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Hufpflege für Stadtwanderer

Stets fröh- und freundlich: Susanne Olias am Empfang ihres Schönheitssalon

Stets fröh- und freundlich: Susanne Olias am Empfang ihres Schönheitssalon

Nicht, dass jemand auf die Idee kommt, wir hätten Schönheitspflege nötig. Aber unsere Füße, die sind durch jahrelanges Flanieren tatsächlich etwas pflegedürftig worden. Daher haben wir uns nun entschlossen, sie vertrauensvoll in die Hände von Susanne Olias legen. Die sympathische Dame ist staatlich anerkannte Fachkosmetikerin für medizinische Huf-, äh … Fußpflege und besitzt ein akkurates Studio mit allen Schikanen. Was auf den ersten Blick wie Folterwerkzeuge ausschaut, sind unerlässliche Hilfsmittel, mit denen sie bei fröhlicher Plauderei Hornhaut, Nagelwuchs und Hühneraugen den Garaus macht. Vorbildlich: Wenn es trotz Termin zu einer Minute Wartezeit kommt, stehen Fachliteratur und Süßwaren bereit. Susanne Olias’ Partnerin ist die Begrüßungshündin Luna. Ihre Kernkompetenzen sind Possierlichkeit und Schweigsamkeit, weshalb wir erwägen, Frau Luna für unsere Flaneurgänge auszuborgen.

—> Susanne Olias, Karlstraße 2 (Eingang Rohrteichstraße), 33602 Bielefeld

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Die Perle am Kesselbrink

Freut sich zu Recht über unser Flaneur-Siegel: Wirtin Gökben Yüksel

Freut sich zu Recht über unser Flaneur-Siegel: Wirtin Gökben Yüksel

Wo sich Kesselbrink und Wilhelmstraße zart berühren, fällt uns eine zierliche Futterkrippe auf. Pizza Perla lautet ihr lieblicher Name. Als wir vor dem Eingang stehen, verlässt ein Gast das Perla. Sogleich spricht er uns aufmunternd an. Wir sollten nicht zögern, erklärt er mit freundlichem Lächeln, das Perla backe besonders leckere Pizza. Wer solche Gäste hat, braucht keine teure Werbung. Wir betreten eine sympathische kleine Gaststube, die angefüllt ist mit wohligem Pizzaaroma. Gleichzeitig schwebt eine bemerkenswerte musikalische Zeitreise durch den Raum: “Mr. Tambourine Man” (1965), “Ein Bett im Kornfeld” (1976), “All Right Now” (1970), “Schickeria” (1982) – vor lauter Titelraterei vergessen wir fast, warum wir hier sind. Aber nicht so Wirtin Gökben Yüksel. Die nette Person stellt uns bezaubernde Pizzateller auf den Tisch, und zwar: eine Pizza Don Camillo, eine Pizza Quattro Stagioni, eine Pizza Thunfisch, eine Pizza Bolognese sowie, in der kleinen Variante, eine Pizza Ananas. Jede Pizza schmeckt so wie sie ausschaut: astrein. Bier gibt es zum Beispiel aus Paderborn in Form der beiden Klassiker Export und Pilsener, jedoch nur für den Außerhaus-Verkauf (wegen Alk). Für den akuten Durst bietet der Kühlvorrat Alkoholfreies für den stationären Genuss in der Gaststube. Sozusagen als Nachtisch ist uns Wirtin Gökben Yüksel eine sehr angenehme Gesprächspartnerin. Da kommt man doch gern wieder.

—> Pizza Perla, Wilhelmstraße 14, 33602 Bielefeld

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Endlich wieder in Brake

Erstrahlen manchmal im 8oer-Jahre-Outfit: Die Wirtsleute Aleks und Zeynep Venecani

Erstrahlen manchmal im 8oer-Jahre-Outfit: Die Wirtsleute Aleks und Zeynep Venecani

Hurra, heute reisen wir nach Brake! Dem reizenden Dorf am Bielefelder Rand gehört unser Herz. Start im Hauptbahnhof, wo unser lieber Henner Reiseproviant für alle einkauft. Kaum ist die Wegzehrung aufgebraucht, haben wir unser Ziel auch schon erreicht: das Stellwerk. Sogleich erklingt hier unser Ruf: “Endlich wieder in Brake!“. Dann lassen wir uns fröhliche Vorspeisenteller sowie gaumenfreundliche Bruschetta zuführen. Danach unterbricht uns Premiumkellnerin Jacky Klein mit der ersten Rutsche Apfelkorn und der neuerlichen Zufuhr von frischem Zapfpils. Im zweiten Akt erreichen uns herrliche Schweinemedaillons mit Bratkartoffeln, in Speck gewickelten Buschbohnen und Champignon-Rahmsoße. Außerdem erfreuen wir uns am Schnitzel Rustikal mit lecker Zwiebeln. In der gleichen Liga spielt das Schnitzel Madagaskar mit Bratkartoffeln bzw. das Schnitzel Madagaskar mit Pommes. Dazu gibt es freundliche Salatteller. Abschließend verlangen wir nach 180 Gramm Rindfleisch, Käse, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Remoulade, Ketchup – kurz gesagt: Cheeseburger. Für dieses prächtige Abendmahl danken wir Koch Marco Sechi und seiner Hilfe Hülya. Interessiert lauschen wir Marco Sechis Schilderung aus seinem reichen Berufsleben. Gelernt hat er sein Handwerk einst im Werningshof, später zog es ihn nach Berlin, wo er auch den Bundespräsidenten bekocht hat. Seit 2014 ist er wieder zurück in Bielefeld und hat nun endlich die Flaneure bekochen dürfen.

Wie wir von den umtriebigen Wirtsleuten Aleks und Zeynep Venecani erfahren, haben sie heute DJ Steven Murphy eingeladen, damit er Brake ordentlich einheizt. Zu diesem Zweck hat der Ausnahme-DJ beeindruckende Accessoires aufgefahren. Kein Wunder, dass sich Brake schon nach kurzer Zeit in einen rauschhaften Zustand hineingetanzt hat. An der Theke lernen wir Sven Svanke kennen. Der grundsympathische Mann ist begeisterter Braker und zählt uns mit Sachverstand die gastronomischen Vorzüge seines Heimtdorfes auf. Zu fortgeschrittener Stunde überschlägt unser lieber Stahlbaron, was wir alles gegessen und getrunken haben und macht sich nun Sorgen, dass unsere Ersparnisse nicht ausreichen könnten, die Rechnung zu begleichen. Also macht er sich fürsorglich daran, die Spielautomaten zu melken. Doch als Jacky Klein die Rechnung präsentiert, bestellen wir sofort noch eine Runde. Zum Glück gibt’s einen Nachtzug von Brake nach Bielefeld.

—> Stellwerk, Naggertstraße 52, 33729 Bielefeld

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Gin, Capuns und Schweinerücken

So sieht's in der Küche aus: Chefkoch Peter Kappel mit rechter Hand Jose Pereira

So sieht’s in der Küche aus: Chefkoch Peter Kappel mit rechter Hand Jose Pereira

Von der Wand grüßt der junge Bob Dylan. Gegenüber leuchtet eine Reminiszenz an John Coltrane. Und im Sortiment befinden sich ein paar Dutzend Gin-Varianten. Alles klar, hier sind wir richtig. Beim Boudier Saffron Gin aus Dijon, mit Zitrusschalen, Schwertlilie und Fenchel, begutachten wir die stimmungshebende Speisekarte und ordern entsprechend lüstern. Alsdann erhalten wir als Vorspiel eine schmucke Portion Leckerbrot mit Salbe. Doch dann wird’s ernst. Eine helle Spargelsuppe mit Einlage lässt uns herzhaft schlürfen. Ein Etwas, dessen Namen wir vor lauter Begeisterung vergessen zu notiern, ist irgendwas mit Ziegenfrischkäse und lässt uns schmatzen. Schlag auf Schlag geht’s köstlich weiter. Auberginen-Mousse und Strauchtomaten-Soße mit Erbsen-Basilikum-Creme umranken feine Parmesanknödel. Zarte Rinderfiletspitzen werden erfolgreich vom Wildkräutersalat sekundiert. Dann gönnen wir uns einen Abstecher ins Schweizer Kanton Graubünden, indem wir uns schmackhafte Capuns servieren lassen, garniert mit leichtem Kartoffelschaum, gebratenen Pilzen und Kirschtomaten. Entzücken weckt der Rücken vom Duke-of-Berkshire-Schwein mit Mangold, Rhabarber und Kartoffelrösti.

Nach diesem menschenfreundlichen Abendmahl bitten wir Wirt Agustin Amor Ramos zu uns. Willig gibt der nette Mann Auskunft von der langen Renovierung des Greenwich, dabei sei schöner alter Deckenstuck zum Vorschein gekommen. Auch habe man im Keller verstaubte Lampen entdeckt und sogleich beschlossen, sie hier aufzuhängen. Ein guter Entschluss, denn Stuck und Lampen verleihen der Gaststube ein prima Ambiente. Auch lassen wir uns die Kegelbahn präsentieren. Zahlreiche alte Wimpel sind Zeugen von Jahrzehnten des fröhlichen Kegelns in der Vorgängereinrichtung. Besonders viel Liebe zum Details verrät eine Keglerliste, die akribisch alle Acht um’s Vorderholz von 1961 bis 1978 notiert hat. Ein Besuch in der Küche rundet unseren Begehung ab. Schön zu hören, dass Wirt Agustin Amor Ramos und Koch Peter Kappel sich seit 25 Jahren kennen und als (Zitat:) “Freunde für’s Leben” nun erstmals ein gemeinsames Gasthaus eröffnet haben.

—> Greenwich, Arndtstraße 45, 33615 Bielefeld

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Besuch in Klein-Manhattan

Eingerahmt: Wirt Antonio Fiorentino mit Patryk Mikulski und Valerio Fiorentino

Eingerahmt: Wirt Antonio Fiorentino mit Patryk Mikulski und Valerio Fiorentino

Die von Natur aus eher unscheinbare Gadderbaumer Straße nimmt in den letzten Jahren Anlauf zu einem Klein-Manhattan-Ähnlichkeitswettbewerb. Im Schatten ostwestfälischer Wolkenkratzer hat sich hier ein besonders kleines italienisches Restaurant niedergelassen, das San Rocco. Sein schlanker Gastraum ist mit modernem Interieur ausgestattet, aber es gibt auch historische Tupfer. Aber nun lassen wir uns verwöhnen, und zwar mit einer edlen Kalbsschnitzelvariante, dem Scaloppine vitello in sahniger Pilzsoße und mit schönen Kartoffeln. Außerdem testen wir für Sie eine herzhafte Salamipizza sowie eine gediegene Lasagne, zu der knackige Pizzabrötchen gereicht werden. Sehr zu loben ist auch der freundlich und fleißige Bierbeibringer Patryk Mikulski. Wer mag, lässt sich nach dem Abendmahl Espresso zuführen, die anderen erhalten Ramazzotti, und zwar vom Koch und Wirt persönlich, von Antonio Fiorentino. Diese Gelegenheit nutzen wir natürlich, um den netten Mann auszufragen. Im Alter von 18 Jahren kam er aus Bari in Apulien nach Bielefeld und arbeitete zunächst im Rosenhof. Später führte er mit seinem Bruder 15 Jahre lang das La Perla in Brake. Nun bewirtet er hier oftmals Feiern, denen mit 30 San-Rocco-Sitzplätzen eine gute Atmosphäre garantiert ist. Aber auch Angestellte aus den ostwestfälischen Wolkenkratzern kehren tagsüber gelegentlich zum Mittagstisch ein. Aber denen fehlt vermutlich die Muße zu langem Geplauder, was uns hingegegen einen schönen langen San-Rocco-Abend beschert.

—> Ristorante San Rocco, Gadderbaumer Straße 7, 33602 Bielefeld

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