäleon eingefahren. Cirka 500 Jahre hieß die Gaststube Tangente, nun hat sie ihren Namen zu Chamäleon gewechselt. Also wollen wir nachprüfen, ob wir hier die Farbe wechseln können. Daher lassen wir uns redliches Zapfpils aus Hamburg zuführen, das den Abend, in Kombination mit Branntwein, wunderbar eröffnet. Wir schauen uns um und sind uns schnell einig, dass Wirt Carsten Hübner viel Arbeit in die Renovierung seiner Gaststube gesteckt hat. Mit Erfolg, denn nun ist alles frisch und bunt. Dann erörtern wir die Frage, ob das Chamäleon eine Trinkstube ist. Immerhin ist Carsten Hübner offensichtlich ein trainierter Blitzzapfer. Oder handelt es sich beim Chamäleon doch eher um eine Futterkrippe? Die Speisekarte bietet jedenfalls Verlockendes an. Da wir mutig sind, lassen wir es auf einen Versuch ankommen und erhalten alsbald Toast Hawaii mit Leckerfaktor. Außerdem Pfefferschnitzel sowie Zigeunerschnitzel im Bündnis mit erfrischenden Salaten. Wer zu den Pommes extra Mayo und Ketchup wünscht, wird reich beschenkt. Auch der Leberkäse mit schönen Bratkartoffeln bzw. die Bratkartoffeln mit Spiegeleiern sind wohltuend. Zufrieden stellen wir fest, dass das Chamäleon auch Mantaplatte kann, was man niemals unterschätzen darf.

Nach diesem schönen Abendmahl freuen wir uns über eine gemischte Getränkelatte, die Carsten Hübner ganz lieb für uns arrangiert hat. Dankbar erklingt unser Prosit auf den Wirt, der übrigens unter dem Pseudonym Nobse zu stadtweitem Bekanntheitsgrad gelangt ist. Wie es sich für eine Gaststube mit Tradition gehört, gibt es hier ein Speibecken, das an den alltäglichen Alkoholmissbrauch vergangener Zeiten erinnert. Ebenfalls selten geworden, ist der liebe Flipper, der hier einen Ehrenplatz hat. Und in gleich zwei Ecken finden wir stolze und spielbereite Dartmaschinen, die, so erklärt Carsten Hübner, regelmäßig von erfolgreichen Mannschaften bespielt werden. Unter den zahlreichen Gästen fällt uns Sabine Klein auf, eine Anhängerin des stark verkabelten elektrischen Nikotingenusses, den sie im Biergarten praktiziert. So fließt der Abend dahin, immer wieder angereichert durch fürsorgliche Überraschungen von Carsten Hübner, wie den entzückenden Trinkblock, so dass wir gern ein Lob auf ihn und sein Chamäleon aussprechen.

—> Chamäleon, Mühlenstraße 2, 33607 Bielefeld

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Ein Haus mit Tradition

Kaiser von Bielefeld: Selîm Biçûk und Sema Kaya

Kaiser von Bielefeld: Selîm Biçûk und Sema Kaya

Der Abendwind hat uns in die Schildescher Straße geweht. Auf der Suche nach einem Schlürschluck sind wir im Hotel Kaiser gelandet. Hier bevölkert eine kleine Gruppe fröhlicher Leute den Tresen. Da reiht man sich doch gern ein. Noch bevor Wirtin Sema Kaya das erste Pilsbier serviert hat, erinnern wir uns an eine kleine Werbung, die wir in unserem Archiv aufbewahren: Das Hotel Kaiser im Jahre 1966. Damals kostete eine Kaiser-Nacht bescheidene sieben Mark. Auch heute noch ist das Kaiser eine günstige Adresse. Viele Monteure kehren hier ein, erfahren wir, und schon führt uns Selîm Biçûk freundlich durch’s ganze Haus. Wir passieren einen kleinen Aufenthaltsraum mit Großbildfernseher und gelangen dann zum großen Veranstaltungsraum, wo kürzlich ein spanischer Musikabend stattgefunden hat. Ein Blick in Zimmer Nummer 5 überzeugt uns, dass es hier reinlich und gemütlich zugeht. Im Flur entdecken wir einen echten Boness. In den 1950er- und 1960er-Jahren ein großer Name in Sachen Wohnraumkunst. Heute ein stiller Gruß aus vergangener Zeit.

Modern geht’s im Erdgeschoss zu. Exklusiv für das Hotel Kaiser, so verrät uns Sema Kaya, hat der zeitgenössischen Maler Rashid Hesso Gemälde erschaffen. Zweifellos laden sie zum Hingucken ein. Selîm Biçûk ist übrigens Schriftsteller in kurdischer Sprache. Einige seiner Texte sind auch ins Deutsche übersetzt. Außerdem hat er in jungen Jahren ein Jurastudium in Damaskus absolviert. Kein Wunder also, dass er ein niveauvoller Gesprächspartner ist. Nicht minder seine Geschäftspartnerin Sema Kaya. Sie hat Sozialpädagogik in Hannover studiert. Seit 2013 führen sie gemeinsam das Hotel Kaiser und stehen damit in einer langen Tradition, in der die Wirte Elbracht, Teschner oder Lütkemeyer hießen. Im November 2005 übernahmen junge Leute das Haus – mit einer Idee. Man benannte das Haus in “Die WG” um und drückte damit ein Lebensgefühl aus: Zusammen wohnen, arbeiten, musizieren bzw. Kneipe, Kunst, Küche. Noch heute finden sich im Internet letzte kleine Zeugen eines bunten WG-Lebens. Essen kann man im aktuellen Kaiser übrigens auch. Ob Gemüseauflauf oder Zigeunerschnitzel, alles wird flott serviert und sättig erfolgreich. Zum Abschlied spendiert uns die nette Sema Kaya kühlen Raki. Und wir danken gern für die kaiserliche Gastfreundschaft.

—> Hotel Kaiser, Schildescher Straße 47, 33611 Bielefeld

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